Der große Kampf mit dem Schatten (Februar 2008)

Fatae Shan schleppte sich nach dem Kampf mit letzter Kraft in ihre Hütte, sie war schwer verletzt von dem Schatten. Er hatte sie mit einem seiner Feuerbälle erwischt. Sie hatte Verbrennungen am ganzen Körper. Doch sie wollte sich nicht untersuchen lassen, die Wunden konnte sie auch später Mai oder Mascha noch zeigen, die beiden sollten sich erstmal um die wirklich schwer Verletzten kümmern, die die ihr Hilfe wirklich brauchten, wie die kleine mutige Candia. Fatae dachte: „diese kleine Elfe hatte wirklich Mut bewiesen“

Fatae legte sich in ihrer Hütte auf die Kissen und versuchte sich so zu legen, dass ihre Wunden nicht zu sehr schmerzten. Sie dachte über den Kampf nach, es war ein sehr harter Kampf gewesen und alle hatten sehr viel Mut bewiesen. Dieser Schatten war ein heftiger Gegner gewesen. „Gewesen? ist er wirklich vernichtet? was hatte Kamaria am Ende gesagt? Die Schatten bestehen aus Energie und Energie kann wieder zusammenfinden, hmmm ja so ähnlich war es“. Sie schreckte bei diesem Gedanken nach oben und verzog das Gesicht vor Schmerzen…..“kann es sein, dass er wiederkommt? Geht dann alles von vorne los?“ Bevor der Kampf anfing, hatten sich alle Amazonen, Elfen und auch der Drache Leviathan, versteckt. Keiner traute zu atmen, keiner traute sich zu bewegen, alle Nerven waren angespannt. Würde er erscheinen? Würde er die Falle bemerken? Die Königin Amelie stellte sich dem Schatten alleine. Sie wusste zwar, dass alle sofort da wären wenn was passierte, aber würde das ausreichen wenn er sie wirklich töten wollte? Die Spannung lag in der Luft, kein Ton war zu hören, kein Wind ging durch die Bäume auch keine Vögel zwitscherten, es war TOTENstille.

Alle waren in ihren Verstecken, Fatae versteckte sich hinter einem sehr grossen Baum von dem aus sie den Platz genau überschauen konnte, neben ihr die vor Angst fast Ohnmächtige Jasemin. Fatae liess die Königin nicht aus den Augen und sie wusste auch die anderen Blicke wanderten nicht weg von ihr, jeder bereit sofort zuzuschlagen. Dann wurde es plötzlich noch ruhiger als es schon war, man konnte das Böse förmlich spüren, er war da, aber warum zeigte er sich nicht? Ahnte er was? Würde er wieder abhauen, wäre dann alles umsonst gewesen?

Fatae schaute zu Cindy und sah wie diese Mascha etwas zuflüsterte und wie aus dem nichts wehte ein lauer Wind durch die Bäume und liess die Blätter rascheln. Und da war er, wie aus dem nichts stand er plötzlich vor der Königin. Jeder Muskel spannte sich in Fataes Körper an, jeder Sinn war geschärft wie ihre Schwertklinge. Auch ihre Schwestern und Freunde machten sich bereit. Er stand vor der Königin und lüsterte ihr entgegen und verlangte das sie ihre Absprache einhalte und Junn herkommen soll. Was genau gesprochen wurde, konnte Fatae nicht hören, dazu war sie zu weit weg. Kamaria erschien dann auch auf dem Platz und brachte Junn mit.

Kamaria versuchte auf Drough einzuwirken, sie wollte ihn wieder zu Vernunft bringen, doch es gelang ihr nicht. Während dessen brachte sich die Königin in Sicherheit. Immer wieder wanderten die Blicke zu Cindy, jeder wartet auf das Zeichen für den Angriff, aber Cindy beruhigte alle mit einem Blick und schüttelte immer wieder den Kopf, es war noch nicht soweit. Der Schatten stand da und warf mit einem Mal die Arme in die Luft rief etwas aus und wurde von Blitzen durchzuckt und stand plötzlich als menschliche Gestalt vor Junn.

Doch er schien damit nicht erreicht zu haben was er wollte Plötzlich schoss der Schatten mit Feuerbällen um sich, er stecke die Häuser und Bäume in Brand.

Lange konnten sie sich nun nichht mehr verstecken, denn alle Verstecke brannten. Dann kam das Zeichen, Cindy rief laut aus „ANGRIFF“. Auf dieses Zeichen hatte alle nur gewartet und plötzlich stand der Schatten umringt und schaute verwirrt.

Als er bemerkte was hier vor sich ging, warf er mit Feuerbällen um sich, wahllos. Er traf einige seine Angreifer schwer. Fatae die aus ihrem Versteck gesprungen war, wurde von einem solchen Feuerball schwer getroffen und wurde nach hinten geschleudert wo sie erstmal kruz bewusstlos lag. Nachdem sie wieder aufwachte und ihr ganzer Körper schmerzte, wusste sie im ersten Moment nicht ob sie noch lebte oder schon tod war. Aber die Schmerzen waren so höllisch, sie musste einfach am Leben sein. Langsam versuchte sie aufzustehen, doch bei allem Willen sie konnte nicht mehr kämpfen, die Schmerzen trieben sie immer wieder fast in die Bewusstlosigkeit. Fatae ärgerte sich, der Kampf hatte noch nicht richtig begonnen und sie lag schon verwundet am Boden. Sie konnten den Kampf nur noch aus der Ferne betrachten. Und sie sah wie sich ihre Schwestern und die Elfen tapfer hielten in diesem Kampf.

Die Häuser brannten langsam runter. War Candia noch immer in ihrem Versteck? Wo war sie, würde sie den Kampf beenden können? Fatae rappelte sich hoch, versuchte ihre Schmerzen zu vergessen, sie versuchten ihren Schwestern und Freunden zu helfen, sie konnte nicht einfahc daliegen, während alle ihr Leben riskierten. Mit letzter Kraft rappelte sie sich hoch, nahm den Bogen in die Hand und lief auf den Platz. Da stand er der Schatten in menschlicher Gestalt und versuchte den Pfeilen die auf ihn einprasselten auszuweichen, was ihm nicht immer gelang, doch keiner der Pfeile konnte ihn wirklich verletzen, sie hielten ihn mehr in Schach.

Fatae legte einen Pfeil auf die Sehne und spannte den Bogen, sie zielte auf Drough, sie schoss……. ob sie ihn traf weiss sie nicht, in diesem Gewusel auf dem Platz konnte man sich nicht wirklich zurecht finden und die Schmerzen legten ihr einen Schleier vor die Augen. An alles was sie sich dann noch erinnern konnte, war wie Candia mit erhobenem Stab vor dem Schatten stand und ein Licht von ihm auf den Schatten flog. Der Schatten fing an mit brennen, er wand sich vor Schmerzen, er verbrannt von innen heraus.

Junn stand vor ihm, die Frau, die diese Bestie geschändet hatte. Die Frau die sovieles durchstehen musste, wegen diesem machtgierigen Schatten.

Dann erschien Leviathan, der Drache und Freund aller Amazonen, sein Feuer sollte dem Schatten den Rest geben, ihn endgültig auslöschen.

Doch bevor dies geschah, nahm Junn ihr Schwert fest umklammert in beide Hände und rammte die Klinge in den Leib des Schatten. „nimm dies du mistkerl, für alles was du mir, meinen Freunden und Sschwestern angetan hast“. Leviathan spieh weiter Feuer auf den leblosen Körper vor sich und man konnte erkennen wie er langsam zu verbrennen begann und sich in Asche auflöste.

In den Gesichtern aller konnte man nun die Fragen lesen “ war es das? ist er tod? ist es endlich vorbei?“ Der Jubel war gross, als man realisierte, dass der Schatten besiegt wurde und die Welt wie wir sie alle kennen noch exisitierte, dass das Böse veröpr und das Gute gewonnen. Die Hoheiten bedankten sich bei allen, für ihre Tapferkeit und ihren Mut und das niemand jemals aufgegeben hatte.

Aufgeben? Würde eine Amazone wirklich aufgeben? NIEMALS – nicht einmal dann wenn ihr leben auf dem Spiel stand. Fatae sah wie sich Mai um Candia kümmerte die zusammengebrochen war. Tapfere kleine Candia, dachte sich Fatae.

Sie bedankte sich bei Leviathan für seine Hilfe und kraulte ihm das Kinn, bevor er sich zurückzog und mit einem eleganten Flug über den Platz hinwegflog. Fatae merkte wie die Schmerzen, die sie wieder zu überwältigen drohten und verabschiedete sich von den anderen. Sie wollte nicht, dass die anderen sie so sahen. So lag sie nun in ihrer Hütte und ließ den Kampf noch einmal in Gedanken an sich vorbeiziehen. Sie hatten ihn besiegt, dieses Mal! Und sie hofft das es kein nächstes Mal geben würde, jedenfalls nicht in der nächsten Zeit. Dann fiel sie in einen traumlosen Schlaf.

Candia ging es nach einer Weile wieder gut und unterhielt sich noch lange mit ihrer Seelenverwandten SandyLee.

Ereignisse vor dem großen Kampf (Februar 2008)

Die Elfe der Einhörner trocknete ihre Tränen. Sie war erleichtert, dass es ihrem kleinen Schatz gut ging, doch genauso geschockt darüber was Junn passiert war.

Xiue rang sich durch wieder einen klaren Gedanken zu fassen, als Candia sie fragend ansah. „Eure Herzen müssen auf besondere Weise miteinander verbunden sein. Vielleicht seid ihr beide Seelenverwandte…oder vielleicht sogar…“ Xiue räusperte sich kurz „vielleicht seid ihr sogar Blutsverwandte. Über deine Vergangenheit ist nichts bekannt und du konntest dich auch bisher nicht daran erinnern. Also es wäre durchaus denkbar. Ob unsere Königin mehr weiß?“

Die Elfe der Einhörner hatte eine Idee. „Nach allem was jetzt geschehen ist, wirst du sicher im magischen Kreis eine Antwort darauf finden. Die Verbindung zwischen dir und Junn ist stark genug, um die Schleier der Vergangenheit zu lüften. Meditiere dort am Feuer und konzentriere deine ganze Energie. Du musst deine Wahrnehmung auf alles was um dich herum geschieht ausweiten, sperre dich nicht dagegen und lass die Energie, die dich umgibt, durch deinen Körper fließen. Ich weiß, dass du es schaffen kannst.“ Xiue schaute stolz in die Augen ihrer Ziehtochter.

„Ich werde mich jetzt darauf konzentrieren, meine Kräfte zu stärken, um für die bevorstehenden Ereignisse bereit zu sein.“ Mit diesen Worten verschwand sie Richtung Haus, um ihre Schriftrolle und den Kessel zu holen.

Die Elfe der Einhörner baute unter dem großen Baum den Kessel auf, legte etwas Holz und Zunder darunter und entzündete das Feuerchen. Das Wasser geriet nach einer Weile in Wallung und Xiue legte genau nach Rezept einige Zutaten hinein, wartete eine Weile und fügte die nächsten hinzu. Da kam die Heilerin Atalia heran und staunte nicht schlecht. „Was für ein Süppchen kochst du denn da?“ fragte sie neugierig.

Atalia und Xiue

„Ich braue einen Zaubertrank nach einem alten Rezept. Laut Papyrusrolle verwandelt man sich in ein Wesen, das aus purem Wasser besteht. Ein wirklich mächtiger Verwandlungszauber. Leider wirkt er nur eine halbe Stunde.“ erklärte Xiue.

Die Elfe der Einhörner hielt einige gelbe Blätter mit roten Tupfen in den Händen „Gehören da nun zwei oder drei Blätter hinein? Ich kann die Maßangaben kaum entziffern.“ sprach sie und warf schulterzuckend die Blätter und Pilze hinein.

“Das ist aber sehr gefährlich, wenn du das Rezept nicht genau lesen kannst“ warnte Atalia die Einhornelfe. Die Sorge stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Nein, ich muss das Risiko eingehen. Der Schatten ist eine zu große Bedrohung und dieser Zaubertrank wird mir helfen Candia im Kampf zu unterstützen.“ antwortete Xiue mit funkelndem Ernst in ihren Augen.

Langsam begann sich die Flüssigkeit im Kessel von blau nach lila zu verfärben und Xiue nahm einen Becher in die Hand. „Willst du das wirklich trinken?“ Atalia schüttelte verständnislos den Kopf.

„Möchtest du auch einen Schluck probieren?“ Xiue hielt Atalia den gefüllten Becher hin. „Nein, danke.“ entgegnete die Heilerin mit einem verbissenen Lächeln. Die Elfe der Einhörner schaute in die lila schillernde Substanz in ihrem Gefäß und Zweifel krochen in ihr hoch. „Ach was sollst…runter damit!“ Xiue leerte den Becher in einem Zug. Die Flüssigkeit prickelte scharf auf ihrer Zunge. „Urgs! Schmeckt irgendwie verfault.“ die Elfe verzog angewidert das Gesicht.

Beide warteten gespannt darauf, dass etwas passieren würde, doch nichts geschah. „Vielleicht klappt es beim nächsten Versuch“ meinte Atalia schmunzelnd. Sie wollte gerade gehen, als Xiue plötzlich lauthals losrülpste und mit Schwung nach hinten fiel. Atalia drehte sich erschrocken um und rannte zu ihr, um der Wächterin der Einhörner wieder auf die Beine zu helfen.

Xiue war speiübel und stemmte sich auf den Rand des Kessels. Irgendetwas war geschehen. Da sah sie im Spiegelbild das ganze Ausmaß ihrer Verwandlung. Ein erschrecktes Quiecken hallte über den Dorfplatz, das sogar den Kessel zum Dröhnen brachte. Xiues Augen weiteten sich und sie erstarrte mit ihrem Becher in der Hand.

Xiues Panne

„Bitte erzähl niemandem davon!“ flüsterte die Elfe der Einhörner und verschwand mit einem Male. Nur noch eine Staubwolke war von Xiue übriggeblieben. „Na hoffentlich dauert der Zauber wirklich nur eine halbe Stunde“ seufzte die Heilerin und räumte den Kessel weg. „Xiue und ihre waghalsigen Experimente.“ Kopfschüttelnd und immer wieder herumbrummelnd lief sie zu ihrem Haus, um nach Junn zu sehen.

Xiue hocke missmutig auf ihrem Bett. „Ich sehe aus wie ein aufgedunsener Bratapfel.“ dachte die Elfe ärgerlich. Sie zog die Bettdecke über ihren Kopf und murmelte ein paar Flüche während sie darauf wartete, dass der Zauber endlich nachließ…

Als SandyLee fertig damit war Xiue alles zu erzählen, trank sie gemütlich den Tee und beruhigte sich langsam. SandyLee ging zur Bank an der Bibliothek und setzte sich dort hin um die Sonne zu geniessen und ein wenig zu Ruhen. Das emsige Treiben der Elfen blieb SandyLee allerdings nicht verborgen, vor allem die merkwürdigen Ereignisse um Xiue und den Kochtopf. SandyLee konnte zwar nicht erkennen was da abging, aber es sah schon sehr merkwürdig aus. Plötzlich rannte Xiue los und verschwand in ihrer Hütte. SandyLee sah wie die Heilerin das Gebräu aus dem Topf entsorgte und alles wieder wegpackte. „Schon ein komisches Volk, diese Elfen“ dachte SandyLee und begann ihre Aufzeichnungen zu ordnen und ins reine zu Übertragen. SandyLee beschloss ein wenig zu Ruhen, denn morgen kommt der große Tag. Vorher suchte sie aber nach Candia, welche SandyLee vorher ins Bett schicken wollte.

Candia sah ihre Ziehmutter aufmerksam an, als sie eine Erklärung auf die Frage der kleinen Elfe suchte. Als sie aber erwähnte das sie wohmöglich Blutverwandte waren, stockte Candia vor Überraschung beinahe der Atem. „Wäre es wirklich möglich, das Junn mit mir Verwandt ist?“ schoss es Candia in Gedanken durch den Kopf. Als Xiue ihr dann den Rat gab im magischen Kreis nach antworten zu suchen, überkam das zierliche Wesen die neugierde, denn wie sehr hatte sie sich bis zum heutigen Tage gewünscht gehabt zu erfahren was geschehen war bevor Xiue sie bei sich aufnahm.

Ermutigt durch den stolzen Blick der Elfe der Einhörner machte sich Candia auf den Weg um die Königin zu suchen und sie ihr einige Fragen zu stellen, doch sie war nicht aufzufinden. Daher ging sie mit der Hoffnung auf Antworten zum magischen Kreis. Dort angekommen setzte sie sich und versank, den Blick starr auf das Feuer gerichtet, welches die Lebensenergie darstellte, in tiefe Meditation. Fragend und suchend lies sie ihren Geist streifen. Ohne jede vorsicht öffnete sie ihren Geist und versuchte alle Naturenergien durch sich fliessen zu lassen. Doch es schien ihr als ob alles im Nebel lag. Sie wollte aber nicht aufgeben und versuchte es immer weiter.

Als SandyLee endlich die meisten Elfen soweit beruhigt hatte, so dass sie sich zumindest hingelegt haben um am nächsten Tag ausgeruht zu sein, ging SandyLee in ihr Lager und machte es sich in ihren Fellen gemütlich. SandyLee lag lange in Gedanken bevor sie einschlief. Am Morgen stand SandyLee bereits früh auf und begann mit einigen Elfen mit den Vorbereitungen für die Begegnung mit dem Schatten.Nachdem die Elfen beschäftigt waren fing SandyLee an ein schönes Brot fürs Frühstück zu backen. Es zahlte sich aus, dass die Amazonen über SandyLees Herkunft lange nicht bescheid wussten und sie daher immer wieder mit anderen Aufgaben betrauten. So lernte SandyLee Handwerke wie Backen und Kochen, aber auch unbemerkt ihre Fähigkeit Lampen und Lichtzauber zu erstellen. SandyLee entschied sich 2 verschiedene Brotarten zu machen, ein leichtes für den Morgen und ein etwas stärkeres als Verpflegung für die kommende Nacht. Nachdem die Brote im Feuer waren begann SandyLee eine Notiz für Jasemin zu schreiben, welche Vorräte sie mit ins Elfenland bringen soll damit die Amazonen genug Verpflegung haben. Diese Notiz schickte sie sofort mit einer Brieftaube zu den Amazonen. Als die Sonne sich immer mehr am Horizont erhob begann SandyLee damit die Elfen zu wecken und zu einem ordentlichen Frühstück ans Feuer auf dem Dorfplatz zu holen. annemarie wollte unbedingt am Morgen des evtl. wichtigsten Tages der letzten 100 Jahre eine kleine Ansprache für ihr Volk halten. Bestimmt würden die Amazonen Hoheiten etwas ähnliches machen, daher rief SandyLee die Amazonen die im Elfenland sationiert waren zusammen, damit sie sich gegenseitig Mut zusprechen konnten und ein paar Gebete an Pallas schicken. Gerade für die jungen Krieger die mit in der Gruppe waren hielt SandyLee ein kurze Ansprache um sie zu beruhigen. Dann teilte SandyLee den Amazonen ihre Aufgaben für den Tag zu und schickte sie ebenfalls zum gemeinsamen Frühstück mit den Elfen.

Xiue fühlte sich elend, nicht nur, weil der Zauber schiefgegangen war. Das Rezept war im Grunde genommen unbrauchbar. Mehrere Angaben hatte die Elfe nur mit Mühe entziffern können, andere waren durch die Risse unleserlich geworden. Die Wächterin der Einhörner zitterte. Der Gedanke daran, dass sie noch einmal das Opfer ihrer Experimente werden könnte, ließ sie erschaudern. Es musste einen anderen Ausweg geben. Vielleicht stand etwas in den anderen alten Schriftrollen? Viele waren in einem uralten Dialekt verfasst worden, den Xiue nur mühsam übersetzte. „Das kann ja Wochen dauern!“ die Elfe knirschte mit den Zähnen. Xiue spürte, dass sich etwas im Ablauf der Zeiten veränderte. Ein großer Wandel stand bevor, doch ob zum Guten oder zum Schlechten ließ sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. „Was kann eine Elfe mit dem Herzen eines Einhorns schon ausrichten?“ dachte Xiue verbittert.

Da ließ auf einmal der Zauber nach und sie stieg erleichtert aus ihrem Bett. Gedankenversunken wanderte die Elfe auf und ab. Der Schein des Kaminfeuers spiegelte sich auf ihrem Medaillon wider. Xiue betrachtete es. In ihrem kleinen Amulett hatte sie schon viele Dinge verstaut. Könnte das die Lösung sein? Die Wächterin der Einhörner hatte eine Idee. Xiue hastete mit ein paar Krügen aus ihrem Haus und verschwand in Richtung Berge. Es dauerte eine Weile, da kehrte sie mit einer zähflüssigen, weißen Masse in ihren Gefäßen zurück. Die Elfe setzte sich in die Sonne und knetete lauter kleine Bällchen daraus. Xiue ließ sie in der Sonne trocknen während sie eine hölzerne Kugel holte. Mit geschickten Händen formte sie aus jedem Ball eine tellergroße Scheibe und umhüllte die Kugel. Xiue blies danach kräftig in jede Hülle hinein und legte sie beiseite. Die Wärme der Sonne verwandelte die Masse in eine haltbare, sehr dehnbare Substanz. Als sie fertig war, eilte sie zum Fluss und füllte die dehnbaren Schläuche mit Wasser und verschloss sie gut.

Am späteren Nachmittag hatte Xiue ihr Werk vollendet und beförderte einen Wasserballon nach dem anderen per Zauberpasswort in ihr Medaillon. „Wir werden ja sehen, ob es eine brauchbare Waffe ist.“ murmelte sie. Mit Hoffnung in ihrem Herzen ging sie zu ihrem Haus. Unter ihrem Bett zog sie eine große flache Truhe hervor. Xiue öffnete sie behutsam. Eine schwarz goldene Rüstung lag darin. Sie bestand aus Mithril, einem silbrig glänzend, sehr robustem Metall, das leichter als Seide war. Die Elfe der Einhörner strich über die glänzende Obsidianlasur und die goldenen Verzierungen, mit der die Rüstung bedeckt war. Xiue wusste, dass der Zeitpunkt gekommen war, sie anzulegen. Sie war froh, dass die Rüstung so angenehm zu tragen war, aber einwenig unsicher, ob so leichtes Metall auch wirklich gut schützte, wie es in den Legenden immer beschrieben wurde. Ihren Einhornzauberstab befestigte sie auf ihrem Rücken unter den Flügeln und nahm das magische Schild ihres Vaters in die Hand.

Als sie aus ihrem Haus trat, kam Aglardonn, ihr schwarzes Einhorn mit einem Wiehern heran. Mit einem Satz stieg sie auf und beide übernahmen die Abendwache vor dem Haus der Heilerin. Jetzt war ein guter Zeitpunkt, um ihre neue Waffe zu testen. Xiue rief: „Calph thia!“ – ein Ballon erschien in ihrer Hand. Die Elfe umhüllte ihn mit einer Energiesphäre und schoss ihn mit voller Wucht Richtung Lagerfeuer. Platsch! Das Feuer erlosch mit einem Male und einige Spritzer landeten auf Wusel, der sich beleidigt verzog. „Es funktioniert.“ freute sich die Elfe und fasste wieder Mut. Der Tag neigte sich dem Ende, ohne das großartig etwas geschehen war. Xiue legte sich beruhigt in ihr Bett und schlief ein. Am Morgen als sich die Sonne in ihrer strahlenden Pracht erhob, gesellte sich die Elfe zum gemeinsamen Frühstück mit den anderen.

Dunkle Schatten werfen kein Licht. Eine kühle Schwärze umgab Junn. Stimmen wie aus weiter Ferne murmelten immer wieder die selben Silben. Durch den monotonen Sprechgesang klangen grausame Laute an ihr Ohr. Sie spürte wie der Schatten sich näherte. Wollte er sich abermals an ihrem geschundenen Körper berauschen? Ihre Seele schrie auf als die Kälte sie wie ein Dorn berührte. Ihre Lippen formten Worte die sie aber nicht aussprechen konnte. Etwas hinderte sie daran, auch nur einen Laut von sich zu geben.

„Bitte nicht, keine Schmerzen mehr“ In dem Augenblick wo sie die Worte dachte, schämte sie sich ihrer. Sie, die immer so stolz war. Sie bettelte in diesem Augenblick um Gnade. Etwas tastete nach ihren Gedanken. Sie spürte wie sich etwas mit unglaublicher Kraft in ihren Geist eindrang. Sie wehrte sich verzweifelt dagegen aber schließlich gab sie erschöpft auf. Grausame Bilder zogen immer wieder um sie herum. Hellglänzende Wesen mit Flügeln wurden von einer wabernden Dunkelheit aufgesaugt. Kampfgetümmel. Berstend krachten Metallschilde aufeinander. Schwerter, die im Kampf zerbrochen, wurden mit letzter Kraft der dunklen wogenden Masse entgegengestreckt. Bereit, das eigene Leben für die Gefährtin zu opfern.

Sie spürte jede Wunde der blutenden Kämpferinnen an ihrem Körper. Dunkele Gestalten huschten immer wieder umher und stießen gegen die tapferen. Nichts, aber auch gar nichts schien die Meute aufhalten zu können. Der Kreis um die die letzten Kämpferinnen zog sich immer dichter zusammen. In diesem Moment lies der Angriff nach. Plötzlich setzte eine Stille ein, die sich bleiern über die Ebene legte. Nur der keuchende Atem der Kämpferinnen war zu hören. Dann ertönte eine Stimme die alles durchdrang. Jede Faser, jeder Muskel schien unter der Kälte die in dieser Stimme lag zu zucken. „Legt eure Waffen nieder und unterwerft euch. Euer Kampf ist hier vorbei. Ich werde euch leben lassen“ Eine teuflisches Lachen beendetet die Ansprache des Schatten.

Junn schrie in diesem Augenblick laut auf…

Sie schlug die Augen auf und blinzelte. Ihr Atem ging schnell. Sie brauchte eine Zeit um sich zu beruhigen. Sie stellt fest das sie bei der Heilerin lag. Mit zusammengebissenen Zähnen versuchte sie sich aufzurichten. Erst nach dem dritten versuch schaffte sie es. In dem Moment als sie aufstehen wollte traf es sie wie ein Blitz.

„Nín iell. Nín bereth. Hir en maethor raud. Toltha den da le beria. Durch Zeit und Raum bin ich gekommen um dich zu schützen meine Tochter. Die Zeit ist gekommen, da ich mich dir erklären muss. I elleth Candia lin muinthel. Nur gemeinsam werdet ihr siegen. Aber verberge deine Gefühle so das der guruthos es nicht bemerkt. Ich werde immer bei euch sein. No thala. Dagorath mae.“

Es war schon Abend geworden und immernoch hatte die kleine Elfe Candia keine Antworten gefunden. So entschied sie sich entäuscht ins Bett zu gehen, doch sie schwor sich, sollte sie die morgige Nacht, wenn alles vorbei war, noch leben, so würde sie die Königin fragen. Und nicht eher ruhe geben bis sie alles von ihr erfahren hatte. Müde und erschöpft kroch Candia in die Höhle, denn um jetzt noch in ihr Haus zu gehen war es schon zu spät. Unruhig war ihr schlaf, immer wieder erwachte sie ohne jeglichen Grund.

Am Morgen stand das zierliche Wesen völlig aufgeregt und überdreht auf. Ein Duft von frisch gebackenem Brot stieg ihr in die Nase und lockte sie zum Dorfplatz. Dort waren schon einige ihrer Mitelfen versammelt. Und auch die Hoheit Annemarie war da und versuchte allen Mut zuzusprechen. Mit neuer Hoffnung im Herzen setzte sich Candia zu ihrer Ziehmutter und genoss sichtlich das gemeinsame leichte Frühstück.

Kaum war das Frühstück beendet zerstreuten sich auch schon wieder alle Elfen in die vier Himmelsrichtungen und bereiteten alles für die kommende bedeutungsvolle Nacht vor.

Die kleine Elfe sah dem Treiben zu und Schritt dann zu Junn in das Haus der Heilerin. Die Hand um die Fiole, die sie von Xiue bekommen hatte gelegt, betrat sie das Haus und fragte wie es Junn den gehe. Die Heilerin konnte ihr aber nichts sagen und bat sie drausen zu warten, solange sie neue Kräuter suchen ging.

Wartend und wachend schritt Candia vor dem Haus auf und ab, als sie einen Aufschrei vernahm. Starr vor Angst blieb die kleine, bleich gewordene Elfe vor dem Haus stehen und konnte sich nicht mehr rühren. Erst als alles wieder ruhig wurde und auch Candias Herz wieder langsamer schlug, wagte sie es in das Haus zu tretten.

Samantha lag in ihrem Baumhaus in den Fellen. Es war schon sehr spät, aber trotzdem konnte die junge Kriegerin nicht einschlafen da zu viele Gedanken zu dem bevorstehenden Kampf am nächsten Tag, in ihrem Kopf schwirrten. Eigentlich war sie sehr tapfer aber trotz alledem hatte sie Angst was am nächsten Tag passieren würde. In ihrem Geiste rief sie sich nochmal den Dorfplatz der Elfen hervor, und ging in Gedanken nocheinmal darüber in jeden Schlupfwinkel und kleinste Ritze. Sie hatte den halben Platzt durchquert, als sie in tiefen, traumlosen Schlaf sank.

Als Samantha am nächsten Morgen in der Frühe aufwachte, fühlte sie sich wie gerädert. Sie nahm ein Stück Brot, daß sie in ihrer Hütte liegen hatte, brach ein Stück ab und kaute lustlos darauf herum, während sie auf der Terasse ihres Baumhaus nocheinmal ihren Blick über das Elfenland streifen lies. ‘Dies könnte meine letzte Nacht hier gewesen sein,’ dachte die Amazone so bei sich ‘oder überhaupt meine letzte Nacht’. Fast in Trance saß sie dort eine ganze Weile, bis eine Amazone kam und alle zum Dorfplatz rief, wo die Hoheit der Elfen eine Ansprache halten, wollte.

Nach der Ansprache schnappte sich Samantha einen Rucksack mit etwas Verpflegung und einen Beutel mit Met und machte sich auf den Weg nach Amazonien. Dort angekommen, kniete sie sich vor den Tempel und betete zu Pallas: ‘Pallas, bitte gib den Elfen und uns die Kraft und den Mut, diesen Kampf heute Abend gegen den Schatten zu bestehen’. Die Amazone wußte nicht, ob sie sich das einbildete, aber es war ihr als würde eine Stimme zu ihr sprechen: „Kleine Amazone, habe keine Angst. Ich werde immer über euch wachen“.

Atrista war schon lange wach. Sie war sehr früh an diesem Morgen aufgestanden, hatte ein ausgiebiges Bad genommen, lange meditiert und sich mental auf das heutige Treffen mit dem Schatten vorbereitet. Jetzt stand sie zwischen den Pfosten am Sanctum und schaute über das Land. Frühnebel zog vom Meer in dichten Schwaden durch die Hügel und machte das Land irgendwie geheimnisvoll. Der leichte Wind trug die Brandung des Meeres bis an ihr Ohr. Da waren aber noch andere Geräusche in der Ferne zu vernehmen die nicht typisch waren für einen Morgen in Amazonien. In der Ferne konnte man sehr viele Stimmen hören, das ächzen der Planwagen, Pferde wieherten und dazwischen das Geschrei von Kindern. Atrista wusste, dass dort, hinter den Bäumen sich das Volk versammelt und darauf wartete, dass sie, die Herrin über Krieg und Frieden das Zeichen zum Aufbrach gab. Nicht wenige unter ihnen dürften auch hoffen, dass die Richterin das Unternehmen in letzter Sekunde noch abbrechen würde. Die Älteren der Amazonen wussten noch was es bedeutete wenn die Krieger mit ihrem Tross loszogen. Sie kannten noch den Schmerz der sich laut über das Land erhob als nach Tagen der gleiche Tross wieder zurückkehrte und viele lieb gewonnene Schwestern nicht mehr dabei waren, viele Hütten leer blieben. Wochenlang traute sich niemand die Hütten zu räumen in der Hoffnung die Schwester würde doch noch zurückkehren, hätten erst in den Wäldern ihre Wunden gepflegt und sich dann erst auf den Heimweg gemacht.

Schon viel zu oft hatte Atrista diese Szenen erlebt und jedes mal aufs Neue hatte sie Angst um ihre Schwestern. Im Geiste zogen die Gesichter der Krieger an ihr vorbei die in den letzten Tagen mit ihr zusammen waren, mit ihr zusammen Pläne geschmiedet haben, mit ihr zusammen gegessen, getrunken und gelacht haben. Da war Cindy die besonnene Anführerin, Jadzia und Smaragd die treuen Leibwachen, Samantha die kleine Freche, Florence die Zierliche, Loreena die unkomplizierte und Lebensfrohe, Janina die Ernsthafte, LilithNC die Hochgewachsene, Atrista musste lächeln als sie sich vorstellte wie die Große versuchen würde in den kleinen zierlichen Behausungen der Elfen Deckung zu suchen. Die Bilder der Getreuen vor ihren Augen wollten kein Ende nehmen. Fatae, die Ruhige und Kluge, Tarna die Umsichtige Anführerin der Späher, Leonie die Unauffällige, Sandylee die Unermüdliche. Aber auch viele Gesichter der wichtigen Amazonen ohne die man ein solches Unternehmen überhaupt nicht durchführen konnte. Da war plötzlich das Bild von Mascha der mahnenden Priesterin, Jasemin der gottesfürchtigen Priesterin die gestern noch die Kämpfer gesegnet hatte, Jasemin der frechen Unfreien hier im Sanctum, Mai der schrulligen großen Magierin und Meik die Ehrenfrau die unermüdlich versucht hatte die Sorgen der Amazonen zu mildern. So viele Bilder zogen auf und in Gedanken streichelte Atrista über jedes einzelne Gesicht in der Hoffnung dass alle wieder um sie herum sein würden.

Inzwischen hatten sich die Nebel gelichtet und Atrista wusste, dass sie sich auf den Weg machen musste. Das Volk wartete. Sie schaute sich noch einmal im Sanctum um. Die Königin war heute schon sehr früh abgereist. Sie hatte noch mit Freunden den alternativen Fluchtplan zu besprechen und würde später bei den Elfen eintreffen. Atrista machte sich auf den Weg. Sie nahm den Trampelpfad durch das Dickicht um zu vermeiden, dass sie schon von Weitem gesehen wurde. Sie wollte unbedingt die letzten Meter mit ihren Gedanken alleine sein. Das Stimmengewirr schwoll an und als Atrista hinter einem letzten Baum stehen blieb und über den Platz schaute war ihr Erstaunen groß. Aus dem ganzen Land waren die Menschen gekommen. Es war ein kaum übersehbares Getümmel. Sehr viele lagen sich in den Armen und sprachen sich gegenseitig Hoffnung und Mut zu, dort war metallisches Ziehen zu hören wo die Krieger mit Eifer ihre Klingen schärften, dort das bekannte „blong, blong“ wo ein letztes Mal die Spannung des Bogens geprüft wurde, Kinder liefen unbekümmert und schreiend durch die Massen, Pferde stampften mit den Hufen, weiter hinten sah Atrista einen Haufen alter Weiber die heulend Gebete zum Himmel schickten. Atrista schloss die Augen, lehnte den Kopf an die Rinde des Baumes und seufzte. Es half nichts und Atrista trat entschlossen aus dem Baumschatten und schritt zu der Erhöhung auf dem Platz von wo sie immer ihre Reden an das Volk hielt. Der Lärm verwandelte sich augenblicklich in ein ehrfürchtiges Geraune. Atrista hatte noch kein Wort gesagt aber allein ihre Erscheinung war es, die Blicke der Menschen vor ihr hingen gebannt an ihren Lippen. Das Geraune nahm ab und wie eine Welle bereitete sich Stille über den Platz. Sogar die Kinder schienen zu spüren dass hier etwas besonderes bevorstand und blieben mitten in ihren Bewegungen stehen. Atrista schaute stumm über die Menschenmenge, es war so still geworden, dass man ein Blatt vom Baume hätten fallen hören können. Atrista versuchte mit so vielen Augen wie möglich Kontakt auf zu nehmen.

„Amazonen, Schwestern“, rief sie unvermittelt über den Platz, „Heute ist ein besonderer Tag, Heute wird eine Entscheidung fallen. Heute wird sich zeigen ob Amazonien so wie wir es kennen weiterhin seinen Platz in der Geschichte hat. Heute schreiben wir Geschichte. Heute kämpfen wir nicht nur darum, dass unser Land uns gehört, Heute schlagen wir keinen Feind zurück der sich anmasst unser Land zu besetzen, Heute holen wir keine Schwestern zurück die von Unwürdigen verschleppt wurden ….. “ Atrista machte eine kurze Pause und fuhr fort, „Heute kämpfen wir nicht für uns, Heute kämpfen wir darum, dass diese Welt auch Morgen noch eine Welt ist wo Menschen leben und regieren, wo Menschen sich freuen, ärgern und lieben, Kinder zeugen und miteinander feiern können. Heute ist ein besonderer Tag und ihr alle seid der Schlüssel für den Fortbestand dieser Welt …… „. Atrista redete sich in einen Rausch und hielt eine Blut und Kampfrede wie sie die Amazonen noch nie gehört hatten. Atrista sah wie im Laufe ihrer Rede die Menschen erst zaghaft dann immer heftiger nickten, wie die Hände sich immer zuversichtlicher um die Griffe der Waffen spannten, hier und da wurden Schwerter gezogen und in die Luft gestreckt und als schließlich alle Krieger ihre Schwerter zogen und mit lautem „klack, klack, klack“ rhythmisch an die Schäfte ihrer Stiefel schlugen wusste sie, dass ihre Rede wie eine Droge zu den Menschen vorgedrungen war. Sie wusste jetzt, dass diese Droge die Angst verdrängte und manchmal hasste sie sich dafür.

Das Klatschen der Schwerter an die Stiefel hallte laut über den Platz und steckte auch die an, die keine Waffen trugen. Da wurde mit Holz auf die Planwagen geschlagen, die Kessel über den Feuern mussten herhalten und die alten Weiber die noch kurz vorher heulten hatten sich an den Händen gefasst und stampften rhythmisch auf den Boden. Atrista lies sie gewähren, sie wusste, jetzt würden diese Kämpfer vor nichts mehr zurückschrecken. Langsam hob sie einen Arm um wieder die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und als sie die Blicke wieder auf sich zog, kniete sie nieder, wühlte mit einer Hand in der Erde, stand auf und lies langsam die Erde aus ihrer Hand zu Boden rieseln.
„Dafür Kämpfen wir auch, für unsere Erde, für unser Land“, schrie sie den Leuten zu und warf den Rest des Sandes in die Luft.

Ein unbeschreibliches Gejohle schallte über den Platz und alles was laufen konnte lief zu den Planwagen um den Tross in Bewegung zu setzen. Atrista nickte der Kriegerin des Feuers stumm zu und gab das Zeichen für den Aufbruch. Eine Weile blieb sie alleine auf dem Platz stehen und schaute den Kriegern nach. Erst als Jadzia ihre Leibwache sie an den Aufbruch erinnerte drehte sie sich um und verschwand wieder im Wald. Sie würde sich in Bälde mit der Königin an einem geheimen Ort treffen ….

Schrecken in der Nacht (Februar 2008)

SandyLee nutzte die Zeit in der Candia von Janina auf den Kampf vorbereitet wurde, um eine kleine Reise zurück ins Amazonenland zu machen, wo sie die Hoheiten beim delegieren von Bauarbeiten am Sanctum antraf. SandyLee gab sofort einen kleinen Bericht über die letzten Ereignisse und wie es der kleinen Elfe ging. SandyLee versprach den Hoheiten sich um ihre kleine Freundin zu kümmern, wies aber auch darauf hin, dass sie keine Kämpferin war und auch keine Kampfausbildung hatte. Ihr Messer mit dem sie im Wald jagen ging, war gegen starke Gegner keine Waffe. Danach ging SandyLee in ihre Hütte, wo sie sich in ihr durch den Vulkan gewärmtes Bad legte und sich ein wenig entspannte. Aber nach kurzer Zeit wurde SandyLee schon wieder hibbelig und stieg aus dem Bad, trocknete sich ab und zog sich frische Kleider über. Sie lief zur Karawansei, schnappte sich ein paar Vorräte (Fleisch) und machte sich schon wieder auf den Weg zu den Elfen. SandyLee dachte an den alten beschwerlichen Weg, den sie früher gehen musste und wie einfach der neue Weg doch war.

Auf dem Weg zu den Elfen fühlte SandyLee sich ein wenig unsicher, als wenn sie beobachtet würde .. ihre Schritte wurden immer länger und ihr Blick war mehr nach hinten als nach vorne gerichtet. Beinahe hätte sie einen Baum umgerannt, als sie die Stimme von ein paar Elfen hörte. Die Elfen waren alle sehr aufgeregt, ihre Flügel flatterten während sie sprachen. Langsam lief SandyLee direkt auf die Elfen zu und rief „Hallo Elfen, ich bins SandyLee, die Freundin von Candia“ SandyLee sah die zuerst erschrockenen Gesichter der Elfen, welche sich aber nachdem sie sich vorgestellt hatte schnell wieder lockerten. SandyLee setzte sich zu den Elfen und versuchte sie durch Erzählungen aufzumuntern. Bei der Erzählung über den großen Umzug an ein anderes Ende der Insel waren die Elfen alle sehr neugierig und hörten mit großen Augen zu und bei der Geschichte über den gefährlichen Drachen schauten sie ein wenig verwirrt, weil die meisten Elfen nur die guten Drachen kannten. SandyLee erzählte daher von den Knochenfunden, den vielen toten Wildtieren jeden morgen und die unheimlichen Geräusche jede Nacht und das ihr Spähernest von dem Drachen niedergebrannt wurde. Schnell wurde es bei den Erzählungen dunkel und SandyLee begleitete die Elfen ins Dorf.

Im Dorf der Elfen angekommen, kamen der Gruppe direkt ein paar besorgte Elfen entgegen die die kleinen Elfen schon vermissten. SandyLee erzähle, dass sie die Elfen ganz aufgeregt im Wald gefunden hatte. Sie waren im Wald dem Schatten begegnet, der die kleinen Elfen offenbar nicht als Bedrohung oder Gefahr ansah und laufen ließ. Die kleinen Elfen hatten aber alle mächtig Angst und waren sehr aufgeregt. SandyLee berichtetete, dass sie die Elfen erstmal mit ein paar Erzählungen beruhigt hat, bevor sie mit ihnen zum Dorf zurückging. Daraufhin mischte sich die Königin der Elfen in das Getümmel und verbot den Elfen ohne wichtigen Grund in die Wälder zu gehen. Vor allem die Kleinen sollten nicht ohne Begleitung erwachsender Elfen aus dem Dorf gehen. SandyLee hielt die ganze Zeit Ausblick nach ihrer Freundin Candia, welche sie genau wie Xiue nicht im Dorf entdecken konnte.

SandyLee schrieb eine kleine Notiz:

„Liebe Cindy,

die Aufregung im Elfenland ist sehr groß, die Bedrohung durch den Schatten erzeugt eine riesen Anspannung. Wäre es möglich Krieger als Wachen zur Beruhigung der Elfen abzustellen? Und bringt mir bei der Gelegenheit ein paar Brieftauben mit.

Kala SandyLee“

SandyLee band die Notiz zusammen und schickte ihre vorletzte Brieftaube auf die Reise. Als der Trubel sich gelegt hatte setzte SandyLee sich in eine der Hängematten und wartete dort beim Knistern des Lagerfeuers auf Candia.

Xiue schaute ihrem Töchterchen besorgt hinterher, als SandyLee und Candia durch die Tür traten. Ein hörbarer Seufzer gesellte sich zu dem Knistern des Feuers. Die Elfe der Einhörner setzte in ihren Stuhl am Kamin und dachte nach. Sie wusste, dass sie weder mit einem Schwert noch mit einem Bogen gut umzugehen wusste. Innerlich wünschte sie sich jetzt einen Bogen, der immer sein Ziel traf ganz gleich wie ungeschickt man war. Aber selbst so ein magischer Bogen konnte gegen den Schatten nichts ausrichten. Die Wächterin der Einhörner überlegte hin und her.

„Ob Wasserpfeile ihm etwas entgegen zu setzen hätten?“ schoss es ihr durch den Kopf. Aber die Zauber zur Wasserbeschwörung waren kompliziert und erforderten eine hohe Konzentration. In aufgeregtem Zustand wäre sie dazu nicht in der Lage und eine Waffe dieser Art herzustellen, überstieg ihr Wissen. Xiue umklammerte ärgerlich die Armlehne. Da fiel ihr Blick auf die noch immer geöffnete Schatulle. Mit einem Mal sprang sie auf und widmete sich dem Inhalt des Kästchens. Xiue legte einige Dinge beiseite, griff tief mit der Hand hinein und der halbe Arm verschwand in der Schatulle. „Wo sind sie denn?“ murmelte Xiue und holte einen Haufen Papyrusrollen hervor. Sie griff nach einer Rolle mit einem blauen Band und verstaute die anderen Sachen wieder in dem Kästchen. „Urlug losta“ sprach die Elfe der Einhörner. Der kleine Drache legte sich über das Schloss und löste sich samt Schatulle in Luft auf. In ihren großen Stuhl sitzend, blickte die Elfe auf die kleine Schriftrolle und ein zufriedenes Lächeln manifestierte sich auf ihrem Gesicht.

Cindy die Kriegerin des Feuers sass im Kreis ihrer Getreuen. Alle Krieger hatten sich um das Feuer versammelt und beratschlagten wie sie sie den Kampf mit dem übermächtigen Gegner aufnehmen sollten. Cindy war überhaupt nicht einverstanden gewesen als Atrista ihr die Pläne der Hoheiten mitteilte. Die Königin sollte als Lockvogel dienen und alleine auf dem Dorfplatz auf den Schatten warten um ihn in Sicherheit zu wiegen. Wie soll man eine Königin schützen die sich einer solchen Gefahr aussetzt. Cindy hatte wütend protestiert und ihre engsten Gefährtinnen unterstützten den Protest. Arista aber hatte, ganz in der Art einer selbstherrlichen Kriegsherrin sämtliche Proteste ignoriert und einfach verlangt, dass die Krieger sich zu fügen hatten und gefälligst einen Plan auszuarbeiten hätten. „Ich erwarte, dass ihr die Königin schützt, egal was es kostet, geht an die Arbeit und verliert jetzt nicht die Nerven.“ Mehr hatte die Herrin über Krieg und Frieden nicht zu sagen und war wieder im Sanctum verschwunden.

Mitten in der Diskussion um das beste Vorgehen platzte Jasemin, die Unfreie und Vertraute der Hoheiten. Jasemin kam direkt auf Cindy zu und drückte ihr ein Papier in die Hand. „Eine Nachricht aus dem Elfenland“, rief sie aufgeregt, „eine Nachricht von Sandy“ Cindy nahm das Papier und überflog es, dann runzelte sie die Stirn und stöhnte auf: „Auch das noch, als hätten wir nicht genug zu tun.“ Die Krieger standen von ihren Sitzen auf und scharrten sich enger um Cindy. Alle waren sie neugierig, was Cindy so aus der Fassung gebracht hatte. Kaum hatte Cindy erklärt was in dem Papier zu lesen war ging wieder ein aufgeregtes Palaver los. Cindy lies ihre Gefährtinnen eine Weile diskutieren und hörte stumm zu. Nach einer Weile erhob sie sich, hob den Arm und bat um Ruhe. „Krieger“, begann sie, „es hilft alles nichts. Wir müssen alles tun damit an diesem Tag nichts schief geht. Angstvolle Elfen könnten uns den ganzen Plan kaputt machen. Das dürfen wir nicht riskieren.“ Als Cindy sah, dass auch ihre Krieger dieser Meinung waren, überlegte sie kurz und wählte unter den Anwesenden fünft erfahrene Krieger aus. „Ihr werdet sofort aufbrechen, und euch bei der Königin der Elfen melden. Sie wird euch sagen wo die neuralgischen Punkte sind und wo ihr am besten für Beruhigung sorgen könnt. Die Elfen sind unsere Freunde. Wenn ihnen etwas zustößt möchte ich nicht der Arbitra unter die Augen treten müssen“ Die fünf Auserwählten begannen sofort das Notwendigste zusammen zu suchen und sich reisefertig zu machen. Die übrigen Krieger verabschiedeten ihre Schwestern wohlwissend, dass man sich erst wieder sah an dem Tag an dem der Schatten bekämpft werden sollte und auch mit der traurigen Gewissheit, dass beim nächsten Treffen die eine oder andere nicht mehr unter ihnen sein könnte. Cindy nahm jede der fünf Kriegerinnen in den Arm und wünschte ihnen viel Glück. „Seid tapfer Schwestern wir sehen uns hier oder bei den Göttern.“ Gedankenverloren schaute sie den aufbrechenden Kriegern nach. „Vergesst nicht im Späherhorst vorbeizuschauen und ein paar Tauben mit zu nehmen“, rief sie den Kriegern noch hinterher bevor diese um eine Waldbiegung verschwunden waren. Cindy verschränkte die Arme vor vor ihrer Brust. Innerlich verfluchte sie die beiden Hoheiten. „Wie kann man nur so einen wahnwitzigen Plan ausarbeiten“, dachte sie und schüttelte den Kopf.

Es war früher morgen als Junn sich erhob. In der Höhle war es immer noch dunkel. Seit vielen Wochen war sie nun bereits bei den Elfen. Sie fühlte sich immer noch an einigen dieser Tage schwach und rastlos. Etwas musste in ihrer Wunde zurückgeblieben sein. Häufig genug spürte sie einen brennenden Schmerz an ihrem Herzen. Dieser wurde um so heftiger, je intensiver sie an den Schatten dachte. Düstere nebelhafte Bilder zogen immer wieder vor ihrem inneren Auge vorbei. Sie sah sich selbst kniend vor dem Schatten. Diese Bild hatte sie schon einmal gesehen. Damals als sie am Strand von Amazonien am Strand lag. Einzig der Erfahrung und Umsichtigkeit der Schamanin sowie der Mut der Kriegerin Janina hatten ihr die Chance zum Überleben gegeben. Plötzlich durchzuckte es sie wie ein Blitzschlag. Eisige Kälte breitete sich in ihrem Körper aus und sie hatte das Gefühl, eine riesige Hand presste sie zusammen so dass sie sich nicht bewegen konnte. Etwas berührte sie. Fast körperlich spürte sie wie Hände nach ihr griffen. Sie anfassten. Jede der Berührung ließ sie erzittern und erzeugte eine Gänsehaut. Sie stöhnte auf, unfähig sich zu wehren oder zu bewegen. Ein Zittern durchlief ihren ganzen Körper. Leicht am Anfang, dann in immer größeren Wellen bis sie sich in einem Schrei entlud. Sie spürte noch wie ihre Beine nachgaben und sie zu Boden sank. Einen Moment konnte sie frei durchatmen. Ihr Atem gefror einige Zentimeter vor ihrem Mund und bildeten eine immer größer werdende Eisplatte. Ungläubiges Staunen spiegelte sich in ihren verklärten Augen. Sie fühlte sich benutzt und schmutzig. Immer noch unfähig sich zu bewegen sah sie wie Zeichen in das Eis erschienen. Der Ton der dabei zu hören war, klang wie das Ritzen eines Steins auf einer Glasplatte. Es drang bis in die Haarwurzeln und ließ ihre Haare abstehen. Etwas zwang sie die Zeichen zu lesen die sich in dem Eis bildeten.

Dunkel schlägt das Herz,
einziges Zeichen des Lebens.
Kreaturen der ewigen Finsternis entstiegen.
Ihr die suchet nach Frieden, nach Ruhm,
lasst euch eins gesagt sein:
Golden die Kriegerin,
die erscheint in der finstersten Stunde
steht zur Seite der silbernen Elfe,
die das Schicksal das Schatten ankündigt.
Seid ihr berufen,
gebogen vom Schicksal,
geformt von der Zeit
Kinder des Lebens, Kinder des einen im Herzen.
Gezeichnet vom Bösen
Erst wenn der des Mondes erlischt,
ist es das Werk der Sonne das Licht bringen mag.
Erst wenn fällt die Gelehrte aus Silber,
wird erkannt was solang im Dunkel lag.

Mit einem klang wie zerberstende Herzen zersprang die Eisplatte in Milliarden kleinster Kristalle die sich wie Nadeln in ihre Haut zu bohren schienen. Der Druck hörte schlagartig auf und die Kälte verschwand in den Steinen. Junn sank stöhnend und zitternd nach vorne. Erst jetzt spürte sie die Nässe die an ihren Schenkeln herab lief. Ihre Kleidung war an vielen Stellen zerrissen und sie blutete aus mehreren Wunden. Kratzspuren zeichneten sich auf ihrem Körper ab. Sie stand langsam auf und bewegte sich tastend dem Ausgang der Höhle zu. Dies war eindeutig ein Angriff gewesen. Sie zitterte noch immer als sie endlich den Ausgang der Höhle erreicht hatte und längst im Wasser des Flusses lag um sich zu säubern. Sie schloss die Augen vor Wut und Verzweiflung. Der Schatten hatte sie hier, an dem Ort wo sie sich sicher fühlte, überfallen und missbraucht. Sie wusste, das die Zeit gekommen war, wo sie der dunklen Macht gegenübertreten musste.

Als Candia bat das SandyLee sie doch begleiten soll, meinte diese nur, dass sie leider noch eine kurze Reise nach Amazonien machen müsse, um ihre Hoheiten alle neuen Informationen zu überbringen. Candia war traurig das ihre Freundin schon wieder aufbrechen wollte, aber ihr war auch bewusst wie wichtig es war das die Königin und auch die Richterin der Amazonen von den Erkenntnissen, die die Seelenverwandte der kleinen Elfe erfahren hatte, zu unterrichten. So machte dich das zierliche Elfenwesen auf um zu Bett zu gehen und nahm sich vor SandyLee alles nach ihrer Rückkehr zu erzählen, den diese hatte versprochen so schnell wie möglich zurückzukommen. Am nächsten Morgen stand Candia besonders früh auf. Denn die Amazone Janina sollte an diesem Tag kommen und sie im Kampf unterrichten. Aufgeregt und gleichzeitig neugierig stieg die kleine Elfe aus ihrem Bett und machte sich auf den Weg zum Dorfplatz, dort hatte SandyLee ihr gesagt würde Janina auf sie warten. Gespannt wartet sie nun und kurze Zeit später kam die angekündigte Lehrmeisterin des Kampfes. Höflichst verneigte sich Candia vor der ihr noch fremden Kämpferin und fragte diese ob sie diejenige sei die SandyLee erwähnt hatte? Die Amazone antwortete ja und stellte sich erst einmal vor, dann begann das Training. Sie wurde von einer sehr hübschen leicht bekleideten Frau begleitet.Die kleine Elfe hatte keinerlei Erfahrung im Kampf und so zeigte ihr Janina alles Grundlegende, auch in die Kunst des Ausweichens wurde sie eingewiesen. Die Amazone schien sehr überrascht wie schnell das sanftmütige Wesen die Lektionen lernte.

Nach den Übungen stellte Janina ihr ihre Begleitung vor. Es war Afra, sie gehörte der Amazone, so wurde es der kleinen Elfe erklärt. Candia wunderte sich wie jemandem aus dem Menschenvolk ein anderer Mensch gehören konnte, doch sie stellte keine Fragen. Die Amazone zeigte ihr sogar das Zeichen mit dem man erkennen konnte das diese Frau in ihrem Beszitz war. Es war eine schöne Tattoowierung auf dem linken Oberschenkel, mit einem grossen „J“ darin. Das zierliche Wesen hatte schon oft von Besucher gehört das es Orte geben soll an denen es sogar normal war, aber glauben wollte sie diese nie. Nachdem die Amazone ihr alles gezeigt hatte was in diesem kurzen Zeitraum möglich war verabschiedete diese sich auch bald. Candia war etwas erschöpft und versuchte sich bei einem kleinen Spaziergang durch den Wald zu entspannen und erholen. In Gedanken versunken schlenderte die kleine Elfe durch den Wald nahe der Höhle des Drachen. Immer wieder überlegte sie angestrengt wie sie SandyLee den letzten Traum oder besser gesagt, die letzte Begegnung mit diesem Wesen aus Licht erklären sollte. Nach einer Weile machte sie sich wieder auf den Rückweg zum Dorfplatz. Im Dorf der Elfen angekommen erblickte Candia auch schon ihre Freundin SandyLee, die es sich in einer der Blätterhängematten gemütlich gemacht hatte. Dabei kam Candia erst in den Sinn wie erschöpft sie eigentlich sein muss bei den ständigen Reisen zwischen Amazonien und dem Elfenland. Mit liebevollem Blick und leisem Schritt näherte sich die kleine Elfe und räusperte sich um ihre Amazonenfreundin nicht zu erschrecken. Ohne ihre Seelenverwandte auch nur zu Wort kommen zu lassen, begann die kleine Elfe ihr zu erzählen was ihr in ihrem letzten Traum für eine seltsame Begegnung widerfahren ist. Als sie fertig war sah Candia ihre Amazonenfreundin fragend und hilfesuchend an.

SandyLee lauschte den Worten von Candia undwar ein wenig erschrocken als sie die Worte hörte. Allerdings fügte sich das Ganze sehr gut in die bisherigen Puzzlestückchen. SandyLee begann sofort alles aufzuzeichnen und machte auch eine passende Notiz für die Hoheiten der Amazonen fertig. Sorgfältig band SandyLee die Notiz an ihre letzte Taube und sendete diese mit den Aufzeichnungen über die Inhalte von Candias Träumen/Begegnungen in Richtung Amazonien.“So liebe Freundin, dies war meine letzte Taube, hoffentlich kommen bald ein paar Krieger zum Schutz und bringen mir Tauben mit“ , sagte SandyLee zu Candia und dachte dabei „und hoffentlich auch ein Stück Fleisch“ „Ich bin mir sicher unsere und eure Hoheit werden die Informationen zu nutzen wissen und die Strategie für den Kampf gegen den Schatten darauf anpassen. Ich bin bis zum Kampf als deine Begleiterin abgestellt und werde alles tun um dich zu beschützen“ SandyLee bemerkte das Flattern der Flügel und nahm ihre Freundin zur Beruhigung in die Arme.

Candia verstand nicht wieso plötzlich Kriegerinnen im Elfenland zum Schutze eingesetzt wurden, doch es nahm ihr etwas die Angst. Als SandyLee sie in ihre Arme nahm konnte die kleine Elfe den Herzschlag ihrer Freundin hören und er wirkte ungemein beruhigend. Plötzlich spürte das zierliche Wesen einen stechenden Schmerz in ihrer Brust und krümmte sich darunter in den Armen der Amazone. „Was ist das?“ hauchte Candia mit schwerem Atem. Sich beugend vor Schmerz versuchte die Candia aufzustehen, sie versuchte in die Richtung in der Junn´s Hölle lag zu gehen, doch sie schaffte es nicht, nicht alleine. Hilfesuchend sah sie SandyLee an, versuchte ohne Klang Worte mit ihren Lippen zu formen und hoffte das ihre Seelenverwandte sie verstehen würde. „Hilf Junn“ Dann deutete sie nur in Richtung Fluss und blieb kauernd liegen.

SandyLee vernahm wie Candia plötzlich zusammenzuckte und zusammensackte. SandyLee wollte ihrer Freundin helfen, doch diese deutete zum Fluss und flüssterte etwas. SandyLee konnte den Namen junn verstehen und sah daraufhin zum Fluss. Am Fluss lag etwas, was SandyLee aus der Entfernung nicht erkennen konnte. Zerrissen zwischen den beiden Alternativen Candia zu helfen oder dort hinzulaufen erstarrte SandyLee kurz, doch Candia deutete zum Wasser. SandyLee rannte zum Wasser und sah da Junn liegen. Sofort ging sie zu der tapferen Kriegerin um ihr zu helfen, doch junn war zu sachwach um aufzustehen. SandyLee war nicht unbedingt die stärkste der Amazonen, aber trotzdem gelang es ihr Junn auf den Rücken zu nehmen und zum Haus der Heilerin zu tragen. Die Heilerin schickte SandyLee sofort aus ihrem Haus und begann sich um Junn zu kümmen. SandyLee war völlig ausser Puste, doch da war ja auch noch Candia, also rannte sie zu Candia und kümmerte sich um die kleine Elfe, die auf dem Boden hockte. In dem Moment kamen auch die Kriegerinnen an, die Sandy unterstützen um auch Candia zu der Heilerin zu bringen. SandyLee bat die Kriegerinnen die Tauben in den Taubenschlag am großen Baum zu packen und dann mit annemarie einen Plan für die Unterstützung der Elfen beim Wache halten zu machen. SandyLee wartete vor dem Haus der Heilerin während im inneren Junn und Candia behandelt wurden. Zum ersten mal seit langen regte SandyLee sich wieder so richtig auf weil der Schatten wieder mal zuschlagen konnte und sie vorher die Anzeichen nicht deuten konnte. SandyLee lief auf und ab und murmelte immer wieder „So ein Mistkerl, ich könnte ihm an die Grugel gehen“. Nach einiger Zeit kam Xiue die SandyLee wohl einige Zeit beobachtet hat und beruhigte sie erstmal mit einem Kräutergetränk und ein paar beruhigenden Worten. SandyLee erzzählte Xiue sofort was passiert war, überschlug sich aber immer wieder mit den Worten, so dass Xiue sie bremsen musste.

Xiue stand am frühen Morgen auf. Die Vögel zwitscherten fröhlich, als sie mit ihrer kleinen Schriftrolle Richtung Dorfzentrum ging. Sie beobachtete Candia eine Weile, die mit Geschicklichkeit den Weisungen Janinas folgte und verschwand dann um ein paar Zutaten für einen Zaubertrank zu holen. Die Wächterin der Einhörner schaute immer wieder auf ihre Papyrusrolle, murmelte unverständlich wo sie dies oder jenes finden könnte. Nach einiger Zeit war Xiue wieder am Rand des Dorfes angelangt und hatte sich in ein Einhorn verwandelt, um die Kräuter besser riechen zu können, die sich unter den Wiesenblumen versteckten. Xiue lief ins Dorf und schaute nach ihrem Töchterchen, doch Candia und die Amazonen waren nicht zu sehen. Da erschien plötzlich Drough und schaute sich um. Der Elfe der Einhörner gefror das Blut in den Adern und sie duckte sich hinter die großen Trommeln, die mitten auf dem Platz standen. Ein junger Elf kam fröhlich herbei und grüßte Xiue. Erschrocken fuhr sie zusammen. Zum Glück beachtete der Schatten sie nicht und beide machten sich schnellstens aus dem Staub. Xiue rannte hinter ein Haus und beobachtete den Schatten aus sicherer Entfernung. Irgendwann verschwand er Richtung Wald und die Elfe wieherte freudig in ihrer Einhorngestalt. Die Wächterin der Einhörner ging in ihr Haus und begann die Zutaten für den Zaubertrank vorzubereiten. Die Elfe hatte sich gerade frischen Tee zubereitet, als sie ein Schimpfen in der Nähe ihres Hauses hörte. Voller Neugier lief sie mit dem Tee hinaus. Da sah sie SandyLee, wie sie vor dem Haus der Heilerin auf und ab spazierte und ihrer Wut freien Lauf liess. Die Elfe der Einhörner beobachtete das Spiel eine Weile und ging dann vorsichtig auf sie zu. „SandyLee beruhige dich. Hier hab ich einen Kräutertee für dich. Komm setz dich einen Moment hier hin und berichte mir genau was geschehen ist“ mit diesen Worten setzten sich beide. Die Amazone nahm hastig ein paar Schluck und sprudelte dann mit ihrer Geschichte nur so heraus. Xiue konnte kaum folgen und bat SandyLee ihr das Geschehen nicht so hastig zu erzählen. Langsam beruhigte sich SandyLee und Xiues Flügel zitterten als sie erfuhr, was vorgefallen war.

Candia erwache langsam, der Schmerz hatte nachgelassen, Orientierung suchend sah sie sich um und erblickte Junn in einem anderen Bett im Zimmer. Vorsichtig versuchte sie sich aufzusetzen, doch die Heilerin wollte sie zuerst noch einmal gründlich untersuchen bevor sie das erlaubte. Die kleine Elfe lies alles bereitwillig über sich ergehen, denn ihr war klar das wenn der Tag kommt sie unbedingt wieder auf den Beinen sein musst. Als die Heilerin fertig war, sah sie erstaunt zu Candia und sagte alle sei bestens, also ob nichts gewesen wäre und sie könne sich das nicht erklären. Die kleine Elfe sah besorgt zu Junn und sah frag zur Heilerin. Diese bemerkte ihren Blick und versicherte ihr, das es ihr bald wieder besser gehen würde, da die Wunden nicht zu tief seien. Doch leise murmelte sie noch: „Zumindest die Äusseren, doch wer weis was sie für seelische Qualen erlitten haben muss.“ und wandte sich wieder Junn zu. „Darf ich also gehen?“ fragte Candia erstaunt. Die Heilerin nickte nur und zeigte auf die Tür. Die Sorge um Junn war der zierlichen Elfe ins Gesicht geschrieben, als sie das Haus der Heilerin verliess. Draussen angekommen sah sie auch schon wie Xiue und SandyLee, am Boden sitzend, redeten. Wobei eher SandyLee es war die mit Xiue redete als umgekehrt. Langsam ging sie auf die beiden zu. Xiue war innerlich völlig aufgewühlt und fühlte sich hilflos angesichts der scheinbar übermächtigen Bedrohung. Der Gedanke daran schnürte ihr den Hals zu und je weiter SandyLee erzählte desto mehr erzitterte sie. Ihre Aufregung war ihr sichtlich anzusehen. Da sah sie wie Candia auf auf sie zu kam. „Ist dir auch nichts geschehen?“ Xiue sprang auf und umarmte Candia voller Verzweiflung und Tränen in den Augen.

Drough Thor sass in einer Ecke seines Unterschlupfes auf Dark Cloud und fieberte dem morgigen Tag entgegen. Morgen soll es geschehen. Die Königin der Amazonen hatte ihm ihre Hilfe zugesagt und versprochen, dass an diesem Tag die Elfenkriegerin Junn für ihn am Dorfplatz warten sollte. „Eine vernünftige Frau diese Königin“, murmelte Drough, „sie denkt an die Zukunft.“ Drough nahm sich vor die Königin zu belohnen und sie zur Herrscherin über viele Völker zu machen. Wenn er an die Richterin dachte verzog sich sein Gesicht zu einer Grimasse. „Für diese Schlange ist kein Platz in der Zukunft“, sprach er vor sich hin, „das Volk der Amazonen hört auf sie, wenn auch manchmal widerwillig aber ihre Macht ist viel zu groß. Nein für dich habe ich keinen Platz, du wirst sterben.“ Drough lachte vor sich hin als er daran dachte, dass er für den Tod der Richterin nicht einmal selbst Hand anlegen musste. Er musste nur dafür sorgen, dass sie in vier Tagen nicht in den Tempel konnte um das Ritual ihres Regenerationszyklusses durchzuführen. Er war der kleinen Dunkelelfe auf Arach dankbar. Sie hatte ihm erklärt warum die beiden Amazonenführer seit Jahrhunderten dieses Volk führen konnten ohne zu altern. „Atrista! Nur noch vier Tage dann bist du nichts als alter dreckiger Staub!“

Drough streckte sich genüsslich. „Und morgen bin ich das mächtigste Wesen das diese Welt je gesehen hat“. In Gedanken überlegte er sich schon die nächsten Schritte, überlegte welche Gestalt er wohl am besten annehmen sollte…Drough mahnte sich selbst zur Ruhe. „Eines nach dem Anderen, zuerst diese Elfenkriegerin.“ Drough biss sich auf die Unterlippe als er an seine Erlebnisse der letzten Nacht dachte. Er hatte versucht ohne die Amazonen an die Kriegerin heran zu kommen. Er war auf dem Elfenland gewesen. Dieses Geflügel hatte sich sofort ängstlich verzogen und als er sich im Wald versteckt hatte bemerkte er doch tatsächlich wie eine Elfe vor einem Felseingang eine geheime Tür öffnete und darin verschwand. Er wartete geduldig an der Seite bis sie wieder heraus kam, nutzte einen Moment der Unachtsamkeit und stahl sich hinter der Elfe in die geheime Höhle. Ruhig wartete er bis die Elfe den Eingang wieder verschlossen hatte, dann erst sah er sich in der Höhle um. Seine Gedanken überschlugen sich, er konnte sein Glück kaum fassen als er die Kriegerin dort hinten auf einem Lager schlafen sah. Niemand in der Nähe, der ihm jetzt noch seinen Triumph vereiteln konnte.

„Jetzt oder nie“, dachte er sich und trat an das Lager heran. Junn schlief tief und fest. Kurz entschlossen legte er ihr eine Hand in den Nacken, fuhr eine Kralle aus seinem Finger und spritzte ein Gift in ihren Körper. Der Körper der jungen Kriegerin bäumte sich kurz auf als die scharfe Kralle in das Fleisch eindrang, ein kurzes Stöhnen dann war wieder Stille. „Schlafe, meine Liebe, du wirst nichts spüren, dein Tod kommt im Schlaf“, murmelte er und streichelte ihr dabei über das Gesicht. Drough begann auch sofort mit seinen Vorbereitungen. Um das Blut der Elfenkriegerin in sich aufnehmen zu können musste er sich selbst erst verwandeln. Wie schon bei den anderen Ritualen wo er Kräfte und seine Macht sammeln konnte musste er sich hierzu erst verstofflichen, einen Körper annehmen. Er schaute sich in der Höhle um und fand einen geeigneten Platz. Er hob die Hände um Kontakt mit der Herrscherin der Haljo aufzunehmen. Aber trotz aller Bemühungen wollte sich der Feuerkreis nicht materialisieren. Immer und immer wieder versuchte er es, jedoch ohne Erfolg. Er probierte seine anderen Kräfte aus. Er versuchte die Luft in Eis zu verwandeln, die Steine glühend zu machen, Feuer aus seinen Händen zu schießen, alle Magie versagt. Diese Höhle musste einen besonderen Schutz haben, denn Elfenzauber alleine kann es nicht sein. Der Zauber der Elfen und die Magie der Schamanen hatten noch nie gewirkt gegen ihn. Enttäuscht und verärgert gab Drough auf. „Dann eben übermorgen meine Kleine, dort draussen schützt dich keine Höhle“, murmelte Drough und betrachtete sich die Schlafende. „Sie ist schön und sie gehört mir“, dachte er und schob die Felle und das Leder das ihren Körper verhüllte zur Seite. Eine Weile betrachtete er sich den nackten Körper, fuhr mit den Fingern die Konturen der Brüste nach. Die scharfen Krallen schnitten in das Fleisch und und zeichneten eine blutige Spur. Sie musste den Schmerz spüren, denn im Schlaf stöhnte sie auf und in ihrem Gesicht konnte man deutlich die Qualen erkennen die sie gerade durchlitt. Sie spürte den Schmerz und war machtlos und als Drough ihr die Beine öffnete war ein letztes verzweifeltes Aufbäumen in ihr. Mitleidlos drang Drough in sie ein. „Du gehörst mir“, flüsterte er ihr ins Ohr. Als Drough merkte, dass das Gift in der Wirkung schwächer wurde lies er von ihr ab und versteckte sich in einer Ecke der Höhle. Die Kriegerin erwachte, sah die Spuren an ihrem Körper und als sie sich bewusst wurde, dass dieser Traum sehr real gewesen war, versuchte sie aus der Höhle zu entkommen. Noch benommen von dem Gift öffnete sie die Tür und taumelte hinaus bis zu dem Fluss. Drough schlich durch die offen gelassene Tür und verschwand ungesehen in den Wäldern.Drough schüttelte ärgerlich den Kopf als er in Gedanken die letzte Nacht durchlebte. „Wenigstens hatte ich mein Vergnügen“, zischte er durch die Zähne dann dachte er nur noch an den morgigen Tag .

Die kleine Elfe Candia fühlte sich überwältigt, als Xiue sie in die Arme nahm und doch war sie auch dankbar. Candia sah aufmunternd zu ihrer Ziehmutter auf, wischte eine herunterkullernde Träne aus ihrem Gesicht und sagte, lautgenug so das auch SandyLee es hören konnt: „Mir fehlt nichts, es ist als ob nichts gewesen wäre, doch Junn geht es nicht so gut. Die Heilerin versichterte mir aber das es ihr bis morgen gewiss wieder besser gehen würde, da sie einen sehr starken Willen und noch stärkere Selbstheilungskräfte hat.“ Bei den letzten Worten sah sie zu beruhigend und mit liegevollem Blick zu SandyLee. Dann flüsterte sie noch ganz leise zu Xiue: „Wie kommt es das ich so eine starke Verbindung zu Junn habe? Wie ist das möglich? Weist du etwas darüber? Es ist doch nicht normal das ich solch starke Schmerzen von ihr einfach so empfangen kann.“ Nach diesen Worten drückte sie sich nocheinmal ganz liebevoll an Xiue und wartete auf ihre Erklärung.

Die Bühne war gerichtet, der Vorhang noch geschlossen, das Vorspiel vor dem Vorhang war aber im vollen Gange.

Kamaria sprach:

„Oh du böser Bruder Drough, deine Spielchen werden dein Verhängnis sein. Ich hatte es geahnt das du irgendwann, die Amazone Junn finden würdest, auch trotz des guten Verstecks der Elfen. Aber die Elfen sind clever und mit ein wenig Hilfe von mir, hat Xiue die Höhle in eine Festung verwandelt, sie hat es nicht gemerkt, aber die Hilfe war nötig da hier nur die reine Energie einen Schutz aufbauen kann um solche Attacken wie von Drough zu unterbinden oder abzuschwächen. Nur lange halten diese Energiefelder nicht, und es ist gut das es morgen endlich ein Ende gibt, egal wie es ausgeht ob positiv oder negativ. Ich werde alles tun damit Drough nicht sein Ziel erreicht und um ihm das nicht so einfach zu machen, werde ich mich ins Nirvana zurückziehen und zur gegeben Zeit am richtigen Ort zu sein.

Drough du wirst es nicht leicht haben——— ich auch nicht——– aber die Geschichte der Amazonen und der Elfen muss weiter gehen————————“

Sorgenvolle Erwartung (Januar 2008)

SandyLee hörte gut zu und sah wie Candia Xiue fragend ansah, doch Xiue schwieg. SandyLee sagte darauf: „Candia, ich wurde von unseren Hoheiten geschickt um dir mitzuteilen, dass du vermutlich die Auserwählte bist, die den Schatten mit dem Stein und dem Licht besiegen muss. Du musst sehr tapfer sein, unsere Kriegerinnen werden dich beschützen, aber du musst den Mut besitzen und dem Schatten gegenüberstehen. Uff, nun ist es raus“ Man konnte förmlich spüren wie SandyLee die Last von den Schultern wich, endlich hatte sie es ausgesprochen. Nun schaute SandyLee gebannt in die Runde, ihre Katzenohren signalisierten das SandyLee sehr aufgeregt war.

Xiue räumte den Tisch ab während sich Candia und SandyLee unterhielten und setzte sich in ihren großen Stuhl am Kamin, als ihre kleine Elfe die Frage an sie richtete. Der Feuerschein spiegelte sich in Candias erwartungsvollen Augen wider. Die Elfe der Einhörner war sich bewusst, das der Schatten dahinter stecken könnte, doch um die Beiden nicht unnötig zu beunruhigen, überlegte sie eine Weile. Xiue wollte gerade die Vermutung äußern, dass sich der Eber vielleicht bei einem Revierkampf mit einem anderen Eber ins Sanctum verirrt hatte, doch sie kam nicht mehr dazu. In diesem Moment offenbarte SandyLee etwas, das Xiue befürchtet hatte und sie nicht auszusprechen gewagt hatte. Ein Wesen sollte sich gegen den Schatten stellen und ausgerechnet ihr kleiner Sonnenschein sollte die Auswählte sein! Die Elfe der Einhörner erstarrte innerlich. Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf und ihre Flügel zitterten. Das Knistern des Feuers forcierte die Spannung, die in der Luft lag, doch Xiue brachte keinen Laut über ihre Lippen. SandyLee beobachtete die Reaktion der beiden Elfen als sie ihre Ansage gemacht hat, das Zittern der Flügel war deutlich zu sehen, die Stille wurde nur durch das Knistern der Feuers durchbrochen und jedes stärkere Knacksen lies alle drei zusammenzucken. Alle drei blickten mit sorgenvoller Miene in die Runde und SandyLee stockte der Atem während sie auf die Antwort von Candia wartete. Was würde ihre kleine Freundin sagen, wie würde sie damit klarkommen?

Samantha setzte sich in ihr Baumhaus und legte einen neuen Verband an ihre Schulter an, wo sie der Schatten am Tag zu vor verletzt hatte, als er plötzlich in der Karawansei erschien. Dort hielt sich zu der Zeit die Hoheit Atrista, die Kriegerin des Feuers, mehrere Amazonen, ein Gast und ein vielleicht zu künftiger Schmied auf. Die tapferen Amazonen stellten sich dem Schatten entgegen und zum Dank dafür, schleuderte er Feuerbälle auf sie und katapultierte ein paar von ihnen, einige Meter fort von der Taverne. Glücklicherweise war Samantha, die einzige Verletzte geblieben und Mascha hatte sie behandelt, nachdem der Schatten wieder verschwunden war. Immer noch grummelte die Amazone laut vor sich hin, bei dem Gedanken an diesen Bastard und sie hoffte, dass er bald vernichtet werden würde, damit endlich wieder Ruhe und Frieden in Amazonien eintreten konnte. Sam trat auf den Balkon ihres Baumhauses, stellte sich an die Brüstung und seufzte während sie ihren Blick über das Elfenland schweifen lies, dass bald zum Schauplatz des Endkampfes gegen den Schatten werden sollte. Es war schon spät , die Sonne ging schon langsam unter. Die Amazone seufzte noch mal tief, ging in Baumhaus. Dort krabbelte sie in Müde in ihre Felle, wo sie nach kurze Zeit in einen traumlosen Schlaf fiel.

Lange Zeit war Kamarias „Bruder“ ruhig und zurückhaltend, aber irgendwie, ob in Verbindung mit dem Vollmond, oder auch mit dem Vorbeiflug des Kometen, wurde Bruder „Drough“ immer unruhiger. Plötzlich stürzte er ins Amazonenland „Amazonien“. Kamaria folgte ihm in entsprechendem Abstand. Er produzierte sich und provozierte und wütete zwischen den Amazonen. Sie wusste, dass sein Gebaren nur ein Spielchen war, geboren aus Langeweile. Auch die Forderung nach Junn und zusätzlich nach der Königin, war reines abtasten: “ wie weit kann ich gehen“.

Kamaria brauchte nicht einzugreifen, aber eins stand fest, der Höhepunkt kommt unaufhaltsam immer näher. Die Schattenfrau hoffe nur, dass die Amazonen und Elfen stark genug wären um an dem Tage X gemeinsam gegen diese brutale Macht anzukommen. Es würde nicht einfach sein, und wer zum Schluss der Gewinner wäre, wenn überhaupt von Gewinn geredet werden konnte, das wissen allein nur die Götter.

Erwartungsvoll zu Xiue sehend, wartete die kleine Elfe welche Erklärung diese für das seltsame Verhalten des Ebers hatte. Doch noch bevor die ihr liebste Elfe der Einhörner etwas sagen konnte, platzte SandyLee plötzlich damit heraus, das sie eine Nachricht der Hoheiten des Amazonenlandes für ihre Seelenverwandte habe, doch was diese Nachricht beinhaltete erschreckte die kleine Elfe zutiefst. Sie konnte einfach nicht glauben, was ihre Freundin SandyLee ihr gerade offenbarte. Erst langsam verstand Candia das Ausmaß von SandyLee´s Nachricht und ihr stockte der Atem, nach Luft schnappend versuchte sie etwas zu sagen, doch ihr immer lauter schlagendes Herz lies sie keinen klaren Gedanken mehr fassen. Angst steig in ihr auf und der Instinkt in ihr sagte: „Gefahr flieh!!!“ Bei jedem noch so geringen Geräusch fuhr die kleine Elfe zusammen. Nur langsam beruhigte sich Candia wieder. Mit zitternden Flügeln und blass wie das Licht des Vollmondes, saß das kleine Elfenwesen auf der Liege und hauchte erschrocken: „Ich? Das kleinste der Elfenwesen, soll einem so mächtigen und grausamen dunklen Wesen die Stirn bieten, wo er doch schon von weitem so furchterregend und erbarmungslos aussah und ich mich bei seinem Anblick am liebsten versteckt hätte.“ Angst erfüllten sah sie ihrer Seelenverwandten tief in die Augen und sage mit bebender Stimme leise: „Ich habe es gesehen… ich habe gesehen wie der Schatten zu Fall gebracht werden kann… Ich habe Angst… hilf mir… zeig mir wie ich mutig einem so kalten Wesen gegenüber stehen kann…“.

SandyLee vernahm die ängstlichen Worte ihrer Freundin und versuchte passende Worte zu finden, um ihr die Angst zu nehmen, doch wie sollte sie das machen, wo sie selber Angst vor dem Kampf hat, wo die Amazonen Kriegerinnen besorgt sind und mit großen Verlusten rechnen und das Handeln der Hoheiten auch ein wenig Hilflosigkeit widerspiegelt. SandyLee fiel nur eins ein: „Liebste Candia, natürlich wird eine unserer Kriegerinnen und Ausbilderinnen dir zur Seite stehen und dich darauf vorbereiten. Janina ist bereits auf dem Weg zu dir und wird dir bei der Vorbereitung auf die schwere Aufgabe helfen. Wenn du weitere Informationen hast, auch aus deinen Träumen, dann musst du unsere und eure Hoheit darüber informieren. Es ist wichtig, dass wir keine Detail vergessen. Unsere Hoheiten haben alle Informationen sicher unter Verschluss, außerdem hüten wir Späher in einem Versteck Abschriften aller Informationen. Wenn nur ein Puzzlestück fehlt oder verloren geht, dann kann es zur Katastrophe für uns alle werden.“ SandyLee atmete tief durch und ging auf ihre Freundin zu und nahm sie in den Arm. „Ich werde an deiner Seite stehen“ flüsterte sie Candia ins Ohr.

Atrista kam sichtlich erschöpft im Sanctum an. Die Strapazen der letzten Tage standen ihr ins Gesicht geschrieben und auch Jadzia ihre Leibwache schien erschöpft zu sein. Sofort fand sich Smaragd die Leibwache der König ein und bot an, die Wache im Sanctum zu übernehmen damit sich die Richterin und auch Jadzia ausruhen konnten. Atrista war auf einer Rundreise durch Amazonien. Sie bereiste alle Dörfer und sprach mit den Ehrenfrauen. Sie wollte das Volk der Amazonien auf den bevorstehenden Kampf mit dem Schatten vorbereiten. Die Dörfer sollten wissen was auf sie zu kommen könnte wenn irgendetwas nicht so funktionieren sollte wie es geplant war. Sollten die Krieger bei diesem Kampf versagen dann war Drough ein sehr mächtiges Wesen dem kein Volk mehr etwas entgegen zu setzen hatte. Drough würde sich zu aller erst an den Elfen rächen. Das Land der Elfen würde schon bald darauf nicht mehr existieren. Dann wäre Amazonien dran. Drough würde keine Gnade walten lassen nach dem er bewusst in eine Falle gelockt worden war. Einmal dem Willen dieses Schattens unterworfen hätten die Amazonen keine Chance mehr ihre Freiheit wieder zu erlangen und viele Völker die jetzt noch auf den Schutz der Amazonen angewiesen waren wären hilflos der Willkür Droughs ausgeliefert. Atrista hatte bei weit entfernten Verbündeten anfragen lassen ob sich die Amazonen in diesem Fall dorthin zurückziehen könnten. Vor wenigen Tagen ist die Antwort eingetroffen und Hilfe wurde zugesagt. Gemeinsam mit den Spähern hatte man dann einen geheimen Evakuierungsplan entworfen. Die Ehrenfrauen der Dörfer wussten jetzt was zu tun sei wenn das Schlimmste eintreten sollte. Auch für die Königin und die Richterin wurde ein Fluchtplan entworfen. Sie sollten sich sofort absetzen können um später das Volk wieder zu vereinen. Atrista lächelte als sie sah wie Jadzia sich neben ihr Lager hingelegt hatte. Die Gute hatte ihr Schwert gezogen und griffbereit unter eine Felldecke gelegt. Sie beobachtete wie sich Jadzias Brust regelmäßig hob und senkte. Die Leibwächterin war schnell eingeschlafen. Auf der beschwerlichen Reise war Jadzia schnell zur Vertrauten geworden. Atrista schätzte ihr offene und ehrliche Art und vor allem ihre Zuverlässigkeit.

Dort vorne an einen Posten gelehnt stand Smaragd. Eine schöne, groß gewachsene Amazone die man leicht unterschätzte. Aber Atrista selbst hatte sich mehrfach von den kämpferischen Fähigkeiten überzeugen können und war beeindruckt. Cindy die Kriegerin des Feuers hatte eine gute Auswahl getroffen als sie gerade diese beiden Kämpferinnen für die Leibwache ausgesucht hatte. Atrista war beruhigt. Sie lies sich nicht von der Lässigkeit mit der Smaragd am Pfosten lehnte täuschen. Sie hatte volles Vertrauen zu dieser Amazone. Wehmütig schaute sich Atrista um, betrachtete die Bäume, lauschte dem Rauschen der Blätter. All diese Pracht war in Gefahr. Atrista spürte wie die Angst in ihr drohte übermächtig zu werden. Angst, ein Gefühl das sich schon lange nicht mehr eingestellt hatte und Angst das wusste sie war schon immer ein schlechter Kamerad und Ratgeber. War diese Angst ein Vorbote? Eine Ahnung? Atrista klopfte sich mit der Hand an den Kopf als könnte sie so die düsteren Gedanken vertreiben. Die Königin und sie waren Unsterbliche, was also sollte passieren. Pallas würde nicht wollen, dass ihren Kindern etwas zustoßen könnte.

Was Atrista so in Sorge versetzte war die Tatsache, dass der zwölfjährige Regenerationszyklus erst fünf Tage nach dem geplanten Endkampf sein sollte. Amelie und Atrista hatten sich alle zwölf Jahre auf den Tag genau im Tempel einzufinden um dort durch ein Ritual von Pallas neues Leben zu empfangen. Auf diese Weise hatten sie bisher Jahrhunderte durchlebt. Nichts hatte dieses Ritual je verhindert aber dieses Mal könnte alles anders sein.„Verlieren wir den Kampf mit Drough dann haben wir so gut wie keine Chance uns zu regenerieren“, schoss es Atrista durch den Kopf und sie mahlte sich aus wie sie Beide dann auf der Flucht innerhalb von wenigen Tagen durchaltern und schließlich sterben würden. Atrista seufzte so laut, dass Smaragd sich besorgt umdrehte aber ein stilles Kopfschütteln bedeutete der Leibwache, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchte. „Noch ist es nicht so weit“, Atrista sprach sich selbst wieder Mut zu. Viel lieber wäre ihr jedoch, wenn dies eine reine Angelegenheit der Amazonen wäre. Da könnte sie alles Steuern, da hätte sie alles im Griff und bis ins kleinste Detail genau abgestimmt. So aber waren sie angewiesen auf fremde Hilfe. Ausgerechnet die Kleinste der Elfen sollte alle erlösen. Auf der Stirn von Atrista zeichneten sich dicke Sorgenfalten ab wenn sie an Candia die kleine Elfe dachte. „Sandy ich hoffe du bereitest sie gut darauf vor“, war das letzte was Atrista denken konnte bevor auch sie von der Müdigkeit übermannt wurde…

Xiue saß wie angewurzelt in ihrem Stuhl und die Muskeln schmerzten unter ihrer Anspannung. In ihren Gedanken verlor sie sich in der Vergangenheit an jenen Tag zurück, an dem sie Candia das erste Mal traf. Es war ungewöhnlich kühl an diesem Morgen gewesen. Die Nebelschleier krochen mühselig über dem feuchten Boden dahin. Die Elfe der Einhörner fühlte sich in diesem uralten Lorbeerwald nicht wohl. Die Bäume breiteten ihre moosbewachsenen Äste wie Fangarme aus und alles um sie herum verströmte eine niederdrückende Trostlosigkeit. Xiue schluckte und beschleunigte den Schritt ihres Einhorns. Sie wollte diesen Wald so schnell wie möglich hinter sich lassen. Nach einer Weile sah sie schon die ersten Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg durch das Dunkel kämpften. Die Elfe war innerlich erleichtert und sehnte sich danach ihre Flügel in der Sonne zu baden. Doch da hielt sie inne, ein schwacher Lichtschein in der Ferne zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Was konnte das sein, das hinter den knochigen Bäumen wie ein Irrlicht blinzelte? Ihre Neugier wurde immer stärker und sie folgte dem schwachen Licht zu seinem Ursprung.

Xiue sah eine leuchtende Gestalt im Gras liegen. Die Nebel glitten in silbern schillernden Wellen über sie hinweg. Die Elfe der Einhörner erkannte, dass das Wesen eine kleine Elfe war. Regentropfen bedeckten wie glitzernde Diamanten ihre zarten Flügel. Xiue schaute auf das schöne leblos wirkende Geschöpf herab und spürte das noch Leben in ihr war. Sie legte die Elfe behutsam auf ihr Einhorn und brachte sie aus den Wald hinaus. Die Sonne erwärmte das zierliche Wesen und langsam wich die Blässe aus ihrem Gesicht. Die kleine Elfe öffnete zaghaft ihre Augen. Xiue schaute sie lächelnd an: „Ich freue mich, dass du erwacht bist. Ich bin Xiue, die Wächterin der Einhörner.“ Das zarte Wesen setzte sich auf und antwortete mit zittriger Stimme: „ Ich heiße Candia…“ Sie versuchte sich zu erinnern, aber da war nichts, kalte Leere umhüllte ihre Gedanken. Alles war so dunkel, wie ein grauer Schleier der über ihrer Vergangenheit hing. Tränen funkelten in ihren Augen. Xiue legte ihren Arm um sie und versprach ihr, sich um sie zu kümmern. Seitdem hatte sie Candia wie eine Tochter in ihr Herz geschlossen und tat alles um ihren kleinen Schatz zu beschützen.

Die Elfe der Einhörner kehrte in ihren Gedanken zurück und straffte ihre Schultern. Sie hatte ihr inneres Gleichgewicht wiedergefunden und setzte sich neben Candia. Liebevoll drückte sie ihr Töchterchen an sich und sprach: „Ich weiß, dass große Stärke in dir wohnt und du hast viel gelernt. Sei tapfer und habe Vertrauen zu dir selbst. Du bist nicht allein in diesem Kampf. Was immer auch geschieht, ich werde mit all meiner Kraft und meinem Zauber dir zur Seite stehen. Alle deine Freunde werden treu an deiner Seite kämpfen und dich beschützen.“ Mit diesen Worten löste sie das Medaillon von ihrem Hals und murmelte ein paar Worte in der alten Sprache, als sie es öffnete. Es leuchtete kurz auf und ein metallisch schimmerndes Kästchen stand auf dem Tisch. Ein Drachenfigur lag auf dem Deckel und verschloss die Schatulle. „Urlug echuia“ flüsterte Xiue. Der kleine Drache richtete sich auf und das Schloss öffnete sich. SandyLee staunte und beugte sich nach vorn, um das Kästchen näher zu betrachten. Da drehte der kleine Feuerspeier seinen Kopf und funkelte die Amazone misstrauisch an. Rauch stieg aus seinen Nüstern auf. „Keine Sorge, dass ist eine Freundin.“ beruhigte Xiue den Drachen. Als sie die Schatulle öffnete, erstarrte die Figur in Bewegungslosigkeit, als hätte sich der Drache nie zuvor bewegt. Candia sah neugierig in das Kästchen, doch ein Tuch verdeckte den Inhalt. Die Elfe der Einhörner kramte einen Moment darin herum und beförderte eine geheimnisvolle Fiole zu Tage, die an einer filigranen Kette hing. „Das ist eines der kostbarsten Dinge, die ich besitze. Ich möchte das du es verwahrst. Es wird dir im Kampf eine große Hilfe sein.“ Der Inhalt des Fläschchens funkelte golden als Xiue sie in Candias Hände legte. „Die Fiole enthält die erste Milch einer Einhornstute, bevor ein Junges sie trank. Sie ist sehr selten und kostbar. Wenn du sie bei dir trägst, kann sie einfache Verletzungen binnen Sekunden heilen.“ Xiue schloss Candias Hände um die Fiole „Trink sie nur wenn dein Leben in Gefahr ist. Sie reicht leider nur für ein einziges Mal. Pass gut darauf auf, du wirst sie sicher brauchen.“

Die letzten Tage vergingen wie im Flug, die Königin Annemarie war im ganzen Elfenland unterwegs um zu sehen wo der günstigste Platz für den Endkampf sein mochte, nach dem geheimen Treffen mit den Oberhäuptern der Amazonen, musste alles so sicher wie nur möglich für die beiden verbündeten Völker sein, kein Risiko durfte eingegangen werden.“ aber der Schatten, würde es möglich sein Ihn in die Falle zu locken?“ dachte Sie “ wird Candia es auch schaffen Ihre Nerven unter Kontrolle zu bekommen und die Angst in Ihr zu besiegen wenn Sie dem Schatten gegenübersteht ?“ Fragen über Fragen quälten die Königin, und dass schlimme daran man wusste keine Antwort wie alles ausgehen würde entschied das Schicksal. Und das war unbarmherzig wie es sich schon bei Junn Überfall gezeigt hatte, wo nur das Glück noch geholfen hatte das Sie es überlebte.

Mittlerweilen war es Abend geworden ein Käuzchen schrie in die Nacht ihre Sehnsucht. die Grashalme wiegten sich im Abendwind und das Mondlicht umschloss die Lichtung am Feuer. Es war still, erdrückend still… Wusel, der Kater, holte sich eine Fisch aus dem Brunnen. Die Sehnsucht nach endlich Frieden überfiel die Königin “ es darf nichts schiefgehen diesmal muss es gelingen, zu lange dauerte er schon der Kampf mit dem Schatten und zuviel Leid ist dadurch schon geschehen es muss gelingen Ihn zu besiegen, dass wir und die Amazonen in Frieden wieder leben können, schon unser Freundschaft wegen“ dachte sie. Ja es war hart was alles geschehen war seit die beiden Völker aufeinander trafen. Wie aus Vorurteilen Freundschaft wurde, eine wunderbare Freundschaft. Die Königin schwebte durch das Land immer nach der Suche, ob nicht irgendwo der Schatten lauerte. Er war ja wieder mal wie schon zu oft zuvor bei den Amazonen aufgetaucht und hatte sie bedroht. Wer weiß wann er wieder im Elfenland sein würde? Ihre Flügel brannten wie Feuer und wurden schwer wie Blei, es war an der Zeit zu rasten, Sie musste wieder schlafen, eine ungewissen Schlaf, Angst was der Morgen bringen wird und die Hoffnung, dass es wieder Frieden geben wird. Mit den Gedanken an Frieden schlief sie in einer der Schaukeln im Elfenland ein, sie war zu müde um noch ins Schloss zufliegen.

Als SandyLee die kleine Elfe Candia umarmte und ihr versicherte an ihrer Seite zu sein, wenn es soweit sein wird, fühlte diese sich schon wieder etwas geborgener und sicherer, Die Ankündigung das eine erfahrene Kriegerin der Amazonen das zierliche Wesen auf ihre Aufgabe vorbereiten würde, trug ebenfalls zu etwas mehr Sicherheit bei, so das sich der Herzschlag von Candia wieder etwas verlangsamte. Xiue hatte bis zu diesem Zeitpunkt kein Wort gesagt, doch die kleine Elfe merkte, dass auch sie sehr unter Spannung stand, als wollte Candias Ziehmutter diese Anspannung abschütteln, straffte diese plötzlich ihre Schulter. Etwas verwundert sah die Zauberlehrlingselfe, immer noch in den Armen ihrer Seelenverwandten liegend, zu der für sie zu einer Ersatzmutter gewordenen Elfe der Einhörner. Als sich Xiue neben das blasse Nervenbündel setzte und dieses SandyLee liebevoll aus den Armen in die ihren nahm, lauschte Candia aufmerksam was sie sagte. Die Worte die die zierliche Elfe vernahm machten ihr wieder Mut und zeigten ihr das sie nicht allein sein wird. Als Xiue ihr Medaillon abnahm und dabei, für Candia unverständlich, etwas flüsterte, war die angeborene Neugierde im Zauberlehrling wieder geweckt. Als der Anhänger aufleuchtet und dann ein Kästchen mit einen sonderbaren leuchten und einer Drachenfigur auf dem Tisch erschien, war Candia völlig sprachlos. Solchen Zauber kannte sie noch nicht. Mit großen Augen betrachtet sie das Schauspiel des Drachen, der zum Leben erwachte als ihre Ziehmutter ihn dazu Aufforderte. Scheinbar war auch SandyLee neugierig, der Drache gab ihr jedoch zu verstehen, dass sie nicht näher kommen sollte. Xiue beruhigte den Wächter der Schatulle und begann etwas darin zu suchen.

Candia versuchte einen Blick auf den Inhalt zu erhaschen, doch sie konnte nichts außer einem Tuch erkennen, dann zog Xiue vorsichtig eine Fiole mit einem wunderbar golden funkelnden Inhalt. Als die kleine Elfe das Fläschchen von Xiue überreicht bekam, diese ihr noch erklärte was sich darin befindet und wie es zu verwenden wäre, verflog die Neugierde und ihre wurde schlagartig wieder bewusst was ihr noch alles bevorstand. Vorsichtig hängte sie das wertvolle Geschenk um den Hals, nahm Xiue in den Arm, gab ihr einen Kuss auf die Wange und entschuldigte sich bei ihr um zu Bett zu gehen, denn die Aufregung der letzen Stunden waren etwas zu viel für sie und morgen schon sollte die Kriegerin der Amazonen kommen und ihr helfen sich vorzubereiten. Candia bat SandyLee sie zu begleiten, da sie nicht mehr alleine durch das Elfenland streifen wollte und ihr zudem noch genau erzählen wollte was sie in der Traumwelt erlebt hatte ohne das ihre Ziehmutter davon erfährt.

Samantha nahm sich einen kleinen Schinken und einen Beutel gefüllt mit Quellwasser aus der Karawansei. Dieses band sie sich an den Gürtel, bevor sie sich sie sich gemütlich, leise vor sich hinpfeifend, auf den Weg zum Fluss machte. Dort angekommen setzte sich ans Ufer und warf eine Angelrute in die Strömung. Die Amazone genoss die Ruhe die hier am späten Vormittag herrschte, während sie darauf wartete, dass ein Fisch anbiss . Sie hatte schon eine ganze Weile dort gesessen, denn die Sonne war genau über ihr, als sie dann endlich zwei Fische gefangen. hatte. Sie nahm die beiden Fische, wickelte sie sorgfältig in Papier und steckte das Paket dann in ihrer Tasche. Sie wollte die Fische an Wusel, den Kater der Elfen verfüttern, die sie besuche wollte und zum Glück waren keine Amazonen in der Nähe und so würde es sicher nicht auffallen, wenn sie sich heimlich aus Amazonien schlich.

Samantha hatte sich vorgenommen, sich den Dorfplatz im Elfenland noch mal genau anzusehen, wo der Kampf gegen den Schatten stattfinden sollte, damit sie so gut wie möglich darauf vorbereitet war. Sie hatte keine Angst vor dem Kampf oder davor zu sterben, doch sie war trotzdem besorgt darüber, was passieren würde, wenn der Plan den die Elfen und Amazonen ausgeheckt hatten, um den Schatten zu besiegen, fehlschlagen würde.

Auf dem Dorfplatz begegnete die Kriegerin der Elfe Xiue und einer anderen Elfe, die sich nicht kannte. Die Amazone unterhielt sich kurz mit beiden, gab Wusel den Fisch und fing dann an ihr Versteck noch einmal zu begutachten, wo sie sich am Anfang des Kampfes aufhalten würde. Sie wollte sich noch einmal genau ansehen, wo sie sich am hinknien konnte,und die beste Sicht auf des Geschehen zu haben. Nach einiger Zeit kam die Königin der Elfen kam hinzu und Samantha wechselte mit ihr der sie ein paar Worte. Wie immer war die Hoheit sehr freundlich, doch da sie noch andere Verpflichtungen hatte, ging sie kurze Zeit später wieder und auch Samantha machte sich auf den Weg zurück nach Amazonien.

„Du Candia, wie erlegt ihr eigentlich das Wild um euch zu ernähren?“ (Januar 2008)

Am Brunnen wartend, sah SandyLee wie Candia aus dem Haus der Heilerin kam und dabei ein wenig wackelig auf den Beinen war. SandyLee musste ein wenig lächeln, denn vor nicht allzu langer Zeit war es genau umgekehrt, da kam SandyLee wackelig heraus und Candia wartete draußen. Aber der Ernst der Lage ließ SandyLee sofort wieder ernst werden. SandyLee lief auf Candia zu und fragte sie erstmal wie es ihr geht. Von der bevorstehenden Aufgabe konnte SandyLee ihr noch nicht erzählen. Auch nicht davon, dass sie evtl. wenn der Zeitpunkt ungünstig sein sollte nicht bei dem Kampf dabei sein kann. SandyLee hat eine weitere Aufgabe zum Wohl der ganzen Insel zu lösen und muss dafür bis zur früheren Heimat reisen, denn dort sind noch ein paar alte Schriften verschollen und das Land dort ist endlich zur Ruhe gekommen, aber keiner weiß für wie lange. SandyLee spazierte mit Candia durchs Elfenland und die beiden plauderten als wäre nichts geschehen, als gäbe es das Problem mit dem Schatten nicht. Zwischendurch fanden sie Blüten oder Früchte, die sie sich gegenseitig erklärten. Candia führte SandyLee zu einem Bienennest, wo sie vorsichtig ein Stück vom Honig herausholte. Damit setzten die beiden sich auf einen Baumstamm und schleckten genüsslich davon. SandyLee wunderte sich, weil die Bienen darauf gar nicht reagierten. Sie dachte mit Grausen an ihren letzten Versuch zurück, bei dem sie einen ganzen Schwarm auf sich gezogen hat und nur durch einen Sprung in den Bach abschütteln konnte.

Schwankend und lächelnd, trotz der Schmerzen des vorherigen Sturzes, antwortete Candia auf die Frage von SandyLee wie es ihr den gehe: „Gut nur die Kopfschmerzen und einige blaue Flecken, aber sonst ist alles in Ordnung meine Freundin.“ In Gedanken überlegte sie sich schon wie sie ihr nur sagen soll was den überhaupt geschehen war, schließlich war SandyLee ihre Seelenverwandte, wie es schien und lange würde die kleine Elfe es nicht vor ihr verbergen können, was sich am Feuerplatz vor Junn´s Höhle zugetragen hatte. Doch zuerst wollte sie sich selbst klar darüber werden und schob somit alle Gedanken daran weg von sich. Das zierliche Wesen wollte sich nun nur noch der Wiedersehensfreude hingeben und alles um sich herum vergessen, besonders den Schatten und die Visionen. Doch auch der Gefährtin des Windes schien etwas auf dem Herzen zu liegen. Nur was konnte Candia nicht genau spüren, doch es schien sie genauso zu bedrücken wie die kleine Elfe das ihre Problem bedrückte, aber keine einzige Frage danach kam über die sanften Lippen des Zauberlehrlings. Nichts sollte diesen schönen Moment trüben. Durch das Elfenland spazierend und über allerlei Früchte und Blüten erzählend führte die Candia die ihr lieb gewordene Amazone zu einem Bienenstock. Vorsichtig näherte das zierliche Wesen sich dem summenden und voller Leben steckenden Zuhause der Waldbienen und mit aller Behutsamkeit nahm sie etwas des Honigs. In Gedanken bedankte sich die kleine Elfe in aller Form, so wie es die Höfflichkeit verlangte. Mit der Leckerei in der Hand setzten sich die beiden Freundinnen auf einen Baumstamm und Candia bemerkte was für große Augen ihre Freundin zu machen begann. Erst da bemerkte sie das es für SandyLee sehr sonderbar sein musste das die Bienen ihren Vorrat und auch ihr Heim nicht verteidigten. Kichernd schaute die Zauberlehrlingselfe ihre Freundin an und naschte weiter am stärkenden Honig und wartet nur darauf das ihre Seelenverwandte die im Raum stehende Frage stellte.

SandyLee bemerkte das verhaltene Kichern ihrer Freundin, offensichtlich bedrückte auch sie etwas, doch SandyLee wollte den schönen Moment nicht zerstören. Plötzlich lief am Waldesrand ein Wildschwein entlang, SandyLee wollte fast aufspringen und es erlegen, aber dann lies sie es sein, sie wollte den Frieden der Elfen nicht stören. „Du Candia, wie erlegt ihr eigentlich das Wild um euch zu ernähren?“ fragte SandyLee und schaute Candia fragend an. Candia war überrascht und wusste nicht wie sie auf diese Frage antworten sollte.

Xiue kam gerade zufällig mit einem Korb Pilzen des Weges und hatte die letzten Worte mit angehört. Candias hilfesuchender Blick verriet ihr, dass sie keine Antwort auf die Frage wusste. Die Elfe der Einhörner grüßte die Beiden freundlich und meinte: Ich habe ein paar Baran Carabesgalhwandi (Goldbraune Hutschleierpilze) gesammelt und würde euch gerne zum Essen einladen.“ Xiue wandte ihren Blick zu SandyLee: „Bei der Gelegenheit würde ich dir auch gern deine Frage beantworten.“ Die Amazone und die kleine Elfe folgten Xiue zu ihrem kleinen Häuschen am äußeren Rand des Dorfes nahe dem Steilhang an dem der Wasserfall hinunterplätscherte. Die Beiden machten es sich gemütlich und beobachtet en gespannt wie Xiue die Pilze mit verschiedenen Ölen und Gewürzen bestrich und mit allerlei Beeren, Wurzeln und Kräutern füllte. „Das hier sind Pilze, die tief im Innern der Drachenhöhle gesammelt habe. Sie lieben eine trockene und heiße Umgebung und wachsen normalerweise in den Höhlen von Vulkanen.“ Xiue wickelte die Pilze in fächerartige Blätter einer Pflanze, die SandyLee nicht kannte und legte sie in die heiße Pfanne, die über dem Feuer im Kamin hing. „Dieses Rezept gab mir einmal eine kunstreiche Elfe, als ich auf Reisen war. Sie erzählte mir, sie schmecken nach gebackener Ente und ich bin vernarrt darin. Aber ich weiß nicht, ob es wirklich stimmt, denn ich habe noch nie richtige Ente gegessen.“

Die Elfe der Einhörner legt noch zwei Hand voll Farnsprossen in die Pfanne und erzählte weiter: „Früher stand bei den Elfen viel Fleisch auf dem Speiseplan, sie erlegten das Wild meist mit Pfeil und Bogen. Aber je mehr sich die Elfen mit der Natur verbanden, desto mehr lehnten sie den Genuss von Fleisch ab. Sie jagten nicht mehr und unsere jüngeren Elfen haben bereits verlernt, was es heißt Fleisch zu essen.“. „Gibt es gar keine Elfen mehr die Wild erjagen?“ fragte SandyLee neugierig. Xiue drehte die gewickelten Bündel in der Pfanne herum und der leckere Geruch stieg allen in die Nase. „Unsere Kriegerelfen gehen noch jagen und essen gerne Fleisch. Aber das bleibt den anderen Elfen meist verborgen. Soweit mir bekannt ist, sind auch die Elfenstämme tief in den Wäldern und einige Nomadenstämme heute noch hervorragende Jäger und berühmt für ihre Kunst der Fleischzubereitung.“ Candia meinte dazu, sie könnte keinem Tier etwas zu Leide tun und hätte deshalb auch nie Fleisch gegessen. Sie wusste ja nicht, dass sie schon einmal ein Stück Fleisch gegessen hatte – ein Stück vom Schinken, den SandyLee den Elfen geschenkt hatte. Inzwischen war das Essen fertig. Xiue nahm die Pfanne vom Feuer, öffnete die Bündel und legte die leckeren Sachen so auf die Teller, dass jedes Gericht wie eine Blüte aussah. Die Elfe der Einhörner reichte SandyLee und Candia einen Teller mit einem Glas Wein. „Guten Appetit“ wünschte sie ihnen.

Sichtlich erschrocken saß SandyLee vor ihrem Teller, irgendwie schnürte sich ihr Hals zu. Langsam fing SandyLee an dem hübsch zubereiteten Essen zu probieren und war erstaunt wie schmackhaft es war. Und dazu der gute Wein, der bei den Elfen wohl ebenso beliebt wie bei den Amazonen zu sein scheint. Dann fing SandyLee vom Wildschwein an zu erzählen, wie sie das Wildschwein welches im Sanctum bereits mehrfach versucht hatte jemanden anzugreifen, erlegt und dann zubereitet hat. Die Details ließ sie aus Rücksicht natürlich aus. Vorsichtig fragte sie Candia: „Wie hat dir denn der Schinken von mir geschmeckt, wo du doch kein Fleisch isst?“ Bevor Candia antworten konnte, fing SandyLee über das Essen auf ihrem Teller an zu erzählen und lobte mit jedem zweiten Satz Xiue für das leckere Mahl. Candia schaute SandyLee mit immer größeren Augen an, als würde sie das Ausweichmanöver bemerken. Als SandyLee das Glas zum Trinken anhob, fing Candia an zu erzählen.

Mit weit geöffnetem Mund und immer größer werdenden Augen, sah die kleine Elfe entgeistert SandyLee an. Candia lies augenblicklich das Besteck mit einem „klirrr“ auf den Teller fallen und begann dann zu fragen: Was das wahr das Fleisch eines Wildschweins? Sie sammelte sich aber gleich wieder. „Wenn ich das nur früher gewusst hätte. Auf deine Frage kann ich dir nur Antworten. Obwohl mich, im Nachhinein, der Gedanken ein Stück eines so wundervollen Tieres, wie dem Wildschwein, zwischen meinen Zähnen gehabt zu haben, doch sehr erschaudern lässt, dass es erstaunlich wahr wie anders dieser „Schinken“ geschmeckt hat, im Gegensatz zu den Speisen die ich sonst esse. Ich muss zugeben mir hat das kleine Stückchen, das ich vor kurzem aus Neugierde gekostet habe sehr geschmeckt. Nun bereue ich es zutiefst, ja schäme mich geradezu dafür etwas von deinem Geschenk gegessen zu haben, ohne zu wissen was es genau ist.“ Die kleine Elfe machte eine kurze Pause und sprach dann weiter: „Ich werde nach dem Essen gleich eine Andachtsstätte für das arme Wildschwein errichten und auch eine Nachricht an den Schinken in der Speisekammer heften, so das keiner ihn aus versehen isst ohne zu wissen was es ist.“ Als sie fertig wahr atmete das zierliche und recht blas gewordenen Elfenwesen tief ein und aus und meinte noch: „Nun wundert es mich nicht weshalb ich ein etwas flaues Gefühl in der Bauchgegend habe, wo ich doch noch nie Fleisch gegessen habe.“ Ihr war der Appetit auf Speisen die angeblich nach Fleisch schmecken sollte vorerst vergangen. Candia entschuldigte sich in aller Form bei ihrer Freundin Xiue, die sich doch so viel Mühe gemacht hatte zu kochen und schob den Teller mit den Pilzen etwas von sich weg. Candia stand auf und legte sich geduldig wartend auf das kleinen Liegesofa, das an der Wand neben dem Esstisch stand, bis SandyLee und Xiue fertig gegessen hatten.

SandyLee wird kreidebleich und entschuldigte sich ganz häufig bei Candia: „Hätte ich das gewusst, hätte ich euch nie einen Schinken geschenkt. Ich habe aber auch nicht damit gerechnet, dass jemand gar kein Fleisch kennt. Sei versichert Candia, da wo das Wildschwein erlegt wurde, da hätte es nur Schaden bei den anderen Wildtieren verursacht und wäre selbst im Winter umgekommen. Bei uns ist die Jagd auch nur zur Wildpflege freigegeben, ansonsten müssen die Hoheiten bei der Jagd auf Wild zustimmen. Weniger nett sind wir zugegebenermaßen bei Zuchttieren, die wir zur Ernährung halten. Unsere Krieger brauchen die Ernährung mit Fleisch und Fisch, sonst würden sie nicht so stark.“ Candia muss lächeln als sie SandyLee sich so oft entschuldigte.

Die kleine Elfe schaute tief in die Augen ihrer Seelengefährtin: „Es ist nicht so schlimm, nun bin ich um eine Erfahrung reicher. Ich bin mir sicher aus eurer Sicht hast du gewiss das richtige getan, doch wir Elfen liebe und achten die Natur in all ihren Erscheinungsformen und für jegliches sonderbares Verhalten eines Tieres gibt es einen guten Grund. Nur ist es oft schwer herauszufinden was dieser Grund ist. Leider ist geschehen was geschehen ist und lässt sich auch nicht mehr rückgängig machen.“ Etwas traurig, doch die Traurigkeit verbergend fuhr die kleine Zauberlehrlingselfe fort. „Ich verstehe gut das euer Kriegerinnen diese Kräfte die in jedem Tier inne wohnen für den Kampf brauchen, da wir Elfen aber kein kriegerisches Volk sind und die Natur uns auch sonst genug zum überleben gibt brauchen wir kein Leben auszulöschen um das unsere zu stärken.“ Candia musst noch mal an den Satz denken der SandyLee gesagt hatte und ihr Atem stockte. Laut dachte sie „Hoffentlich habe ich nicht recht.“ Bestimmt und ernst fragte die kleine Elfe ihre Freundin besorgt: „Weist du ob es ein ein weibliches Wildschwein war?“ Besorgt schaute sie ihre Freundin von Amazonien an und versuchte die Antwort in den Gedankenbildern und Wortfetzen zu finden als sie, zwar nur eine sehr schwache, aber immerhin ein Verbindung mit SandyLee aufzubauen versuchte. Dies war ihr bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gelungen und der Zauberlehrling war selbst sehr überrascht über diese Fähigkeit. Doch trotz alledem fragt sie SandyLee noch mal: „War das Wildschwein das ihr getötet hattet eine Wildsau oder ein Eber? Bitte es ist wichtig“ Die Elfe der Einhörner schaute den beiden die ganze Zeit wortlos zu, doch dann…

SandyLee antwortete leise: „Es war ein Eber, eine Wildsau würden wir Amazonen nur töten wenn sie uns direkt angreift und es zum Überleben notwendig ist. Die Wildsau muss ihre Ferkel durch den Winter bringen um das Gleichgewicht im Wald zu erhalten.“ Fragend sah die kleine Elfe zu der ihr so vertrauten Xiue auf, sie war es die Candia in allem unterwiesen hatte. Den die Elfe der Einhörner nahm vor langer Zeit dass damals so verlorene zierlichen Geschöpf unter ihre Obhut. Candia konnte sich an nichts mehr erinnern, das geschehen war bevor die Hüterin der Einhörner sie bei sich aufnahm und sie mit all ihrer Fürsorge und Liebe wieder aus dem düsteren Geisteszustand herausholte. Xiue war wie eine Mutter für sie geworden, auch wenn sie immer sehr streng bei der Erziehung der kleinen Elfe war, war diese ihr sehr dankbar dafür. Auch das sie beim Zauberer der Elfen ihre Lehre machen konnte verdankte sie ihr. Immer wieder suchte Candia den Rat ihrer Ziehmutter bei schweren Entscheidungen und war erstaunt wie viel Wissen sie inne hatte. „Weist du vielleicht was da vorgefallen sein könnte?“ fragte der Zauberlehrling in Richtung Xiue. In Gedanken konnte sie sich nur einen Reim darauf machen. Der Schatten war schuld daran. Bei dem Gedanken an dieses düstere und böse Wesen lief es der kleinen Elfe eiskalt den Rücken hinunter, besonders nach ihrer letzten Reise in die Welt der Visionen. Nicht länger konnte sie ihre Unruhe verbergen und wollte auch nicht länger SandyLee im Ungewissen lassen, doch erst wollte das zierlichen Geschöpf abwarten was den nun Xiue sagen würde.

Traumbilder (Januar 2008)

Canida, die kleine ElfeDer Tag hatte so gut begonnen, doch nun plagte die kleine Elfe heftige Kopfschmerzen. Es schien ihr als ob jemand in ihre Gedanken eindringen wollte. Mit aller geistiger Kraft, die sie aufzubringen vermag, versuchte Candia die Barriere, die sie während der Meditationsübungen mit dem Zauberer Jan gelernt hatte, aufrecht zu erhalten, denn sie wollte keine Bilder des Krieges mehr sehen müssen. Jedoch durch die Konzentration, die sie dafür brauchte verstärkte sich der pochenden Schmerz nur zusehends, also entschloss sie sich an das Lagerfeuer, nahe dem Fluss, der in der Nähe von Junn´s Schlafplatz war, zurückzuziehen, um dort zu versuchen endlich zur Ruhe kommen zu können. An diesem Ort kamen die Kräfte aller Elemente zusammen und er barg eine ungeheure spirituelle Macht in sich, von der sich der Zauberlehrling Erleichterung erhoffte. Angekommen setzte sich das zierliche Geschöpf und begann zu meditieren. Doch nach kurzer Zeit entfuhr sie ihrem Körper und begegnete, in einer ihr völlig unbekannter Welt und in dieser Welt einem Wesen das völlig in Licht gehüllt war.

Ein Gefühl der Vertrautheit überkam die kleine Elfe. „Wer ist das? Warum habe ich nur so ein Gefühl der Geborgenheit?“ dachte Candia. Völlig überraschend fragte im gleichen Moment eine sanfte helle Stimme: „Erkennst du mich den nicht? Kannst du dich nicht an mich erinnern?“ Total verwirrt versuchte die kleine Elfe den Klang der Stimme zuzuordnen, doch sie wusste nicht wohin. Die Gestalt merkte dies und sprach weiter: „Nun gut, ich weiß das du mir nicht traust, doch hör mich erst an. Als ich dir das letzte mal eine Botschaft sendete war die Verbindung leider zu schwach, sodass die Bilder die ich dir sendete fehlerhaft waren. Es lies mir keine Ruhe, nun möchte ich dir zeigen wie du den Bernstein mit dem Amulett zusammen zu der erlösenden Waffe gegen euren Feind machen kannst.“ Sprachlos sah die Zauberlehrlingselfe die Richtung des Lichtes und versuchte immer noch verzweifelt etwas zu erkennen. Dann erklärte die Stimme ihr in allen Einzelheiten was sie zu tun hat, wenn es soweit ist und sie dem der sich Drough nannte gegenüberstand. Aufmerksam lauschte Candia, doch bevor sie auch nur eine weiter Frage in Richtung des Lichtes stellen konnte wurde sie jäh in ihren Körper zurückgezogen. Benommen sah sich die kleine Elfe um und erkannte noch Sindivan der über ihr am Himmel kreiste bevor sie in Ohnmacht fiel.

SandyLee dachte über die Aufgabe, welche nun auf sie zukam, nach und wie sie am besten vorgehen sollte. Als erstes entschied sie sich persönlich mit Candia zu reden. SandyLee packte ihre Tasche, ging zur Karawansei, wo sie Proviant einpackte und machte sich auf den Weg zu den Elfen. SandyLee nahm den Weg durch den Wald, der jetzt für die Amazonen frei war, weil der Elfen-Zauberer Jan den Zauber abgeändert hat. SandyLee brauchte einige Zeit, doch sie erreichte sicher ihr Ziel. Angekommen im Elfenland begann sie nach Candia zu suchen und rief immer wieder nach ihr, doch es kam keine Reaktion. Die anderen Elfen schienen auch alle ausgeflogen zu sein, oder sich gerade in der Himmelstadt aufzuhalten. SandyLee entschied sich daher erstmal Junn zu besuchen. SandyLee lief also Richtung Fluss, wo sie bemerkte, dass irgendetwas/irgendwer über ihr war. Sie konnte aber gegen das Licht der Sonne nicht erkennen wer oder was. Am Lagerfeuer angekommen sah sie Candia bewusstlos auf dem Boden liegen. SandyLee rannte schnell zu ihrer Freundin und versuchte sie erstmal zu wecken. Nur langsam kam Candia wieder zu sich. SandyLee packte Candia und brachte sie ins Haus der Heilerin der Elfen, wo diese sofort anfing Candia zu behandeln. SandyLee zog sich zum Brunnen zurück und wartete dort.

Nach Kamarias letzten Besuch bei den Amazonen zum Feuergespräch, hatte sie für mehr Verwirrung gesorgt, als sie eigentlich beabsichtigt hatte und der Tag des besonderen Lichtes rückte immer näher. Aber eins war ja mittlerweile klar. Eine Wesen, welches rein und unbefleckt sein sollte, solch ein Wesen war gefunden worden. Es sollte Candia von den Elfen sein, das hatte Kamaria schon gemerkt bei ihrem letzten Versuch mit ihr in Kontakt zu treten, dieser Besuch bei den Elfen hatte ja auch für Aufregung gesorgt. Kamaria dachte sich: „Ich werde ihr mal einige Energien der Erkenntnis zukommen lassen, damit in ihr die Kraft wächst die sie dringend braucht.“, „Ven govedich?“ mit diesen Gedanken versuche Kamaria Candia zu erreichen, „Man bedim len?“ Es war schwer, denn Kamaria hatte bisher noch keinen körperlichen Kontakt mit ihr, wenn sie Candia erreichte dann dürfte das reiner Zufall sein. „Nin govedich nan eithel? Ah, ich spüre was, es kommt ein Echo, aber verzerrt, voller Schmerzen, das ist nicht gut. im dravon a le awarthach had. Jetzt wird es klarer, ich muss näher ran. Da liegt sie und schläft, jetzt kann ich zu ihr…“

„Erkennst du mich den nicht? Kannst du dich nicht an mich erinnern?“ fragte Kamaria sie und fuhr fort, „Nun gut, ich weiß das du mir nicht traust, doch hör mich erst an. Als ich dir das letzte mal eine Botschaft sendete, war die Verbindung leider zu schwach, so dass die Bilder die ich dir sendete fehlerhaft waren. Es ließ mir keine Ruhe, nun möchte ich dir zeigen wie du den Bernstein mit dem Amulett zusammen zu der erlösenden Waffe gegen euren Feind machen kannst.“ Kamaria zeigte ihr Bilder, wie es sein musste, um Drough außer Gefecht zu setzen. Die Schattenfrau wischte die restlichen Bilder wieder weg, und verschwand aus ihrem Kopf und gab ihr die Ruhe dies zu verarbeiten. Es wurde auch Zeit, denn es nahte Besuch. Mit dem Gedanken: „no tiriel!“ verließ Kamaria wieder ihren Geist. Aber ihr war klar, das das nicht aus reicht, es muss noch mehr geschehen.

Traumbilder, sie sprachen von Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart und Junn konnte kaum glauben, dass diese Kunstwerke aus der Hand des Schatten stammen sollten. Und doch, als sie so aus den Augenwinkeln, zu diesem blickte, war sie sich mehr als sicher, dass sie genau dies taten. Wie viel Leid mochten diese Augen schon gesehen haben? Wie viele Jahreszeiten waren an ihm vorbei gestrichen? Und wann hatte sich der Schmerz in diese Augen eingebrannt?

Birgt dein Herz auch Hoffnung?

Glaubst du daran, dass sich alles zum Guten wendet?

Dass dich die Schatten nicht verschlingen?

In der Gewissheit, dass die Sonne deinen Weg erhellen wird?

Doch mit jedem Tropfen der roten Flüssigkeit, mit jedem neuen Schmerz, der durch sie strömte, wurde die Erinnerung größer. Zähe Gedanken, die nicht mehr ihre gewesen waren, kamen zurück, so als würde man einen Schleier lüften. Erinnerungen, die wie schillernde Seifenblasen an ihr vorbei zogen, nur um vor ihren Augen zu zerplatzen. Und hinter dem angehobenen Schleier zeigten sich Bilder. Bilder, die sie innehalten ließen, die Zweifel über die Richtigkeit des momentanen Geschehens schürten. Und dann, dann wusste sie es. Einst verband sie und dieses Wesen, welches bereit war sie zu töten ein Band, das zarte Band aufkommendes Vertrauen, so waren sie doch fast Freunde gewesen. Nur spärlich wich sie zur Seite, als ihr Gegenüber erneut bereit war zu töten. Das verletzte Bein knickte unter der recht geringen Last des schmalen Körpers ein und ruhte schließlich unbrauchbar auf dem Knie, welches auf die kalte Erde gesunken war. Erde, die so eisig war, wie das Herz ihres Gegners. Ein Herz, das nun wohl so schwarz gefärbt war, wie die kohlrabenschwarzen Augen, welche sie zu durchbohren schienen, bereit sein Leben auszuhauchen. Doch kein Laut entkam der geschundenen Kehle, nur die sonst so strahlenden Augen sahen nun trübe vom Schmerz tief in die des anderen, als könnten sie so dessen Seele erreichen und die selben Erinnerungen wecken. Zum Scheitern verurteilt, prallte sie auf eine Mauer, errichtet aus Hass und Verzweiflung. Erneut wollte der Gegner angreifen, doch diesmal erwehrte Junn sich seiner nicht, sondern ließ mit einem lauten Scheppern, den Bogen zu Boden fallen. Lange hallte, jener Laut in ihrem Kopf weiter und noch viel länger, diese kleine nagende Stimme, welche ihr Fragen zu wisperte, auf die sie keine Antworten finden konnte. `Wie hatte er nur vergessen können?` Der Gegenüber stoppte vor der knienden Amazone und erwiderte den Blick, während er mit dem rechten Fuß gegen den auf dem Boden liegenden Bogen trat. Ganz so als wollte er nicht gegen eine Unbewaffnete Kämpfen. Doch war da nicht vielleicht mehr? Vielleicht fing auch er an sich zu erinnern? Nur gedämpft, als wären sie weit fern, auch wenn sie doch so nah waren, nahm Junn die anschwellenden Stimmen von Außerhalb war. Stimmen, die ihr nichts Gutes brachten. „Töte! Töte endlich diese Elfen!“ Hart und ohne Gnade erklangen sie immer wieder erneut, jagten eisige Schauer über ihren Rücken.

Das Schwert wurde erhoben, der Bogen mit einem kräftigen Tritt beiseite geschmettert, so dass er mit einem lauten Knall gegen eine der hohen Felswände prallte, waren die Vorsätze gegen eine Unbewaffneten mit einem Male vergessen. Unerreichbar war der Griff für Junn geworden, die nur gepeinigt aufkeuchen konnte. Trotz allem, suchte sie erneut den Augenkontakt und diesmal gelang es ihr. Ein Blick aus hellen Augen, der sich seinen Weg bahnte, bis er durchdringen konnte, durch die Schwärze. Der Augenkontakt wurde tiefer, wurde fester wie ein Fluss, der die beiden Gegner mit sich riss. Doch als sie drohten zu ertrinken, in einem Wirbel aus Erinnerung und Schmerz, war es Junn, welche den Blick senkte. Nein so wollte sie es nicht erzwingen, so konnte sie es einfach nicht. Denn das Wesen vor ihr war oft genug zu Dingen gezwungen worden, hatte oft genug den eigenen Willen gebrochen bekommen.

Kurz sank das Schwert, welches sich kurz zuvor eindeutig auf ihr Herz gerichtet hatte und Fragen kamen auf. „Frau, wer bist du?“ Ein schmales Lächeln auf den Lippen von Junn, er musste sie doch erkennen und sich ihrer Freundschaft erinnern. Doch stechender Schmerz beendete den Traum der Hoffnung und kraftlos sank der Körper von Junn zu Boden, als sich die Klinge den Weg in ihren Körper suchte. Rot färbte die vertrocknete Erde. Trauer zerbrach die Augen von Junn und mühevoll versuchte sie dem harten Erdreich zu entkommen, sich zu erheben und auf ihr Gegenüber zu zugehen. Eisiges Feuer brannte in der Seele. Warum nur? Warum verstand sie nicht? Warum musste dies alles Geschehen? Einst war ihr das Geschenk des Lebens überreicht worden, doch nun würde es ihr wieder genommen werden, genommen von einem Freund. Das letzte bisschen Freiheit erstickte und nichts blieb mehr übrig, außer der sie verschlingenden Dunkelheit, welche sich über sie legte, wie ein Mantel, bereit ihr lebenslicht für immer zu verbergen. Mit Tränen, in den Augenwinkeln verborgen, versuchte Junn die Gestalt zu erreichen, die wie angewurzelt da stand, nur der eisige Wind zerrte an den dunklen Haaren. Nie mehr würde sie die Schönheit des Lebens genießen, hinaus in Abenteuer ziehen können und auch der letzte Schleier fiel hinab, gab die letzten Erinnerungen frei.

Ein tiefer Atemzug noch und dann… Junn riss erschrocken die Augen auf. Noch niemals zuvor hatte sie einen Traum derart intensiv gefühlt. Fast körperlich spürte sie die Spitze des Schwerts in ihrer Brust. War dies eine Vorahnung auf den nahen Kampf? Sie beschloss ihre Gefühle in sich zu verbergen und keinem zu erzählen.

Mit einen erschreckenden Satz setzte sich die kleine Elfe Candia auf. „Was war geschehen? Wo bin ich?“ Ihr Kopf schmerzte immer noch und nur langsam erinnerte sie sich an das Geschehene. Vorsichtig versuchte das angeschlagene Elfengeschöpf aus dem Bett aufzustehen, in dem sie lag. Sie suchte nach etwas in der Nähe an dem sie sich aufstützen konnte, sah sich um und erkannte das sie im Haus der Heilerin war. Candia zog schließlich einen Stuhl, der nahe dem Lager stand, zu sich und zog sich an diesem auf ihre zitternden Beine. Ein unbedachter Schritt des Zauberlehrlings und schon war es geschehen. Mit lautem Getöse fiel der Stuhl und mit ihm Candia zu Boden. Mit schmerzverzehrtem Gesicht kniete sie sich hin und versuchte erneut ihr Gleichgewicht wiederzufinden. Endlich hat sie es geschaft und war an der Tür angelangt. Vorsichtig machte sie diese auf und hofft jemanden davor anzutreffen. Doch sie war erstaunt wenn sie dann erblickte. Ein etwas gequelltes Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht.

Die Auserwählte (Januar 2008)

Gegen Mittag entschied sich SandyLee dann endlich mal aufzustehen, auch wenn sie momentan bei der empfundenen Kälte in Amazonien lieber in den Fellen geblieben wäre. Schlecht gelaunt und irgendwie mit einem unangenehmen Gefühl machte SandyLee ihren Rundgang durch Amazonien. Überall blickte sie in verwirrte Gesichter. Ihre Schwestern waren also genauso wie SandyLee von der aktuellen Situation verwirrt und wussten nicht was und wem sie glauben sollen.

SandyLee ging zum Schrein der Aenigna (Göttin der Späher/des Windes) und meditierte eine Weile bis sie aufsprang und laut rief „Ohne mich, wenn hier jemand ein böses Spiel mit uns Amazonen treibt, dann wird er mich kennen lernen.“ SandyLee erschreckte selbst dabei, denn sie ist keine Kämpferin, was soll sie ausrichten? Es muss was mit ihrer Verbindung zu Candia und den Elfen zu tun haben. SandyLee spürte das die Elfen auch verunsichert sind… wie mag wohl der Bericht von Candia bei den Elfen ausgefallen sein? Wäre SandyLee an Stelle von Candia würde sie nicht mal den Schinken anrühren den sie Candia als Geschenk für die Elfen mitgegeben hat. Ob die Elfen auch so misstrauisch sind? SandyLee rannte zum Sanctum und wollte die Hoheiten bitten den Elfen ein Zeichen zu geben, dass wir sie nicht verraten würden … doch schon vom Weiten hörte sie ihre Donnergöttin die Arbitra. Wenn SandyLee selber schlecht gelaunt zur Arbitra gehen würde, die selber momentan extrem unter Spannung steht, dann gäbe es kein Feuerwerk, sondern einen Vulkanausbruch… also drehte SandyLee um und ging ins Späherhaus um dort ihre Aufzeichnungen zu durchforsten. Irgendwas könnte sie übersehen haben, irgendwas lebenswichtiges.

SandyLee schrieb eine kleine Notiz:

„Liebe Hoheiten, heute Abend reise ich mit den Kriegern zu den Elfen. Ich werde mich dort in die Bibliothek begeben. Kann ich dort nach bestimmten Rätseln/Fragen forschen? Wollt ihr den Elfen eine Nachricht zukommen lasst?

Liebste Grüße eure Gefährtin der 7 Winde“

Sie nahm eine Taube und schickte sie mit der Nachricht ins Sanctum. SandyLee klopfte sich auf die Schultern, so hat sie der Arbitra ihre Fragen zukommen lassen ohne selbst in Gefahr zu kommen vorlaut was falsches zu sagen. SandyLee pfiff und lief hüpfend zum Fluss, wo sie sich ein wenig frisch machte. Für einen kurzen Augenblick waren die Sorgen vergessen.

„Hier“, rief Amelie und wedelte mit einem Stück Papier und lachte, „ich sagte doch, sie fürchten dich“ Wortlos nahm Atrista ihr den Fetzen aus der Hand. „Was haben bloß alle? Diese Sandy ist, seit sie bei den Elfen war ein bisschen komisch, ziemlich verweichlicht“, leicht erzürnt knurrte Atrista in Richtung des Späherhauses. „Nichts haben die verstanden, rein gar nichts, strategisch können die grade mal noch eine Wildsau erledigen“. Amelie merkte wie ihre Freundin sich in Rage redete und versuchte sie zu beschwichtigen: „Was soll ich ihr zu Antwort geben?“ „Sag ihr sie soll ihre Freunde beruhigen, wir brechen kein Bündnis, wir taktieren… ach sag ihr doch was du willst, vielleicht versteht sie dich besser“ Amelie schüttelte den Kopf; „soll ich ihr auch eine Brieftaube schicken?“ „Nein, wohl besser keine Witze heute mehr“, Amelie konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und machte sich auf den Weg zum Kartenhaus

Jadzia sass in einer sonnigen Waldlichtung und hielt eine kleine Mittagsrast von der Jagd. Sie dachte über die Ereignisse der letzen Tage nach. Diese Richterin, sinnierte sie, ich bewundere sie, ich verehre sie, ja ich vergöttere sie geradezu! Aber manchmal erschreckt mich dieses Weib wirklich. Jasemin töten!! Bloß weil das kleine vorwitzige Ding etwas gelauscht hatte. Selbst bei dem Gedanken schnaubte Jadzia. Hättest du es getan, fragte sie sich selber, wenn es die Arbitra befohlen hätte? Ohne mit der Wimper zu zucken dachte sie: „Ja!“ Sie hätte sich selbst auf der Stelle getötet wenn es die Richterin verlangt hätte. Ihre Gedanken schweiften zu dem Schatten, der Amazonien bedrohte. „Warum fürchte ich mich nicht vor ihm?“ grübelte sie angestrengt. Sie hatte doch schon einmal eine kleine Kostprobe von seiner Macht am eigenen Leibe erfahren, aber sie empfand keine Angst vor dem Popanz. Die Aussicht dass ihre Königin vor dem knien sollte, behagte ihr gar nicht, aber dann überlegte sie, dass eine klug ausgedachte Finte, um den Feind in die Falle zu locken, keine Schande wäre. Nun alles Grübeln bringt nicht s dachte sie. Die Hoheiten werden schon dass richtige tun, dessen war sie sich gewiss. Sie stand auf um wenigstens einen Hasen zu erwischen, sie wollte nicht mit leeren Händen nach Ama zurück und sie freute sich sehr auf den bevorstehenden Besuch im Elfenland.

Diese Spannung, die Atrista um sich herum aufbaute, war es fast unerträglich. Aber Amelie konnte sie gut verstehen. Bis zu dem Zeitpunkt ihrer Vereinigung mit Kamaria, war sie auch voller Spannung, aber durch die Bilder, die sie gesehen hatte, verlor sie einen großen Teil der Spannung, sodass sie diesem Problem „Drough“ gelassener entgegen sehen konnte. Mit diesen Gedanken begab sie sich auf den Weg zum Kartenhaus, indem sie vermutete, dass sie dort SandyLee antreffen würde. Am Kartenhaus angekommen, hörte Amelie schon Sandy mit Papier rascheln und vor sich hinmurmelnd so wie es diese Art der Katzen machen. Es war kein schnurren, es war mehr ein grummeln. Amelie trat ein und SandyLee schaute sofort auf. „Sandy, wir haben deine Nachricht erhalten“ mit diesen Worten legte sie ihre Hand auf die ihre: „mach dir keine Gedanken. Unsere Taktik ist die, dass wir dem Drough das Gefühl geben wollen, dass er gewonnen hat und ich, die Königin, ihm helfen werde an Junn heranzukommen. Aber du kannst doch verstehen, dass dies eben nur eine Taktik ist und es bedarf eine ganz genaue Vorbereitung, da wir für dieses Vorgehen nur einen Versuch haben werden. Aber wir warten jetzt erst einmal ab was der Besuch der Kriegerinnen im Elfenland ergibt und dann haben wir eine bessere Grundlage weiter zu planen.“ Amelie bemerkte, dass Sandy ihr glaubte und das Grummeln ging in ein entspanntes Schnurren über. Sie zeigte ihr noch einige Notizen und Unterlagen, die sie aus dem Elfenland mitgebracht hatte.

Hundemüde und völlig erschöpft kamen die Krieger in ihrem Camp an. Die Reise in das Elfenland war jedes Mal eine Strapaze und verlangte alles ab. Cindy entband die Mehrzahl der Krieger von ihren Aufgaben, sie sollten sich ausruhen und alsbald diejenigen ablösen, die jetzt noch das Land zu bewachen hatten. Jadzia und Smaragd ließen es sich nicht nehmen sofort in das Sanctum zu eilen um den beiden Hoheiten den Schutz angedeihen zu lassen der ihnen zustand. Cindy die Kriegerin des Feuers setzte sich im Camp an das Feuer und versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Gestern waren sie im Elfenland angekommen und wurden von der kleinen Elfe, dem Zauberlehrling Candia freudig in Empfang genommen. Cindy schmunzelte bei der Vorstellung wie ihre Krieger nicht lange fackelten und sofort in alle Richtungen ausschwärmten um das Land zu erkunden. Einige der Elfen, die nicht so vertraut waren mit den Vorgängen staunten erschrocken über die Selbstverständlichkeit mit der fremde bewaffnete Krieger durch das Dorf zogen und sich jede einzelne Hütte betrachteten. Kein Hinterhof wurde ausgelassen, kein Fenster, welches nicht auch noch als Versteck und Beobachtungsposten diskutiert wurde. Jeder Baum wurde als mögliches Versteck angesehen. Manche Bäume bekamen ein Kreuz aufgemalt, ein Zeichen, dass dieser Baum im Weg war und gefällt werden musste. Cindy war in der Zwischenzeit mit einigen Kriegern unter der Führung der Elfe Candia zur Drachenhöhle gegangen um sich davon zu überzeugen, dass auch der Weg zu dem Drachen gut geschützt werden konnte.

Der Schatten durfte nichts von dem Drachen mitbekommen und erst zum Schluss wenn die Lichtwaffe wirklich ihre Wirkung entfaltet hatte sollte der Drachen zum Einsatz kommen und dem Schatten die böse Macht ausbrennen. Als die Delegation wieder am Dorfplatz angekommen war herrschte dort helle Aufregung. Die Elfen standen verschüchtert im Kreis und alle sprachen durcheinander. Erst als die Königin auftauchte und die fremden Krieger freundlich begrüßte ließ die Aufregung langsam nach. Die Königin erklärte ihren Elfen warum hier so viele Krieger anwesend waren und, dass die Elfen dankbar wären über den Einsatz der Amazonenkrieger. Als dann noch die Krieger von ihren Streifzügen zurückkehrten und sich um ihre Anführerin versammelten wurden die Erkenntnisse ausgetauscht. Die Königin versprach den Amazonen alles so herzurichten wie es die kampfgewohnten Amazonen vorschlugen. Cindy hatte sich alles viel schwieriger vorgestellt. Aber das Land der Elfen und die Bebauung gaben die Strategie vor. Der Dorfplatz war wirklich geeignet. Man musste nur erreichen, dass der Schatten sich in die Mitte begab. Wenn aber dort sein vermeintliches Opfer saß sollte dies kein Problem darstellen. Die Häuser, Bäume und Büsche rings um den Dorfplatz boten ideale Versteckmöglichkeiten. Noch an Ort und Stelle verteilte Cindy die Aufgaben an jede einzelne Kriegerin. Je nach ihren Fähigkeiten wurden den Kriegerinnen ihre Verstecke zugewiesen. Diejenigen die besonders gut mit Speeren umgehen konnte etwas näher zum Dorfmittelpunkt, die Bogenschützen etwas entfernter. Alle wurden ermahnt möglichst aus der Deckung heraus zu handeln um eigene Verluste zu vermeiden. Cindy zweifelte nicht daran, dass ihre Kriegerinnen alles geben würden um ihre Schwester Junn zu schützen und um Derjenigen die den Bernstein zum Einsatz bringen sollte den Weg und den Rücken freizuhalten. Es gab nur ein Problem, ein Problem das aber die Krieger nicht lösen konnten, das Problem war die Zeit. Der Schatten war ein Freund der Nacht und würde hier auftauchen wenn es dunkel war. Wenn er dann ohne zu zögern Junn angriff dann war alles umsonst, dann hatte niemand eine Chance.

Cindy dachte angestrengt nach. Der Schatten war machtgierig und er liebte Spielchen. Er wird es sich nicht nehmen lassen seinen Triumph auszukosten. Wenn Junn etwas mitspielte, dann konnten sie ihn solange beschäftigen bis die Sonne den richtigen Stand erreicht hatte. Wenn er aber das Spiel vorher beenden wollte, dann mussten die Krieger ihn eben solange beschäftigen bis der Bernstein zum Einsatz kommen konnte und das würde bedeuten, dass es dann sehr viele Verletzte oder Tote gab. Cindys Plan war, den Hoheiten klar zu machen, dass sie alles tun mussten um dem Schatten in der Stunde seines Triumphes zu schmeicheln, der Mistkerl sollte seine letzten Minuten genießen. Den Rest würden die Krieger erledigen.

Cindy war soweit zufrieden. Sie stand auf und machte sich auf den Weg in das Sanctum um den Hoheiten zu berichten. Im Sanctum traf sie Amelie und Atrista mitten in der Diskussion wie sie dem Schatten ein Bündnis vorgaukeln wollten. So sehr Cindy diesen Plan abgelehnt hatte als sie zum ersten Mal davon hörte, so sehr kam ihr jetzt genau die Strategie zu gute. Ohne Umschweife kam Cindy darauf zu sprechen und erklärte den Hoheiten dass es notwendig war, den Schatten in Sicherheit zu wiegen und ihn darin zu bestärken, dass er nun das mächtigste Wesen werden kann. Dann erläuterte Cindy noch was sie in die Wege geleitet hatte und wie der Besuch bei den Elfen abgelaufen war. „Wir sollten seine Eitelkeit pflegen, wir werden viel Zeit brauchen“, sagte Cindy zum Schluss ihres Berichtes. Jadzia und Smaragd nickten zustimmend zu den Ausführungen ihrer Anführerin. Cindy verneigte sich vor den Hoheiten. „Mit eurer Erlaubnis werde ich mich jetzt zurückziehen, ich brauche Schlaf und schon bald werde ich die Krieger wieder versammeln um alles zu besprechen.“ Amelie dankte der Kriegerin des Feuers: „ja gehe beruhigt, wir alle brauchen jetzt etwas Schlaf“, und mit einem Blick auf Atrista die bereits in Gedanken den Bericht der Anführerin verarbeitete, „wir brauchen Schlaf und müssen nachdenken.“

Die Besichtigung der Amazonen im Elfenland, zur Erstellung einer Taktik, für den letzten Kampf gegen den Schatten Drough, war soeben zu Ende gegangen. Candia war froh das wenigstens die Amazonen einen Plan zu haben schienen. Den das sanfte Elfenwesen selbst fühlte sich macht- und ratlos, ja sie hatte sogar schreckliche angst vor dem Tag der mit rasender Geschwindigkeit näher zu kommen schien. Am Fischteich sitzen dachte sie über die Ereignisse der vergangenen Tage nach. Vor einigen Tagen streifte die kleine Elfe in Gedanken versunken durch das Elfenland Richtung Bibliothek. Die Königin hatte ihr aufgetragen auf die Nachricht, die Cindy die Amazone ihr gesandt hatte zu beantworten. Auf ihrem Weg formulierte sie schon die Worte die Sie schreiben wollte. Angekommen in den Räumen, wo alles Wissen gesammelt war, setzte sie sich und begann die gedachten Worte nieder zuschreiben:

„Seit gegrüßt edle Amazone,

habt dank für eure Nachricht. Ich möchte euch mit dieser Nachricht mitteilen das meine Königin Annemarie einverstanden ist, dass das Treffen am Freitag um 20.30 Uhr stattfindet.

Mit den besten Grüssen an die stolzen Kriegerinnen der Amazonen und ihre Hoheiten.

Die kleine Elfe Candia“

Noch einmal las sie es durch und ging danach auf die Suche nach den Tauben. Sie fand eine mitten auf dem Dorfplatz. Sie saß beim Lagerfeuer auf einem der rundum liegenden Baumstämme und schien geradezu auf Candia zu warten. Vorsichtig ging die kleine Zauberlehrlingselfe auf den Boten der Lüfte zu, strich ihm über sein Gefieder und band vorsichtig die Nachricht an sein Bein und entließ ihn in sein luftiges Element. „Mögen die Sterne dir gesegnet sein gefiederter Freund“ schickte sie Vogel in Gedanken hinterher. Beim Feuergespräch, zu dem sie von den Amazonen eingeladen worden war, war etwas erschreckendes geschehen.

Endlich war es soweit, die Amazonen kamen, um sich die Situation im Land der Elfen genau anzusehen und strategische und taktische Fragen zu klären. Gespannt auf die Freunde aus weiter Ferne wartete die kleine Elfe in mitten des Dorfplatzes auf die Ankunft der Amazonen. Junn kam und leistete ihr Gesellschaft, denn sie schien nicht verpassen zu wollen all ihre Freunde wiederzusehen. Als die Anführerin der Feuerkriegerinnen im Elfenland ankam, brachte sie auch all ihre Kriegerinnen mit, auch SandyLee war bei ihnen. Die kleine Elfe freute sich ihre Freundin die Gefährtin der 7 Winde wiederzusehen und auch die Amazonen waren erfreut Junn fast schon völlig genesen vor sich stehen zu haben.

Nachdem sich alle begrüßt hatten, lernte Candia auch einige Amazonen, die sie bist dahin noch nicht kannte, kennen. Darunter waren auch Kriegerinnen die sie noch nicht kannte. Anschließend begann Cindy, die Anführerin, ihren Kriegerinnen einzuweisen was sie zu tun hatten. Wehrendessen gab auch ihre Hoheit die Königin Annemarie der Elfe und den Amazonen die Ehre und gesellte sich zu ihnen. Da die meisten der Amazonen noch nie im Elfenland waren, bat Annemarie darum das Candia eine kleine Führung zu machen, so das sie auch den Rest des Landes kannte, um vorbereitet zu sein sollte etwas geschehen das nicht eingeplant wurde. Zuerst zeigte die zierliche Elfe dem Besuch die Höhle ihres Drachen und auch die Höhle in der Junn gepflegt wurde. Cindy stellte Junn auch noch die neuen Novizinnen vor Samantha und LilithNC. Am Schluss der Führung durch das Land zeigte Candia ihnen auch noch das Himmelsgefilde. Die Amazonen fühlten sich zwar sichtlich nicht wohl als sie auf den Wolken laufen mussten, doch gleichzeitig waren sie überwältigt gegenüber der Schönheit die sie dort fanden. Zuerst besichtigten sie den Kristallpalast und anschließend auch den Palast in dem die Königin wohnt, dort trafen sie auch sogleich auf ihre Hoheit Annemarie. Nach der Besichtigung des Himmels versammelten sich alle wieder beim Dorfplatz und die Anführerin der Feuerkriegerinnen ging nochmal alles mit ihren Amazonen durch. Wo wer stehen sollte und sie machte auch allen Amazonen klar das sie sich darum kümmern müssen, das auch die Elfen sich verstecken, wenn es soweit ist.

Dann verabschiedeten sich alle Amazonen und machten sich wieder auf den Weg nach Amazonien. Auch Junn ging nun wieder in die Höhle zurück, doch zuvor fragte sie noch ob es der kleinen Elfe gelungen ist der Elfenkönigin ein Geheimnis, das sie scheinbar bewahrte, zu entlocken. Denn es war schon einige Zeit her da deutete die Hoheit etwas an. Den Satz den sie damals sagte ging der kleinen Elfe nicht mehr aus dem Kopf, damals meinte sie: „Ihr werdet euch bald viel zu erzählen haben, ihr Zwei.“. „Junn hat recht. Ich sollte die Hoheit fragen was es damit auf sich hat.“ dachte sie sich im Stillen. Als auch Junn gegangen war, machte sich Candia auf den weg in ihr Bett. Denn der Tag war anstrengend und etwas schlaft würde ihr sicher gut tun. Endlich war der Tag gekommen, SandyLee wird mit den Kriegern ins Land der Elfen reisen und ihre Freundin und Seelengefährtin Candia wiedertreffen. Erwartungsfroh ging SandyLee ins Lager der Krieger, welche bereits ums Feuer versammelt waren. Die Krieger waren alle sehr aufgeregt und erzählten sich die wildesten Geschichten. Immer wieder hörte SandyLee „Hast du schon gehört….“, „Das Elfenland ist verzaubert“, „Die Elfen können fliegen“, .

Dann endlich erhob die Kriegerin des Feuers ihr Wort und rief alle zur Ruhe auf. Sie erklärte kurz nochmal die Mission und dann den Ablauf der Reise. Kurz darauf befanden sich die Krieger und SandyLee auf dem Platz bei den Elfen, wo sie von Candia begrüßt wurden. SandyLee stürmte auf ihre Freundin zu um sie herzlich zu umarmen. Gleichzeitig begannen die Krieger wie ein Bienenschwarm auszuschwärmen und nahmen das ganze Land in Beschlag. Schnell waren die ersten Pläne geschmiedet und die besten Plätze gefunden. Daraufhin begannen sie mit dem Rundgang der sie zum Drachen führte, der unter Leitung der Elfen für die endgültige Lösung des Schattenproblems führen soll. Zumindest was diesen Schatten angeht. SandyLee war sich mit den anderen Schatten nicht so sicher wie die Hoheiten. Natürlich war auch Junn bei dem ganzen Geschehen dabei, obwohl ihr viele der Kriegerinnen fremd waren. In der letzten Zeit ist eine neue Generation junger und tatendurstiger Kriegerinnen herangewachsen.

SandyLee besprach mit Candia das Vorgehen der Späher in dem Kampf und erklärte das die Späher zur Sicherheit bei den Elfen bleiben. Außerdem wird SandyLee mit ihren Späherkolleginnen dafür sorgen, dass die Kriegerinnen sich nicht zu sehr wie zuhause benehmen und dran Denken wo sie zu Gast sind. Als Späher ist man halt mehr darauf bedacht, nicht aufzufallen und sich seiner Umgebung anzupassen. Die Kriegerinnen sind es eher gewohnt alles umzuwalzen was ihnen in die Quere kommt und gerade die jüngeren Kriegerinnen waren noch nicht in fremden Ländern. Danach verlies SandyLee die Gruppe, verabschiedete sich besonders bei ihrer Freundin Candia und dann machte sie sich auf den Weg in den Wald, wo sie noch ein paar Aufgaben zu erledigen hatte. SandyLee war zufrieden mit dem Tag und erreichte spät in der Nacht Amazonien, wo sie in der Karawansei einige der Krieger traf, die sich alles immer wieder erzählten und die daheimgebliebenen mit großen Augen dabei sitzen ließen. Früh stand die kleine Elfe auf, ging vor die Tür und streckte sich erst mal ausgiebig. Es war ein herrlicher morgen, nichts lies ahnen, was sich im Hintergrund dieses Scheins verbarg. Hungrig und leichtfüßig ging Candia Richtung Speisekammer. Dort holte sie ein Stück des Schinkens, den sie von SandyLee geschenkt bekommen hatte. Sie wollte wissen was es ist und wie es schmeckte, den Elfen kennen diese Art der Nahrung nicht, zumindest der kleine Zauberlehrling wusste nicht was es war. Zurück im Heim der kleinen Elfe setzte diese sich hin und bis neugierig in das Stück hinein. Verwundert über den ungewohnten Geschmack und gleichzeitig erstaunt wie gut es schmeckte, fragte sich das zierliche Wesen aus was es wohl bestehen könnte. Als sie alles aufgegessen hatte entschied sie sich SandyLee auch etwas zukommen zu lassen.

Lautlos, um keine der anderen Elfen aufzuwecken, streifte Candia Richtung Blumenwiese. Dort angekommen begann sie sanft den Blumen den Morgentau abzustreifen und ihn in einem kleinen Fläschchen zu sammeln. Dann gab sie noch etwas vom süßesten Nektar hinzu den sie finden konnte und verschloss das Gefäß. Als die Zauberlehrlingselfe auf ihr Geschenk sah dachte sie nur: „Das ist zu wenig.“ und fragte sich „Was könnten die Amazonen den noch gut gebrauchen?“ Im Wald entdeckte sie dann die goldenen Haare eines Einhorns und sie erinnerte sich das Junn einmal sagte das diese sehr viel Zauberkraft besaßen, also packte sie diese in ein kleines Kuvert und schrieb mit filigraner Schrift darauf „Für Mai, die Schamanin Regina der Amazonen“. Doch es schien ihr immer noch nicht genug, also fügte sie in ein weiteres Kuvertchen noch etwas Elfenstaub und hoffte das die oberste Priesterin Mascha eine Verwendung dafür finden würde. Zum Schluss schreib sie noch einen kleine Botschaft an ihre Seelenverwandte:

„Liebste SandyLee,

da du mir solch ein wunderbares Geschenk gemacht hast, möchte auch ich dir etwas schenken. Doch nicht nur dir sonder euch eurer obersten Priesterin und natürlich der Schamanin Regina der Amazonen. So bitte ich dich meine Geschenke weiter zureichen. Ich hoffe ihr habt Freude daran.

Doch ich habe auch eine andere Neuigkeit für eure Hoheiten, die Königin Amelie und die Richterin Atrista.

Ich hatte schon vor längerer Zeit einige Visionen, ich wollte dich jedoch nicht beunruhigen. Nun da der letzte Kampf immer näher zur rücken scheint, hab ich mich dazu entschieden, dir doch davon zu erzählen.

Das erste mal als ich in einer Traumwelt war, waren die Bilder die ich erhielt recht unklar und verwirrend, damals sah ich nur das Amulett das ich von Junn erhalten hatte und einen Lichtstrahl der dem Schatten scheinbar Schmerzen bereitete, doch die zweite Vision war klarer und geordneter sie zeigte mir die Waffe mit dem eingefassten Bernstein die ihr, die edlen Amazonen, gefertigt habt, wie er vom Licht im Elfenland getroffen hell erleuchtete und einen Strahl aus Licht auf das Amulett richtete. Das Amulett erstrahlte ebenfalls und warf dann einen ebenso strahlenden Lichtschweif von sich.

Leider konnte mir unser Zauberer nicht sagen weshalb ich solche Tagträume habe und was sie bedeuten könnten. Vielleicht wissen eure Hoheiten mehr darüber, den in unseren Schriften habe ich leider nichts gefunden.

Solltet ihr etwas in Erfahrung bringen, so bitte ich dich mir das mitzuteilen.

Deine dir immer verbundene kleine Elfen Candia“

Kaum hatte sie diesen Brief geschrieben, schritt sie nach draußen und suchte den Adlerhorst auf. Dort rief sie ihren Freund Sindivan den Adler herbei und bat ihn die Geschenke und den Brief zu ihre Freunde in Amazonien zu bringen. Als er einwilligte entsendete sie in mit den Worten: „Aber erschreck mir die kampfbereiten Kriegerinnen nicht!!!“

Aufgeweckt durch die Rufe eines Adlers kam SandyLee aus ihren Fellen und ging zum Ausgang ihrer Hütte. Dort sah sie einen Adler kreisen. SandyLee bemerkte, dass er etwas bei sich führte. Sie konnte aber nicht erkennen was. In immer enger werdenden Kreisen näherte sich der Adler der Hütte von SandyLee und rief immer wieder. Diese Rufe müssten ihr gelten, dachte sich SandyLee und hob ihren Arm zum Winken, als der Adler auf sie zustürzte und SandyLee fast umschmiss. Als SandyLee wieder aufstand, lag ein Päckchen vor ihr und der Adler flog davon. SandyLee nahm das Päckchen an sind und entnahm einen Brief.

SandyLee begann zu lesen und entnahm nach und nach
- das Kuvert für Mai
- das Kuvert für Mascha
- das kleine Fläschchen mit dem Morgentau und Nektar

Danach las sie die Neuigkeiten für die Hoheiten. Das ist wichtig, dachte sich SandyLee und verschob ihr Bad im Fluss und lief ins Sanctum, wo auf die beiden Hoheiten beim Frühstückskaffee traf. Sofort ging sie zur Arbitra und legte ihr den Brief von Candia vor.

Die Arbitra las den Brief einmal leise und dann laut, damit auch die Königin die Neuigkeiten erfuhr. Und weil die Informationen zu wichtig waren, las sie den Brief noch einmal vor. Daraufhin nahm SandyLee den Brief wieder an sich und wartete auf die Reaktionen der Hoheiten, doch die beiden schwiegen. SandyLee schaute sich das einige Zeit an, verkniff es sich aber zu fragen. War es nur das die beiden schlecht geschlafen hatten und daher so ruhig waren, oder hatte es mit den Informationen zu tun? Oder war es mehr? Vermutlich waren beide besorgt, weil die Informationen bedeutete, dass die Amazonen auf eine kleine Elfe angewiesen waren, um den Schatten zu besiegen. SandyLee, die im Sanctum bei den Hoheiten aufgewachsen ist, wusste das es in der Situation besser wäre sich zurückzuziehen. Leise murmelte sie ein „Pallas beschütze Euch“ und ging langsam Richtung Ausgang vom Sanctum.

Nachdem SandyLee das Sanctum verlassen hatte, traf sie auf die dicke Dina, dann konnte Mascha auch nicht fern sein. Ein Blick in den Wald zeigte dann auch schnell, dass sie Recht hatte. Dort fand sie Mascha beim Beeren sammeln. SandyLee ging zu Mascha und überreichte ihr das Kuvert von Candia. Mit einem „Danke SandyLee“ nahm Mascha das Kuvert auf dem ihr Name und auf elbisch „Elfenstaub“ stand. Danach fing Mascha wieder an Beeren zu sammeln. „Auch so gesprächig heute“ dachte sich SandyLee und ging weiter in das Gebiet der Druiden. SandyLee fand es immer unheimlich dort rumzulaufen und so kam es, dass mit einem Blitz und viel Nebel plötzlich Mai vor ihr stand. SandyLee knurrte Mai an, die offensichtlich einen neuen Trick ausprobiert hat und hoch zufrieden mit sich war. SandyLee gab ihr das Kuvert von Candia und sagte „Hier, damit du noch mehr Leute erschrecken kannst, ein Kuvert von Candia“. Mai nahm das Kuvert an sich, sagte „Danke“ und wusch, wie sie erschienen war, war sie auch wieder weg. SandyLee rief hinterher „Dir auch einen schönen Tag“ und ging wieder zu ihrer Hütte. „Hoffentlich ist das bald vorbei mit dem Schatten, sonst erfrieren wir alle vor Herzlichkeit“ dachte sich SandyLee. Nicht nur das die Krieger wie bei anderen Konflikten ein wenig rau und härter wirken, nein das ganze Volk war nun so angespannt.

SandyLee ging in ihr Quartier, kochte sich Wasser und füllte ihre Wanne um dort ein Bad zu nehmen. Damit das Wasser schön duftet warf SandyLee ein paar Blüten welche sie bei ihrem langen Aufenthalt im Elfenland zusammen mit Candia gepflückt hat ins Wasser und legte sich rein. Sie öffnete das Fläschchen von Candia und nahm ein paar Tropfen des Nektars auf ihren Finger und schleckte daran. Sie kannte den süßen Geschmack und bekam direkt bessere Laune. SandyLee war sehr erfreut über dieses kostbare Geschenk, denn es konnte den fiesesten Griesgram zur guten Laune verhelfen. Wichtig war aber zu beachten, dass die Wirkung für 1 Tag anhält, dann für min. 1 Mond aber nicht mehr so stark ist. SandyLee musste also einen guten Augenblick finden, an dem sie einen Trunk für die Amazonen zubereitet. Durch die hohe Konzentration würden ein paar Tropfen ausreichen um für jede Amazone ein Glas Nektartrunk zuzubereiten. SandyLee stieg aus dem Bad, trocknete sich und zog sich ihre Kleidung an und ging zum Tempel der Göttin des Windes um dort zu beten und eine Nachricht der Hoheiten abzuwarten… Da die Hoheiten aus dem Brief wussten, dass die Elfen .. das Candia .. auf Antwort wartet, dürfte es ja nicht zu lange dauern.

„Hm, Atrista, was sagst du?“ ihr Blick heftete sich an Atristas Lippen, „das ist doch die Geschichte mit dem Amulett.“ Schweigen, Atrista grübelte, langsam kauend vor sich hin. Aber keine Antwort… Atrista schaute der Königin regungslos in die Augen. „Maschas Kaffee ist spitze, du solltest dafür sorgen, dass dieser Händler uns weiterhin mit diesen köstlichen Bohnen versorgt. Da fällt mir ein, der war schon lange nicht mehr da …“ Amelie schüttelte erstaunt den Kopf. „Wie kannst du … wie kannst du nur jetzt nur an Kaffee denken? Hast du nicht verstanden was du da soeben gelesen hast?“ Atrista schwieg und wartete bis die Späherin Sandy sich entfernt hatte und außer Hörweite war. Dann warf sie ihren Fladen Brot auf den Tisch und zischte: „Es wird ja immer schöner, wir die Amazonen sollen uns von einer Elfe erlösen lassen? Ausgerechnet eine Elfe und dann auch noch diese Kleine, was ist sie, Zauberlehrling? Die soll die Auserwählte sein? Die muss ja aufpassen, dass sie sich beim Laufen nicht die Flügel bricht und wenn die dann auch noch den Stab führen soll … nein das kann nicht sein.“ Amelie legte ihr Brot auf die Seite und lies sich nicht aus der Ruhe bringen. „Manchmal zweifle ich an deiner Klugheit oder ist es noch zu früh für dich. Du hast dich verändert, dein Verstand und deine Blicke sind getrübt, du riechst nach Kampf und Blut. Du bist aggressiv und verbreitest Angst und Schrecken. Nur noch deine Leibwache traut sich in deine Nähe alle anderen meiden dich aus Angst. Du bist nicht mehr du selbst, du erinnerst mich an die Atrista vor Hunderten von Winter, wo ein falscher Blick ausreichte um den Kopf zu verlieren. Ist es das was du willst, willst du wieder eine Schreckensherrschaft der Amazonen, willst du den süßen Met in deinem Kelch wieder mit dem Blut der Niedergemetzelten tauschen?“ Amelie sprach beschwörend auf die Freundin ein. Dann nach einer Pause legte sie versöhnlich eine Hand auf ihren Arm. „Schau meine Liebe, wir haben ein blühendes Land, wir treiben Handel und leiden keine Not, fremde Völker trauen sich immer öfter uns zu besuchen. Unsere jungen Mädchen erfahren eine Bildung wie keine Amazone vor ihnen und sie wachsen in Frieden auf. Willst du das alles nicht mehr, willst du die Zeit zurückdrehen?“ Atrista senkte nachdenklich den Kopf und flüsterte leise und betroffen: „Ist das so? Habe ich mich wirklich verändert?

Amelie legte Atrista einen Finger unter das Kinn und hob ihren Kopf an. „Ja meine Liebe, es ist so, und niemand kann dich besser verstehen als ich. Ich weiß wie du dich fühlst, wenn dein Blut schneller durch deinen Körper rennt. Ich kann deine Blutlust förmlich riechen. Es ist wie eine Droge. Aber meine Liebe werde wach, denke nach, die Amazonen brauchen deinen Schutz nicht deinen Schrecken.“ Eine Weile schwiegen beide und als Amelie sah wie nachdenklich Atrista geworden war hakte sie nach: „Die Prophezeiungen sind alle so gekommen wie vorhergesagt. Alles hat sich ineinander gefügt. Ich bin mir sicher, dass auch dies das richtige Zeichen ist. Lass es die Elfe sein. Du selbst hast immer gesagt, wichtig ist was hinten raus kommt, das Ergebnis zählt. Das Amulett, wir haben immer gerätselt was es damit auf sich hat. Jetzt wissen wir es. Habe vertrauen in die Fügung der Götter. Ich sage dir es ist die Elfe.“ Atrista hielt eine ganze Weile dem Blick ihrer Freundin stand. Dann nahm sie ihren Brotfladen wieder auf, biss ein Stück ab und schaute gedankenverloren auf den Vorplatz des Sanctums. Sie sah wie sich die Bäume sanft im Morgenwind wogen und sie lauschte dem Klang des Rauschens der Blätter. „Weißt du“, begann sie leise, „weißt du was mir an der Sache nicht gefallen will? Amelie hob fragend eine Augenbraue. „Wir agieren nicht“, sinnierte Atrista, „wir reagieren nur noch. Mich erinnert das an die Vorträge der Griechen in ihren Arenen. Sie nannten es Theater. Da stand immer jemand an der Seite und erklärte was jetzt gleich kommt. Ich komme mir vor wie damals als wir aus luftiger Höhe diesem Schauspiel gefolgt sind. Ich fürchte, wir sind Teil eines Theaterstückes, alles wird uns vorgegeben und jetzt sagt uns wieder jemand wie es weitergehen soll, jetzt soll eine Elfe die Auserwählte sein.“

„Ich glaube an die Zeichen der Götter“, unterbrach Amelie die Gedanken von Atrista, „Pallas hat uns noch nie fehlgeleitet und das Amulett. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies ein Schlüssel ist und die Elfe trägt dieses Amulett.“ Atrista lachte auf: „Du warst es, du warst es die in meinen Vorstellungen die heilige Waffe zum Einsatz bringen sollte. Ich habe immer nur dich gesehen“, Atristas Erregung steigerte sich und voller Eifer fuhr sie fort, „du bist die Hohnpriesterin und wenn du nicht reinen Herzens bist, wer dann? Du könntest in die Tempel der Götter aufsteigen. Der Glanz deines Ruhmes würde über uns allen erstrahlen. An deinen Händen klebt kein Blut, ich war es, die die Drecksarbeit gemacht hat. Ich habe Kriege befohlen und Rebellen verjagt. Ich habe eigenhändig 12 Griechen den Kopf abgeschlagen, nachdem sie unsere Töchter entführt hatten, an meinen Händen klebt Blut“, Atrista streckte ihre Hand in die Luft, spreizte die Finger, sie schien die Umgebung um sich herum vergessen zu haben. Gedankenverloren leckte sie mit der Zunge die Finger ab.

Amelie stand auf ging um den Tisch herum, zog ihre Freundin an sich und schüttelte sie. „Da ist es wieder, du bist süchtig nach Blut.“ Atrista lachte kurz auf: „Lass mich doch, lass mir die Erinnerungen“, dann umarmte sie Amelie, „ich bin froh dass du an meiner Seite bist.“ „Lass es die Elfe sein Atrista, habe vertrauen in die Zeichen, habe vertrauen so wie ich es habe“, flüsterte Amelie der Freundin ins Ohr. Nach einer Weile löste sich Atrista aus der Umarmung, setzte sich wieder an den Tisch. „Einverstanden, die Elfe soll es sein. Aber du sagst es der Späherin Sandy, ich könnte das nicht, ich habe dabei einen Klos im Hals. Sag Sandy sie soll die Kleine darauf vorbereiten. Sie muss wissen wie gefährlich das ist und dass sie dabei auch sterben könnte. Sie soll sie gut vorbereiten und… Die Krieger sollen ein Auge auf die Kleine haben, nicht dass ihr am Ende noch etwas zustößt.“ Amelie nahm wieder beruhigt ihren Platz am Tisch ein. „So gefällst du mir wieder.“ Nach einer Weile löste sich Atrista aus der Umarmung, setzte sich wieder an den Tisch. „Einverstanden, die Elfe soll es sein. Aber du sagst es der Späherin Sandy, ich könnte das nicht, ich habe dabei einen Klos im Hals. Sag Sandy sie soll die Kleine darauf vorbereiten. Sie muss wissen wie gefährlich das ist und dass sie dabei auch sterben könnte. Sie soll sie gut vorbereiten und… Die Krieger sollen ein Auge auf die Kleine haben, nicht dass ihr am Ende noch etwas zustößt.“

Amelie setzte sich wieder um den kalt gewordenen Kaffee zu trinken. „Nun, Atrista, dann wird ich mal meinen morgendlichen Spaziergang in Richtung Sandy machen“. Mit diesen Worten stand sie auf und machte sich auf den Weg. Kurz hinter dem Sanctum auf der rechten Seite in einem Wäldchen hörte sie es leise Knacken und Rascheln. Sie zückte ihr Messer und schlich ganz vorsichtig in Richtung Unterholz. Zwischen dem Knacken und Rascheln hörte sie jetzt auch ein Gemurmel und Geseufze, es war unheimlich, denn dazwischen waberten auch noch vereinzelte Nebelschwaden. Amelie fasste das Messer fester am Griff und setzte Fuß vor Fuß und drang immer tiefer ins Unterholz. Die Geräusche wurden lauter— und da plötzlich, wie aus dem nichts—- stand da Mascha vor ihr. Rote Bäckchen, kauend, den Schelm in den Augen, lächelt sie Amelie an. „Na, Hoheit, schon so früh unterwegs?“

Jetzt wo sie Mascha sah, viel diese Spannung ab – diese Spannung die Amazonen eigen sind, kampfbereit, hochkonzentriert und die Sehnen sprungbereit. Auch eine Königin hat diese Kampfeigenschaften, auch wenn sie diese so gut wie nie braucht. „Mascha, meine Liebe, was treibt dich hier im Gebüsch?“ „Nun, Hoheit, ich sammele einige Zutaten für ein, nein ich verrate noch nichts, für irgendwas.“ Amelie dachte sich schon, wenn die 1. Priesterin sich selbst in den Wald begibt, das ist schon geheimnisvoll. Mit den Worten, „Du weißt, das es momentan nicht ungefährlich ist, alleine in den Wald zu gehen,“ drehte sie sich wieder um, und setzte ihren Weg fort, Richtung SandyLee. Sie liebte diese Morgen mit nackten Füßen durch Moos zu gehen, der Weg war nicht lang bis zur Sandy. Sandy saß vor dem Kartenhaus und las. „Hallo Sandy, hast du Zeit?“, „Hoheit, natürlich, und wenn nicht, dann müsste ich diese jetzt haben“, kam lächelnd die Antwort. Amelie setzte sich zu ihr, nahm ihre Hand und erzählte ihr ihre Entscheidung was Candia betraf. Sandy wirkte nicht überrascht, das mag wohl daran zu liegen, da sie ja schon Zugriff zu den Elfenbüchern hatte. „Aber du kümmerst dich um Candia, und klärst sie auf das sie damit eine verantwortungsvolle Aufgabe hat, die über das weiterbestehen der elfen und auch Amazonen Einfluss hat. Denk daran was in den Büchern, in den Büchern der Elfen und in unseren Schriften steht:

Und die Zeit wird kommen, in der sich die Elfen, in deren Herzen Finsternis herrscht, wieder erheben sollen. Einst vertrieben von der Oberfläche werden sie aus dem Dunkel hervortreten und ihre alte Heimat wieder für sich beanspruchen. Mit Schwert und Magie werden sie über die Länder der Elfen und Menschen hereinbrechen und Tod und Verzweiflung werden ihre Gefährten sein. Durch Grausamkeit und Macht werden sie die freien Völker unterwerfen und ihre Herrschaft wird tausend mal tausend Jahre umfassen. Die Lebenden werden die Toten beneiden und das Blut der Schwachen wird fließen. Und wisset dies: In einem Wald soll ihre Herrschaft erneuert werden, in der Heimat ihrer Feinde wird es beginnen.“

Amelie bemerkte wie Sandy zusammenzuckte, als sie diesen Text aus den Schriften zitierte. „Ja, Hoheit, ja es ist sehr wichtig, das Candia intensiv vorbereitet wird, ihr könnt euch auf mich verlassen.“ Es lag ein leichtes Zittern in ihrer Stimme. Ihr Griff verstärkte sich in ihrer Hand um ihr ein Zeichen von Kraft zu geben. Ihre Augen fingen an zu leuchten. „Sandy, ich habe volles Vertrauen zu dir, halte Kontakt mit Candia, denn es wird bald soweit sein, das wir den Schatten bekämpfen müssen. Amelie stand auf, nickte Sandy noch einmal aufmunternd zu und machte sich wieder auf den Weg zum Sanctum.