Gegen Mittag entschied sich SandyLee dann endlich mal aufzustehen, auch wenn sie momentan bei der empfundenen Kälte in Amazonien lieber in den Fellen geblieben wäre. Schlecht gelaunt und irgendwie mit einem unangenehmen Gefühl machte SandyLee ihren Rundgang durch Amazonien. Überall blickte sie in verwirrte Gesichter. Ihre Schwestern waren also genauso wie SandyLee von der aktuellen Situation verwirrt und wussten nicht was und wem sie glauben sollen.
SandyLee ging zum Schrein der Aenigna (Göttin der Späher/des Windes) und meditierte eine Weile bis sie aufsprang und laut rief „Ohne mich, wenn hier jemand ein böses Spiel mit uns Amazonen treibt, dann wird er mich kennen lernen.“ SandyLee erschreckte selbst dabei, denn sie ist keine Kämpferin, was soll sie ausrichten? Es muss was mit ihrer Verbindung zu Candia und den Elfen zu tun haben. SandyLee spürte das die Elfen auch verunsichert sind… wie mag wohl der Bericht von Candia bei den Elfen ausgefallen sein? Wäre SandyLee an Stelle von Candia würde sie nicht mal den Schinken anrühren den sie Candia als Geschenk für die Elfen mitgegeben hat. Ob die Elfen auch so misstrauisch sind? SandyLee rannte zum Sanctum und wollte die Hoheiten bitten den Elfen ein Zeichen zu geben, dass wir sie nicht verraten würden … doch schon vom Weiten hörte sie ihre Donnergöttin die Arbitra. Wenn SandyLee selber schlecht gelaunt zur Arbitra gehen würde, die selber momentan extrem unter Spannung steht, dann gäbe es kein Feuerwerk, sondern einen Vulkanausbruch… also drehte SandyLee um und ging ins Späherhaus um dort ihre Aufzeichnungen zu durchforsten. Irgendwas könnte sie übersehen haben, irgendwas lebenswichtiges.
SandyLee schrieb eine kleine Notiz:
„Liebe Hoheiten, heute Abend reise ich mit den Kriegern zu den Elfen. Ich werde mich dort in die Bibliothek begeben. Kann ich dort nach bestimmten Rätseln/Fragen forschen? Wollt ihr den Elfen eine Nachricht zukommen lasst?
Liebste Grüße eure Gefährtin der 7 Winde“
Sie nahm eine Taube und schickte sie mit der Nachricht ins Sanctum. SandyLee klopfte sich auf die Schultern, so hat sie der Arbitra ihre Fragen zukommen lassen ohne selbst in Gefahr zu kommen vorlaut was falsches zu sagen. SandyLee pfiff und lief hüpfend zum Fluss, wo sie sich ein wenig frisch machte. Für einen kurzen Augenblick waren die Sorgen vergessen.
„Hier“, rief Amelie und wedelte mit einem Stück Papier und lachte, „ich sagte doch, sie fürchten dich“ Wortlos nahm Atrista ihr den Fetzen aus der Hand. „Was haben bloß alle? Diese Sandy ist, seit sie bei den Elfen war ein bisschen komisch, ziemlich verweichlicht“, leicht erzürnt knurrte Atrista in Richtung des Späherhauses. „Nichts haben die verstanden, rein gar nichts, strategisch können die grade mal noch eine Wildsau erledigen“. Amelie merkte wie ihre Freundin sich in Rage redete und versuchte sie zu beschwichtigen: „Was soll ich ihr zu Antwort geben?“ „Sag ihr sie soll ihre Freunde beruhigen, wir brechen kein Bündnis, wir taktieren… ach sag ihr doch was du willst, vielleicht versteht sie dich besser“ Amelie schüttelte den Kopf; „soll ich ihr auch eine Brieftaube schicken?“ „Nein, wohl besser keine Witze heute mehr“, Amelie konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und machte sich auf den Weg zum Kartenhaus
Jadzia sass in einer sonnigen Waldlichtung und hielt eine kleine Mittagsrast von der Jagd. Sie dachte über die Ereignisse der letzen Tage nach. Diese Richterin, sinnierte sie, ich bewundere sie, ich verehre sie, ja ich vergöttere sie geradezu! Aber manchmal erschreckt mich dieses Weib wirklich. Jasemin töten!! Bloß weil das kleine vorwitzige Ding etwas gelauscht hatte. Selbst bei dem Gedanken schnaubte Jadzia. Hättest du es getan, fragte sie sich selber, wenn es die Arbitra befohlen hätte? Ohne mit der Wimper zu zucken dachte sie: „Ja!“ Sie hätte sich selbst auf der Stelle getötet wenn es die Richterin verlangt hätte. Ihre Gedanken schweiften zu dem Schatten, der Amazonien bedrohte. „Warum fürchte ich mich nicht vor ihm?“ grübelte sie angestrengt. Sie hatte doch schon einmal eine kleine Kostprobe von seiner Macht am eigenen Leibe erfahren, aber sie empfand keine Angst vor dem Popanz. Die Aussicht dass ihre Königin vor dem knien sollte, behagte ihr gar nicht, aber dann überlegte sie, dass eine klug ausgedachte Finte, um den Feind in die Falle zu locken, keine Schande wäre. Nun alles Grübeln bringt nicht s dachte sie. Die Hoheiten werden schon dass richtige tun, dessen war sie sich gewiss. Sie stand auf um wenigstens einen Hasen zu erwischen, sie wollte nicht mit leeren Händen nach Ama zurück und sie freute sich sehr auf den bevorstehenden Besuch im Elfenland.
Diese Spannung, die Atrista um sich herum aufbaute, war es fast unerträglich. Aber Amelie konnte sie gut verstehen. Bis zu dem Zeitpunkt ihrer Vereinigung mit Kamaria, war sie auch voller Spannung, aber durch die Bilder, die sie gesehen hatte, verlor sie einen großen Teil der Spannung, sodass sie diesem Problem „Drough“ gelassener entgegen sehen konnte. Mit diesen Gedanken begab sie sich auf den Weg zum Kartenhaus, indem sie vermutete, dass sie dort SandyLee antreffen würde. Am Kartenhaus angekommen, hörte Amelie schon Sandy mit Papier rascheln und vor sich hinmurmelnd so wie es diese Art der Katzen machen. Es war kein schnurren, es war mehr ein grummeln. Amelie trat ein und SandyLee schaute sofort auf. „Sandy, wir haben deine Nachricht erhalten“ mit diesen Worten legte sie ihre Hand auf die ihre: „mach dir keine Gedanken. Unsere Taktik ist die, dass wir dem Drough das Gefühl geben wollen, dass er gewonnen hat und ich, die Königin, ihm helfen werde an Junn heranzukommen. Aber du kannst doch verstehen, dass dies eben nur eine Taktik ist und es bedarf eine ganz genaue Vorbereitung, da wir für dieses Vorgehen nur einen Versuch haben werden. Aber wir warten jetzt erst einmal ab was der Besuch der Kriegerinnen im Elfenland ergibt und dann haben wir eine bessere Grundlage weiter zu planen.“ Amelie bemerkte, dass Sandy ihr glaubte und das Grummeln ging in ein entspanntes Schnurren über. Sie zeigte ihr noch einige Notizen und Unterlagen, die sie aus dem Elfenland mitgebracht hatte.
Hundemüde und völlig erschöpft kamen die Krieger in ihrem Camp an. Die Reise in das Elfenland war jedes Mal eine Strapaze und verlangte alles ab. Cindy entband die Mehrzahl der Krieger von ihren Aufgaben, sie sollten sich ausruhen und alsbald diejenigen ablösen, die jetzt noch das Land zu bewachen hatten. Jadzia und Smaragd ließen es sich nicht nehmen sofort in das Sanctum zu eilen um den beiden Hoheiten den Schutz angedeihen zu lassen der ihnen zustand. Cindy die Kriegerin des Feuers setzte sich im Camp an das Feuer und versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Gestern waren sie im Elfenland angekommen und wurden von der kleinen Elfe, dem Zauberlehrling Candia freudig in Empfang genommen. Cindy schmunzelte bei der Vorstellung wie ihre Krieger nicht lange fackelten und sofort in alle Richtungen ausschwärmten um das Land zu erkunden. Einige der Elfen, die nicht so vertraut waren mit den Vorgängen staunten erschrocken über die Selbstverständlichkeit mit der fremde bewaffnete Krieger durch das Dorf zogen und sich jede einzelne Hütte betrachteten. Kein Hinterhof wurde ausgelassen, kein Fenster, welches nicht auch noch als Versteck und Beobachtungsposten diskutiert wurde. Jeder Baum wurde als mögliches Versteck angesehen. Manche Bäume bekamen ein Kreuz aufgemalt, ein Zeichen, dass dieser Baum im Weg war und gefällt werden musste. Cindy war in der Zwischenzeit mit einigen Kriegern unter der Führung der Elfe Candia zur Drachenhöhle gegangen um sich davon zu überzeugen, dass auch der Weg zu dem Drachen gut geschützt werden konnte.
Der Schatten durfte nichts von dem Drachen mitbekommen und erst zum Schluss wenn die Lichtwaffe wirklich ihre Wirkung entfaltet hatte sollte der Drachen zum Einsatz kommen und dem Schatten die böse Macht ausbrennen. Als die Delegation wieder am Dorfplatz angekommen war herrschte dort helle Aufregung. Die Elfen standen verschüchtert im Kreis und alle sprachen durcheinander. Erst als die Königin auftauchte und die fremden Krieger freundlich begrüßte ließ die Aufregung langsam nach. Die Königin erklärte ihren Elfen warum hier so viele Krieger anwesend waren und, dass die Elfen dankbar wären über den Einsatz der Amazonenkrieger. Als dann noch die Krieger von ihren Streifzügen zurückkehrten und sich um ihre Anführerin versammelten wurden die Erkenntnisse ausgetauscht. Die Königin versprach den Amazonen alles so herzurichten wie es die kampfgewohnten Amazonen vorschlugen. Cindy hatte sich alles viel schwieriger vorgestellt. Aber das Land der Elfen und die Bebauung gaben die Strategie vor. Der Dorfplatz war wirklich geeignet. Man musste nur erreichen, dass der Schatten sich in die Mitte begab. Wenn aber dort sein vermeintliches Opfer saß sollte dies kein Problem darstellen. Die Häuser, Bäume und Büsche rings um den Dorfplatz boten ideale Versteckmöglichkeiten. Noch an Ort und Stelle verteilte Cindy die Aufgaben an jede einzelne Kriegerin. Je nach ihren Fähigkeiten wurden den Kriegerinnen ihre Verstecke zugewiesen. Diejenigen die besonders gut mit Speeren umgehen konnte etwas näher zum Dorfmittelpunkt, die Bogenschützen etwas entfernter. Alle wurden ermahnt möglichst aus der Deckung heraus zu handeln um eigene Verluste zu vermeiden. Cindy zweifelte nicht daran, dass ihre Kriegerinnen alles geben würden um ihre Schwester Junn zu schützen und um Derjenigen die den Bernstein zum Einsatz bringen sollte den Weg und den Rücken freizuhalten. Es gab nur ein Problem, ein Problem das aber die Krieger nicht lösen konnten, das Problem war die Zeit. Der Schatten war ein Freund der Nacht und würde hier auftauchen wenn es dunkel war. Wenn er dann ohne zu zögern Junn angriff dann war alles umsonst, dann hatte niemand eine Chance.
Cindy dachte angestrengt nach. Der Schatten war machtgierig und er liebte Spielchen. Er wird es sich nicht nehmen lassen seinen Triumph auszukosten. Wenn Junn etwas mitspielte, dann konnten sie ihn solange beschäftigen bis die Sonne den richtigen Stand erreicht hatte. Wenn er aber das Spiel vorher beenden wollte, dann mussten die Krieger ihn eben solange beschäftigen bis der Bernstein zum Einsatz kommen konnte und das würde bedeuten, dass es dann sehr viele Verletzte oder Tote gab. Cindys Plan war, den Hoheiten klar zu machen, dass sie alles tun mussten um dem Schatten in der Stunde seines Triumphes zu schmeicheln, der Mistkerl sollte seine letzten Minuten genießen. Den Rest würden die Krieger erledigen.
Cindy war soweit zufrieden. Sie stand auf und machte sich auf den Weg in das Sanctum um den Hoheiten zu berichten. Im Sanctum traf sie Amelie und Atrista mitten in der Diskussion wie sie dem Schatten ein Bündnis vorgaukeln wollten. So sehr Cindy diesen Plan abgelehnt hatte als sie zum ersten Mal davon hörte, so sehr kam ihr jetzt genau die Strategie zu gute. Ohne Umschweife kam Cindy darauf zu sprechen und erklärte den Hoheiten dass es notwendig war, den Schatten in Sicherheit zu wiegen und ihn darin zu bestärken, dass er nun das mächtigste Wesen werden kann. Dann erläuterte Cindy noch was sie in die Wege geleitet hatte und wie der Besuch bei den Elfen abgelaufen war. „Wir sollten seine Eitelkeit pflegen, wir werden viel Zeit brauchen“, sagte Cindy zum Schluss ihres Berichtes. Jadzia und Smaragd nickten zustimmend zu den Ausführungen ihrer Anführerin. Cindy verneigte sich vor den Hoheiten. „Mit eurer Erlaubnis werde ich mich jetzt zurückziehen, ich brauche Schlaf und schon bald werde ich die Krieger wieder versammeln um alles zu besprechen.“ Amelie dankte der Kriegerin des Feuers: „ja gehe beruhigt, wir alle brauchen jetzt etwas Schlaf“, und mit einem Blick auf Atrista die bereits in Gedanken den Bericht der Anführerin verarbeitete, „wir brauchen Schlaf und müssen nachdenken.“
Die Besichtigung der Amazonen im Elfenland, zur Erstellung einer Taktik, für den letzten Kampf gegen den Schatten Drough, war soeben zu Ende gegangen. Candia war froh das wenigstens die Amazonen einen Plan zu haben schienen. Den das sanfte Elfenwesen selbst fühlte sich macht- und ratlos, ja sie hatte sogar schreckliche angst vor dem Tag der mit rasender Geschwindigkeit näher zu kommen schien. Am Fischteich sitzen dachte sie über die Ereignisse der vergangenen Tage nach. Vor einigen Tagen streifte die kleine Elfe in Gedanken versunken durch das Elfenland Richtung Bibliothek. Die Königin hatte ihr aufgetragen auf die Nachricht, die Cindy die Amazone ihr gesandt hatte zu beantworten. Auf ihrem Weg formulierte sie schon die Worte die Sie schreiben wollte. Angekommen in den Räumen, wo alles Wissen gesammelt war, setzte sie sich und begann die gedachten Worte nieder zuschreiben:
„Seit gegrüßt edle Amazone,
habt dank für eure Nachricht. Ich möchte euch mit dieser Nachricht mitteilen das meine Königin Annemarie einverstanden ist, dass das Treffen am Freitag um 20.30 Uhr stattfindet.
Mit den besten Grüssen an die stolzen Kriegerinnen der Amazonen und ihre Hoheiten.
Die kleine Elfe Candia“
Noch einmal las sie es durch und ging danach auf die Suche nach den Tauben. Sie fand eine mitten auf dem Dorfplatz. Sie saß beim Lagerfeuer auf einem der rundum liegenden Baumstämme und schien geradezu auf Candia zu warten. Vorsichtig ging die kleine Zauberlehrlingselfe auf den Boten der Lüfte zu, strich ihm über sein Gefieder und band vorsichtig die Nachricht an sein Bein und entließ ihn in sein luftiges Element. „Mögen die Sterne dir gesegnet sein gefiederter Freund“ schickte sie Vogel in Gedanken hinterher. Beim Feuergespräch, zu dem sie von den Amazonen eingeladen worden war, war etwas erschreckendes geschehen.
Endlich war es soweit, die Amazonen kamen, um sich die Situation im Land der Elfen genau anzusehen und strategische und taktische Fragen zu klären. Gespannt auf die Freunde aus weiter Ferne wartete die kleine Elfe in mitten des Dorfplatzes auf die Ankunft der Amazonen. Junn kam und leistete ihr Gesellschaft, denn sie schien nicht verpassen zu wollen all ihre Freunde wiederzusehen. Als die Anführerin der Feuerkriegerinnen im Elfenland ankam, brachte sie auch all ihre Kriegerinnen mit, auch SandyLee war bei ihnen. Die kleine Elfe freute sich ihre Freundin die Gefährtin der 7 Winde wiederzusehen und auch die Amazonen waren erfreut Junn fast schon völlig genesen vor sich stehen zu haben.
Nachdem sich alle begrüßt hatten, lernte Candia auch einige Amazonen, die sie bist dahin noch nicht kannte, kennen. Darunter waren auch Kriegerinnen die sie noch nicht kannte. Anschließend begann Cindy, die Anführerin, ihren Kriegerinnen einzuweisen was sie zu tun hatten. Wehrendessen gab auch ihre Hoheit die Königin Annemarie der Elfe und den Amazonen die Ehre und gesellte sich zu ihnen. Da die meisten der Amazonen noch nie im Elfenland waren, bat Annemarie darum das Candia eine kleine Führung zu machen, so das sie auch den Rest des Landes kannte, um vorbereitet zu sein sollte etwas geschehen das nicht eingeplant wurde. Zuerst zeigte die zierliche Elfe dem Besuch die Höhle ihres Drachen und auch die Höhle in der Junn gepflegt wurde. Cindy stellte Junn auch noch die neuen Novizinnen vor Samantha und LilithNC. Am Schluss der Führung durch das Land zeigte Candia ihnen auch noch das Himmelsgefilde. Die Amazonen fühlten sich zwar sichtlich nicht wohl als sie auf den Wolken laufen mussten, doch gleichzeitig waren sie überwältigt gegenüber der Schönheit die sie dort fanden. Zuerst besichtigten sie den Kristallpalast und anschließend auch den Palast in dem die Königin wohnt, dort trafen sie auch sogleich auf ihre Hoheit Annemarie. Nach der Besichtigung des Himmels versammelten sich alle wieder beim Dorfplatz und die Anführerin der Feuerkriegerinnen ging nochmal alles mit ihren Amazonen durch. Wo wer stehen sollte und sie machte auch allen Amazonen klar das sie sich darum kümmern müssen, das auch die Elfen sich verstecken, wenn es soweit ist.
Dann verabschiedeten sich alle Amazonen und machten sich wieder auf den Weg nach Amazonien. Auch Junn ging nun wieder in die Höhle zurück, doch zuvor fragte sie noch ob es der kleinen Elfe gelungen ist der Elfenkönigin ein Geheimnis, das sie scheinbar bewahrte, zu entlocken. Denn es war schon einige Zeit her da deutete die Hoheit etwas an. Den Satz den sie damals sagte ging der kleinen Elfe nicht mehr aus dem Kopf, damals meinte sie: „Ihr werdet euch bald viel zu erzählen haben, ihr Zwei.“. „Junn hat recht. Ich sollte die Hoheit fragen was es damit auf sich hat.“ dachte sie sich im Stillen. Als auch Junn gegangen war, machte sich Candia auf den weg in ihr Bett. Denn der Tag war anstrengend und etwas schlaft würde ihr sicher gut tun. Endlich war der Tag gekommen, SandyLee wird mit den Kriegern ins Land der Elfen reisen und ihre Freundin und Seelengefährtin Candia wiedertreffen. Erwartungsfroh ging SandyLee ins Lager der Krieger, welche bereits ums Feuer versammelt waren. Die Krieger waren alle sehr aufgeregt und erzählten sich die wildesten Geschichten. Immer wieder hörte SandyLee „Hast du schon gehört….“, „Das Elfenland ist verzaubert“, „Die Elfen können fliegen“, .
Dann endlich erhob die Kriegerin des Feuers ihr Wort und rief alle zur Ruhe auf. Sie erklärte kurz nochmal die Mission und dann den Ablauf der Reise. Kurz darauf befanden sich die Krieger und SandyLee auf dem Platz bei den Elfen, wo sie von Candia begrüßt wurden. SandyLee stürmte auf ihre Freundin zu um sie herzlich zu umarmen. Gleichzeitig begannen die Krieger wie ein Bienenschwarm auszuschwärmen und nahmen das ganze Land in Beschlag. Schnell waren die ersten Pläne geschmiedet und die besten Plätze gefunden. Daraufhin begannen sie mit dem Rundgang der sie zum Drachen führte, der unter Leitung der Elfen für die endgültige Lösung des Schattenproblems führen soll. Zumindest was diesen Schatten angeht. SandyLee war sich mit den anderen Schatten nicht so sicher wie die Hoheiten. Natürlich war auch Junn bei dem ganzen Geschehen dabei, obwohl ihr viele der Kriegerinnen fremd waren. In der letzten Zeit ist eine neue Generation junger und tatendurstiger Kriegerinnen herangewachsen.
SandyLee besprach mit Candia das Vorgehen der Späher in dem Kampf und erklärte das die Späher zur Sicherheit bei den Elfen bleiben. Außerdem wird SandyLee mit ihren Späherkolleginnen dafür sorgen, dass die Kriegerinnen sich nicht zu sehr wie zuhause benehmen und dran Denken wo sie zu Gast sind. Als Späher ist man halt mehr darauf bedacht, nicht aufzufallen und sich seiner Umgebung anzupassen. Die Kriegerinnen sind es eher gewohnt alles umzuwalzen was ihnen in die Quere kommt und gerade die jüngeren Kriegerinnen waren noch nicht in fremden Ländern. Danach verlies SandyLee die Gruppe, verabschiedete sich besonders bei ihrer Freundin Candia und dann machte sie sich auf den Weg in den Wald, wo sie noch ein paar Aufgaben zu erledigen hatte. SandyLee war zufrieden mit dem Tag und erreichte spät in der Nacht Amazonien, wo sie in der Karawansei einige der Krieger traf, die sich alles immer wieder erzählten und die daheimgebliebenen mit großen Augen dabei sitzen ließen. Früh stand die kleine Elfe auf, ging vor die Tür und streckte sich erst mal ausgiebig. Es war ein herrlicher morgen, nichts lies ahnen, was sich im Hintergrund dieses Scheins verbarg. Hungrig und leichtfüßig ging Candia Richtung Speisekammer. Dort holte sie ein Stück des Schinkens, den sie von SandyLee geschenkt bekommen hatte. Sie wollte wissen was es ist und wie es schmeckte, den Elfen kennen diese Art der Nahrung nicht, zumindest der kleine Zauberlehrling wusste nicht was es war. Zurück im Heim der kleinen Elfe setzte diese sich hin und bis neugierig in das Stück hinein. Verwundert über den ungewohnten Geschmack und gleichzeitig erstaunt wie gut es schmeckte, fragte sich das zierliche Wesen aus was es wohl bestehen könnte. Als sie alles aufgegessen hatte entschied sie sich SandyLee auch etwas zukommen zu lassen.
Lautlos, um keine der anderen Elfen aufzuwecken, streifte Candia Richtung Blumenwiese. Dort angekommen begann sie sanft den Blumen den Morgentau abzustreifen und ihn in einem kleinen Fläschchen zu sammeln. Dann gab sie noch etwas vom süßesten Nektar hinzu den sie finden konnte und verschloss das Gefäß. Als die Zauberlehrlingselfe auf ihr Geschenk sah dachte sie nur: „Das ist zu wenig.“ und fragte sich „Was könnten die Amazonen den noch gut gebrauchen?“ Im Wald entdeckte sie dann die goldenen Haare eines Einhorns und sie erinnerte sich das Junn einmal sagte das diese sehr viel Zauberkraft besaßen, also packte sie diese in ein kleines Kuvert und schrieb mit filigraner Schrift darauf „Für Mai, die Schamanin Regina der Amazonen“. Doch es schien ihr immer noch nicht genug, also fügte sie in ein weiteres Kuvertchen noch etwas Elfenstaub und hoffte das die oberste Priesterin Mascha eine Verwendung dafür finden würde. Zum Schluss schreib sie noch einen kleine Botschaft an ihre Seelenverwandte:
„Liebste SandyLee,
da du mir solch ein wunderbares Geschenk gemacht hast, möchte auch ich dir etwas schenken. Doch nicht nur dir sonder euch eurer obersten Priesterin und natürlich der Schamanin Regina der Amazonen. So bitte ich dich meine Geschenke weiter zureichen. Ich hoffe ihr habt Freude daran.
Doch ich habe auch eine andere Neuigkeit für eure Hoheiten, die Königin Amelie und die Richterin Atrista.
Ich hatte schon vor längerer Zeit einige Visionen, ich wollte dich jedoch nicht beunruhigen. Nun da der letzte Kampf immer näher zur rücken scheint, hab ich mich dazu entschieden, dir doch davon zu erzählen.
Das erste mal als ich in einer Traumwelt war, waren die Bilder die ich erhielt recht unklar und verwirrend, damals sah ich nur das Amulett das ich von Junn erhalten hatte und einen Lichtstrahl der dem Schatten scheinbar Schmerzen bereitete, doch die zweite Vision war klarer und geordneter sie zeigte mir die Waffe mit dem eingefassten Bernstein die ihr, die edlen Amazonen, gefertigt habt, wie er vom Licht im Elfenland getroffen hell erleuchtete und einen Strahl aus Licht auf das Amulett richtete. Das Amulett erstrahlte ebenfalls und warf dann einen ebenso strahlenden Lichtschweif von sich.
Leider konnte mir unser Zauberer nicht sagen weshalb ich solche Tagträume habe und was sie bedeuten könnten. Vielleicht wissen eure Hoheiten mehr darüber, den in unseren Schriften habe ich leider nichts gefunden.
Solltet ihr etwas in Erfahrung bringen, so bitte ich dich mir das mitzuteilen.
Deine dir immer verbundene kleine Elfen Candia“
Kaum hatte sie diesen Brief geschrieben, schritt sie nach draußen und suchte den Adlerhorst auf. Dort rief sie ihren Freund Sindivan den Adler herbei und bat ihn die Geschenke und den Brief zu ihre Freunde in Amazonien zu bringen. Als er einwilligte entsendete sie in mit den Worten: „Aber erschreck mir die kampfbereiten Kriegerinnen nicht!!!“
Aufgeweckt durch die Rufe eines Adlers kam SandyLee aus ihren Fellen und ging zum Ausgang ihrer Hütte. Dort sah sie einen Adler kreisen. SandyLee bemerkte, dass er etwas bei sich führte. Sie konnte aber nicht erkennen was. In immer enger werdenden Kreisen näherte sich der Adler der Hütte von SandyLee und rief immer wieder. Diese Rufe müssten ihr gelten, dachte sich SandyLee und hob ihren Arm zum Winken, als der Adler auf sie zustürzte und SandyLee fast umschmiss. Als SandyLee wieder aufstand, lag ein Päckchen vor ihr und der Adler flog davon. SandyLee nahm das Päckchen an sind und entnahm einen Brief.
SandyLee begann zu lesen und entnahm nach und nach
- das Kuvert für Mai
- das Kuvert für Mascha
- das kleine Fläschchen mit dem Morgentau und Nektar
Danach las sie die Neuigkeiten für die Hoheiten. Das ist wichtig, dachte sich SandyLee und verschob ihr Bad im Fluss und lief ins Sanctum, wo auf die beiden Hoheiten beim Frühstückskaffee traf. Sofort ging sie zur Arbitra und legte ihr den Brief von Candia vor.
Die Arbitra las den Brief einmal leise und dann laut, damit auch die Königin die Neuigkeiten erfuhr. Und weil die Informationen zu wichtig waren, las sie den Brief noch einmal vor. Daraufhin nahm SandyLee den Brief wieder an sich und wartete auf die Reaktionen der Hoheiten, doch die beiden schwiegen. SandyLee schaute sich das einige Zeit an, verkniff es sich aber zu fragen. War es nur das die beiden schlecht geschlafen hatten und daher so ruhig waren, oder hatte es mit den Informationen zu tun? Oder war es mehr? Vermutlich waren beide besorgt, weil die Informationen bedeutete, dass die Amazonen auf eine kleine Elfe angewiesen waren, um den Schatten zu besiegen. SandyLee, die im Sanctum bei den Hoheiten aufgewachsen ist, wusste das es in der Situation besser wäre sich zurückzuziehen. Leise murmelte sie ein „Pallas beschütze Euch“ und ging langsam Richtung Ausgang vom Sanctum.
Nachdem SandyLee das Sanctum verlassen hatte, traf sie auf die dicke Dina, dann konnte Mascha auch nicht fern sein. Ein Blick in den Wald zeigte dann auch schnell, dass sie Recht hatte. Dort fand sie Mascha beim Beeren sammeln. SandyLee ging zu Mascha und überreichte ihr das Kuvert von Candia. Mit einem „Danke SandyLee“ nahm Mascha das Kuvert auf dem ihr Name und auf elbisch „Elfenstaub“ stand. Danach fing Mascha wieder an Beeren zu sammeln. „Auch so gesprächig heute“ dachte sich SandyLee und ging weiter in das Gebiet der Druiden. SandyLee fand es immer unheimlich dort rumzulaufen und so kam es, dass mit einem Blitz und viel Nebel plötzlich Mai vor ihr stand. SandyLee knurrte Mai an, die offensichtlich einen neuen Trick ausprobiert hat und hoch zufrieden mit sich war. SandyLee gab ihr das Kuvert von Candia und sagte „Hier, damit du noch mehr Leute erschrecken kannst, ein Kuvert von Candia“. Mai nahm das Kuvert an sich, sagte „Danke“ und wusch, wie sie erschienen war, war sie auch wieder weg. SandyLee rief hinterher „Dir auch einen schönen Tag“ und ging wieder zu ihrer Hütte. „Hoffentlich ist das bald vorbei mit dem Schatten, sonst erfrieren wir alle vor Herzlichkeit“ dachte sich SandyLee. Nicht nur das die Krieger wie bei anderen Konflikten ein wenig rau und härter wirken, nein das ganze Volk war nun so angespannt.
SandyLee ging in ihr Quartier, kochte sich Wasser und füllte ihre Wanne um dort ein Bad zu nehmen. Damit das Wasser schön duftet warf SandyLee ein paar Blüten welche sie bei ihrem langen Aufenthalt im Elfenland zusammen mit Candia gepflückt hat ins Wasser und legte sich rein. Sie öffnete das Fläschchen von Candia und nahm ein paar Tropfen des Nektars auf ihren Finger und schleckte daran. Sie kannte den süßen Geschmack und bekam direkt bessere Laune. SandyLee war sehr erfreut über dieses kostbare Geschenk, denn es konnte den fiesesten Griesgram zur guten Laune verhelfen. Wichtig war aber zu beachten, dass die Wirkung für 1 Tag anhält, dann für min. 1 Mond aber nicht mehr so stark ist. SandyLee musste also einen guten Augenblick finden, an dem sie einen Trunk für die Amazonen zubereitet. Durch die hohe Konzentration würden ein paar Tropfen ausreichen um für jede Amazone ein Glas Nektartrunk zuzubereiten. SandyLee stieg aus dem Bad, trocknete sich und zog sich ihre Kleidung an und ging zum Tempel der Göttin des Windes um dort zu beten und eine Nachricht der Hoheiten abzuwarten… Da die Hoheiten aus dem Brief wussten, dass die Elfen .. das Candia .. auf Antwort wartet, dürfte es ja nicht zu lange dauern.
„Hm, Atrista, was sagst du?“ ihr Blick heftete sich an Atristas Lippen, „das ist doch die Geschichte mit dem Amulett.“ Schweigen, Atrista grübelte, langsam kauend vor sich hin. Aber keine Antwort… Atrista schaute der Königin regungslos in die Augen. „Maschas Kaffee ist spitze, du solltest dafür sorgen, dass dieser Händler uns weiterhin mit diesen köstlichen Bohnen versorgt. Da fällt mir ein, der war schon lange nicht mehr da …“ Amelie schüttelte erstaunt den Kopf. „Wie kannst du … wie kannst du nur jetzt nur an Kaffee denken? Hast du nicht verstanden was du da soeben gelesen hast?“ Atrista schwieg und wartete bis die Späherin Sandy sich entfernt hatte und außer Hörweite war. Dann warf sie ihren Fladen Brot auf den Tisch und zischte: „Es wird ja immer schöner, wir die Amazonen sollen uns von einer Elfe erlösen lassen? Ausgerechnet eine Elfe und dann auch noch diese Kleine, was ist sie, Zauberlehrling? Die soll die Auserwählte sein? Die muss ja aufpassen, dass sie sich beim Laufen nicht die Flügel bricht und wenn die dann auch noch den Stab führen soll … nein das kann nicht sein.“ Amelie legte ihr Brot auf die Seite und lies sich nicht aus der Ruhe bringen. „Manchmal zweifle ich an deiner Klugheit oder ist es noch zu früh für dich. Du hast dich verändert, dein Verstand und deine Blicke sind getrübt, du riechst nach Kampf und Blut. Du bist aggressiv und verbreitest Angst und Schrecken. Nur noch deine Leibwache traut sich in deine Nähe alle anderen meiden dich aus Angst. Du bist nicht mehr du selbst, du erinnerst mich an die Atrista vor Hunderten von Winter, wo ein falscher Blick ausreichte um den Kopf zu verlieren. Ist es das was du willst, willst du wieder eine Schreckensherrschaft der Amazonen, willst du den süßen Met in deinem Kelch wieder mit dem Blut der Niedergemetzelten tauschen?“ Amelie sprach beschwörend auf die Freundin ein. Dann nach einer Pause legte sie versöhnlich eine Hand auf ihren Arm. „Schau meine Liebe, wir haben ein blühendes Land, wir treiben Handel und leiden keine Not, fremde Völker trauen sich immer öfter uns zu besuchen. Unsere jungen Mädchen erfahren eine Bildung wie keine Amazone vor ihnen und sie wachsen in Frieden auf. Willst du das alles nicht mehr, willst du die Zeit zurückdrehen?“ Atrista senkte nachdenklich den Kopf und flüsterte leise und betroffen: „Ist das so? Habe ich mich wirklich verändert?
Amelie legte Atrista einen Finger unter das Kinn und hob ihren Kopf an. „Ja meine Liebe, es ist so, und niemand kann dich besser verstehen als ich. Ich weiß wie du dich fühlst, wenn dein Blut schneller durch deinen Körper rennt. Ich kann deine Blutlust förmlich riechen. Es ist wie eine Droge. Aber meine Liebe werde wach, denke nach, die Amazonen brauchen deinen Schutz nicht deinen Schrecken.“ Eine Weile schwiegen beide und als Amelie sah wie nachdenklich Atrista geworden war hakte sie nach: „Die Prophezeiungen sind alle so gekommen wie vorhergesagt. Alles hat sich ineinander gefügt. Ich bin mir sicher, dass auch dies das richtige Zeichen ist. Lass es die Elfe sein. Du selbst hast immer gesagt, wichtig ist was hinten raus kommt, das Ergebnis zählt. Das Amulett, wir haben immer gerätselt was es damit auf sich hat. Jetzt wissen wir es. Habe vertrauen in die Fügung der Götter. Ich sage dir es ist die Elfe.“ Atrista hielt eine ganze Weile dem Blick ihrer Freundin stand. Dann nahm sie ihren Brotfladen wieder auf, biss ein Stück ab und schaute gedankenverloren auf den Vorplatz des Sanctums. Sie sah wie sich die Bäume sanft im Morgenwind wogen und sie lauschte dem Klang des Rauschens der Blätter. „Weißt du“, begann sie leise, „weißt du was mir an der Sache nicht gefallen will? Amelie hob fragend eine Augenbraue. „Wir agieren nicht“, sinnierte Atrista, „wir reagieren nur noch. Mich erinnert das an die Vorträge der Griechen in ihren Arenen. Sie nannten es Theater. Da stand immer jemand an der Seite und erklärte was jetzt gleich kommt. Ich komme mir vor wie damals als wir aus luftiger Höhe diesem Schauspiel gefolgt sind. Ich fürchte, wir sind Teil eines Theaterstückes, alles wird uns vorgegeben und jetzt sagt uns wieder jemand wie es weitergehen soll, jetzt soll eine Elfe die Auserwählte sein.“
„Ich glaube an die Zeichen der Götter“, unterbrach Amelie die Gedanken von Atrista, „Pallas hat uns noch nie fehlgeleitet und das Amulett. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies ein Schlüssel ist und die Elfe trägt dieses Amulett.“ Atrista lachte auf: „Du warst es, du warst es die in meinen Vorstellungen die heilige Waffe zum Einsatz bringen sollte. Ich habe immer nur dich gesehen“, Atristas Erregung steigerte sich und voller Eifer fuhr sie fort, „du bist die Hohnpriesterin und wenn du nicht reinen Herzens bist, wer dann? Du könntest in die Tempel der Götter aufsteigen. Der Glanz deines Ruhmes würde über uns allen erstrahlen. An deinen Händen klebt kein Blut, ich war es, die die Drecksarbeit gemacht hat. Ich habe Kriege befohlen und Rebellen verjagt. Ich habe eigenhändig 12 Griechen den Kopf abgeschlagen, nachdem sie unsere Töchter entführt hatten, an meinen Händen klebt Blut“, Atrista streckte ihre Hand in die Luft, spreizte die Finger, sie schien die Umgebung um sich herum vergessen zu haben. Gedankenverloren leckte sie mit der Zunge die Finger ab.
Amelie stand auf ging um den Tisch herum, zog ihre Freundin an sich und schüttelte sie. „Da ist es wieder, du bist süchtig nach Blut.“ Atrista lachte kurz auf: „Lass mich doch, lass mir die Erinnerungen“, dann umarmte sie Amelie, „ich bin froh dass du an meiner Seite bist.“ „Lass es die Elfe sein Atrista, habe vertrauen in die Zeichen, habe vertrauen so wie ich es habe“, flüsterte Amelie der Freundin ins Ohr. Nach einer Weile löste sich Atrista aus der Umarmung, setzte sich wieder an den Tisch. „Einverstanden, die Elfe soll es sein. Aber du sagst es der Späherin Sandy, ich könnte das nicht, ich habe dabei einen Klos im Hals. Sag Sandy sie soll die Kleine darauf vorbereiten. Sie muss wissen wie gefährlich das ist und dass sie dabei auch sterben könnte. Sie soll sie gut vorbereiten und… Die Krieger sollen ein Auge auf die Kleine haben, nicht dass ihr am Ende noch etwas zustößt.“ Amelie nahm wieder beruhigt ihren Platz am Tisch ein. „So gefällst du mir wieder.“ Nach einer Weile löste sich Atrista aus der Umarmung, setzte sich wieder an den Tisch. „Einverstanden, die Elfe soll es sein. Aber du sagst es der Späherin Sandy, ich könnte das nicht, ich habe dabei einen Klos im Hals. Sag Sandy sie soll die Kleine darauf vorbereiten. Sie muss wissen wie gefährlich das ist und dass sie dabei auch sterben könnte. Sie soll sie gut vorbereiten und… Die Krieger sollen ein Auge auf die Kleine haben, nicht dass ihr am Ende noch etwas zustößt.“
Amelie setzte sich wieder um den kalt gewordenen Kaffee zu trinken. „Nun, Atrista, dann wird ich mal meinen morgendlichen Spaziergang in Richtung Sandy machen“. Mit diesen Worten stand sie auf und machte sich auf den Weg. Kurz hinter dem Sanctum auf der rechten Seite in einem Wäldchen hörte sie es leise Knacken und Rascheln. Sie zückte ihr Messer und schlich ganz vorsichtig in Richtung Unterholz. Zwischen dem Knacken und Rascheln hörte sie jetzt auch ein Gemurmel und Geseufze, es war unheimlich, denn dazwischen waberten auch noch vereinzelte Nebelschwaden. Amelie fasste das Messer fester am Griff und setzte Fuß vor Fuß und drang immer tiefer ins Unterholz. Die Geräusche wurden lauter— und da plötzlich, wie aus dem nichts—- stand da Mascha vor ihr. Rote Bäckchen, kauend, den Schelm in den Augen, lächelt sie Amelie an. „Na, Hoheit, schon so früh unterwegs?“
Jetzt wo sie Mascha sah, viel diese Spannung ab – diese Spannung die Amazonen eigen sind, kampfbereit, hochkonzentriert und die Sehnen sprungbereit. Auch eine Königin hat diese Kampfeigenschaften, auch wenn sie diese so gut wie nie braucht. „Mascha, meine Liebe, was treibt dich hier im Gebüsch?“ „Nun, Hoheit, ich sammele einige Zutaten für ein, nein ich verrate noch nichts, für irgendwas.“ Amelie dachte sich schon, wenn die 1. Priesterin sich selbst in den Wald begibt, das ist schon geheimnisvoll. Mit den Worten, „Du weißt, das es momentan nicht ungefährlich ist, alleine in den Wald zu gehen,“ drehte sie sich wieder um, und setzte ihren Weg fort, Richtung SandyLee. Sie liebte diese Morgen mit nackten Füßen durch Moos zu gehen, der Weg war nicht lang bis zur Sandy. Sandy saß vor dem Kartenhaus und las. „Hallo Sandy, hast du Zeit?“, „Hoheit, natürlich, und wenn nicht, dann müsste ich diese jetzt haben“, kam lächelnd die Antwort. Amelie setzte sich zu ihr, nahm ihre Hand und erzählte ihr ihre Entscheidung was Candia betraf. Sandy wirkte nicht überrascht, das mag wohl daran zu liegen, da sie ja schon Zugriff zu den Elfenbüchern hatte. „Aber du kümmerst dich um Candia, und klärst sie auf das sie damit eine verantwortungsvolle Aufgabe hat, die über das weiterbestehen der elfen und auch Amazonen Einfluss hat. Denk daran was in den Büchern, in den Büchern der Elfen und in unseren Schriften steht:
Und die Zeit wird kommen, in der sich die Elfen, in deren Herzen Finsternis herrscht, wieder erheben sollen. Einst vertrieben von der Oberfläche werden sie aus dem Dunkel hervortreten und ihre alte Heimat wieder für sich beanspruchen. Mit Schwert und Magie werden sie über die Länder der Elfen und Menschen hereinbrechen und Tod und Verzweiflung werden ihre Gefährten sein. Durch Grausamkeit und Macht werden sie die freien Völker unterwerfen und ihre Herrschaft wird tausend mal tausend Jahre umfassen. Die Lebenden werden die Toten beneiden und das Blut der Schwachen wird fließen. Und wisset dies: In einem Wald soll ihre Herrschaft erneuert werden, in der Heimat ihrer Feinde wird es beginnen.“
Amelie bemerkte wie Sandy zusammenzuckte, als sie diesen Text aus den Schriften zitierte. „Ja, Hoheit, ja es ist sehr wichtig, das Candia intensiv vorbereitet wird, ihr könnt euch auf mich verlassen.“ Es lag ein leichtes Zittern in ihrer Stimme. Ihr Griff verstärkte sich in ihrer Hand um ihr ein Zeichen von Kraft zu geben. Ihre Augen fingen an zu leuchten. „Sandy, ich habe volles Vertrauen zu dir, halte Kontakt mit Candia, denn es wird bald soweit sein, das wir den Schatten bekämpfen müssen. Amelie stand auf, nickte Sandy noch einmal aufmunternd zu und machte sich wieder auf den Weg zum Sanctum.