Ein kleiner Sieg (Dezember 2007)

Atrista, Hohe Richterin der AmazonenAtrista lehnte sich im Sessel zurück und strahlte über das ganze Gesicht. Seit Tagen der Demütigung durch den Schatten hatten die Amazonen endlich einen Teilsieg errungen. Sie hatten die verwundbare Stelle des Schattens entdeckt. Vor ihr standen Cindy und Smaragd, tippelten aufgeregt mit den Füssen und berichteten der Richterin wie die Krieger den Fiesling zu Boden gebracht hatten. Tage vorher hatte Mai, die Schamanin Regina bei der Behandlung der Wunde von Jasemin entdeckt, dass eine abgebrochene Kralle ein ganzes Fass Wasser gefrieren ließ. Diese Erkenntnis wollte man sich zu Nutze machen und versuchen den Schatten mit Wasser zu übergießen. Die Krieger wussten nicht wie er darauf reagierte aber ein Versuch war es wert. Die Schamanin hatte dann noch in einem geheiligten Ritual den Spähern und den Kriegern einen Trank verabreicht der sie besser schützen sollte vor den telepathischen Fähigkeiten des Scheusals.

Cindy erklärte aufgeregt wie die Krieger dann einen Plan ausgearbeitet hatten und immer wenn sie den Schatten erwähnte knurrte Smaragd wie ein Wolf dazwischen. Die Schwierigkeit war ihn an eine Stelle zu locken wo er dem Wasser nicht mehr ausweichen konnte. Da die Krieger wussten, dass er empfänglich war für die Schönheit der Amazonen wählten sie eine Ecke in der Karawansei. Drei Kriegerinnen sollten sich allen Mut zusammen nehmen und bei seinem Auftauchen unbeirrt und nur spärlich bekleidet den wiegenden Tanz der Schlange tanzen um ihn so in die Nähe eines Baumes zu locken. In diesem Baum sollten sich dann zwei Amazonen verstecken und in einem günstigen Augenblick die Wasserschläuche über ihm entleeren. Atrista hörte schmunzelnd zu. Der Plan klang zwar nicht sehr kriegerisch und noch nie vorher hatten Amazonen mit Wasserschläuchen gekämpft, aber da sie von dem Erfolg wusste, war sie begeistert von dem Einfallsreichtum ihrer Krieger. Mit einer ungeduldigen Handbewegung forderte sie die Beiden auf doch endlich zu erzählen wie es sich zugetragen hatte.

Gestern dann am frühen Abend war es soweit. Cindy hatte wieder die Vorahnung. Ihr Herz begann schnell und schneller zu klopfen, das Blut schoss durch ihren Körper und eine Hitzewelle durchströmte sie. Der Schatten war im Land. Schnell wurde alles arrangiert. Zwei Amazonen kletterten schnell auf den Baum und die anderen reichten ihnen die Schläuche gefüllt mit Wasser hoch. Einige legten ihre Mäntel ab und begannen zu tanzen während sich der Rest der Krieger in den umliegenden Büschen versteckten immer bereit ihre mutigen Schwestern zu schützen.

Der Schatten kam und schien ziemlich verwirrt gewesen zu sein. Alles hatte er anscheinend erwartet aber nicht eine fröhliche, unbesorgte Tanzgruppe. Die Spannung, die in der Luft lag, konnte man fast mit den Händen greifen. Schon hatte man die Befürchtung der Schatten könnte das laute Pochen der Herzen der aufgeregten Amazonen hören und völlig anders reagieren als man es geplant hatte. Es war schon ein fürchterlicher, beängstigter Anblick. Die große, dunkle Gestalt von der eine tödliche Gefahr ausging dort stehen zu sehen. Die Amazonen spürten förmlich wie seine Blicke sie zu durchbohren schienen. Vorsichtig wie ein wildes Tier spähte er in alle Richtungen. Irgendetwas schien ihn zu warnen. Die Amazonen bekamen es mit der Angst zu tun, dieser Gegner war noch gefährlicher als sie annahmen. Wenn er jetzt unvermittelt zum Angriff überging, dann hatten die Tanzenden keine Chance. Sie wussten, dass das ihr sicherer Tod war. Die Amazonen hielten den Atem an.

Dann plötzlich hörten sie sein hässliches lautes Lachen und diese Stimme, die klang als käme sie aus der Hölle. Der Schatten kam und stellte sich mitten unter die Tanzenden. Vielleicht übertrieben es die Amazonen auch mit ihrer gespielten Harmlosigkeit denn plötzlich lief der Schatten wieder aus der Gruppe heraus. Er umrundete die die Gruppe und schien keinen Blick mehr zu haben für die Hüfteschwingenden Amazonen. Er beobachtete die Umgebung, umrundete den Baum und kam den in den Gebüschen versteckten Kriegerinnen gefährlich nahe. Dann lehnte er sich an den Baum und beobachtete die Szenerie. Die beiden Amazonen auf dem Baum zogen die Füße an, weil sie schon befürchteten mit den Zehenspitzen an seinen Kopf zu stoßen.

Drough, der Schatten in Gefahr

Cindy erkannte sofort, dass es keine bessere Gelegenheit geben konnte und gab den Beiden im Baum ein Zeichen. Die nahmen ihre Wasserschläuche und ergossen das ganze Wasser über die dunkle Gestalt. Der Schatten hatte ein Geräusch wahrgenommen und drehte sich um, schaute in die Äste und in dem Moment, wo er die Amazonen im Baum entdeckte, bekam er auch schon das ganze Wasser ins Gesicht. Einen Moment blieb er verdutzt stehen dann sprang er völlig durchnässt zurück. Mit ein paar Schritten war er bei der Tanzgruppe. Sein Griff ging ins Leere, die Amazonen stoben auseinander und flüchteten in die Büsche. Der Schatten hatte Mühe zu folgen. Man konnte deutlich sehen wie sich nur mit größter Anstrengung bewegen konnte. Als er bemerkte wie die beiden Amazonen von den Ästen sprangen wollte er sich eine der Beiden schnappen. Mit voller Wucht drehte er sich um die eigene Achse um mit einem Hieb einer der Amazonen einen tödlichen Schlag zu versetzen. Irgendetwas war anders. Der Schatten hatte keine Kontrolle mehr über sich. Der Schlag ging ins Leere und die Wucht seiner Drehung lies ihn stolpern und zu Boden gehen. Der Schwung reichte aus um den Schatten bis fast an die Büsche rollen zu lassen. Dort rappelte er sich noch einmal hoch, ließ einen markerschütternden Schrei los und brach plötzlich zusammen. Die Amazonen umringten ihn und konnten sehen wie er mit sich kämpfte. Sein Körper zuckte gewaltig und dann blieb er merkwürdig verrenkt still liegen.

Drough, der Schatten für kurze Zeit außer Gefecht

Der Jubel kannte keine Grenzen. Übermütig hüpften die Amazonen im Kreis um den am Boden liegenden und sangen Spottlieder. Nur Cindy, die Anführerin der Krieger nahm sich ein Herz und trat mit der Fußspitze dem Schatten in die Seite. Keine Reaktion. Wie tot lag der Schatten da am Boden. Cindy hatte alle Mühe ihre Krieger zur Vernunft zu bringen und mahnte zur Vorsicht. Es wurden die Schwerter gezogen und man stach auf das Bündel ein. Der ganze Zorn der sich angestaut hatte entlud sich in diesem Augenblick. Als immer noch keine Reaktion erfolgte war man schon überzeugt, dass der Sieg endgültig war. Eilends wurde die Königin gerufen und es wurde schon beratschlagt, wie man diese Nachricht zu den Elfen bringen konnte. In der übermütigen Hektik hatte keine mehr einen Blick für den festgefrorenen Schatten.

Unbemerkt von den Amazonen hatte dieser sein Bewusstsein wieder erlangt. Ein entsetzter Schrei einer Amazone lies alle herumfahren. Mit Entsetzen in den Augen konnten sie zusehen, wie sich die Finger bewegten, dann die ganze Hand. Panik kam auf. Wie konnte das sein, war dieses Scheusal den überhaupt nicht zu besiegen. Fassungslos mussten die Amazonen mit ansehen wie langsam wieder Leben in den Schatten kam. Dann mit einem Ruck stand er auf. Ein grässliches Krachen, so als würde Glas zersplittern war zu hören. Der Schatten schüttelte sich und brüllte laut. Es war mehr ein Heulen. Er stand da und schaute sich die Reihen der Amazonen an. Die Krieger hatten ihre Königin umringt und waren unfähig auch nur einen Schritt zu machen. Sie waren alle wie gelähmt. Wenn er jetzt Rache nahm hatte er leichtes Spiel. Aber auch bei dem Unbesiegbaren schien die Erkenntnis zu reifen, dass heute alles anders war als sonst. Er drehte sich um und ging davon. In einiger Entfernung blieb er stehen und brüllte laut, dass er wieder kommen würde. Fassungslos starrten die Amazonen dem Schatten hinterher.

Die Krieger waren wie niedergeschlagen, verflogen war die Euphorie des Sieges und einige zweifelten bereits laut, dass man dieses Scheusal niemals wird besiegen können. Die Königin aber war die erste die ihre Fassung wieder gewonnen hatte. Sie lobte die Krieger für ihren Einsatz und analysierte, dass dieses Erlebnis doch eine wichtige Erkenntnis brachte. Der Schatten hatte seine Schwachstelle. Man konnte ihn kampfunfähig machen und hatte so, wenn auch nur für kurze Zeit, die Möglichkeit ihm eventuell den vernichtenden Schlag zuzufügen.

„Licht und Bernstein, hoffentlich verstehen wir das Orakel richtig“, murmelte die Königin.

Unbemerkt in dem ganzen Chaos näherte sich vom Sanctum her Tarna die Anführerin der Späher. Sie hielt einen Zettel in der Hand und eilte sofort zur Königin. Sakara hat mir eine Nachricht geschickt“. Ihre Stimme überschlug sich fast und man merkte ihr die Erleichterung an. „Sakara ist fündig geworden und hat einen großen reinen Bernstein gefunden.“ Diese Nachricht wurde von den Kriegern bejubelt. Sakara wäre Rot vor Scham geworden hätte sie die Lobesworte der Schwestern hören können.

„Deine Tage sind gezählt, du Scheusal“, murmelte die Königin und machte sich auf den Weg ins Sanctum.

Xiue Xiue schrieb, als sie von ihren Gedanken an diese Ereignisse in die Wirklichkeit zurückgekehrt war:

Nur Wasser setzte ihn für kurze Zeit außer Gefecht,
doch dafür hatte er sich schon öfter gerächt.
Junn war weiterhin in den Höhlen tief versteckt,
Bisher hatte der Schatten sie noch nicht entdeckt.
In alten Büchern forschte die Königin nach einem Weg,
was dem Schatten wohl das Handwerk leg’.

Ein Rätsel zur Rettung gaben die Amazonen ihr,
Versteckt hinter Worten – eine mächtige Waffe gegen das Ungetier.
Goldenes Licht gebrochen in des Baumes Blut
Lässt verschwinden dunkle Schattenbrut.
Doch wer konnte dieses Geheimnis nur lösen,
Elfen und Amazonen befreien von all dem Bösen?

Auf der Suche nach den geflügelten Einhörnern (Dezember 2007)

XiueXiue, die Elfe der Einhörner und Zenzi, die Elfe der Lüfte, flogen über die Wolken Richtung Süden und fühlten, dass sie dem Land der Wolkeninseln näherkamen. Die weißen Nebelberge erstreckten sich bis zum Horizont und unter ihnen spielte der Wind mit den Wellen des Meeres. Nach Stunden wurden die ersten Wolkeninseln sichtbar. Beide machten auf einer der Inseln halt und forschten nach den geflügelten Einhörnern. Doch von ihnen war nur noch eine Spur von Restenergie übrig geblieben. „Sie haben sich wohl ins Innere des Landes zurückgezogen.“ mutmaßte Zenzi. So suchten sie weiter bis sie zu einer gigantischen Wolke kamen. „Ich kann sie spüren. Sie sind hier!“ entfuhr es Xiue voller Freude. „Ob sie hinter dieser Wolke sind?“ rätselte Zenzi. Sie flogen über die Wolke dahin und sahen einen großen Wald, der sich wie eine grüne Decke über die Nebelschwaden legte. Die ganze schwebende Insel war in eine Wolke eingehüllt.

Xiue und Zenzi schritten an urzeitlichen Bäumen und Farnen vorbei und gelangten zu einer Lichtung. Dort ruhten die geflügelten Einhörner in der Wärme der untergehenden Sonne. Xiue grüßte ehrfürchtig die Hüterin der Wolkeninseln, die in Gestalt eines silbernen Pegasus auf einmal vor ihnen stand. Die Elfe der Einhörner puffte Zenzi in die Seite als sie gerade mit ihren Blicken nach ihrer Freundin suchte. Die Elfe der Lüfte verneigte sich schnell und lief rot an, weil sie die Hüterin nicht gleich bemerkt hatte.

„Ist die Gefahr in eurem Lande schon vorüber?“ fragte die Hüterin überrascht. Xiue erzählte rasch was inzwischen im Elfenland geschehen war und wie sie dringend die Federn brauchten. Die Hüterin hörte aufmerksam zu und richtete dann die Frage an die Einhörner, wer bereit sei eine Feder für die Elfen zu geben. In den sanften Augen der Einhörner spiegelte sich die Sorge um das Elfenland wider und gaben bereitwillig Federn für die Heilerin mit. Xiue und Zenzi nahmen dankbar die Geschenke an. Darauf lud die Hüterin sie zu Abendessen ein und riet ihnen sich ein paar Stunden auszuruhen.

Die Sterne glitzerten hell im Dunkel der Nacht als die Beiden aus ihrem kurzen Schlaf erwachten. Es waren noch einige Stunden bis zum nächsten Morgengrauen und die geflügelten Einhörner schliefen noch. Das einzige geflügelte Einhorn, das erwachte, war Zenzis Freundin und bestand darauf sie zu begleiten. Im Elfenland angekommen, erwartete sie die Heilerin schon sehnsüchtig und machte sich gleich an das Mixen des Heilbalsams.

Erste Opfer (Dezember 2007)

Xiues Hände zitterten. Die Erinnerungen an die Erzählungen waren so klar vor ihrem Auge, als hätte sie alles selbst erlebt. Die Elfe versuchte sich zu konzentrieren und schrieb in leicht krakliger Schrift:

Verborgener Schatten suchte nach gemischtem Blut,
tötete sogar eine Freundin aus purer Wut!
Weder Zauber noch mutige Hand hielten ihn auf,
So nahm das Unglück weiter seinen Lauf.

Ganz Amazonien lebte zu dieser Zeit in Angst und Schrecken. Der Schatten war immer wieder aufgetaucht und hatte sein Ultimatum bekräftigt. Bisher war das immer ohne größere Verletzungen ausgegangen.

Plötzlich spürte Cindy eine ungewöhnliche Wärme in ihrem Körper. Ihr Blut floss schneller und ihr Herz fing an schneller als sonst zu schlagen. Cindy spähte in die Nacht aber sie konnte noch nichts außergewöhnlich entdecken. Immer schneller klopfte ihr Herz und Cindy fuhr sich unwillkürlich mit der Hand an die linke Brust. Smaragd, die direkt neben Cindy stand bemerkte die Unruhe bei ihrer Anführerin und schaute besorgt. „ich spüre ihn“, flüsterte Cindy und warf Smaragd bedeutungsvolle Blicke zu. „Er ist da“, sagte sie laut zu der Richterin. Alle Anwesenden konnten die Worte hören und waren sofort in heller Aufregung. Jeder versuchte in der Dunkelheit irgendetwas zu erkennen. Aber da war nichts. „Ich spüre es ganz deutlich, es war jedes mal so, wenn dieses Scheusal hier aufgetaucht ist.“ Cindy war überzeugt.

Plötzlich, wie aus dem Nichts heraus, stand das Schattenwesen vor der Karawansei, hielt einen Moment inne und lief dann fest entschlossen auf die Amazonen zu. Eine Kriegerin die sich ihm in den Weg stellte versetzte er einen Hieb mit dem Arm. Der Schlag war so gewaltig, dass die Kriegerin durch die Luft geschleudert wurde und seltsam verkrümmt am Boden lag. Der Schatten bahnte sich unbeirrt einen Weg mitten durch die Amazonen, ging auf die Richterin zu und packte sich die daneben liegende Dienerin Jasemin. Er zog sie an den Haaren hinter sich her. Ein grausames, und markerschütterndes Lachen war zu hören. Der Schattenmann stieß seltsame Laute aus. Es hörte sich an wie ein Gurgeln aus großer Tiefe. Dann riss er Jasemin die Bluse auf und und ritzte mit den Krallen ein blutiges Kreuz auf die Brust. An den Haaren hielt er sie in der Luft so als wolle er den Amazonen zeigen wie machtlos sie doch gegen ihn seien. Dann warf er Jasemin achtlos in eine Ecke, stellte sich vor die Richterin und sagte etwas. Seine Sprache war nicht zu verstehen, nur gutturale Laute kamen aus seine Kehle. Erst nach eine Weile, so als hätte er erst jetzt begriffen, dass man ihn so nicht verstehen konnte, sprach er in der Sprache der Amazonen. „Von heute an werden ihr für jeden Tag, wo ihr schweigt, Opfer zu beklagen haben. Ich will diese Kriegerin Junn.“ Plötzlich war da wo er gestanden hatte nichts mehr zu sehen. So wie er gekommen war ist er auch verschwunden.

Alle in der Karawansei standen noch eine Weile ohne sich zu bewegen. Das alles war viel zu schnell gegangen. Als sich die Erstarrung löste, eilten alle zu der am Boden liegenden Kriegerin. Sie war tot. Tränen der Wut und der Trauer standen den Amazonen im Gesicht und sie brachten ihre tote Schwester ins Sanctum. Die Richterin untersuchte die Wunde Jasemins und schickte sie zu der Schamanin, damit eventuelles Gift nicht weiter in den Körper eindringen konnte. Atrista blickte in die Gesichter ihrer Kriegerinnen und sah wie alle irgendwie versuchten ihrem Blick auszuweichen. Auch Cindy zog es vor auf den Boden zu schauen. Hinter ihrem Rücken ballte sie eine Faust: „das wirst du noch bereuen du Scheusal.“

Die Amazonen waren ratlos…

Candia war schon einige Zeit nicht mehr am Lager von SandyLee und wollte nachsehen wie es ihr denn inzwischen ging. Überrascht fand Candia ihre Freundin auf einer Bank vor dem Bibliotheksturm sitzen. „Wie geht es dir heute“ fragte sie ganz liebevoll. „Glaubst du wir können einen kleinen Rundgang durch unser Elfenland machen. Ich würde dir so gerne unseren schönen Plätze zeigen“. SandyLee strahlte und meinte einen kleinen Rundgang schaffe sie sicher. Die kleine Elfe wollte die Freude, die SandyLee hatte, nicht trüben und verschwieg ihr das sie Junn nun doch noch nicht sehen konnte. Aischa die Heilerin der Elfen hatte untersagt das Junn besucht werden darf, da sie doch nicht die gewünschten Fortschritte bei ihrer Genesung machte, die sie erhofft hatte. Annemarie, die Königin der Elfen, bat Candia darum doch bitte den Zauberer Jan mit auf den Rundgang zu nehmen, als Geleitschutz. So erkundeten die Drei daraufhin das Elfenland.

SandyLee, Jan und Candia

Die Elfenkönigin schritt nachdenklich durch die bunte Wiese im Elfenland, es wurde langsam Abend, ein leichter Wind ließ die Grashalme schwingen und nur wenige Vögel sangen ihr Abendlied. „Seid dem die schwarze Gestalt durchs Land gezogen war, ist es einfach anders geworden“, dachte sie. In den alten Schriften stand etwas, das niemand zu deuten wußte. Es klang ihr wie ein Rätsel in den Ohren: „Ein Schatten wird sich holen ein Elfenkind jedoch er vermag es nicht zuhalten, dem Tod entrinnt es dann geschwind“ und „…ein heller Strahl dem Schatten seinen Tod bringt“.

„Der Schatten war da gewesen und Junn, so scheint es, ist die Elfe, die wir retten konnten. Aber was ist der helle Strahl, wo soll der herkommen ??“ sprach die Königin zu sich. „Und dann noch das Rätsel von den Amazonen??“ da ein leises Knacken im Unterholz die Königin zuckte unwillkürlich zusammen. „Wusel, du erschreckst mich noch zu Tode, schleiche wo anders durch die Büsche“ schimpfte sie Richtung Katze, die im Begriff war, sich wieder bei der Königin Streicheleinheiten zu holen. Die Königin jedoch schwebte hoch und verschwand in der Abenddämmerung.

Einhornfedern für die Heilerin (Dezember 2007)

XiueDie Sonne blinzelte keck hinter den weißen Gipfeln der Berge hervor und tauchte das Elfendorf in einen gelblichen Schimmer. Die Luft schmeckte nach dem frischen Tau auf den Blättern und langsam schien das Elfenland aus seinem Schlaf zu erwachen.

Xiue, die Elfe der Einhörner, pflückte am Rand des Flusses gerade ein paar Leckerbissen für ihre Schützlinge, als etwas Schwarzes an ihr vorbeihuschte. Xiue erschrak und drehte sich ruckartig herum. War das einer dieser dunklen Schatten? Nein, das konnte nicht sein. Sie konnte nichts Böses in ihrer unmittelbaren Nähe spüren. Aglardonn, ein schwarzes Einhorn, kam aus dem Dickicht hervor. „Spielst du mir wieder Streiche?“ fragte sie ihn. Aglardonn wieherte vergnügt. Er hatte es mal wieder auf die Leckereien abgesehen und genoss es von Xiue gestreichelt zu werden.

Beide liefen am Waldesrand entlang und suchten nach den anderen Einhörnern. Seit den letzten Ereignissen waren die Einhörner vorsichtiger geworden und versteckten sich verstärkt mit Hilfe ihres Tarnzaubers. Xiue war froh Aglardonn an ihrer Seite zu haben. Er war ein stolzer Einhornhengst, der mit Mut und Stärke das Elfenland verteidigte. Als Kämpferin war Xiue eine pure Anfängerin und verstand sich mehr auf friedvolle Lösungen.

Am späten Vormittag kehrte Xiue ins Dorf zurück und traf auf Jan, den Zauberer, der als Kater vom Dach eines Hauses das Dorf beobachtete. Xiue erkannte ihn und grüßte freundlich. Mit einem Satz sprang er vom Dach herunter und verwandelte sich in seine menschliche Gestalt. „Es wird Zeit, dass ich auch deine Fertigkeiten gegen Gefahren teste.“ sprach er und bat sie eine Blitze-erzeugende Wolke als Angriff gegen ihn einzusetzen.

Xiue war innerlich in Anspannung und sie versuchte sich auf den Zauberspruch zu konzentrieren. Die Nebel verdichteten sich zu einer bedrohlichen Gewitterwolke über dem Kopf des Zauberers. Jan ging in Verteidigungsstellung über und wartete darauf, dass jeden Moment die Blitze über ihn hereinbrachen. Doch da ergoss sich ein gewaltiger Wasserschwall über ihn und binnen Sekunden stand der Zauberer triefend nass und völlig überrascht in einer Pfütze. Xiue war amüsiert und gleichzeitig etwas peinlich berührt wegen ihres Missgeschicks. Der Zauberer verkniff sich seinen Kommentar, als Zenzi, die Elfe der Lüfte zu ihnen flog und sich über das ungewöhnliche Aussehen des Zauberers wunderte. Mit den knappen Worten, er gehe sich kurz trockene Gewänder holen, verschwand er.

Inzwischen lief Aischa, die Heilerin, aufgeregt aus ihrem Haus. Mit Schrecken hatte sie festgestellt, dass ihr eine sehr seltene Zutat ausgegangen war. Sie stürmte auf die Elfe der Einhörner zu: „Hast du ein geflügeltes weißes Einhorn in deiner Herde?“. Die Heilerin hatte das Unglück erst bemerkt als sie eine weiße Taubenfeder anstatt der Einhornfeder in ihrer Hand hielt.

„Verzeih, aber momentan sind nur noch die Wald- und Wieseneinhörner im Elfenland geblieben. Sie können zwar fliegen, aber haben keine Flügel. Die Einhörner der Lüfte haben sich wegen der aktuellen Ereignisse ins Land der Wolkeninseln zurückgezogen.“ antwortete Xiue. Aischa wurde ganz bleich im Gesicht: “Ich brauche ganz dringend eine Feder dieser Einhörner. Sonst kann ich die Mixtur nicht herstellen.“.

Xiue legte beruhigend die Hand auf ihre Schulter und versicherte ihr, dass sie sich so schnell wie möglich auf den Weg machen würde. „Ich brauche jemand, der sich im Land der Wolkeninseln auskennt. Zenzi würdest du mich bitte begleiten?“ wandte sich Xiue an die Elfe der Lüfte. Zenzi nickte zustimmend. „Ich bitte euch, ihr müsst mir diese Zutat holen. Beeilt euch, die Zeit drängt! Ich werde inzwischen die Königin unterrichten.“ mit diesen Worten machte sich Aischa auf den Weg. Xiue und Zenzi packten schnell das Nötigste zusammen und eilten zu den Einhörnern, um auf die Reise zu gehen.

Die Elfe der Einhörner hielt in ihren Gedanken daran inne und schrieb wieder einige Zeilen in ihr Buch:

Zwei Elfen waren auf der Suche nach Einhörnern mit Schwingen,
um der Heilerin Federn für die Heilmixtur zu bringen.
Im Land der Wolken fanden Xiue und Zenzi ihr Glück,
brachten viele magische Federn für die Heilerin zurück.

Des Rätsels Lösung (Dezember 2007)

SandyLee lauschte den Worten ihrer Freundin und fühlte dabei, dass sie etwas bedrückt. So langsam schienen SandyLees Späherfähigkeiten wieder zu erwachen. Sie setzte sich und versuchte aufzustehen. Jedoch spürte sie, dass ihr wieder ein wenig schwindelig wurde, also setzte sie sich direkt wieder hin. SandyLee sagte zu ihrer Freundin: „Lass uns mit dem Rundgang noch ein wenig warten, wenn etwas unerwartetes passiert wäre ich noch nicht in der Lage darauf zu reagieren. Außerdem habe ich die Unruhe draußen mitbekommen und weiß das die Gefahr momentan sehr groß ist. Junn dürfen wir nur besuchen, wenn wir absolut sicher sind nicht verfolgt zu werden.“

SandyLee sah zum Tisch, wo eine Auswahl an Speisen und Getränken stand. Nach dem vielen Schlafen hatte SandyLee einen Nachholbedarf was Essen und Trinken angeht, also stand sie vorsichtig auf und versuchte sich an den Tisch zu setzen. Ihr Freundin bemerkte, dass sie dabei sehr wackelig auf den Beinen war und stützte sie ein wenig. So setzten sich die beiden an den Tisch und plauderten über alle möglichen Dinge, nur wenn es auf aktuelle Themen zu sprechen kam, wurden beide jeweils wortkarg um keine weitere Verunsicherung zu stiften.

Tarna Lane streichelte den Bauch der Taube die ihr ihre Elfenfreundin Candia geschickt hatt und setzte sie dann auf eine freie Stange. Sie entfaltete den Brief und las die wenigen Zeilen. Tarna schrieb sofort eine Antwort und band den kleinen Zettel an das Bein der Taube.

„Meine hochgeschätzte Freundin, ich werde Eure Nachricht umgehend an die Hoheiten weiterleiten. Pallas beschütze Euch und der Dank der Amazonen für die aufopferungsvolle Pflege unserer Schwester Junn ist euch gewiss.“

Nachdem sie die Taube durch das Fenster entlassen hatte, schlenderte Tarna gedankenverloren zur Taverne, um sich dort einen Bissen zu Essen zu besorgen. Dort angekommen, befaden sich bereits Fatae, Mai, die Schamanin Regina und Marge in einer heftigen Diskussion, was es wohl mit dem Orakelspruch auf sich haben könnte, den die Richterin den Amazonen beim letzten Feuergespräch bekanntgegeben hatte.

Das Spektrum der Farben gebrochen im Blut der Bäume vernichtet das Böse.

Die Amazonen diskutierten heftig, kamen aber zu keinem Ergebnis. Plötzlich erscheint die Richterin in der Taverne und erzählte, dass die Krieger am gestrigen Tag auf die Lösung des Rätsels gestoßen sein könnten.

Das Blut der Bäume = Harz … Das Spektrum der Farben ist wohl im Licht des Tages enthalten. Aus Harz und Wasser entsteht Bernstein. Die mögliche Lösung könnte also sein. Licht gebrochen durch das Prisma eines Bernsteins.

Die Amazonen atmeten erleichtert auf.. Ja das könnte wirklich die Lösung des Problems sein. Doch wer war bewandert im Schleifen von Edelsteinen? Atrista wandte sich zu Tarna und fragte sie nach der Novizin Sakara. „War nicht sie es die den Pfeil erschaffen hat der dem Drachen die todbringende Wunde beigebracht hatte?“,“ Ja.“, Tarna nickte zustimmend. „Hoheit, Sakara ist eine wirklich geschickte Handwerkerin. Sie versteht es mit allerlei Werkzeug umzugehen und ist auch in der Kunst des Edelsteinschleifens und der Physik bestens bewandert.“ – Atrista nickte bestimmend. „Gut Tarna, schick diese junge Amazone zu mir, damit ich ihr Ihre Aufgabe genauestens schildern kann.“ „Ja Hoheit, ich werde sofort eine Eule zu ihr schicken“, sprach Tarna und eilte schnellen Schrittes zum Kartenhaus.

Cindy lehnte sich an einen Pfosten in der Karawansei, umringt von einer Schar Kriegerinnen. Sie hatte Mühe der Unterhaltung zu folgen. Alle redeten durcheinander, jeder hatte irgendeine Idee wie der Spruch des Orakels zu deuten wäre. Atrista die Richterin hatte es sich auf den Kissen gemütlich gemacht und mit Tarna der Späherin gesprochen. Cindy verstand nur soviel, dass die Richterin die Idee mit dem gebrochenen Sonnenstrahl durch ein Prisma aus Bernstein favorisierte und Tarna den Auftrag gab die junge Novizin der Späher, Sakara Anatine, zu beauftragen, herauszufinden wie man dies anwenden könnte.

Die Lage spitzt sich zu (Dezember 2007)

Junn schwebte seit einiger Zeit in einem Dämmerzustand. Sie hatte jegliches Gefühl für Raum und Zeit verloren. Sie spürte wie ihre Kräfte langsam wieder zurückkehrten. Als SandyLee aufwachte und alleine war, entschied sie sich aufzustehen und ein wenig frische Luft zu schnappen. Nach einiger Zeit traf sie auf Jan und Xiue mit denen sie sich ein wenig unterhielt.

Während Candia noch auf der Suche nach frischen Kräutern war, erhielt sie plötzlich eine Nachricht von Jan dem Zauberer und Xiue, der Elfe der Einhörner:“ Komm schnell, SandyLee ist uns gerade begegnet, ihr wurde plötzlich schwindlig, wir haben sie wieder ins Haus der Heilerin gebracht.“ Die kleine Elfe ging besorgt zu SandyLee und dachte bei sich, zum Glück waren Jan und Xiue in der Nähe, sonst hätte noch sonst was passieren können.“

SandyLee wollte alles über das Elfenreich erfahren: „Ich bin so neugierig auf euer Land, wie ihr lebt, wie ihr wirklich seid. Die Geschichten sind alle so wage und unbestimmt und vermutlich verfälschen sie das Bild über euch total. Ich habe schon festgestellt, dass ihr nicht alle mit Flügeln rumflattert und die ganze Zeit singt.“ Die kleine Elfe überlegte kurz und sagte dann: „Ich mache dir einen Vorschlag, wenn unsere Königin Annemarie es erlaubt, werde ich dich im gesamten Elfenland herumführen und ich werde versuchen die Königin davon zu überzeugen, dass es für die Gesundheit von Junn nicht abträglich ist, wenn du sie besuchst. Natürlich nur wenn auch die Heilerin damit einverstanden ist. Ich glaube, dass es Junn sicherlich freuen wird ein bekanntes Gesicht zu sehen, wenn sie aus ihrem langen Heilungsschlaf erwacht.“ SandyLee lauschte den Worten von Candia und bevor sie etwas sagen kann, ging Candia wieder aus dem Haus der Heilerin. SandyLee schaut ihr hinterher und legt sich wieder hin.

Atrista schaute der schwarz umhüllten Gestalt nach wie sie von Kriegern begleitet aus dem Sanctum geführt wurde. Es war die erste Begegnung mit einem der geheimnisvollen Schattenwesen. Der Schatten hatte sich Kamaria genannt, bezeichnete sich selbst als Wanderer zwischen den Welten und ohne Heimat und hatte der Arbitra angeboten sie im Kampf gegen die Schatten zu unterstützen. Wenn man den Ausführungen Kamarias Glauben schenken durfte, dann gab es in der Schattenwelt harmlose Wesen, die als Gedankensammler auf allen Welten die guten und positiven Gedanken jagten um sie aufzunehmen und so ihr Bewusstsein erweiterten. Es soll aber auch solche geben die alles negative Denken aufsaugen und so eine machtvolle und bösartige Bewusstseinserweiterung erfahren und damit allen Wesen aus Fleisch und Blut großen Schaden zufügen können. Atrista fröstelte bei dem Gedanken an die geheimnisvolle Gestalt. Unter dem schwarzen Umhang schien es keine feste Gestalt zu geben, Es war wie die Begegnung mit einem Geist. Atrista wusste nicht so richtig was sie von Kamaria halten sollte. „Immerhin, unser Gegner hat jetzt ein Gesicht“, dachte sie und schloss die Augen.

Atrista öffnete die Augen als sie das Rascheln der Efeublätter vernahm. Zwischen den Pfosten des Sanctums stand Tarna, die Späherin. Sie berichtete wie SandyLee im Elfenland spazieren war und dass es ihr scheinbar besser ging. Eindringlich bat sie die Hoheit um Erlaubnis tiefer ins Elfenland vordringen zu dürfen. Doch Atrista erwiderte: „Warte damit noch ein paar Tage, warten wir auf die nächste Begegnung mit den Schatten, es ist Bewegung ins Spiel gekommen“ „Auch wenn ich eure Taktik nicht ganz verstehe Hoheit, wir warten.“

Atrista versuchte mit dem Orakel in Kontakt zu treten und erzählte ihm alles, was sie wusste. Das Orakel hatte geduldig zugehört und als Atrista fertig war legte es beruhigend eine Hand auf Atristas Schultern: „Du hättest früher kommen sollen, die Schatten sind den Göttern nicht unbekannt. Es gibt gute Mächte unter ihnen aber auch gefährliche Mächte. Noch nie hatte sich ein Volk erfolgreich gegen die bösen Mächte wehren können. Es hilft keine Magie und auch keine Waffe. Die Götter aber sagen, dass es etwas gibt das sie vernichten kann. Die Schatten wissen das auch und brauchen ein Mittel, was sie auch dagegen immun sein lässt. Sie brauchen das Blut einer Kreuzung aus Mensch und Elfe und es ist sehr wahrscheinlich, dass unsere Kriegerin Junn diesen Kriterien entspricht und sie deshalb in Gefahr ist.“

Atrista hatte erschrocken zugehört. „Wenn diese Schatten unbesiegbar sind, dann sind wir verloren es sei denn wir finden heraus was die Götter wissen. Was sagen die Götter, Orakel hilf uns, wie können wir Junn helfen, wie können wir den Elfen helfen und noch viel wichtiger wie können wir uns künftig gegen die Schatten wehren?“ Das Orakel sah lange in die Augen der Arbitra und sah die Entschlossenheit dieser Frau. Dann drehte sie sich um und verschwand im Tempel. Atrista wartete lange und geduldig auf das Erscheinen des Orakels. Endlich als Atrista schon gar nicht mehr daran geglaubt hatte erschien das Orakel, legte wieder die Hand auf Atristas Schultern und sprach:

„Dem Bösen wird das Spektrum der Farben, gebrochen im Blut der Bäume zum Verhängnis“ Nach einer Weile der Stille flüsterte die ehrwürdige Gestalt: „Geh, und mach etwas daraus, das ist dein Hinweis.“ „Das ist alles?“ rief Atrista erstaunt, „das soll ein Hinweis sein?“ „Das ist der Hinweis meine Tochter, gehe jetzt und finde die Lösung bevor die Schatten an das Blut der Kriegerin kommen.“ Mit diesen Worten drehte sich das Orakel um und verschwand wieder im Tempel. Atrista blieb alleine zurück. Ihr war so als wäre die Last jetzt noch drückender und in Gedanken wiederholte sie immer wieder die Worte die den Hinweis gaben aber ihr wollte einfach keine Lösung einfallen. Gedankenschwer machte sie sich auf den Rückweg zum Sanctum.

Unzählige Schatten wurden seitdem in den Wäldern des Elfenlandes wahrgenommen, die dort umherstreiften. Die Königin der Elfen versuchte verzweifelt herauszufinden, wer diese Gestalten waren. Candia wartete eine ganze Zeit lang vor dem Thronsaal, doch wie sie feststellen musste war die Königin der Elfen nicht zugegen. Und da sie ihrer Freundin schon solche Hoffnungen gemacht hatte, suchte sie den Zauberer Jan auf und fragte ihn ob er ihr doch bitte die Erlaubnis geben würde das SandyLee und sie selbst zu Junn vorgelassen werden, die nun immer öfter aus ihrem Schlaf zu erwachen schien.

Dieser war jedoch etwas skeptisch, ob das so eine gute Idee war, doch zu guter letzt willigte er ein, aber nur unter der Voraussetzung das auch die Heilerin Aischa zustimmte. Und Candia musste den Auftrag annehmen, den Amazonen eine Botschaft über den Zustand von Junn und SandyLee zukommen zu lassen. Bereitwillig nahm sie die Bedingungen an.

In ihrem Häuschen setzte sie sich an den Tisch und verfasste die Botschaft an die Amazone Tarna, diese lautete:

„Bitte übermittle euren Hoheiten folgende Nachricht: Edle Amazonen, mir wurde die Ehre zuteil euch davon zu unterrichten das es Junn von Tag zu Tag besser geht und auch das auch SandyLee sich sehr rasch erholt und bald zu euch zurückkehren kann. Doch bat SandyLee mich darum ihr noch unser schönes Elfenland zu zeigen und auch Junn einmal zu besuchen, bevor sie wieder zu euch zurückkehrt. Deshalb bitte ich noch um etwas Geduld, aber eure Gefährtinnen werden bald wieder bei euch sein.“

Vorsichtig band die Zauberlehrlingselfe die Nachricht an den Fuß ihrer zuverlässigsten Taube und ließ sie fliegen.

Gleich darauf machte sie sich auf zum Haus der Heilerin und fragte auch sie um Erlaubnis Junn mit SandyLee zusammen besuchen zu dürfen. Die kleine Elfe versprach der Heilerin nicht zu zögern wenn ihr etwas seltsam vorkommt und umzukehren. Auch versicherte sie ihr ein Auge auf SandyLees Zustand zu haben.

Candia versuchte darüber hinweg zu sehen wie zerstreut und nachdenklich Aischa war. Es schien ihr etwas einfach nicht aus dem Kopf zu gehen. Nur was? grübelte Candia ganz kurz, versuchte dann aber ihre Gedanken wieder der Begegnung von Junn und ihr zu widmen. Erleichtert und mit Freude erfüllt war sie auf dem Weg zu ihrer Freundin SandyLee, um ihr die gute Kunde zu überbringen. Da begegnete sie noch einmal dem Zauberer Jan. Während sie sich unterhielten tauchte ein Schattenwesen auf. Jan versuchte dann sogleich einen Zauber über das Geschöpf der Dunkelheit zu legen und es damit einzusperren. Als es sich kurze Zeit darauf wieder befreien konnte und etwas entfernt von Candia und dem Zauberer stehen blieb, erschien ihre Königin Annemarie. Sofort berichtet Jan ihr von dem zuvor Geschehenen.

Die kleine Elfe empfand es sehr mutig was ihre Hoheit anschließend tat. Selbstsicher stellte sie sich dem dunklen Geschöpf entgegen, als es auf sie zutrat. Drohend gebar es den drei Elfenlandbewohnern das sie, es schien noch mehr von ihnen zu geben, die Herausgabe der Kriegerin Junn forderten. Doch Annemarie weigerte sich strickt und erzählte ihnen das diese gestorben sei. Candia versuchte dem Wesen klar zu machen das die Elfen den Brauch hatten verstorbene einzuäschern und in der Natur zu verstreuen um sie wieder in den Kreislauf des Lebens zurückzuführen. Die Königin ergänzte: „Dadurch werden sie als Blumen wiedergeboren. Aber nur derjenige der reinen Herzen ist kann diese Blume finden.“

Der Schatten war außer sich vor Wut. Langsam näherte er sich Candia, diese war starr vor Angst. Doch nur wenige Zentimeter vor ihrem Gesicht blieb er stehen und nahm einen tiefen Atemzug. „Nein du bist nicht geeignet“ meinte er. Candia verstand nicht ganz was er meinte, doch als das Wesen auf ihre Königin zuging versuchte sie ihre Angst zu besiegen und sagte „Lasst unsere Königin in Ruhe“, aber das Geschöpf lachte nur höhnisch und nahm auch in der Nähe von Annemarie einen tiefen Atemzug. „Nein auch ihr kommt nicht in Frage“ war seine Bewertung. Er wollte wissen, wo die Elfen sind die nicht reinen Blutes waren. Aber Annemarie blieb hart und sagte es gäbe keine. Nach langem hin und her verschwand der Schatten so schnell wie er gekommen war.

Am ganzen Körper zitterte die kleine zierliche Elfe, als Annemarie und Jan anfingen darüber zu beraten, was nun geschehen soll und was sie gegen diese Kreatur unternehmen sollten. Candia bat die Königin gehen zu dürfen um nach SandyLee zu sehen. Mit vollem Respekt vor dem Mut der Königin verbeugte sie sich und schritt Richtung SandyLee.

Quelle: Amazonen- und Elfenforum

Ungeklärte Fragen (November 2007)

XiueXiue dachte daran, wie die Königin Annemarie auf ihrem Einhorn durchs das Land geritten war und auf die Amazonen traf, die es wahrlich geschafft hatten ins Innere vorzudringen. Annemarie erzählte ihnen alle Neuigkeiten, wie es SandyLee und Junn ging und die Späher kehrten mit den Nachrichten nach Amazonien zurück. Annemarie dachte lange über die Situation nach. Plötzlich war ein großer Schatten über die Büsche gehuscht und verschwand zwischen den Bäumen. Die Königin sah ihn aber in den Augenwinkeln und ein Schauer fuhr ihren Körper hoch, auf einmal erkannte sie was es war… Das war, als Junn Eltern sterben mussten – da sah sie diesen Schatten… als Kind…

Candia hatte eine Brieftaube mit Nachrichten losgeschickt, die auch glücklich bei Tarna in Amazonien ankam:

Canida, die kleine Elfe„Botschaft an die Späher der Amazonen“ stand da in filigraner Schrift, und weiter, „Eure Schwester SandyLee wurde von uns gefunden und befindet sich wegen ihrer Verletzung bei unserer Heilerin. Des weiteren trafen soeben die Späher Leonie und Lukrezia in unserer Elfensiedlung ein und wünschten die Königin zu sprechen. Diese Mitteilung erfolgt auf Ihren Wunsch hin um Euch von ihrem Verbleib zu unterrichten und Euch die Sorge um ihre Sicherheit zu nehmen. Gezeichnet Candia Oyen, Elfe „

Candia dachte daran wie aufgebracht die Königin war als sie ihr von ihrem unerlaubten Ausflug in den Wald erzählte. „Wieso war ihre Hoheit nur so besorgt um mich“ grübelte sie „ich hatte das Gefühl, sie wolle mich beschützen. Aber wovor denn auch, nicht ich sondern Junn ist es doch gewesen, die angegriffen wurde“

Weiter nachdenkend schritt sie zur Heilerin und fragte nach SandyLee. Nachdem sie kurz aufgewacht war und sogleich wieder einschlief, wollte sie nun zu SandyLee gehen, sie beruhigen und ihr mitteilen das sie die Nachricht an die Königin der Elfen und SandyLee´s Schwestern übermittelt hatte.

Im Lager der Heilerin angekommen, setzte Candia sich vorsichtig neben SandyLee, um sie nicht aufzuwecken. Sachte wechselte sie die Wickel auf der Stirn und betete dabei zu den Sternen, dass sie bald wieder auf den Beinen wäre. Die Heilerin trat an sie heran und versicherte der kleinen Elfe das es ihr bald wieder besser gehen wird. Erleichtert und beruhigt bat sie die Heilerin darum weiter für SandyLee sorgen zu dürfen. Die Heilerin willigte ein, jedoch nur unter der Bedingung das Candia ihre Ausbildung als Zauberlehrling nicht vernachlässigte. Die kleine Elfe strahlte und versprach der Meisterin der Heilkünste das sie diese Bedingung gerne erfüllen wolle. Zufrieden wandte sie sich wieder SandyLee´s Pflege zu.

Nun einige Zeit später wacht sie auf und erkannte in der Elfe, die neben ihrem Bett saß, ihre kleine Retterin. „Du hast mir mein Leben gerettet, wie kann ich das wieder gut machen ?“ SandyLee schaute ihre Retterin fragend an und hoffte nun ein paar Antworten zu erhalten. „Du musst dich nicht bei mir bedanken edle Amazone, es ist doch meine Pflicht einer Freundin aus dem Amazonenvolk zu helfen. Ich hätte mir nie verzeihen können wenn ich es nicht getan hätte.“ sagte Candia mit ruhiger Stimme.

Candia wollte die noch geschwächte Späherin nicht länger auf die Folter spannen und versuchte die Fragen, die sie hatte so gut sie konnte, zu beantworten. „Leider kann ich dir nicht alle deine Fragen beantworten, doch ich werde mir Mühe geben, dir alles zu sagen was ich weiß.“

Die kleine Elfe dachte lange über die Fragen, die SandyLee stellte, nach und erzählte ihr was sie wusste: „Ich habe dich verletzt und herumirrend gefunden, zuerst dachte ich die böse Aura die ich spürte, ging von dir aus, doch je länger ich dich beobachtete, desto klarer wurde mir dass du von ihr verfolgt wurdest. Deshalb habe ich mich dir auch gezeigt. Und als ich hörte was geschehen war, war mir klar dass du Hilfe brauchst. Darum habe ich dich auch auf dem schnellsten Weg zu unserer Heilerin gebracht. Du hast eine ganze Weile geschlafen, aber es wird dir sicher bald besser gehen, das hat mir unser Heilerin versichert.“

Candia holte tief Luft und beantwortete weiter die Fragen der Amazonin. Sie sagte ihr, dass immer noch nicht klar ist wer oder was sie angegriffen und verfolgt und auch nicht wer ihr im Wald die Wunde versorgt hatte. Als SandyLee fragte: „Wie lange warst du in meiner Nähe?“ grinste Candia nur freundlich und erwiderte: „ich war immer hier nur als ich unserer Königin Bericht erstattet habe, hat sich unsere Elfe der Heilkünste um dich gekümmert, aber nun werde ich mich wieder um dich sorgen.“

Sanft legte die kleine Elfe einen neuen Wickel auf SandyLee´s Stirn und unterrichtete sie noch darüber das ihre Schwestern Leonie und Lukrezia schon hier waren und der Königin eine Botschaft überbrachten und sich nach dem Zustand von ihr und Junn erkundet haben.

Vorsichtig strich Candia SandyLee eine Strähne aus dem Gesicht und fügte noch hinzu: „Auch Tarna Lane habe ich schon eine Nachricht gesendet, damit sie sich nicht unnötig sorgt.“ Candia empfand das Vertrauen das ihr die Amazone SandyLee entgegenbrachte mehr als nur angenehm, sie freute sich eine neue Freundin in ihr gefunden zu haben. Mit der Hoffnung auf eine lange Freundschaft verabschiedete sich die kleine Elfe „Nun schlaf aber du musst schnell gesund werden, damit ich dir unser schönes Elfenland zeigen kann, wenn es unsere Königin erlaubt.“ und ging zum Zauberunterricht, wie sie es der Heilerin versprochen hatte.

Quelle: Amazonen- und Elfenforum

SandyLee, die Späherin (November 2007)

XiueEs war spät geworden und Xiues Gedanken schweiften wieder zurück zu den vergangenen Ereignissen:

Der Morgen graute als die Elfenkönigin Annemarie nach einer fast schlaflosen Nacht nach draußen ging. Es lag eine unheimliche Spannung über dem Elfenland. Die Elfen saßen noch ums Feuer, auch sie konnten nicht schlafen. „Werden die Amazonen Xiue überhaupt zu den Hoheiten durchlassen und werden sie ihr Glauben schenken?“ dachte die Elfenkönigin und erschrak. Sie hatte Xiue nichts zur Erkennung mitgegeben. Angst um die Elfe stieg in ihr hoch. „Xiue ist eine sehr gute Elfe “ sagte sie zu sich,“ es muss und wird gelingen…“ dann schritt sie auf den Turm. Ihr Blick schweifte suchend über das Land. Die Anspannung wich aus dem Gesicht. Sie sah das Einhorn auf dem Xiue saß und ein erlösendes Lächeln legte sich über Ihre Lippen. „Den Sternen sei dank! Sie haben sie sicher nach Hause geleitet“ dachte sie. Die Elfe der Einhörner wurde stürmisch von den Elfen empfangen und alle wollten dabei sein wenn sie von der Reise zu den Amazonen berichtete.

Als sie bei der Königin war, sprudelte es wie ein Wasserfall aus ihr her raus. „Nun beruhige dich erst mal“ sagte Annemarie, „und erzähle es mir der Reihe nach, langsam und ohne Hast.“ Xiue berichtete wie sie zu den Amazonen gefunden hatte, wie sie mit Argwohn empfangen wurde. Was Amazonen nicht wissen konnten, dass sie schon von weitem den Streit gehört hatte, aus dem Lager der Amazonen und mit einem seltsamen Gefühl im Magen dennoch zu ihnen ging. Wie sie bewiesen hatte, doch eine Elfe zu sein, die von Ihrer Königin geschickt wurde und doch alles noch gut ausging, weil sie die Amazonen überzeugen konnte. „Das Amulett sollen wir Junn übergeben“ sagte Xiue und reichte es der Königin.

Sie hatte sich alles ohne ein Wort zu sagen angehört, nur die Elfen tuschelten miteinander. Mit ernstem Blick schaute sie zu den Elfen. „Als Erstes müssen wir jetzt Junn wieder gesund pflegen .Sie macht gute Fortschritte. Als Zweites suchen wir den Täter, der sich irgendwo zwischen den Amazonen und Elfenland noch aufhalten muss. Haltet die Augen und Ohren offen, es könnte auch einer von uns sein nächstes Opfer werden. Bleibt im Land solange bis der Täter gestellt ist, nur so seid ihr sicher. Die Amazonen wissen jetzt Bescheid, dass sie Junn jederzeit besuchen können. Nun geht wieder an eure Arbeit und freut euch, dass es so gut ausging“ sprach sie und verschwand im Schloss.

SandyLee, die SpäherinSandyLee war einen Tag später auf dem Weg die Späher, die zur Aufklärung dort waren, zu besuchen und einen Bericht für die Hoheiten zu erstellen. Auf dem Weg wurde sie plötzlich von etwas angegriffen, was sie in der Dämmerung nicht identifizieren konnte. Dabei war sie über eine Wurzel gestolpert und mit dem Kopf gegen einen Baum gestürzt. Sie erinnerte sich nur noch an ein großen Schatten und lautes Gebrüll.

SandyLee erwachte und überlegte was sie tun sollte. Mit so ungenauen Aussagen konnte sie doch nicht vor die Hoheiten treten. SandyLee spürte, dass sie ein wenig wackelig auf den Beinen war, ihre Späherkolleginnen waren nicht in Sicht/Hörweite des Notfallhorns. Ausgerechnet jetzt fing es auch noch zu regnen an und die Flüsse stiegen so weit an, dass der Rückweg abgeschnitten war. SandyLee beschloss die Flucht nach vorne anzutreten und trat ins Elfenland ein.

SandyLee lief weiter durch das unbekannte Elfenland, von dem so gut wie nichts auf den Karten verzeichnet war. Immer wieder hatte sie das Gefühl beobachtet zu werden und ein wenig das ungute Gefühl durch bewusste Geräusche in die Irre gelockt zu werden. Während SandyLee so durch die Gegend lief, sah sie immer wieder dunkle Schatten und gelegentlich einen sehr großen Schatten, der sie zu verfolgen schien. Der Gedanke, dass sie die Gefahr zu den Elfen führen könnte, ließ SandyLee einen anderen Kurs wählen und wieder Richtung Meer laufen.

Xiue kehrte zurück aus ihren Erinnerungen und schrieb in die Chronik:

Um die Elfenkönigin vor Unglück zu warnen,
wollte sich eine Amazone den Weg zu ihr bahnen.
Regen peitschte zwischen Bäumen mit dunklem Gesicht,
Verletzt und verzweifelt fand SandyLee den Weg zu den Elfen nicht.

Atrista, Hohe Richterin der AmazonenDie Zusammenarbeit mit den Elfen gestaltete sich für die Amazonen schwierig und zäh. Das Neutralitätsversprechen das Atrista der Elfe Xiue mit auf den Weg gegeben hatte, erwies sich jetzt für sie als hinderlich. Atrista hatte den Elfen, nachdem die Missverständnisse ausgeräumt waren, zugesagt, dass die Amazonen nicht in das Elfenland vordringen würden. Aber genau dies war jetzt notwendig. Atrista hoffte, dass die beiden Späherinnen die sie als Boten losgeschickt hatten, es schafften bis zur Königin der Elfen vorzudringen. Sie war von Stunde zu Stunde überzeugter davon, dass sich der gemeinsame Feind schon längst dort befand, um nach Junn zu suchen.

Trotz ausdrücklicher Anweisung der Königin der Elfen war Candia in den Wald gegangen. Ihr war unwohl bei dem Gedanken niemandem gesagt zu haben, dass sie fortgegangen war. Doch sie hatte auf einmal das Gefühl, dass etwas vorging im Wald und wollte nachsehen. Und ihre Befürchtungen hatten sich bestätigt. Etwas Böses streifte durch die Dunkelheit.

Candia, der Zauberlehrling

Sie folgte der der bösen Aura und war erstaunt als sie feststellte dass es eine junge, aber verletzte Frau in ihrer Nähe war. Eine Zeit lang beobachtete sie die Frau in Gestalt eines Panthers, um nicht entdeckt zu werden und fragte sich, was sie hier suchte. „Ob sie diese böse Aura ausstrahlt“ dachte Candia.

Langsam nähert sie sich der Fremden, die im Elfenland umherzuirren schien und bemerkte das sie ganz und gar kein böses Wesen war. Als sie sich endgültig davon überzeugt hatte, dass von ihr keine Gefahr ausging, kam sie vorsichtig aus dem Versteck der Bäume hervor und stellte sich vor sie.

Freundlich und doch bestimmt fragte sie: „Was machst du hier, dies ist der Wald der Elfen und niemand darf herein.“

Die Elfe der Einhörner schüttelte den Kopf, als sie daran dachte, das ihr Schatz sich solchen Gefahren ausgesetzt hatte, schrieb dann aber weiter:

Candia, der Zauberlehrling, schlich sich heimlich in den Wald,
fand die verletzte Amazone alsbald.
Sie kümmerte sich mit Sorge und Aufopferung um sie,
knüpfte enge Freundschaft mit der Amazone SandyLee.

Nachdem Candia sich die Erlebnisse der Amazone angehört hatte und diese schon fast vor Erschöpfung zusammenbrach, verwandelt sie sich in eine Elfe zurück und erklärte ihr wieso sie bei diesem Wetter im Wald war und weshalb sie sie beobachtet hatte.

Dann bot sie der geschwächten Amazone an sie ins Elfenland zu begleiten und die Wunden von der Heilerin der Elfen versorgen zu lassen. Als sie die Bäume mit den vielen Gesichtern erwähnte wurde ihr schnell klar das das sicherlich die Magie des Zauberers war um Eindringlinge in die Irre zu führen. Und es hatte funktioniert.

Candia sagte: „Jetzt versteh ich auch weshalb ihr ständig im Kreis gelaufen seit. Ihr seit dem Zauber erlegen der über diesen Wald gelegt wurde um Fremde fern zu halten.“ Candia erklärte ihr das diese Art der Magie keine Wirkung auf Elfen hat und es besser wäre das sie sie begleitet.

Um gegen die Schatten etwas geschützt zu sein, baute sie ein Schutzschild um sich und SandyLee auf, da diese aber scheinbar zu schwach war um selbst den Weg bis ins Elfenland zu laufen. Deshalb bot sie ihr an auf ihr zu reiten und verwandelte sich in ein Einhorn. SandyLee bekam nur mit wie die Elfe in Einhorngestallt losritt … danach verlor sie das Bewusstsein. Kurz bevor SandyLee das Bewusstsein verlor versprach ihr die Elfe Candia ihr, sobald sie im Elfenland angekommen sind eine Nachricht an ihre Schwestern zu senden. Endlich erreichten sie sicher ihr Ziel und Candia übergab die verletzte und erschöpfte Amazone in die Hände der Elfenheilerin.

Quelle: Amazonen- und Elfenforum

Neue Erkenntnisse (November 2007)

XiueXiue sass immer noch unter dem großen Baum und erinnerte sich an ihren wichtigen Auftrag zurück, der sie nach Amazonien geführt hatte. Die Elfe der Einhörner wurde dort mit Misstrauen begrüßt. Atrista, die Richterin der Amazonen, hatte Xiue mit ihren Fragen ganz schön ins Schwitzen gebracht und auch noch nach einer Legitimation verlangt. In der Eile hatte ihr die Elfenkönigin nichts mitgegeben und Xiue wusste sich nicht anders zu helfen, als ihr Einhorn zu rufen, um ihr reines Herz zu bezeugen.

Atrista war zufrieden mit dem Besuch. Sie hatte erreicht, dass die Schutzmassnahmen gegen die Amazonen im Land der Elfen wieder verschwanden und sie war jetzt auch davon überzeugt, dass die Elfen am Freundschaftsbündnis festhielten und die Kriegerin Junn in guten Händen ist.

Mit ernstem Gesicht ging sie auf die Königin zu. „Die Elfen sind in Gefahr,“ sagte sie leise, „du musst Annemarie eine Botschaft zukommen lassen, lass sie wissen, dass der Feind bereits in ihrem Land ist.“ Als Amelie verständnislos die Stirn in Falten zog schüttelte Atrista den Kopf. „Was würdest du ohne mich machen, es sind die Wölfe. Xiue sprach von einer plötzlichen Wolfsplage. Die gleiche Wolfsplage wie sie uns vor Wochen heimsuchte. Die Wölfe haben bei uns nicht gefunden was sie suchten. Sie suchen jetzt im Elfenland. Ich bin überzeugt davon, dass der Feind sich in der Gestalt des Wolfes in das Land geschlichen hat. Ich lasse die Alarmbereitschaft in Amazonien bestehen, wir jedenfalls sind bereit.“

Amelie drehte sich erschrocken um und drehte Atrista den Rücken zu. „Entweder du bist krank oder du bist der gefährlichste Gegner den man sich vorstellen kann.“ Amelie dachte angestrengt nach und nach einer Weile drehte sie sich wieder zu Atrista und flüsterte: „Du könntest Recht haben, wir schicken eine Späherin. Xiue wird deine Andeutung vorhin aber auch verstanden haben aber sicher ist sicher, wir wollen unsere Freunde warnen….“

Xiue schaute noch einmal kurz zurück, bevor sie der Amazone zum Strand folgte. Das Unbehagen war noch immer nicht von ihr gewichen.

Am Ufer angelangt, kam ihr Einhorn auf sie zu und stupste sie von hinten an. Faentinu spürte, dass etwas nicht stimmte und suchte beunruhigt den Kontakt zu seiner Herrin. Sie versuchte die Gedanken beiseite zu schieben, verabschiedete sich noch mit einem Wink und Faentinu stürzte sich mit einem Wiehern hinaus in die Schwärze der Nacht. Unter ihnen kräuselten sich die Wellen während die Sterne wie Lichterketten an ihnen vorbeischnellten.

Das Amulett von der Amazonenkönigin in ihrer Hand und mit der Botschaft verwahrt in ihrem Herzen, kehrte sie zurück. Die Elfen waren noch immer um das Feuer versammelt und hatten kein Auge zugemacht. Zu ungewiss war diese Nacht und die Sorge, die sich im Elfenland verbreitete, ließ jede Müdigkeit vergessen.

Xiue flog direkt zum Schloss und bat bei der Elfenkönigin um Audienz. Ihr Herz hüpfte wie ein wild gewordener Kolibri in ihrer Brust, beseelt von nur einem Gedanken: “Die Königin muss alles so schnell wie möglich erfahren!“.

Die Elfe der Einhörner öffnete die Augen. Es war alles nur vor ihrem geistigen Auge geschehen. Aber dennoch hatte sie das Gefühl, die Ereignisse wären erst vor ein paar Minuten geschehen. Xiue versuchte sich wieder zu beruhigen inne und schrieb in poetischer Form:

Welch Freude, als sie die Amazonen von ihrer Absicht überzeugte
und bereitwillig sich deren Wünschen beugte.
Das Band der Freundschaft war nun erhalten,
doch leider blieb es nicht beim Alten.

Gefahr schwebte über Elf, Gesang und Harv
- blitzende Augen im Dunkel – gierig und scharf!
Böses nistete im Herzen des Friedens,
im Elfenland, dem Tal des Südens.

Wo sollte man suchen? Noch war die Gefahr gut versteckt
und niemand hatte bisher des Übels Wurzel aufgedeckt.
O weh, welch Unglück nahte dem Land der Elfen!
Würden die Amazonen ihnen wohl helfen?

Die Elfe packte ihre Chronik wieder ein. Die Erinnerungen waren wieder zu frisch. Xiue mußte sich ein wenig ablenken und spielte auf ihrer Harve ein paar fröhliche Lieder.

Drohende Gefahren (November 2007)

XiueDie Sonne schien hoch am Himmel. Xiue, die Elfe der Einhörner, hatte ihren morgendlichen Rundgang gerade beendet. Sie setzte sich an den großen Baum und holte die Chronik hervor. Ihre Gedanken kehrten zurück zu den Ereignissen vergangener Tage und mit Tinte und Feder vollendete sie die Erinnerungen auf dem Papier:

In einer von Schrecken erfüllten dunklen Nacht,
wurde beinahe die Halbelfe Junn umgebracht.
Mit letzter Kraft schaffte man sie ins Elfenland,
doch die Attentäter blieben weiterhin unbekannt.

Junn, die AmazonenelfeXiue dachte daran, wie man ihr die Geschichte erzählt hatte, dass Junn am Strand auf dem Turm Wache gehalten hatte und von mehreren Pfeilen getroffen, einem Fremden gegenüberstand. Der Fremde erzählte, dass er früher ein Elf gewesen war und mit Junns Vater zusammen die stärksten Kämpfer gewesen waren. Beide verliebten sich in Junns Mutter und kämpften um sie. Junns Vater gewann und der Fremde ging fort. Irgendwann fand er eine uralte Macht und sie zeigte ihm eine Möglichkeit ihre Mutter doch noch zu besitzen. Doch sie liebte ihn nicht und verspottete ihn. Er tötete sie und schwor auch Junn umzubringen. Der Fremde stieß darauf Junn einen Dolch in die Brust und verschwand mit seinem schwarzen Schiff. Die Amazone Janina fand die schwer verletzte Junn und die Schamanin Mai gebot sie ins Elfenland zu bringen, um Junn heilen zu lassen und ihre Selbstheilungskräfte zu stärken. Janina brachte sie unter großen Gefahren übers Meer und erklomm das mächtige Gebirge, das das Elfenland umgab. Eine unserer ältesten Elfen fand die Beiden und kümmerte sich um sie. Quelle „Der Überfall – Amazonentagebuch“

Xiue erinnerte sich noch gut. Nach langer Zeit hatte Junn wieder ihre Augen geöffnet. SandyLee und einige Amazonen waren die Ersten, die im Elfenland eintrafen, um sich nach Junn zu erkundigen. Aber direkt zu Junn wurden sie nicht vorgelassen. Es wurde eine strenge Nachrichtensperre angeordnet, um Junn an einem sicheren Ort zu wissen. Es dauerte nicht lange und die Hoheiten versuchten ebenfalls zu Junn persönlich vorzudringen, doch die Elfen waren konsequent und ließen die Amazonen nicht durch. Erstes Misstrauen kam bei den Amazonen auf. Die Elfenkönigin hatte angeordnet, dass niemand zu Junn vordringen durfte, schon wegen dem feigen Hinterhalt, in dem sie gekommen war, sie wollten die verletzte Elfe aus der Gefahr wissen. Junn wurde daraufhin tief in den Höhlen versteckt. Die Königin Annemarie traute den Amazonen nicht über den Weg und vermutete einen Verräter unter ihnen. Die Amazonen wurden langsam wütend und der Verdacht kam auf, die Elfen hätten auf Junn den Anschlag verübt, um sie zurückzuholen. Ein Angriff schien unausweichlich. Der Zauberer überbrachte die schlechte Nachricht der Königin und in Eile schickte sie Xiue als Botin zu den Amazonen um den Frieden zu erhalten. Quelle: „Amazonen- und Elfenthread“

Die Erinnerung an diesen Auftrag ließ Xiue wieder einen Schauer über den Rücken fahren. Sie schweifte zurück an dieses Ereignis:

Auf einer grünen Lichtung im Zentrum des Waldes graste ein weißes Einhorn. Das Licht des Abends umspielte seine silbernweiße Mähne und fing sich im goldenen Horn auf der Stirn. Von fern vernahm es plötzlich einen Ruf und galoppierte in Windeseile seiner Herrin entgegen.

„Ich muss mich beeilen. Vielleicht kann ich das Unheil noch abwenden.“ So dachte Xiue, als sie ihr Bündel zuschnürte und das Gemurmel der Elfen hörte, die um das Feuer im Dorf versammelt waren. Hinter ihr erschien ihr weißer Wirbelwind Faentinu und wieherte erwartungsvoll. Die Abendsonne tauchte das Elfenland in rot-goldenes Licht als Xiue sich schnellen Schrittes auf den Weg Richtung Dorfzentrum machte.

Die letzten Tage waren von Sorge erfüllt um Junn, doch auch mit Erleichterung, dass es ihr langsam besser ging. Nun schien die Freundschaft zweier Völker an einem seidenen Faden zu hängen. Xiue schüttelte den Kopf bei dem Gedanken daran, als sie sich dem Feuer näherte. Die Elfen verstummten in ihren Gesprächen und schauten die Elfe der Einhörner mit wachsamen Augen an. Das Knistern des Feuers durchbrach die Stille und Xiue blickte in die besorgten Gesichter ihrer Freunde. Sie fühlte die schwere Last, die auf ihren Schultern ruhte. Mit einem Satz stieg sie auf ihr Einhorn und verabschiedete sich von den Elfen. Der Zauberer trat an sie heran und wünschte ihr eine gute Reise: „Eile geschwind auf dem Pfade des Lichtes und kehre wohlbehalten zurück.“ „Ich danke dir, o großer Zauberer. Mögen die Sterne über euch alle wachen.“ Mit diesen Worten schweifte Xiue mit ihrem Blick wehmütig über das Elfenland. Es duftete nach Kirschblüten und der letzte Sonnenstrahl legte sich wärmend auf ihr Gesicht bevor das Einhorn mit ihr das Elfenland verließ.

Das Rauschen der Bäume verbreitete einen wehmütigen Klang, als Xiue den Wald durchritt und sie stieß einen tiefen Seufzer aus in der Hoffnung, dass ihre innere Unruhe sich im Rascheln der Blätter verflüchtigte. Ihre Gedanken waren aufgewühlt und wechselten so schnell wie die Schatten der Bäume, die an ihnen vorbeiflohen. Die Sterne glitzerten klar im Spiegel des Wassers als sie das Meer erreichten. Faentinu schnellte über die glatte Oberfläche dahin, leise und doch schneller als der Sturmwind einen Grashalm biegen kann. Xiue wusste, dass sie dem Land näher kam, denn sie spürte die Kraft der Amazonen, die aus dem Herzen des Landes empor stieg. Von fern sah sie schon den Schein von Lichtern als sie das Ufer erreichte. Ihr Herz klopfte schneller, als sie am Strand halt machten.

Xiue hielt kurz inne, als sie daran dachte und schrieb dann weiter:

Im Amazonenland brodelte Misstrauen und Zornesglut,
richteten in Unwissenheit auf die Elfen ihre Wut.
In Windeseile reiste die Elfe der Einhörner zu ihnen hin,
um das verlorengegangene Vertrauen zurückzugewinn’.

Mit Unbehagen und Sorge überbrachte sie die Friedenskunde,
doch was sie erwartete war ungewiss zu dieser Stunde.
Mit schwerer Last auf den Schultern unsicheren Pfad sie beschritt,
als die Elfe der Einhörner zu den Amazonen ritt.

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