Sorgenvolle Erwartung (Januar 2008)

SandyLee hörte gut zu und sah wie Candia Xiue fragend ansah, doch Xiue schwieg. SandyLee sagte darauf: „Candia, ich wurde von unseren Hoheiten geschickt um dir mitzuteilen, dass du vermutlich die Auserwählte bist, die den Schatten mit dem Stein und dem Licht besiegen muss. Du musst sehr tapfer sein, unsere Kriegerinnen werden dich beschützen, aber du musst den Mut besitzen und dem Schatten gegenüberstehen. Uff, nun ist es raus“ Man konnte förmlich spüren wie SandyLee die Last von den Schultern wich, endlich hatte sie es ausgesprochen. Nun schaute SandyLee gebannt in die Runde, ihre Katzenohren signalisierten das SandyLee sehr aufgeregt war.

Xiue räumte den Tisch ab während sich Candia und SandyLee unterhielten und setzte sich in ihren großen Stuhl am Kamin, als ihre kleine Elfe die Frage an sie richtete. Der Feuerschein spiegelte sich in Candias erwartungsvollen Augen wider. Die Elfe der Einhörner war sich bewusst, das der Schatten dahinter stecken könnte, doch um die Beiden nicht unnötig zu beunruhigen, überlegte sie eine Weile. Xiue wollte gerade die Vermutung äußern, dass sich der Eber vielleicht bei einem Revierkampf mit einem anderen Eber ins Sanctum verirrt hatte, doch sie kam nicht mehr dazu. In diesem Moment offenbarte SandyLee etwas, das Xiue befürchtet hatte und sie nicht auszusprechen gewagt hatte. Ein Wesen sollte sich gegen den Schatten stellen und ausgerechnet ihr kleiner Sonnenschein sollte die Auswählte sein! Die Elfe der Einhörner erstarrte innerlich. Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf und ihre Flügel zitterten. Das Knistern des Feuers forcierte die Spannung, die in der Luft lag, doch Xiue brachte keinen Laut über ihre Lippen. SandyLee beobachtete die Reaktion der beiden Elfen als sie ihre Ansage gemacht hat, das Zittern der Flügel war deutlich zu sehen, die Stille wurde nur durch das Knistern der Feuers durchbrochen und jedes stärkere Knacksen lies alle drei zusammenzucken. Alle drei blickten mit sorgenvoller Miene in die Runde und SandyLee stockte der Atem während sie auf die Antwort von Candia wartete. Was würde ihre kleine Freundin sagen, wie würde sie damit klarkommen?

Samantha setzte sich in ihr Baumhaus und legte einen neuen Verband an ihre Schulter an, wo sie der Schatten am Tag zu vor verletzt hatte, als er plötzlich in der Karawansei erschien. Dort hielt sich zu der Zeit die Hoheit Atrista, die Kriegerin des Feuers, mehrere Amazonen, ein Gast und ein vielleicht zu künftiger Schmied auf. Die tapferen Amazonen stellten sich dem Schatten entgegen und zum Dank dafür, schleuderte er Feuerbälle auf sie und katapultierte ein paar von ihnen, einige Meter fort von der Taverne. Glücklicherweise war Samantha, die einzige Verletzte geblieben und Mascha hatte sie behandelt, nachdem der Schatten wieder verschwunden war. Immer noch grummelte die Amazone laut vor sich hin, bei dem Gedanken an diesen Bastard und sie hoffte, dass er bald vernichtet werden würde, damit endlich wieder Ruhe und Frieden in Amazonien eintreten konnte. Sam trat auf den Balkon ihres Baumhauses, stellte sich an die Brüstung und seufzte während sie ihren Blick über das Elfenland schweifen lies, dass bald zum Schauplatz des Endkampfes gegen den Schatten werden sollte. Es war schon spät , die Sonne ging schon langsam unter. Die Amazone seufzte noch mal tief, ging in Baumhaus. Dort krabbelte sie in Müde in ihre Felle, wo sie nach kurze Zeit in einen traumlosen Schlaf fiel.

Lange Zeit war Kamarias „Bruder“ ruhig und zurückhaltend, aber irgendwie, ob in Verbindung mit dem Vollmond, oder auch mit dem Vorbeiflug des Kometen, wurde Bruder „Drough“ immer unruhiger. Plötzlich stürzte er ins Amazonenland „Amazonien“. Kamaria folgte ihm in entsprechendem Abstand. Er produzierte sich und provozierte und wütete zwischen den Amazonen. Sie wusste, dass sein Gebaren nur ein Spielchen war, geboren aus Langeweile. Auch die Forderung nach Junn und zusätzlich nach der Königin, war reines abtasten: “ wie weit kann ich gehen“.

Kamaria brauchte nicht einzugreifen, aber eins stand fest, der Höhepunkt kommt unaufhaltsam immer näher. Die Schattenfrau hoffe nur, dass die Amazonen und Elfen stark genug wären um an dem Tage X gemeinsam gegen diese brutale Macht anzukommen. Es würde nicht einfach sein, und wer zum Schluss der Gewinner wäre, wenn überhaupt von Gewinn geredet werden konnte, das wissen allein nur die Götter.

Erwartungsvoll zu Xiue sehend, wartete die kleine Elfe welche Erklärung diese für das seltsame Verhalten des Ebers hatte. Doch noch bevor die ihr liebste Elfe der Einhörner etwas sagen konnte, platzte SandyLee plötzlich damit heraus, das sie eine Nachricht der Hoheiten des Amazonenlandes für ihre Seelenverwandte habe, doch was diese Nachricht beinhaltete erschreckte die kleine Elfe zutiefst. Sie konnte einfach nicht glauben, was ihre Freundin SandyLee ihr gerade offenbarte. Erst langsam verstand Candia das Ausmaß von SandyLee´s Nachricht und ihr stockte der Atem, nach Luft schnappend versuchte sie etwas zu sagen, doch ihr immer lauter schlagendes Herz lies sie keinen klaren Gedanken mehr fassen. Angst steig in ihr auf und der Instinkt in ihr sagte: „Gefahr flieh!!!“ Bei jedem noch so geringen Geräusch fuhr die kleine Elfe zusammen. Nur langsam beruhigte sich Candia wieder. Mit zitternden Flügeln und blass wie das Licht des Vollmondes, saß das kleine Elfenwesen auf der Liege und hauchte erschrocken: „Ich? Das kleinste der Elfenwesen, soll einem so mächtigen und grausamen dunklen Wesen die Stirn bieten, wo er doch schon von weitem so furchterregend und erbarmungslos aussah und ich mich bei seinem Anblick am liebsten versteckt hätte.“ Angst erfüllten sah sie ihrer Seelenverwandten tief in die Augen und sage mit bebender Stimme leise: „Ich habe es gesehen… ich habe gesehen wie der Schatten zu Fall gebracht werden kann… Ich habe Angst… hilf mir… zeig mir wie ich mutig einem so kalten Wesen gegenüber stehen kann…“.

SandyLee vernahm die ängstlichen Worte ihrer Freundin und versuchte passende Worte zu finden, um ihr die Angst zu nehmen, doch wie sollte sie das machen, wo sie selber Angst vor dem Kampf hat, wo die Amazonen Kriegerinnen besorgt sind und mit großen Verlusten rechnen und das Handeln der Hoheiten auch ein wenig Hilflosigkeit widerspiegelt. SandyLee fiel nur eins ein: „Liebste Candia, natürlich wird eine unserer Kriegerinnen und Ausbilderinnen dir zur Seite stehen und dich darauf vorbereiten. Janina ist bereits auf dem Weg zu dir und wird dir bei der Vorbereitung auf die schwere Aufgabe helfen. Wenn du weitere Informationen hast, auch aus deinen Träumen, dann musst du unsere und eure Hoheit darüber informieren. Es ist wichtig, dass wir keine Detail vergessen. Unsere Hoheiten haben alle Informationen sicher unter Verschluss, außerdem hüten wir Späher in einem Versteck Abschriften aller Informationen. Wenn nur ein Puzzlestück fehlt oder verloren geht, dann kann es zur Katastrophe für uns alle werden.“ SandyLee atmete tief durch und ging auf ihre Freundin zu und nahm sie in den Arm. „Ich werde an deiner Seite stehen“ flüsterte sie Candia ins Ohr.

Atrista kam sichtlich erschöpft im Sanctum an. Die Strapazen der letzten Tage standen ihr ins Gesicht geschrieben und auch Jadzia ihre Leibwache schien erschöpft zu sein. Sofort fand sich Smaragd die Leibwache der König ein und bot an, die Wache im Sanctum zu übernehmen damit sich die Richterin und auch Jadzia ausruhen konnten. Atrista war auf einer Rundreise durch Amazonien. Sie bereiste alle Dörfer und sprach mit den Ehrenfrauen. Sie wollte das Volk der Amazonien auf den bevorstehenden Kampf mit dem Schatten vorbereiten. Die Dörfer sollten wissen was auf sie zu kommen könnte wenn irgendetwas nicht so funktionieren sollte wie es geplant war. Sollten die Krieger bei diesem Kampf versagen dann war Drough ein sehr mächtiges Wesen dem kein Volk mehr etwas entgegen zu setzen hatte. Drough würde sich zu aller erst an den Elfen rächen. Das Land der Elfen würde schon bald darauf nicht mehr existieren. Dann wäre Amazonien dran. Drough würde keine Gnade walten lassen nach dem er bewusst in eine Falle gelockt worden war. Einmal dem Willen dieses Schattens unterworfen hätten die Amazonen keine Chance mehr ihre Freiheit wieder zu erlangen und viele Völker die jetzt noch auf den Schutz der Amazonen angewiesen waren wären hilflos der Willkür Droughs ausgeliefert. Atrista hatte bei weit entfernten Verbündeten anfragen lassen ob sich die Amazonen in diesem Fall dorthin zurückziehen könnten. Vor wenigen Tagen ist die Antwort eingetroffen und Hilfe wurde zugesagt. Gemeinsam mit den Spähern hatte man dann einen geheimen Evakuierungsplan entworfen. Die Ehrenfrauen der Dörfer wussten jetzt was zu tun sei wenn das Schlimmste eintreten sollte. Auch für die Königin und die Richterin wurde ein Fluchtplan entworfen. Sie sollten sich sofort absetzen können um später das Volk wieder zu vereinen. Atrista lächelte als sie sah wie Jadzia sich neben ihr Lager hingelegt hatte. Die Gute hatte ihr Schwert gezogen und griffbereit unter eine Felldecke gelegt. Sie beobachtete wie sich Jadzias Brust regelmäßig hob und senkte. Die Leibwächterin war schnell eingeschlafen. Auf der beschwerlichen Reise war Jadzia schnell zur Vertrauten geworden. Atrista schätzte ihr offene und ehrliche Art und vor allem ihre Zuverlässigkeit.

Dort vorne an einen Posten gelehnt stand Smaragd. Eine schöne, groß gewachsene Amazone die man leicht unterschätzte. Aber Atrista selbst hatte sich mehrfach von den kämpferischen Fähigkeiten überzeugen können und war beeindruckt. Cindy die Kriegerin des Feuers hatte eine gute Auswahl getroffen als sie gerade diese beiden Kämpferinnen für die Leibwache ausgesucht hatte. Atrista war beruhigt. Sie lies sich nicht von der Lässigkeit mit der Smaragd am Pfosten lehnte täuschen. Sie hatte volles Vertrauen zu dieser Amazone. Wehmütig schaute sich Atrista um, betrachtete die Bäume, lauschte dem Rauschen der Blätter. All diese Pracht war in Gefahr. Atrista spürte wie die Angst in ihr drohte übermächtig zu werden. Angst, ein Gefühl das sich schon lange nicht mehr eingestellt hatte und Angst das wusste sie war schon immer ein schlechter Kamerad und Ratgeber. War diese Angst ein Vorbote? Eine Ahnung? Atrista klopfte sich mit der Hand an den Kopf als könnte sie so die düsteren Gedanken vertreiben. Die Königin und sie waren Unsterbliche, was also sollte passieren. Pallas würde nicht wollen, dass ihren Kindern etwas zustoßen könnte.

Was Atrista so in Sorge versetzte war die Tatsache, dass der zwölfjährige Regenerationszyklus erst fünf Tage nach dem geplanten Endkampf sein sollte. Amelie und Atrista hatten sich alle zwölf Jahre auf den Tag genau im Tempel einzufinden um dort durch ein Ritual von Pallas neues Leben zu empfangen. Auf diese Weise hatten sie bisher Jahrhunderte durchlebt. Nichts hatte dieses Ritual je verhindert aber dieses Mal könnte alles anders sein.„Verlieren wir den Kampf mit Drough dann haben wir so gut wie keine Chance uns zu regenerieren“, schoss es Atrista durch den Kopf und sie mahlte sich aus wie sie Beide dann auf der Flucht innerhalb von wenigen Tagen durchaltern und schließlich sterben würden. Atrista seufzte so laut, dass Smaragd sich besorgt umdrehte aber ein stilles Kopfschütteln bedeutete der Leibwache, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchte. „Noch ist es nicht so weit“, Atrista sprach sich selbst wieder Mut zu. Viel lieber wäre ihr jedoch, wenn dies eine reine Angelegenheit der Amazonen wäre. Da könnte sie alles Steuern, da hätte sie alles im Griff und bis ins kleinste Detail genau abgestimmt. So aber waren sie angewiesen auf fremde Hilfe. Ausgerechnet die Kleinste der Elfen sollte alle erlösen. Auf der Stirn von Atrista zeichneten sich dicke Sorgenfalten ab wenn sie an Candia die kleine Elfe dachte. „Sandy ich hoffe du bereitest sie gut darauf vor“, war das letzte was Atrista denken konnte bevor auch sie von der Müdigkeit übermannt wurde…

Xiue saß wie angewurzelt in ihrem Stuhl und die Muskeln schmerzten unter ihrer Anspannung. In ihren Gedanken verlor sie sich in der Vergangenheit an jenen Tag zurück, an dem sie Candia das erste Mal traf. Es war ungewöhnlich kühl an diesem Morgen gewesen. Die Nebelschleier krochen mühselig über dem feuchten Boden dahin. Die Elfe der Einhörner fühlte sich in diesem uralten Lorbeerwald nicht wohl. Die Bäume breiteten ihre moosbewachsenen Äste wie Fangarme aus und alles um sie herum verströmte eine niederdrückende Trostlosigkeit. Xiue schluckte und beschleunigte den Schritt ihres Einhorns. Sie wollte diesen Wald so schnell wie möglich hinter sich lassen. Nach einer Weile sah sie schon die ersten Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg durch das Dunkel kämpften. Die Elfe war innerlich erleichtert und sehnte sich danach ihre Flügel in der Sonne zu baden. Doch da hielt sie inne, ein schwacher Lichtschein in der Ferne zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Was konnte das sein, das hinter den knochigen Bäumen wie ein Irrlicht blinzelte? Ihre Neugier wurde immer stärker und sie folgte dem schwachen Licht zu seinem Ursprung.

Xiue sah eine leuchtende Gestalt im Gras liegen. Die Nebel glitten in silbern schillernden Wellen über sie hinweg. Die Elfe der Einhörner erkannte, dass das Wesen eine kleine Elfe war. Regentropfen bedeckten wie glitzernde Diamanten ihre zarten Flügel. Xiue schaute auf das schöne leblos wirkende Geschöpf herab und spürte das noch Leben in ihr war. Sie legte die Elfe behutsam auf ihr Einhorn und brachte sie aus den Wald hinaus. Die Sonne erwärmte das zierliche Wesen und langsam wich die Blässe aus ihrem Gesicht. Die kleine Elfe öffnete zaghaft ihre Augen. Xiue schaute sie lächelnd an: „Ich freue mich, dass du erwacht bist. Ich bin Xiue, die Wächterin der Einhörner.“ Das zarte Wesen setzte sich auf und antwortete mit zittriger Stimme: „ Ich heiße Candia…“ Sie versuchte sich zu erinnern, aber da war nichts, kalte Leere umhüllte ihre Gedanken. Alles war so dunkel, wie ein grauer Schleier der über ihrer Vergangenheit hing. Tränen funkelten in ihren Augen. Xiue legte ihren Arm um sie und versprach ihr, sich um sie zu kümmern. Seitdem hatte sie Candia wie eine Tochter in ihr Herz geschlossen und tat alles um ihren kleinen Schatz zu beschützen.

Die Elfe der Einhörner kehrte in ihren Gedanken zurück und straffte ihre Schultern. Sie hatte ihr inneres Gleichgewicht wiedergefunden und setzte sich neben Candia. Liebevoll drückte sie ihr Töchterchen an sich und sprach: „Ich weiß, dass große Stärke in dir wohnt und du hast viel gelernt. Sei tapfer und habe Vertrauen zu dir selbst. Du bist nicht allein in diesem Kampf. Was immer auch geschieht, ich werde mit all meiner Kraft und meinem Zauber dir zur Seite stehen. Alle deine Freunde werden treu an deiner Seite kämpfen und dich beschützen.“ Mit diesen Worten löste sie das Medaillon von ihrem Hals und murmelte ein paar Worte in der alten Sprache, als sie es öffnete. Es leuchtete kurz auf und ein metallisch schimmerndes Kästchen stand auf dem Tisch. Ein Drachenfigur lag auf dem Deckel und verschloss die Schatulle. „Urlug echuia“ flüsterte Xiue. Der kleine Drache richtete sich auf und das Schloss öffnete sich. SandyLee staunte und beugte sich nach vorn, um das Kästchen näher zu betrachten. Da drehte der kleine Feuerspeier seinen Kopf und funkelte die Amazone misstrauisch an. Rauch stieg aus seinen Nüstern auf. „Keine Sorge, dass ist eine Freundin.“ beruhigte Xiue den Drachen. Als sie die Schatulle öffnete, erstarrte die Figur in Bewegungslosigkeit, als hätte sich der Drache nie zuvor bewegt. Candia sah neugierig in das Kästchen, doch ein Tuch verdeckte den Inhalt. Die Elfe der Einhörner kramte einen Moment darin herum und beförderte eine geheimnisvolle Fiole zu Tage, die an einer filigranen Kette hing. „Das ist eines der kostbarsten Dinge, die ich besitze. Ich möchte das du es verwahrst. Es wird dir im Kampf eine große Hilfe sein.“ Der Inhalt des Fläschchens funkelte golden als Xiue sie in Candias Hände legte. „Die Fiole enthält die erste Milch einer Einhornstute, bevor ein Junges sie trank. Sie ist sehr selten und kostbar. Wenn du sie bei dir trägst, kann sie einfache Verletzungen binnen Sekunden heilen.“ Xiue schloss Candias Hände um die Fiole „Trink sie nur wenn dein Leben in Gefahr ist. Sie reicht leider nur für ein einziges Mal. Pass gut darauf auf, du wirst sie sicher brauchen.“

Die letzten Tage vergingen wie im Flug, die Königin Annemarie war im ganzen Elfenland unterwegs um zu sehen wo der günstigste Platz für den Endkampf sein mochte, nach dem geheimen Treffen mit den Oberhäuptern der Amazonen, musste alles so sicher wie nur möglich für die beiden verbündeten Völker sein, kein Risiko durfte eingegangen werden.“ aber der Schatten, würde es möglich sein Ihn in die Falle zu locken?“ dachte Sie “ wird Candia es auch schaffen Ihre Nerven unter Kontrolle zu bekommen und die Angst in Ihr zu besiegen wenn Sie dem Schatten gegenübersteht ?“ Fragen über Fragen quälten die Königin, und dass schlimme daran man wusste keine Antwort wie alles ausgehen würde entschied das Schicksal. Und das war unbarmherzig wie es sich schon bei Junn Überfall gezeigt hatte, wo nur das Glück noch geholfen hatte das Sie es überlebte.

Mittlerweilen war es Abend geworden ein Käuzchen schrie in die Nacht ihre Sehnsucht. die Grashalme wiegten sich im Abendwind und das Mondlicht umschloss die Lichtung am Feuer. Es war still, erdrückend still… Wusel, der Kater, holte sich eine Fisch aus dem Brunnen. Die Sehnsucht nach endlich Frieden überfiel die Königin “ es darf nichts schiefgehen diesmal muss es gelingen, zu lange dauerte er schon der Kampf mit dem Schatten und zuviel Leid ist dadurch schon geschehen es muss gelingen Ihn zu besiegen, dass wir und die Amazonen in Frieden wieder leben können, schon unser Freundschaft wegen“ dachte sie. Ja es war hart was alles geschehen war seit die beiden Völker aufeinander trafen. Wie aus Vorurteilen Freundschaft wurde, eine wunderbare Freundschaft. Die Königin schwebte durch das Land immer nach der Suche, ob nicht irgendwo der Schatten lauerte. Er war ja wieder mal wie schon zu oft zuvor bei den Amazonen aufgetaucht und hatte sie bedroht. Wer weiß wann er wieder im Elfenland sein würde? Ihre Flügel brannten wie Feuer und wurden schwer wie Blei, es war an der Zeit zu rasten, Sie musste wieder schlafen, eine ungewissen Schlaf, Angst was der Morgen bringen wird und die Hoffnung, dass es wieder Frieden geben wird. Mit den Gedanken an Frieden schlief sie in einer der Schaukeln im Elfenland ein, sie war zu müde um noch ins Schloss zufliegen.

Als SandyLee die kleine Elfe Candia umarmte und ihr versicherte an ihrer Seite zu sein, wenn es soweit sein wird, fühlte diese sich schon wieder etwas geborgener und sicherer, Die Ankündigung das eine erfahrene Kriegerin der Amazonen das zierliche Wesen auf ihre Aufgabe vorbereiten würde, trug ebenfalls zu etwas mehr Sicherheit bei, so das sich der Herzschlag von Candia wieder etwas verlangsamte. Xiue hatte bis zu diesem Zeitpunkt kein Wort gesagt, doch die kleine Elfe merkte, dass auch sie sehr unter Spannung stand, als wollte Candias Ziehmutter diese Anspannung abschütteln, straffte diese plötzlich ihre Schulter. Etwas verwundert sah die Zauberlehrlingselfe, immer noch in den Armen ihrer Seelenverwandten liegend, zu der für sie zu einer Ersatzmutter gewordenen Elfe der Einhörner. Als sich Xiue neben das blasse Nervenbündel setzte und dieses SandyLee liebevoll aus den Armen in die ihren nahm, lauschte Candia aufmerksam was sie sagte. Die Worte die die zierliche Elfe vernahm machten ihr wieder Mut und zeigten ihr das sie nicht allein sein wird. Als Xiue ihr Medaillon abnahm und dabei, für Candia unverständlich, etwas flüsterte, war die angeborene Neugierde im Zauberlehrling wieder geweckt. Als der Anhänger aufleuchtet und dann ein Kästchen mit einen sonderbaren leuchten und einer Drachenfigur auf dem Tisch erschien, war Candia völlig sprachlos. Solchen Zauber kannte sie noch nicht. Mit großen Augen betrachtet sie das Schauspiel des Drachen, der zum Leben erwachte als ihre Ziehmutter ihn dazu Aufforderte. Scheinbar war auch SandyLee neugierig, der Drache gab ihr jedoch zu verstehen, dass sie nicht näher kommen sollte. Xiue beruhigte den Wächter der Schatulle und begann etwas darin zu suchen.

Candia versuchte einen Blick auf den Inhalt zu erhaschen, doch sie konnte nichts außer einem Tuch erkennen, dann zog Xiue vorsichtig eine Fiole mit einem wunderbar golden funkelnden Inhalt. Als die kleine Elfe das Fläschchen von Xiue überreicht bekam, diese ihr noch erklärte was sich darin befindet und wie es zu verwenden wäre, verflog die Neugierde und ihre wurde schlagartig wieder bewusst was ihr noch alles bevorstand. Vorsichtig hängte sie das wertvolle Geschenk um den Hals, nahm Xiue in den Arm, gab ihr einen Kuss auf die Wange und entschuldigte sich bei ihr um zu Bett zu gehen, denn die Aufregung der letzen Stunden waren etwas zu viel für sie und morgen schon sollte die Kriegerin der Amazonen kommen und ihr helfen sich vorzubereiten. Candia bat SandyLee sie zu begleiten, da sie nicht mehr alleine durch das Elfenland streifen wollte und ihr zudem noch genau erzählen wollte was sie in der Traumwelt erlebt hatte ohne das ihre Ziehmutter davon erfährt.

Samantha nahm sich einen kleinen Schinken und einen Beutel gefüllt mit Quellwasser aus der Karawansei. Dieses band sie sich an den Gürtel, bevor sie sich sie sich gemütlich, leise vor sich hinpfeifend, auf den Weg zum Fluss machte. Dort angekommen setzte sich ans Ufer und warf eine Angelrute in die Strömung. Die Amazone genoss die Ruhe die hier am späten Vormittag herrschte, während sie darauf wartete, dass ein Fisch anbiss . Sie hatte schon eine ganze Weile dort gesessen, denn die Sonne war genau über ihr, als sie dann endlich zwei Fische gefangen. hatte. Sie nahm die beiden Fische, wickelte sie sorgfältig in Papier und steckte das Paket dann in ihrer Tasche. Sie wollte die Fische an Wusel, den Kater der Elfen verfüttern, die sie besuche wollte und zum Glück waren keine Amazonen in der Nähe und so würde es sicher nicht auffallen, wenn sie sich heimlich aus Amazonien schlich.

Samantha hatte sich vorgenommen, sich den Dorfplatz im Elfenland noch mal genau anzusehen, wo der Kampf gegen den Schatten stattfinden sollte, damit sie so gut wie möglich darauf vorbereitet war. Sie hatte keine Angst vor dem Kampf oder davor zu sterben, doch sie war trotzdem besorgt darüber, was passieren würde, wenn der Plan den die Elfen und Amazonen ausgeheckt hatten, um den Schatten zu besiegen, fehlschlagen würde.

Auf dem Dorfplatz begegnete die Kriegerin der Elfe Xiue und einer anderen Elfe, die sich nicht kannte. Die Amazone unterhielt sich kurz mit beiden, gab Wusel den Fisch und fing dann an ihr Versteck noch einmal zu begutachten, wo sie sich am Anfang des Kampfes aufhalten würde. Sie wollte sich noch einmal genau ansehen, wo sie sich am hinknien konnte,und die beste Sicht auf des Geschehen zu haben. Nach einiger Zeit kam die Königin der Elfen kam hinzu und Samantha wechselte mit ihr der sie ein paar Worte. Wie immer war die Hoheit sehr freundlich, doch da sie noch andere Verpflichtungen hatte, ging sie kurze Zeit später wieder und auch Samantha machte sich auf den Weg zurück nach Amazonien.

„Du Candia, wie erlegt ihr eigentlich das Wild um euch zu ernähren?“ (Januar 2008)

Am Brunnen wartend, sah SandyLee wie Candia aus dem Haus der Heilerin kam und dabei ein wenig wackelig auf den Beinen war. SandyLee musste ein wenig lächeln, denn vor nicht allzu langer Zeit war es genau umgekehrt, da kam SandyLee wackelig heraus und Candia wartete draußen. Aber der Ernst der Lage ließ SandyLee sofort wieder ernst werden. SandyLee lief auf Candia zu und fragte sie erstmal wie es ihr geht. Von der bevorstehenden Aufgabe konnte SandyLee ihr noch nicht erzählen. Auch nicht davon, dass sie evtl. wenn der Zeitpunkt ungünstig sein sollte nicht bei dem Kampf dabei sein kann. SandyLee hat eine weitere Aufgabe zum Wohl der ganzen Insel zu lösen und muss dafür bis zur früheren Heimat reisen, denn dort sind noch ein paar alte Schriften verschollen und das Land dort ist endlich zur Ruhe gekommen, aber keiner weiß für wie lange. SandyLee spazierte mit Candia durchs Elfenland und die beiden plauderten als wäre nichts geschehen, als gäbe es das Problem mit dem Schatten nicht. Zwischendurch fanden sie Blüten oder Früchte, die sie sich gegenseitig erklärten. Candia führte SandyLee zu einem Bienennest, wo sie vorsichtig ein Stück vom Honig herausholte. Damit setzten die beiden sich auf einen Baumstamm und schleckten genüsslich davon. SandyLee wunderte sich, weil die Bienen darauf gar nicht reagierten. Sie dachte mit Grausen an ihren letzten Versuch zurück, bei dem sie einen ganzen Schwarm auf sich gezogen hat und nur durch einen Sprung in den Bach abschütteln konnte.

Schwankend und lächelnd, trotz der Schmerzen des vorherigen Sturzes, antwortete Candia auf die Frage von SandyLee wie es ihr den gehe: „Gut nur die Kopfschmerzen und einige blaue Flecken, aber sonst ist alles in Ordnung meine Freundin.“ In Gedanken überlegte sie sich schon wie sie ihr nur sagen soll was den überhaupt geschehen war, schließlich war SandyLee ihre Seelenverwandte, wie es schien und lange würde die kleine Elfe es nicht vor ihr verbergen können, was sich am Feuerplatz vor Junn´s Höhle zugetragen hatte. Doch zuerst wollte sie sich selbst klar darüber werden und schob somit alle Gedanken daran weg von sich. Das zierliche Wesen wollte sich nun nur noch der Wiedersehensfreude hingeben und alles um sich herum vergessen, besonders den Schatten und die Visionen. Doch auch der Gefährtin des Windes schien etwas auf dem Herzen zu liegen. Nur was konnte Candia nicht genau spüren, doch es schien sie genauso zu bedrücken wie die kleine Elfe das ihre Problem bedrückte, aber keine einzige Frage danach kam über die sanften Lippen des Zauberlehrlings. Nichts sollte diesen schönen Moment trüben. Durch das Elfenland spazierend und über allerlei Früchte und Blüten erzählend führte die Candia die ihr lieb gewordene Amazone zu einem Bienenstock. Vorsichtig näherte das zierliche Wesen sich dem summenden und voller Leben steckenden Zuhause der Waldbienen und mit aller Behutsamkeit nahm sie etwas des Honigs. In Gedanken bedankte sich die kleine Elfe in aller Form, so wie es die Höfflichkeit verlangte. Mit der Leckerei in der Hand setzten sich die beiden Freundinnen auf einen Baumstamm und Candia bemerkte was für große Augen ihre Freundin zu machen begann. Erst da bemerkte sie das es für SandyLee sehr sonderbar sein musste das die Bienen ihren Vorrat und auch ihr Heim nicht verteidigten. Kichernd schaute die Zauberlehrlingselfe ihre Freundin an und naschte weiter am stärkenden Honig und wartet nur darauf das ihre Seelenverwandte die im Raum stehende Frage stellte.

SandyLee bemerkte das verhaltene Kichern ihrer Freundin, offensichtlich bedrückte auch sie etwas, doch SandyLee wollte den schönen Moment nicht zerstören. Plötzlich lief am Waldesrand ein Wildschwein entlang, SandyLee wollte fast aufspringen und es erlegen, aber dann lies sie es sein, sie wollte den Frieden der Elfen nicht stören. „Du Candia, wie erlegt ihr eigentlich das Wild um euch zu ernähren?“ fragte SandyLee und schaute Candia fragend an. Candia war überrascht und wusste nicht wie sie auf diese Frage antworten sollte.

Xiue kam gerade zufällig mit einem Korb Pilzen des Weges und hatte die letzten Worte mit angehört. Candias hilfesuchender Blick verriet ihr, dass sie keine Antwort auf die Frage wusste. Die Elfe der Einhörner grüßte die Beiden freundlich und meinte: Ich habe ein paar Baran Carabesgalhwandi (Goldbraune Hutschleierpilze) gesammelt und würde euch gerne zum Essen einladen.“ Xiue wandte ihren Blick zu SandyLee: „Bei der Gelegenheit würde ich dir auch gern deine Frage beantworten.“ Die Amazone und die kleine Elfe folgten Xiue zu ihrem kleinen Häuschen am äußeren Rand des Dorfes nahe dem Steilhang an dem der Wasserfall hinunterplätscherte. Die Beiden machten es sich gemütlich und beobachtet en gespannt wie Xiue die Pilze mit verschiedenen Ölen und Gewürzen bestrich und mit allerlei Beeren, Wurzeln und Kräutern füllte. „Das hier sind Pilze, die tief im Innern der Drachenhöhle gesammelt habe. Sie lieben eine trockene und heiße Umgebung und wachsen normalerweise in den Höhlen von Vulkanen.“ Xiue wickelte die Pilze in fächerartige Blätter einer Pflanze, die SandyLee nicht kannte und legte sie in die heiße Pfanne, die über dem Feuer im Kamin hing. „Dieses Rezept gab mir einmal eine kunstreiche Elfe, als ich auf Reisen war. Sie erzählte mir, sie schmecken nach gebackener Ente und ich bin vernarrt darin. Aber ich weiß nicht, ob es wirklich stimmt, denn ich habe noch nie richtige Ente gegessen.“

Die Elfe der Einhörner legt noch zwei Hand voll Farnsprossen in die Pfanne und erzählte weiter: „Früher stand bei den Elfen viel Fleisch auf dem Speiseplan, sie erlegten das Wild meist mit Pfeil und Bogen. Aber je mehr sich die Elfen mit der Natur verbanden, desto mehr lehnten sie den Genuss von Fleisch ab. Sie jagten nicht mehr und unsere jüngeren Elfen haben bereits verlernt, was es heißt Fleisch zu essen.“. „Gibt es gar keine Elfen mehr die Wild erjagen?“ fragte SandyLee neugierig. Xiue drehte die gewickelten Bündel in der Pfanne herum und der leckere Geruch stieg allen in die Nase. „Unsere Kriegerelfen gehen noch jagen und essen gerne Fleisch. Aber das bleibt den anderen Elfen meist verborgen. Soweit mir bekannt ist, sind auch die Elfenstämme tief in den Wäldern und einige Nomadenstämme heute noch hervorragende Jäger und berühmt für ihre Kunst der Fleischzubereitung.“ Candia meinte dazu, sie könnte keinem Tier etwas zu Leide tun und hätte deshalb auch nie Fleisch gegessen. Sie wusste ja nicht, dass sie schon einmal ein Stück Fleisch gegessen hatte – ein Stück vom Schinken, den SandyLee den Elfen geschenkt hatte. Inzwischen war das Essen fertig. Xiue nahm die Pfanne vom Feuer, öffnete die Bündel und legte die leckeren Sachen so auf die Teller, dass jedes Gericht wie eine Blüte aussah. Die Elfe der Einhörner reichte SandyLee und Candia einen Teller mit einem Glas Wein. „Guten Appetit“ wünschte sie ihnen.

Sichtlich erschrocken saß SandyLee vor ihrem Teller, irgendwie schnürte sich ihr Hals zu. Langsam fing SandyLee an dem hübsch zubereiteten Essen zu probieren und war erstaunt wie schmackhaft es war. Und dazu der gute Wein, der bei den Elfen wohl ebenso beliebt wie bei den Amazonen zu sein scheint. Dann fing SandyLee vom Wildschwein an zu erzählen, wie sie das Wildschwein welches im Sanctum bereits mehrfach versucht hatte jemanden anzugreifen, erlegt und dann zubereitet hat. Die Details ließ sie aus Rücksicht natürlich aus. Vorsichtig fragte sie Candia: „Wie hat dir denn der Schinken von mir geschmeckt, wo du doch kein Fleisch isst?“ Bevor Candia antworten konnte, fing SandyLee über das Essen auf ihrem Teller an zu erzählen und lobte mit jedem zweiten Satz Xiue für das leckere Mahl. Candia schaute SandyLee mit immer größeren Augen an, als würde sie das Ausweichmanöver bemerken. Als SandyLee das Glas zum Trinken anhob, fing Candia an zu erzählen.

Mit weit geöffnetem Mund und immer größer werdenden Augen, sah die kleine Elfe entgeistert SandyLee an. Candia lies augenblicklich das Besteck mit einem „klirrr“ auf den Teller fallen und begann dann zu fragen: Was das wahr das Fleisch eines Wildschweins? Sie sammelte sich aber gleich wieder. „Wenn ich das nur früher gewusst hätte. Auf deine Frage kann ich dir nur Antworten. Obwohl mich, im Nachhinein, der Gedanken ein Stück eines so wundervollen Tieres, wie dem Wildschwein, zwischen meinen Zähnen gehabt zu haben, doch sehr erschaudern lässt, dass es erstaunlich wahr wie anders dieser „Schinken“ geschmeckt hat, im Gegensatz zu den Speisen die ich sonst esse. Ich muss zugeben mir hat das kleine Stückchen, das ich vor kurzem aus Neugierde gekostet habe sehr geschmeckt. Nun bereue ich es zutiefst, ja schäme mich geradezu dafür etwas von deinem Geschenk gegessen zu haben, ohne zu wissen was es genau ist.“ Die kleine Elfe machte eine kurze Pause und sprach dann weiter: „Ich werde nach dem Essen gleich eine Andachtsstätte für das arme Wildschwein errichten und auch eine Nachricht an den Schinken in der Speisekammer heften, so das keiner ihn aus versehen isst ohne zu wissen was es ist.“ Als sie fertig wahr atmete das zierliche und recht blas gewordenen Elfenwesen tief ein und aus und meinte noch: „Nun wundert es mich nicht weshalb ich ein etwas flaues Gefühl in der Bauchgegend habe, wo ich doch noch nie Fleisch gegessen habe.“ Ihr war der Appetit auf Speisen die angeblich nach Fleisch schmecken sollte vorerst vergangen. Candia entschuldigte sich in aller Form bei ihrer Freundin Xiue, die sich doch so viel Mühe gemacht hatte zu kochen und schob den Teller mit den Pilzen etwas von sich weg. Candia stand auf und legte sich geduldig wartend auf das kleinen Liegesofa, das an der Wand neben dem Esstisch stand, bis SandyLee und Xiue fertig gegessen hatten.

SandyLee wird kreidebleich und entschuldigte sich ganz häufig bei Candia: „Hätte ich das gewusst, hätte ich euch nie einen Schinken geschenkt. Ich habe aber auch nicht damit gerechnet, dass jemand gar kein Fleisch kennt. Sei versichert Candia, da wo das Wildschwein erlegt wurde, da hätte es nur Schaden bei den anderen Wildtieren verursacht und wäre selbst im Winter umgekommen. Bei uns ist die Jagd auch nur zur Wildpflege freigegeben, ansonsten müssen die Hoheiten bei der Jagd auf Wild zustimmen. Weniger nett sind wir zugegebenermaßen bei Zuchttieren, die wir zur Ernährung halten. Unsere Krieger brauchen die Ernährung mit Fleisch und Fisch, sonst würden sie nicht so stark.“ Candia muss lächeln als sie SandyLee sich so oft entschuldigte.

Die kleine Elfe schaute tief in die Augen ihrer Seelengefährtin: „Es ist nicht so schlimm, nun bin ich um eine Erfahrung reicher. Ich bin mir sicher aus eurer Sicht hast du gewiss das richtige getan, doch wir Elfen liebe und achten die Natur in all ihren Erscheinungsformen und für jegliches sonderbares Verhalten eines Tieres gibt es einen guten Grund. Nur ist es oft schwer herauszufinden was dieser Grund ist. Leider ist geschehen was geschehen ist und lässt sich auch nicht mehr rückgängig machen.“ Etwas traurig, doch die Traurigkeit verbergend fuhr die kleine Zauberlehrlingselfe fort. „Ich verstehe gut das euer Kriegerinnen diese Kräfte die in jedem Tier inne wohnen für den Kampf brauchen, da wir Elfen aber kein kriegerisches Volk sind und die Natur uns auch sonst genug zum überleben gibt brauchen wir kein Leben auszulöschen um das unsere zu stärken.“ Candia musst noch mal an den Satz denken der SandyLee gesagt hatte und ihr Atem stockte. Laut dachte sie „Hoffentlich habe ich nicht recht.“ Bestimmt und ernst fragte die kleine Elfe ihre Freundin besorgt: „Weist du ob es ein ein weibliches Wildschwein war?“ Besorgt schaute sie ihre Freundin von Amazonien an und versuchte die Antwort in den Gedankenbildern und Wortfetzen zu finden als sie, zwar nur eine sehr schwache, aber immerhin ein Verbindung mit SandyLee aufzubauen versuchte. Dies war ihr bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gelungen und der Zauberlehrling war selbst sehr überrascht über diese Fähigkeit. Doch trotz alledem fragt sie SandyLee noch mal: „War das Wildschwein das ihr getötet hattet eine Wildsau oder ein Eber? Bitte es ist wichtig“ Die Elfe der Einhörner schaute den beiden die ganze Zeit wortlos zu, doch dann…

SandyLee antwortete leise: „Es war ein Eber, eine Wildsau würden wir Amazonen nur töten wenn sie uns direkt angreift und es zum Überleben notwendig ist. Die Wildsau muss ihre Ferkel durch den Winter bringen um das Gleichgewicht im Wald zu erhalten.“ Fragend sah die kleine Elfe zu der ihr so vertrauten Xiue auf, sie war es die Candia in allem unterwiesen hatte. Den die Elfe der Einhörner nahm vor langer Zeit dass damals so verlorene zierlichen Geschöpf unter ihre Obhut. Candia konnte sich an nichts mehr erinnern, das geschehen war bevor die Hüterin der Einhörner sie bei sich aufnahm und sie mit all ihrer Fürsorge und Liebe wieder aus dem düsteren Geisteszustand herausholte. Xiue war wie eine Mutter für sie geworden, auch wenn sie immer sehr streng bei der Erziehung der kleinen Elfe war, war diese ihr sehr dankbar dafür. Auch das sie beim Zauberer der Elfen ihre Lehre machen konnte verdankte sie ihr. Immer wieder suchte Candia den Rat ihrer Ziehmutter bei schweren Entscheidungen und war erstaunt wie viel Wissen sie inne hatte. „Weist du vielleicht was da vorgefallen sein könnte?“ fragte der Zauberlehrling in Richtung Xiue. In Gedanken konnte sie sich nur einen Reim darauf machen. Der Schatten war schuld daran. Bei dem Gedanken an dieses düstere und böse Wesen lief es der kleinen Elfe eiskalt den Rücken hinunter, besonders nach ihrer letzten Reise in die Welt der Visionen. Nicht länger konnte sie ihre Unruhe verbergen und wollte auch nicht länger SandyLee im Ungewissen lassen, doch erst wollte das zierlichen Geschöpf abwarten was den nun Xiue sagen würde.

Traumbilder (Januar 2008)

Canida, die kleine ElfeDer Tag hatte so gut begonnen, doch nun plagte die kleine Elfe heftige Kopfschmerzen. Es schien ihr als ob jemand in ihre Gedanken eindringen wollte. Mit aller geistiger Kraft, die sie aufzubringen vermag, versuchte Candia die Barriere, die sie während der Meditationsübungen mit dem Zauberer Jan gelernt hatte, aufrecht zu erhalten, denn sie wollte keine Bilder des Krieges mehr sehen müssen. Jedoch durch die Konzentration, die sie dafür brauchte verstärkte sich der pochenden Schmerz nur zusehends, also entschloss sie sich an das Lagerfeuer, nahe dem Fluss, der in der Nähe von Junn´s Schlafplatz war, zurückzuziehen, um dort zu versuchen endlich zur Ruhe kommen zu können. An diesem Ort kamen die Kräfte aller Elemente zusammen und er barg eine ungeheure spirituelle Macht in sich, von der sich der Zauberlehrling Erleichterung erhoffte. Angekommen setzte sich das zierliche Geschöpf und begann zu meditieren. Doch nach kurzer Zeit entfuhr sie ihrem Körper und begegnete, in einer ihr völlig unbekannter Welt und in dieser Welt einem Wesen das völlig in Licht gehüllt war.

Ein Gefühl der Vertrautheit überkam die kleine Elfe. „Wer ist das? Warum habe ich nur so ein Gefühl der Geborgenheit?“ dachte Candia. Völlig überraschend fragte im gleichen Moment eine sanfte helle Stimme: „Erkennst du mich den nicht? Kannst du dich nicht an mich erinnern?“ Total verwirrt versuchte die kleine Elfe den Klang der Stimme zuzuordnen, doch sie wusste nicht wohin. Die Gestalt merkte dies und sprach weiter: „Nun gut, ich weiß das du mir nicht traust, doch hör mich erst an. Als ich dir das letzte mal eine Botschaft sendete war die Verbindung leider zu schwach, sodass die Bilder die ich dir sendete fehlerhaft waren. Es lies mir keine Ruhe, nun möchte ich dir zeigen wie du den Bernstein mit dem Amulett zusammen zu der erlösenden Waffe gegen euren Feind machen kannst.“ Sprachlos sah die Zauberlehrlingselfe die Richtung des Lichtes und versuchte immer noch verzweifelt etwas zu erkennen. Dann erklärte die Stimme ihr in allen Einzelheiten was sie zu tun hat, wenn es soweit ist und sie dem der sich Drough nannte gegenüberstand. Aufmerksam lauschte Candia, doch bevor sie auch nur eine weiter Frage in Richtung des Lichtes stellen konnte wurde sie jäh in ihren Körper zurückgezogen. Benommen sah sich die kleine Elfe um und erkannte noch Sindivan der über ihr am Himmel kreiste bevor sie in Ohnmacht fiel.

SandyLee dachte über die Aufgabe, welche nun auf sie zukam, nach und wie sie am besten vorgehen sollte. Als erstes entschied sie sich persönlich mit Candia zu reden. SandyLee packte ihre Tasche, ging zur Karawansei, wo sie Proviant einpackte und machte sich auf den Weg zu den Elfen. SandyLee nahm den Weg durch den Wald, der jetzt für die Amazonen frei war, weil der Elfen-Zauberer Jan den Zauber abgeändert hat. SandyLee brauchte einige Zeit, doch sie erreichte sicher ihr Ziel. Angekommen im Elfenland begann sie nach Candia zu suchen und rief immer wieder nach ihr, doch es kam keine Reaktion. Die anderen Elfen schienen auch alle ausgeflogen zu sein, oder sich gerade in der Himmelstadt aufzuhalten. SandyLee entschied sich daher erstmal Junn zu besuchen. SandyLee lief also Richtung Fluss, wo sie bemerkte, dass irgendetwas/irgendwer über ihr war. Sie konnte aber gegen das Licht der Sonne nicht erkennen wer oder was. Am Lagerfeuer angekommen sah sie Candia bewusstlos auf dem Boden liegen. SandyLee rannte schnell zu ihrer Freundin und versuchte sie erstmal zu wecken. Nur langsam kam Candia wieder zu sich. SandyLee packte Candia und brachte sie ins Haus der Heilerin der Elfen, wo diese sofort anfing Candia zu behandeln. SandyLee zog sich zum Brunnen zurück und wartete dort.

Nach Kamarias letzten Besuch bei den Amazonen zum Feuergespräch, hatte sie für mehr Verwirrung gesorgt, als sie eigentlich beabsichtigt hatte und der Tag des besonderen Lichtes rückte immer näher. Aber eins war ja mittlerweile klar. Eine Wesen, welches rein und unbefleckt sein sollte, solch ein Wesen war gefunden worden. Es sollte Candia von den Elfen sein, das hatte Kamaria schon gemerkt bei ihrem letzten Versuch mit ihr in Kontakt zu treten, dieser Besuch bei den Elfen hatte ja auch für Aufregung gesorgt. Kamaria dachte sich: „Ich werde ihr mal einige Energien der Erkenntnis zukommen lassen, damit in ihr die Kraft wächst die sie dringend braucht.“, „Ven govedich?“ mit diesen Gedanken versuche Kamaria Candia zu erreichen, „Man bedim len?“ Es war schwer, denn Kamaria hatte bisher noch keinen körperlichen Kontakt mit ihr, wenn sie Candia erreichte dann dürfte das reiner Zufall sein. „Nin govedich nan eithel? Ah, ich spüre was, es kommt ein Echo, aber verzerrt, voller Schmerzen, das ist nicht gut. im dravon a le awarthach had. Jetzt wird es klarer, ich muss näher ran. Da liegt sie und schläft, jetzt kann ich zu ihr…“

„Erkennst du mich den nicht? Kannst du dich nicht an mich erinnern?“ fragte Kamaria sie und fuhr fort, „Nun gut, ich weiß das du mir nicht traust, doch hör mich erst an. Als ich dir das letzte mal eine Botschaft sendete, war die Verbindung leider zu schwach, so dass die Bilder die ich dir sendete fehlerhaft waren. Es ließ mir keine Ruhe, nun möchte ich dir zeigen wie du den Bernstein mit dem Amulett zusammen zu der erlösenden Waffe gegen euren Feind machen kannst.“ Kamaria zeigte ihr Bilder, wie es sein musste, um Drough außer Gefecht zu setzen. Die Schattenfrau wischte die restlichen Bilder wieder weg, und verschwand aus ihrem Kopf und gab ihr die Ruhe dies zu verarbeiten. Es wurde auch Zeit, denn es nahte Besuch. Mit dem Gedanken: „no tiriel!“ verließ Kamaria wieder ihren Geist. Aber ihr war klar, das das nicht aus reicht, es muss noch mehr geschehen.

Traumbilder, sie sprachen von Leben und Tod, Vergangenheit und Gegenwart und Junn konnte kaum glauben, dass diese Kunstwerke aus der Hand des Schatten stammen sollten. Und doch, als sie so aus den Augenwinkeln, zu diesem blickte, war sie sich mehr als sicher, dass sie genau dies taten. Wie viel Leid mochten diese Augen schon gesehen haben? Wie viele Jahreszeiten waren an ihm vorbei gestrichen? Und wann hatte sich der Schmerz in diese Augen eingebrannt?

Birgt dein Herz auch Hoffnung?

Glaubst du daran, dass sich alles zum Guten wendet?

Dass dich die Schatten nicht verschlingen?

In der Gewissheit, dass die Sonne deinen Weg erhellen wird?

Doch mit jedem Tropfen der roten Flüssigkeit, mit jedem neuen Schmerz, der durch sie strömte, wurde die Erinnerung größer. Zähe Gedanken, die nicht mehr ihre gewesen waren, kamen zurück, so als würde man einen Schleier lüften. Erinnerungen, die wie schillernde Seifenblasen an ihr vorbei zogen, nur um vor ihren Augen zu zerplatzen. Und hinter dem angehobenen Schleier zeigten sich Bilder. Bilder, die sie innehalten ließen, die Zweifel über die Richtigkeit des momentanen Geschehens schürten. Und dann, dann wusste sie es. Einst verband sie und dieses Wesen, welches bereit war sie zu töten ein Band, das zarte Band aufkommendes Vertrauen, so waren sie doch fast Freunde gewesen. Nur spärlich wich sie zur Seite, als ihr Gegenüber erneut bereit war zu töten. Das verletzte Bein knickte unter der recht geringen Last des schmalen Körpers ein und ruhte schließlich unbrauchbar auf dem Knie, welches auf die kalte Erde gesunken war. Erde, die so eisig war, wie das Herz ihres Gegners. Ein Herz, das nun wohl so schwarz gefärbt war, wie die kohlrabenschwarzen Augen, welche sie zu durchbohren schienen, bereit sein Leben auszuhauchen. Doch kein Laut entkam der geschundenen Kehle, nur die sonst so strahlenden Augen sahen nun trübe vom Schmerz tief in die des anderen, als könnten sie so dessen Seele erreichen und die selben Erinnerungen wecken. Zum Scheitern verurteilt, prallte sie auf eine Mauer, errichtet aus Hass und Verzweiflung. Erneut wollte der Gegner angreifen, doch diesmal erwehrte Junn sich seiner nicht, sondern ließ mit einem lauten Scheppern, den Bogen zu Boden fallen. Lange hallte, jener Laut in ihrem Kopf weiter und noch viel länger, diese kleine nagende Stimme, welche ihr Fragen zu wisperte, auf die sie keine Antworten finden konnte. `Wie hatte er nur vergessen können?` Der Gegenüber stoppte vor der knienden Amazone und erwiderte den Blick, während er mit dem rechten Fuß gegen den auf dem Boden liegenden Bogen trat. Ganz so als wollte er nicht gegen eine Unbewaffnete Kämpfen. Doch war da nicht vielleicht mehr? Vielleicht fing auch er an sich zu erinnern? Nur gedämpft, als wären sie weit fern, auch wenn sie doch so nah waren, nahm Junn die anschwellenden Stimmen von Außerhalb war. Stimmen, die ihr nichts Gutes brachten. „Töte! Töte endlich diese Elfen!“ Hart und ohne Gnade erklangen sie immer wieder erneut, jagten eisige Schauer über ihren Rücken.

Das Schwert wurde erhoben, der Bogen mit einem kräftigen Tritt beiseite geschmettert, so dass er mit einem lauten Knall gegen eine der hohen Felswände prallte, waren die Vorsätze gegen eine Unbewaffneten mit einem Male vergessen. Unerreichbar war der Griff für Junn geworden, die nur gepeinigt aufkeuchen konnte. Trotz allem, suchte sie erneut den Augenkontakt und diesmal gelang es ihr. Ein Blick aus hellen Augen, der sich seinen Weg bahnte, bis er durchdringen konnte, durch die Schwärze. Der Augenkontakt wurde tiefer, wurde fester wie ein Fluss, der die beiden Gegner mit sich riss. Doch als sie drohten zu ertrinken, in einem Wirbel aus Erinnerung und Schmerz, war es Junn, welche den Blick senkte. Nein so wollte sie es nicht erzwingen, so konnte sie es einfach nicht. Denn das Wesen vor ihr war oft genug zu Dingen gezwungen worden, hatte oft genug den eigenen Willen gebrochen bekommen.

Kurz sank das Schwert, welches sich kurz zuvor eindeutig auf ihr Herz gerichtet hatte und Fragen kamen auf. „Frau, wer bist du?“ Ein schmales Lächeln auf den Lippen von Junn, er musste sie doch erkennen und sich ihrer Freundschaft erinnern. Doch stechender Schmerz beendete den Traum der Hoffnung und kraftlos sank der Körper von Junn zu Boden, als sich die Klinge den Weg in ihren Körper suchte. Rot färbte die vertrocknete Erde. Trauer zerbrach die Augen von Junn und mühevoll versuchte sie dem harten Erdreich zu entkommen, sich zu erheben und auf ihr Gegenüber zu zugehen. Eisiges Feuer brannte in der Seele. Warum nur? Warum verstand sie nicht? Warum musste dies alles Geschehen? Einst war ihr das Geschenk des Lebens überreicht worden, doch nun würde es ihr wieder genommen werden, genommen von einem Freund. Das letzte bisschen Freiheit erstickte und nichts blieb mehr übrig, außer der sie verschlingenden Dunkelheit, welche sich über sie legte, wie ein Mantel, bereit ihr lebenslicht für immer zu verbergen. Mit Tränen, in den Augenwinkeln verborgen, versuchte Junn die Gestalt zu erreichen, die wie angewurzelt da stand, nur der eisige Wind zerrte an den dunklen Haaren. Nie mehr würde sie die Schönheit des Lebens genießen, hinaus in Abenteuer ziehen können und auch der letzte Schleier fiel hinab, gab die letzten Erinnerungen frei.

Ein tiefer Atemzug noch und dann… Junn riss erschrocken die Augen auf. Noch niemals zuvor hatte sie einen Traum derart intensiv gefühlt. Fast körperlich spürte sie die Spitze des Schwerts in ihrer Brust. War dies eine Vorahnung auf den nahen Kampf? Sie beschloss ihre Gefühle in sich zu verbergen und keinem zu erzählen.

Mit einen erschreckenden Satz setzte sich die kleine Elfe Candia auf. „Was war geschehen? Wo bin ich?“ Ihr Kopf schmerzte immer noch und nur langsam erinnerte sie sich an das Geschehene. Vorsichtig versuchte das angeschlagene Elfengeschöpf aus dem Bett aufzustehen, in dem sie lag. Sie suchte nach etwas in der Nähe an dem sie sich aufstützen konnte, sah sich um und erkannte das sie im Haus der Heilerin war. Candia zog schließlich einen Stuhl, der nahe dem Lager stand, zu sich und zog sich an diesem auf ihre zitternden Beine. Ein unbedachter Schritt des Zauberlehrlings und schon war es geschehen. Mit lautem Getöse fiel der Stuhl und mit ihm Candia zu Boden. Mit schmerzverzehrtem Gesicht kniete sie sich hin und versuchte erneut ihr Gleichgewicht wiederzufinden. Endlich hat sie es geschaft und war an der Tür angelangt. Vorsichtig machte sie diese auf und hofft jemanden davor anzutreffen. Doch sie war erstaunt wenn sie dann erblickte. Ein etwas gequelltes Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht.

Die Auserwählte (Januar 2008)

Gegen Mittag entschied sich SandyLee dann endlich mal aufzustehen, auch wenn sie momentan bei der empfundenen Kälte in Amazonien lieber in den Fellen geblieben wäre. Schlecht gelaunt und irgendwie mit einem unangenehmen Gefühl machte SandyLee ihren Rundgang durch Amazonien. Überall blickte sie in verwirrte Gesichter. Ihre Schwestern waren also genauso wie SandyLee von der aktuellen Situation verwirrt und wussten nicht was und wem sie glauben sollen.

SandyLee ging zum Schrein der Aenigna (Göttin der Späher/des Windes) und meditierte eine Weile bis sie aufsprang und laut rief „Ohne mich, wenn hier jemand ein böses Spiel mit uns Amazonen treibt, dann wird er mich kennen lernen.“ SandyLee erschreckte selbst dabei, denn sie ist keine Kämpferin, was soll sie ausrichten? Es muss was mit ihrer Verbindung zu Candia und den Elfen zu tun haben. SandyLee spürte das die Elfen auch verunsichert sind… wie mag wohl der Bericht von Candia bei den Elfen ausgefallen sein? Wäre SandyLee an Stelle von Candia würde sie nicht mal den Schinken anrühren den sie Candia als Geschenk für die Elfen mitgegeben hat. Ob die Elfen auch so misstrauisch sind? SandyLee rannte zum Sanctum und wollte die Hoheiten bitten den Elfen ein Zeichen zu geben, dass wir sie nicht verraten würden … doch schon vom Weiten hörte sie ihre Donnergöttin die Arbitra. Wenn SandyLee selber schlecht gelaunt zur Arbitra gehen würde, die selber momentan extrem unter Spannung steht, dann gäbe es kein Feuerwerk, sondern einen Vulkanausbruch… also drehte SandyLee um und ging ins Späherhaus um dort ihre Aufzeichnungen zu durchforsten. Irgendwas könnte sie übersehen haben, irgendwas lebenswichtiges.

SandyLee schrieb eine kleine Notiz:

„Liebe Hoheiten, heute Abend reise ich mit den Kriegern zu den Elfen. Ich werde mich dort in die Bibliothek begeben. Kann ich dort nach bestimmten Rätseln/Fragen forschen? Wollt ihr den Elfen eine Nachricht zukommen lasst?

Liebste Grüße eure Gefährtin der 7 Winde“

Sie nahm eine Taube und schickte sie mit der Nachricht ins Sanctum. SandyLee klopfte sich auf die Schultern, so hat sie der Arbitra ihre Fragen zukommen lassen ohne selbst in Gefahr zu kommen vorlaut was falsches zu sagen. SandyLee pfiff und lief hüpfend zum Fluss, wo sie sich ein wenig frisch machte. Für einen kurzen Augenblick waren die Sorgen vergessen.

„Hier“, rief Amelie und wedelte mit einem Stück Papier und lachte, „ich sagte doch, sie fürchten dich“ Wortlos nahm Atrista ihr den Fetzen aus der Hand. „Was haben bloß alle? Diese Sandy ist, seit sie bei den Elfen war ein bisschen komisch, ziemlich verweichlicht“, leicht erzürnt knurrte Atrista in Richtung des Späherhauses. „Nichts haben die verstanden, rein gar nichts, strategisch können die grade mal noch eine Wildsau erledigen“. Amelie merkte wie ihre Freundin sich in Rage redete und versuchte sie zu beschwichtigen: „Was soll ich ihr zu Antwort geben?“ „Sag ihr sie soll ihre Freunde beruhigen, wir brechen kein Bündnis, wir taktieren… ach sag ihr doch was du willst, vielleicht versteht sie dich besser“ Amelie schüttelte den Kopf; „soll ich ihr auch eine Brieftaube schicken?“ „Nein, wohl besser keine Witze heute mehr“, Amelie konnte sich ein Lachen nicht verkneifen und machte sich auf den Weg zum Kartenhaus

Jadzia sass in einer sonnigen Waldlichtung und hielt eine kleine Mittagsrast von der Jagd. Sie dachte über die Ereignisse der letzen Tage nach. Diese Richterin, sinnierte sie, ich bewundere sie, ich verehre sie, ja ich vergöttere sie geradezu! Aber manchmal erschreckt mich dieses Weib wirklich. Jasemin töten!! Bloß weil das kleine vorwitzige Ding etwas gelauscht hatte. Selbst bei dem Gedanken schnaubte Jadzia. Hättest du es getan, fragte sie sich selber, wenn es die Arbitra befohlen hätte? Ohne mit der Wimper zu zucken dachte sie: „Ja!“ Sie hätte sich selbst auf der Stelle getötet wenn es die Richterin verlangt hätte. Ihre Gedanken schweiften zu dem Schatten, der Amazonien bedrohte. „Warum fürchte ich mich nicht vor ihm?“ grübelte sie angestrengt. Sie hatte doch schon einmal eine kleine Kostprobe von seiner Macht am eigenen Leibe erfahren, aber sie empfand keine Angst vor dem Popanz. Die Aussicht dass ihre Königin vor dem knien sollte, behagte ihr gar nicht, aber dann überlegte sie, dass eine klug ausgedachte Finte, um den Feind in die Falle zu locken, keine Schande wäre. Nun alles Grübeln bringt nicht s dachte sie. Die Hoheiten werden schon dass richtige tun, dessen war sie sich gewiss. Sie stand auf um wenigstens einen Hasen zu erwischen, sie wollte nicht mit leeren Händen nach Ama zurück und sie freute sich sehr auf den bevorstehenden Besuch im Elfenland.

Diese Spannung, die Atrista um sich herum aufbaute, war es fast unerträglich. Aber Amelie konnte sie gut verstehen. Bis zu dem Zeitpunkt ihrer Vereinigung mit Kamaria, war sie auch voller Spannung, aber durch die Bilder, die sie gesehen hatte, verlor sie einen großen Teil der Spannung, sodass sie diesem Problem „Drough“ gelassener entgegen sehen konnte. Mit diesen Gedanken begab sie sich auf den Weg zum Kartenhaus, indem sie vermutete, dass sie dort SandyLee antreffen würde. Am Kartenhaus angekommen, hörte Amelie schon Sandy mit Papier rascheln und vor sich hinmurmelnd so wie es diese Art der Katzen machen. Es war kein schnurren, es war mehr ein grummeln. Amelie trat ein und SandyLee schaute sofort auf. „Sandy, wir haben deine Nachricht erhalten“ mit diesen Worten legte sie ihre Hand auf die ihre: „mach dir keine Gedanken. Unsere Taktik ist die, dass wir dem Drough das Gefühl geben wollen, dass er gewonnen hat und ich, die Königin, ihm helfen werde an Junn heranzukommen. Aber du kannst doch verstehen, dass dies eben nur eine Taktik ist und es bedarf eine ganz genaue Vorbereitung, da wir für dieses Vorgehen nur einen Versuch haben werden. Aber wir warten jetzt erst einmal ab was der Besuch der Kriegerinnen im Elfenland ergibt und dann haben wir eine bessere Grundlage weiter zu planen.“ Amelie bemerkte, dass Sandy ihr glaubte und das Grummeln ging in ein entspanntes Schnurren über. Sie zeigte ihr noch einige Notizen und Unterlagen, die sie aus dem Elfenland mitgebracht hatte.

Hundemüde und völlig erschöpft kamen die Krieger in ihrem Camp an. Die Reise in das Elfenland war jedes Mal eine Strapaze und verlangte alles ab. Cindy entband die Mehrzahl der Krieger von ihren Aufgaben, sie sollten sich ausruhen und alsbald diejenigen ablösen, die jetzt noch das Land zu bewachen hatten. Jadzia und Smaragd ließen es sich nicht nehmen sofort in das Sanctum zu eilen um den beiden Hoheiten den Schutz angedeihen zu lassen der ihnen zustand. Cindy die Kriegerin des Feuers setzte sich im Camp an das Feuer und versuchte ihre Gedanken zu ordnen. Gestern waren sie im Elfenland angekommen und wurden von der kleinen Elfe, dem Zauberlehrling Candia freudig in Empfang genommen. Cindy schmunzelte bei der Vorstellung wie ihre Krieger nicht lange fackelten und sofort in alle Richtungen ausschwärmten um das Land zu erkunden. Einige der Elfen, die nicht so vertraut waren mit den Vorgängen staunten erschrocken über die Selbstverständlichkeit mit der fremde bewaffnete Krieger durch das Dorf zogen und sich jede einzelne Hütte betrachteten. Kein Hinterhof wurde ausgelassen, kein Fenster, welches nicht auch noch als Versteck und Beobachtungsposten diskutiert wurde. Jeder Baum wurde als mögliches Versteck angesehen. Manche Bäume bekamen ein Kreuz aufgemalt, ein Zeichen, dass dieser Baum im Weg war und gefällt werden musste. Cindy war in der Zwischenzeit mit einigen Kriegern unter der Führung der Elfe Candia zur Drachenhöhle gegangen um sich davon zu überzeugen, dass auch der Weg zu dem Drachen gut geschützt werden konnte.

Der Schatten durfte nichts von dem Drachen mitbekommen und erst zum Schluss wenn die Lichtwaffe wirklich ihre Wirkung entfaltet hatte sollte der Drachen zum Einsatz kommen und dem Schatten die böse Macht ausbrennen. Als die Delegation wieder am Dorfplatz angekommen war herrschte dort helle Aufregung. Die Elfen standen verschüchtert im Kreis und alle sprachen durcheinander. Erst als die Königin auftauchte und die fremden Krieger freundlich begrüßte ließ die Aufregung langsam nach. Die Königin erklärte ihren Elfen warum hier so viele Krieger anwesend waren und, dass die Elfen dankbar wären über den Einsatz der Amazonenkrieger. Als dann noch die Krieger von ihren Streifzügen zurückkehrten und sich um ihre Anführerin versammelten wurden die Erkenntnisse ausgetauscht. Die Königin versprach den Amazonen alles so herzurichten wie es die kampfgewohnten Amazonen vorschlugen. Cindy hatte sich alles viel schwieriger vorgestellt. Aber das Land der Elfen und die Bebauung gaben die Strategie vor. Der Dorfplatz war wirklich geeignet. Man musste nur erreichen, dass der Schatten sich in die Mitte begab. Wenn aber dort sein vermeintliches Opfer saß sollte dies kein Problem darstellen. Die Häuser, Bäume und Büsche rings um den Dorfplatz boten ideale Versteckmöglichkeiten. Noch an Ort und Stelle verteilte Cindy die Aufgaben an jede einzelne Kriegerin. Je nach ihren Fähigkeiten wurden den Kriegerinnen ihre Verstecke zugewiesen. Diejenigen die besonders gut mit Speeren umgehen konnte etwas näher zum Dorfmittelpunkt, die Bogenschützen etwas entfernter. Alle wurden ermahnt möglichst aus der Deckung heraus zu handeln um eigene Verluste zu vermeiden. Cindy zweifelte nicht daran, dass ihre Kriegerinnen alles geben würden um ihre Schwester Junn zu schützen und um Derjenigen die den Bernstein zum Einsatz bringen sollte den Weg und den Rücken freizuhalten. Es gab nur ein Problem, ein Problem das aber die Krieger nicht lösen konnten, das Problem war die Zeit. Der Schatten war ein Freund der Nacht und würde hier auftauchen wenn es dunkel war. Wenn er dann ohne zu zögern Junn angriff dann war alles umsonst, dann hatte niemand eine Chance.

Cindy dachte angestrengt nach. Der Schatten war machtgierig und er liebte Spielchen. Er wird es sich nicht nehmen lassen seinen Triumph auszukosten. Wenn Junn etwas mitspielte, dann konnten sie ihn solange beschäftigen bis die Sonne den richtigen Stand erreicht hatte. Wenn er aber das Spiel vorher beenden wollte, dann mussten die Krieger ihn eben solange beschäftigen bis der Bernstein zum Einsatz kommen konnte und das würde bedeuten, dass es dann sehr viele Verletzte oder Tote gab. Cindys Plan war, den Hoheiten klar zu machen, dass sie alles tun mussten um dem Schatten in der Stunde seines Triumphes zu schmeicheln, der Mistkerl sollte seine letzten Minuten genießen. Den Rest würden die Krieger erledigen.

Cindy war soweit zufrieden. Sie stand auf und machte sich auf den Weg in das Sanctum um den Hoheiten zu berichten. Im Sanctum traf sie Amelie und Atrista mitten in der Diskussion wie sie dem Schatten ein Bündnis vorgaukeln wollten. So sehr Cindy diesen Plan abgelehnt hatte als sie zum ersten Mal davon hörte, so sehr kam ihr jetzt genau die Strategie zu gute. Ohne Umschweife kam Cindy darauf zu sprechen und erklärte den Hoheiten dass es notwendig war, den Schatten in Sicherheit zu wiegen und ihn darin zu bestärken, dass er nun das mächtigste Wesen werden kann. Dann erläuterte Cindy noch was sie in die Wege geleitet hatte und wie der Besuch bei den Elfen abgelaufen war. „Wir sollten seine Eitelkeit pflegen, wir werden viel Zeit brauchen“, sagte Cindy zum Schluss ihres Berichtes. Jadzia und Smaragd nickten zustimmend zu den Ausführungen ihrer Anführerin. Cindy verneigte sich vor den Hoheiten. „Mit eurer Erlaubnis werde ich mich jetzt zurückziehen, ich brauche Schlaf und schon bald werde ich die Krieger wieder versammeln um alles zu besprechen.“ Amelie dankte der Kriegerin des Feuers: „ja gehe beruhigt, wir alle brauchen jetzt etwas Schlaf“, und mit einem Blick auf Atrista die bereits in Gedanken den Bericht der Anführerin verarbeitete, „wir brauchen Schlaf und müssen nachdenken.“

Die Besichtigung der Amazonen im Elfenland, zur Erstellung einer Taktik, für den letzten Kampf gegen den Schatten Drough, war soeben zu Ende gegangen. Candia war froh das wenigstens die Amazonen einen Plan zu haben schienen. Den das sanfte Elfenwesen selbst fühlte sich macht- und ratlos, ja sie hatte sogar schreckliche angst vor dem Tag der mit rasender Geschwindigkeit näher zu kommen schien. Am Fischteich sitzen dachte sie über die Ereignisse der vergangenen Tage nach. Vor einigen Tagen streifte die kleine Elfe in Gedanken versunken durch das Elfenland Richtung Bibliothek. Die Königin hatte ihr aufgetragen auf die Nachricht, die Cindy die Amazone ihr gesandt hatte zu beantworten. Auf ihrem Weg formulierte sie schon die Worte die Sie schreiben wollte. Angekommen in den Räumen, wo alles Wissen gesammelt war, setzte sie sich und begann die gedachten Worte nieder zuschreiben:

„Seit gegrüßt edle Amazone,

habt dank für eure Nachricht. Ich möchte euch mit dieser Nachricht mitteilen das meine Königin Annemarie einverstanden ist, dass das Treffen am Freitag um 20.30 Uhr stattfindet.

Mit den besten Grüssen an die stolzen Kriegerinnen der Amazonen und ihre Hoheiten.

Die kleine Elfe Candia“

Noch einmal las sie es durch und ging danach auf die Suche nach den Tauben. Sie fand eine mitten auf dem Dorfplatz. Sie saß beim Lagerfeuer auf einem der rundum liegenden Baumstämme und schien geradezu auf Candia zu warten. Vorsichtig ging die kleine Zauberlehrlingselfe auf den Boten der Lüfte zu, strich ihm über sein Gefieder und band vorsichtig die Nachricht an sein Bein und entließ ihn in sein luftiges Element. „Mögen die Sterne dir gesegnet sein gefiederter Freund“ schickte sie Vogel in Gedanken hinterher. Beim Feuergespräch, zu dem sie von den Amazonen eingeladen worden war, war etwas erschreckendes geschehen.

Endlich war es soweit, die Amazonen kamen, um sich die Situation im Land der Elfen genau anzusehen und strategische und taktische Fragen zu klären. Gespannt auf die Freunde aus weiter Ferne wartete die kleine Elfe in mitten des Dorfplatzes auf die Ankunft der Amazonen. Junn kam und leistete ihr Gesellschaft, denn sie schien nicht verpassen zu wollen all ihre Freunde wiederzusehen. Als die Anführerin der Feuerkriegerinnen im Elfenland ankam, brachte sie auch all ihre Kriegerinnen mit, auch SandyLee war bei ihnen. Die kleine Elfe freute sich ihre Freundin die Gefährtin der 7 Winde wiederzusehen und auch die Amazonen waren erfreut Junn fast schon völlig genesen vor sich stehen zu haben.

Nachdem sich alle begrüßt hatten, lernte Candia auch einige Amazonen, die sie bist dahin noch nicht kannte, kennen. Darunter waren auch Kriegerinnen die sie noch nicht kannte. Anschließend begann Cindy, die Anführerin, ihren Kriegerinnen einzuweisen was sie zu tun hatten. Wehrendessen gab auch ihre Hoheit die Königin Annemarie der Elfe und den Amazonen die Ehre und gesellte sich zu ihnen. Da die meisten der Amazonen noch nie im Elfenland waren, bat Annemarie darum das Candia eine kleine Führung zu machen, so das sie auch den Rest des Landes kannte, um vorbereitet zu sein sollte etwas geschehen das nicht eingeplant wurde. Zuerst zeigte die zierliche Elfe dem Besuch die Höhle ihres Drachen und auch die Höhle in der Junn gepflegt wurde. Cindy stellte Junn auch noch die neuen Novizinnen vor Samantha und LilithNC. Am Schluss der Führung durch das Land zeigte Candia ihnen auch noch das Himmelsgefilde. Die Amazonen fühlten sich zwar sichtlich nicht wohl als sie auf den Wolken laufen mussten, doch gleichzeitig waren sie überwältigt gegenüber der Schönheit die sie dort fanden. Zuerst besichtigten sie den Kristallpalast und anschließend auch den Palast in dem die Königin wohnt, dort trafen sie auch sogleich auf ihre Hoheit Annemarie. Nach der Besichtigung des Himmels versammelten sich alle wieder beim Dorfplatz und die Anführerin der Feuerkriegerinnen ging nochmal alles mit ihren Amazonen durch. Wo wer stehen sollte und sie machte auch allen Amazonen klar das sie sich darum kümmern müssen, das auch die Elfen sich verstecken, wenn es soweit ist.

Dann verabschiedeten sich alle Amazonen und machten sich wieder auf den Weg nach Amazonien. Auch Junn ging nun wieder in die Höhle zurück, doch zuvor fragte sie noch ob es der kleinen Elfe gelungen ist der Elfenkönigin ein Geheimnis, das sie scheinbar bewahrte, zu entlocken. Denn es war schon einige Zeit her da deutete die Hoheit etwas an. Den Satz den sie damals sagte ging der kleinen Elfe nicht mehr aus dem Kopf, damals meinte sie: „Ihr werdet euch bald viel zu erzählen haben, ihr Zwei.“. „Junn hat recht. Ich sollte die Hoheit fragen was es damit auf sich hat.“ dachte sie sich im Stillen. Als auch Junn gegangen war, machte sich Candia auf den weg in ihr Bett. Denn der Tag war anstrengend und etwas schlaft würde ihr sicher gut tun. Endlich war der Tag gekommen, SandyLee wird mit den Kriegern ins Land der Elfen reisen und ihre Freundin und Seelengefährtin Candia wiedertreffen. Erwartungsfroh ging SandyLee ins Lager der Krieger, welche bereits ums Feuer versammelt waren. Die Krieger waren alle sehr aufgeregt und erzählten sich die wildesten Geschichten. Immer wieder hörte SandyLee „Hast du schon gehört….“, „Das Elfenland ist verzaubert“, „Die Elfen können fliegen“, .

Dann endlich erhob die Kriegerin des Feuers ihr Wort und rief alle zur Ruhe auf. Sie erklärte kurz nochmal die Mission und dann den Ablauf der Reise. Kurz darauf befanden sich die Krieger und SandyLee auf dem Platz bei den Elfen, wo sie von Candia begrüßt wurden. SandyLee stürmte auf ihre Freundin zu um sie herzlich zu umarmen. Gleichzeitig begannen die Krieger wie ein Bienenschwarm auszuschwärmen und nahmen das ganze Land in Beschlag. Schnell waren die ersten Pläne geschmiedet und die besten Plätze gefunden. Daraufhin begannen sie mit dem Rundgang der sie zum Drachen führte, der unter Leitung der Elfen für die endgültige Lösung des Schattenproblems führen soll. Zumindest was diesen Schatten angeht. SandyLee war sich mit den anderen Schatten nicht so sicher wie die Hoheiten. Natürlich war auch Junn bei dem ganzen Geschehen dabei, obwohl ihr viele der Kriegerinnen fremd waren. In der letzten Zeit ist eine neue Generation junger und tatendurstiger Kriegerinnen herangewachsen.

SandyLee besprach mit Candia das Vorgehen der Späher in dem Kampf und erklärte das die Späher zur Sicherheit bei den Elfen bleiben. Außerdem wird SandyLee mit ihren Späherkolleginnen dafür sorgen, dass die Kriegerinnen sich nicht zu sehr wie zuhause benehmen und dran Denken wo sie zu Gast sind. Als Späher ist man halt mehr darauf bedacht, nicht aufzufallen und sich seiner Umgebung anzupassen. Die Kriegerinnen sind es eher gewohnt alles umzuwalzen was ihnen in die Quere kommt und gerade die jüngeren Kriegerinnen waren noch nicht in fremden Ländern. Danach verlies SandyLee die Gruppe, verabschiedete sich besonders bei ihrer Freundin Candia und dann machte sie sich auf den Weg in den Wald, wo sie noch ein paar Aufgaben zu erledigen hatte. SandyLee war zufrieden mit dem Tag und erreichte spät in der Nacht Amazonien, wo sie in der Karawansei einige der Krieger traf, die sich alles immer wieder erzählten und die daheimgebliebenen mit großen Augen dabei sitzen ließen. Früh stand die kleine Elfe auf, ging vor die Tür und streckte sich erst mal ausgiebig. Es war ein herrlicher morgen, nichts lies ahnen, was sich im Hintergrund dieses Scheins verbarg. Hungrig und leichtfüßig ging Candia Richtung Speisekammer. Dort holte sie ein Stück des Schinkens, den sie von SandyLee geschenkt bekommen hatte. Sie wollte wissen was es ist und wie es schmeckte, den Elfen kennen diese Art der Nahrung nicht, zumindest der kleine Zauberlehrling wusste nicht was es war. Zurück im Heim der kleinen Elfe setzte diese sich hin und bis neugierig in das Stück hinein. Verwundert über den ungewohnten Geschmack und gleichzeitig erstaunt wie gut es schmeckte, fragte sich das zierliche Wesen aus was es wohl bestehen könnte. Als sie alles aufgegessen hatte entschied sie sich SandyLee auch etwas zukommen zu lassen.

Lautlos, um keine der anderen Elfen aufzuwecken, streifte Candia Richtung Blumenwiese. Dort angekommen begann sie sanft den Blumen den Morgentau abzustreifen und ihn in einem kleinen Fläschchen zu sammeln. Dann gab sie noch etwas vom süßesten Nektar hinzu den sie finden konnte und verschloss das Gefäß. Als die Zauberlehrlingselfe auf ihr Geschenk sah dachte sie nur: „Das ist zu wenig.“ und fragte sich „Was könnten die Amazonen den noch gut gebrauchen?“ Im Wald entdeckte sie dann die goldenen Haare eines Einhorns und sie erinnerte sich das Junn einmal sagte das diese sehr viel Zauberkraft besaßen, also packte sie diese in ein kleines Kuvert und schrieb mit filigraner Schrift darauf „Für Mai, die Schamanin Regina der Amazonen“. Doch es schien ihr immer noch nicht genug, also fügte sie in ein weiteres Kuvertchen noch etwas Elfenstaub und hoffte das die oberste Priesterin Mascha eine Verwendung dafür finden würde. Zum Schluss schreib sie noch einen kleine Botschaft an ihre Seelenverwandte:

„Liebste SandyLee,

da du mir solch ein wunderbares Geschenk gemacht hast, möchte auch ich dir etwas schenken. Doch nicht nur dir sonder euch eurer obersten Priesterin und natürlich der Schamanin Regina der Amazonen. So bitte ich dich meine Geschenke weiter zureichen. Ich hoffe ihr habt Freude daran.

Doch ich habe auch eine andere Neuigkeit für eure Hoheiten, die Königin Amelie und die Richterin Atrista.

Ich hatte schon vor längerer Zeit einige Visionen, ich wollte dich jedoch nicht beunruhigen. Nun da der letzte Kampf immer näher zur rücken scheint, hab ich mich dazu entschieden, dir doch davon zu erzählen.

Das erste mal als ich in einer Traumwelt war, waren die Bilder die ich erhielt recht unklar und verwirrend, damals sah ich nur das Amulett das ich von Junn erhalten hatte und einen Lichtstrahl der dem Schatten scheinbar Schmerzen bereitete, doch die zweite Vision war klarer und geordneter sie zeigte mir die Waffe mit dem eingefassten Bernstein die ihr, die edlen Amazonen, gefertigt habt, wie er vom Licht im Elfenland getroffen hell erleuchtete und einen Strahl aus Licht auf das Amulett richtete. Das Amulett erstrahlte ebenfalls und warf dann einen ebenso strahlenden Lichtschweif von sich.

Leider konnte mir unser Zauberer nicht sagen weshalb ich solche Tagträume habe und was sie bedeuten könnten. Vielleicht wissen eure Hoheiten mehr darüber, den in unseren Schriften habe ich leider nichts gefunden.

Solltet ihr etwas in Erfahrung bringen, so bitte ich dich mir das mitzuteilen.

Deine dir immer verbundene kleine Elfen Candia“

Kaum hatte sie diesen Brief geschrieben, schritt sie nach draußen und suchte den Adlerhorst auf. Dort rief sie ihren Freund Sindivan den Adler herbei und bat ihn die Geschenke und den Brief zu ihre Freunde in Amazonien zu bringen. Als er einwilligte entsendete sie in mit den Worten: „Aber erschreck mir die kampfbereiten Kriegerinnen nicht!!!“

Aufgeweckt durch die Rufe eines Adlers kam SandyLee aus ihren Fellen und ging zum Ausgang ihrer Hütte. Dort sah sie einen Adler kreisen. SandyLee bemerkte, dass er etwas bei sich führte. Sie konnte aber nicht erkennen was. In immer enger werdenden Kreisen näherte sich der Adler der Hütte von SandyLee und rief immer wieder. Diese Rufe müssten ihr gelten, dachte sich SandyLee und hob ihren Arm zum Winken, als der Adler auf sie zustürzte und SandyLee fast umschmiss. Als SandyLee wieder aufstand, lag ein Päckchen vor ihr und der Adler flog davon. SandyLee nahm das Päckchen an sind und entnahm einen Brief.

SandyLee begann zu lesen und entnahm nach und nach
- das Kuvert für Mai
- das Kuvert für Mascha
- das kleine Fläschchen mit dem Morgentau und Nektar

Danach las sie die Neuigkeiten für die Hoheiten. Das ist wichtig, dachte sich SandyLee und verschob ihr Bad im Fluss und lief ins Sanctum, wo auf die beiden Hoheiten beim Frühstückskaffee traf. Sofort ging sie zur Arbitra und legte ihr den Brief von Candia vor.

Die Arbitra las den Brief einmal leise und dann laut, damit auch die Königin die Neuigkeiten erfuhr. Und weil die Informationen zu wichtig waren, las sie den Brief noch einmal vor. Daraufhin nahm SandyLee den Brief wieder an sich und wartete auf die Reaktionen der Hoheiten, doch die beiden schwiegen. SandyLee schaute sich das einige Zeit an, verkniff es sich aber zu fragen. War es nur das die beiden schlecht geschlafen hatten und daher so ruhig waren, oder hatte es mit den Informationen zu tun? Oder war es mehr? Vermutlich waren beide besorgt, weil die Informationen bedeutete, dass die Amazonen auf eine kleine Elfe angewiesen waren, um den Schatten zu besiegen. SandyLee, die im Sanctum bei den Hoheiten aufgewachsen ist, wusste das es in der Situation besser wäre sich zurückzuziehen. Leise murmelte sie ein „Pallas beschütze Euch“ und ging langsam Richtung Ausgang vom Sanctum.

Nachdem SandyLee das Sanctum verlassen hatte, traf sie auf die dicke Dina, dann konnte Mascha auch nicht fern sein. Ein Blick in den Wald zeigte dann auch schnell, dass sie Recht hatte. Dort fand sie Mascha beim Beeren sammeln. SandyLee ging zu Mascha und überreichte ihr das Kuvert von Candia. Mit einem „Danke SandyLee“ nahm Mascha das Kuvert auf dem ihr Name und auf elbisch „Elfenstaub“ stand. Danach fing Mascha wieder an Beeren zu sammeln. „Auch so gesprächig heute“ dachte sich SandyLee und ging weiter in das Gebiet der Druiden. SandyLee fand es immer unheimlich dort rumzulaufen und so kam es, dass mit einem Blitz und viel Nebel plötzlich Mai vor ihr stand. SandyLee knurrte Mai an, die offensichtlich einen neuen Trick ausprobiert hat und hoch zufrieden mit sich war. SandyLee gab ihr das Kuvert von Candia und sagte „Hier, damit du noch mehr Leute erschrecken kannst, ein Kuvert von Candia“. Mai nahm das Kuvert an sich, sagte „Danke“ und wusch, wie sie erschienen war, war sie auch wieder weg. SandyLee rief hinterher „Dir auch einen schönen Tag“ und ging wieder zu ihrer Hütte. „Hoffentlich ist das bald vorbei mit dem Schatten, sonst erfrieren wir alle vor Herzlichkeit“ dachte sich SandyLee. Nicht nur das die Krieger wie bei anderen Konflikten ein wenig rau und härter wirken, nein das ganze Volk war nun so angespannt.

SandyLee ging in ihr Quartier, kochte sich Wasser und füllte ihre Wanne um dort ein Bad zu nehmen. Damit das Wasser schön duftet warf SandyLee ein paar Blüten welche sie bei ihrem langen Aufenthalt im Elfenland zusammen mit Candia gepflückt hat ins Wasser und legte sich rein. Sie öffnete das Fläschchen von Candia und nahm ein paar Tropfen des Nektars auf ihren Finger und schleckte daran. Sie kannte den süßen Geschmack und bekam direkt bessere Laune. SandyLee war sehr erfreut über dieses kostbare Geschenk, denn es konnte den fiesesten Griesgram zur guten Laune verhelfen. Wichtig war aber zu beachten, dass die Wirkung für 1 Tag anhält, dann für min. 1 Mond aber nicht mehr so stark ist. SandyLee musste also einen guten Augenblick finden, an dem sie einen Trunk für die Amazonen zubereitet. Durch die hohe Konzentration würden ein paar Tropfen ausreichen um für jede Amazone ein Glas Nektartrunk zuzubereiten. SandyLee stieg aus dem Bad, trocknete sich und zog sich ihre Kleidung an und ging zum Tempel der Göttin des Windes um dort zu beten und eine Nachricht der Hoheiten abzuwarten… Da die Hoheiten aus dem Brief wussten, dass die Elfen .. das Candia .. auf Antwort wartet, dürfte es ja nicht zu lange dauern.

„Hm, Atrista, was sagst du?“ ihr Blick heftete sich an Atristas Lippen, „das ist doch die Geschichte mit dem Amulett.“ Schweigen, Atrista grübelte, langsam kauend vor sich hin. Aber keine Antwort… Atrista schaute der Königin regungslos in die Augen. „Maschas Kaffee ist spitze, du solltest dafür sorgen, dass dieser Händler uns weiterhin mit diesen köstlichen Bohnen versorgt. Da fällt mir ein, der war schon lange nicht mehr da …“ Amelie schüttelte erstaunt den Kopf. „Wie kannst du … wie kannst du nur jetzt nur an Kaffee denken? Hast du nicht verstanden was du da soeben gelesen hast?“ Atrista schwieg und wartete bis die Späherin Sandy sich entfernt hatte und außer Hörweite war. Dann warf sie ihren Fladen Brot auf den Tisch und zischte: „Es wird ja immer schöner, wir die Amazonen sollen uns von einer Elfe erlösen lassen? Ausgerechnet eine Elfe und dann auch noch diese Kleine, was ist sie, Zauberlehrling? Die soll die Auserwählte sein? Die muss ja aufpassen, dass sie sich beim Laufen nicht die Flügel bricht und wenn die dann auch noch den Stab führen soll … nein das kann nicht sein.“ Amelie legte ihr Brot auf die Seite und lies sich nicht aus der Ruhe bringen. „Manchmal zweifle ich an deiner Klugheit oder ist es noch zu früh für dich. Du hast dich verändert, dein Verstand und deine Blicke sind getrübt, du riechst nach Kampf und Blut. Du bist aggressiv und verbreitest Angst und Schrecken. Nur noch deine Leibwache traut sich in deine Nähe alle anderen meiden dich aus Angst. Du bist nicht mehr du selbst, du erinnerst mich an die Atrista vor Hunderten von Winter, wo ein falscher Blick ausreichte um den Kopf zu verlieren. Ist es das was du willst, willst du wieder eine Schreckensherrschaft der Amazonen, willst du den süßen Met in deinem Kelch wieder mit dem Blut der Niedergemetzelten tauschen?“ Amelie sprach beschwörend auf die Freundin ein. Dann nach einer Pause legte sie versöhnlich eine Hand auf ihren Arm. „Schau meine Liebe, wir haben ein blühendes Land, wir treiben Handel und leiden keine Not, fremde Völker trauen sich immer öfter uns zu besuchen. Unsere jungen Mädchen erfahren eine Bildung wie keine Amazone vor ihnen und sie wachsen in Frieden auf. Willst du das alles nicht mehr, willst du die Zeit zurückdrehen?“ Atrista senkte nachdenklich den Kopf und flüsterte leise und betroffen: „Ist das so? Habe ich mich wirklich verändert?

Amelie legte Atrista einen Finger unter das Kinn und hob ihren Kopf an. „Ja meine Liebe, es ist so, und niemand kann dich besser verstehen als ich. Ich weiß wie du dich fühlst, wenn dein Blut schneller durch deinen Körper rennt. Ich kann deine Blutlust förmlich riechen. Es ist wie eine Droge. Aber meine Liebe werde wach, denke nach, die Amazonen brauchen deinen Schutz nicht deinen Schrecken.“ Eine Weile schwiegen beide und als Amelie sah wie nachdenklich Atrista geworden war hakte sie nach: „Die Prophezeiungen sind alle so gekommen wie vorhergesagt. Alles hat sich ineinander gefügt. Ich bin mir sicher, dass auch dies das richtige Zeichen ist. Lass es die Elfe sein. Du selbst hast immer gesagt, wichtig ist was hinten raus kommt, das Ergebnis zählt. Das Amulett, wir haben immer gerätselt was es damit auf sich hat. Jetzt wissen wir es. Habe vertrauen in die Fügung der Götter. Ich sage dir es ist die Elfe.“ Atrista hielt eine ganze Weile dem Blick ihrer Freundin stand. Dann nahm sie ihren Brotfladen wieder auf, biss ein Stück ab und schaute gedankenverloren auf den Vorplatz des Sanctums. Sie sah wie sich die Bäume sanft im Morgenwind wogen und sie lauschte dem Klang des Rauschens der Blätter. „Weißt du“, begann sie leise, „weißt du was mir an der Sache nicht gefallen will? Amelie hob fragend eine Augenbraue. „Wir agieren nicht“, sinnierte Atrista, „wir reagieren nur noch. Mich erinnert das an die Vorträge der Griechen in ihren Arenen. Sie nannten es Theater. Da stand immer jemand an der Seite und erklärte was jetzt gleich kommt. Ich komme mir vor wie damals als wir aus luftiger Höhe diesem Schauspiel gefolgt sind. Ich fürchte, wir sind Teil eines Theaterstückes, alles wird uns vorgegeben und jetzt sagt uns wieder jemand wie es weitergehen soll, jetzt soll eine Elfe die Auserwählte sein.“

„Ich glaube an die Zeichen der Götter“, unterbrach Amelie die Gedanken von Atrista, „Pallas hat uns noch nie fehlgeleitet und das Amulett. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies ein Schlüssel ist und die Elfe trägt dieses Amulett.“ Atrista lachte auf: „Du warst es, du warst es die in meinen Vorstellungen die heilige Waffe zum Einsatz bringen sollte. Ich habe immer nur dich gesehen“, Atristas Erregung steigerte sich und voller Eifer fuhr sie fort, „du bist die Hohnpriesterin und wenn du nicht reinen Herzens bist, wer dann? Du könntest in die Tempel der Götter aufsteigen. Der Glanz deines Ruhmes würde über uns allen erstrahlen. An deinen Händen klebt kein Blut, ich war es, die die Drecksarbeit gemacht hat. Ich habe Kriege befohlen und Rebellen verjagt. Ich habe eigenhändig 12 Griechen den Kopf abgeschlagen, nachdem sie unsere Töchter entführt hatten, an meinen Händen klebt Blut“, Atrista streckte ihre Hand in die Luft, spreizte die Finger, sie schien die Umgebung um sich herum vergessen zu haben. Gedankenverloren leckte sie mit der Zunge die Finger ab.

Amelie stand auf ging um den Tisch herum, zog ihre Freundin an sich und schüttelte sie. „Da ist es wieder, du bist süchtig nach Blut.“ Atrista lachte kurz auf: „Lass mich doch, lass mir die Erinnerungen“, dann umarmte sie Amelie, „ich bin froh dass du an meiner Seite bist.“ „Lass es die Elfe sein Atrista, habe vertrauen in die Zeichen, habe vertrauen so wie ich es habe“, flüsterte Amelie der Freundin ins Ohr. Nach einer Weile löste sich Atrista aus der Umarmung, setzte sich wieder an den Tisch. „Einverstanden, die Elfe soll es sein. Aber du sagst es der Späherin Sandy, ich könnte das nicht, ich habe dabei einen Klos im Hals. Sag Sandy sie soll die Kleine darauf vorbereiten. Sie muss wissen wie gefährlich das ist und dass sie dabei auch sterben könnte. Sie soll sie gut vorbereiten und… Die Krieger sollen ein Auge auf die Kleine haben, nicht dass ihr am Ende noch etwas zustößt.“ Amelie nahm wieder beruhigt ihren Platz am Tisch ein. „So gefällst du mir wieder.“ Nach einer Weile löste sich Atrista aus der Umarmung, setzte sich wieder an den Tisch. „Einverstanden, die Elfe soll es sein. Aber du sagst es der Späherin Sandy, ich könnte das nicht, ich habe dabei einen Klos im Hals. Sag Sandy sie soll die Kleine darauf vorbereiten. Sie muss wissen wie gefährlich das ist und dass sie dabei auch sterben könnte. Sie soll sie gut vorbereiten und… Die Krieger sollen ein Auge auf die Kleine haben, nicht dass ihr am Ende noch etwas zustößt.“

Amelie setzte sich wieder um den kalt gewordenen Kaffee zu trinken. „Nun, Atrista, dann wird ich mal meinen morgendlichen Spaziergang in Richtung Sandy machen“. Mit diesen Worten stand sie auf und machte sich auf den Weg. Kurz hinter dem Sanctum auf der rechten Seite in einem Wäldchen hörte sie es leise Knacken und Rascheln. Sie zückte ihr Messer und schlich ganz vorsichtig in Richtung Unterholz. Zwischen dem Knacken und Rascheln hörte sie jetzt auch ein Gemurmel und Geseufze, es war unheimlich, denn dazwischen waberten auch noch vereinzelte Nebelschwaden. Amelie fasste das Messer fester am Griff und setzte Fuß vor Fuß und drang immer tiefer ins Unterholz. Die Geräusche wurden lauter— und da plötzlich, wie aus dem nichts—- stand da Mascha vor ihr. Rote Bäckchen, kauend, den Schelm in den Augen, lächelt sie Amelie an. „Na, Hoheit, schon so früh unterwegs?“

Jetzt wo sie Mascha sah, viel diese Spannung ab – diese Spannung die Amazonen eigen sind, kampfbereit, hochkonzentriert und die Sehnen sprungbereit. Auch eine Königin hat diese Kampfeigenschaften, auch wenn sie diese so gut wie nie braucht. „Mascha, meine Liebe, was treibt dich hier im Gebüsch?“ „Nun, Hoheit, ich sammele einige Zutaten für ein, nein ich verrate noch nichts, für irgendwas.“ Amelie dachte sich schon, wenn die 1. Priesterin sich selbst in den Wald begibt, das ist schon geheimnisvoll. Mit den Worten, „Du weißt, das es momentan nicht ungefährlich ist, alleine in den Wald zu gehen,“ drehte sie sich wieder um, und setzte ihren Weg fort, Richtung SandyLee. Sie liebte diese Morgen mit nackten Füßen durch Moos zu gehen, der Weg war nicht lang bis zur Sandy. Sandy saß vor dem Kartenhaus und las. „Hallo Sandy, hast du Zeit?“, „Hoheit, natürlich, und wenn nicht, dann müsste ich diese jetzt haben“, kam lächelnd die Antwort. Amelie setzte sich zu ihr, nahm ihre Hand und erzählte ihr ihre Entscheidung was Candia betraf. Sandy wirkte nicht überrascht, das mag wohl daran zu liegen, da sie ja schon Zugriff zu den Elfenbüchern hatte. „Aber du kümmerst dich um Candia, und klärst sie auf das sie damit eine verantwortungsvolle Aufgabe hat, die über das weiterbestehen der elfen und auch Amazonen Einfluss hat. Denk daran was in den Büchern, in den Büchern der Elfen und in unseren Schriften steht:

Und die Zeit wird kommen, in der sich die Elfen, in deren Herzen Finsternis herrscht, wieder erheben sollen. Einst vertrieben von der Oberfläche werden sie aus dem Dunkel hervortreten und ihre alte Heimat wieder für sich beanspruchen. Mit Schwert und Magie werden sie über die Länder der Elfen und Menschen hereinbrechen und Tod und Verzweiflung werden ihre Gefährten sein. Durch Grausamkeit und Macht werden sie die freien Völker unterwerfen und ihre Herrschaft wird tausend mal tausend Jahre umfassen. Die Lebenden werden die Toten beneiden und das Blut der Schwachen wird fließen. Und wisset dies: In einem Wald soll ihre Herrschaft erneuert werden, in der Heimat ihrer Feinde wird es beginnen.“

Amelie bemerkte wie Sandy zusammenzuckte, als sie diesen Text aus den Schriften zitierte. „Ja, Hoheit, ja es ist sehr wichtig, das Candia intensiv vorbereitet wird, ihr könnt euch auf mich verlassen.“ Es lag ein leichtes Zittern in ihrer Stimme. Ihr Griff verstärkte sich in ihrer Hand um ihr ein Zeichen von Kraft zu geben. Ihre Augen fingen an zu leuchten. „Sandy, ich habe volles Vertrauen zu dir, halte Kontakt mit Candia, denn es wird bald soweit sein, das wir den Schatten bekämpfen müssen. Amelie stand auf, nickte Sandy noch einmal aufmunternd zu und machte sich wieder auf den Weg zum Sanctum.

Die Schattenfrau (Januar 2008)

Atrista stampfte wütend zurück ins Sanctum. Gerade war der Schatten wieder aufgetaucht und wollte die Königin vor sich auf die Knie zwingen. Nur das tapfere Einschreiten aller Amazonen und der Schamanin war es zu verdanken, dass sie diese Schmach nicht hatte ansehen müssen. Eine Amazone, noch dazu die Königin auf den Knien vor einem Größenwahnsinnigen aus der Unterwelt. Unvorstellbar dieser Gedanke. Kamaria war aufgetaucht und hatte dem Schatten Einhalt geboten. Atrista grübelte über die Rolle dieser Schattenfrau. Mit ihrer Hilfe hatten die Amazonen wichtige Erkenntnisse aus der Welt der Schatten erlangt und soeben hatte sie gezeigt, dass sie den Amazonen nicht feindlich gesinnt war. „Aber warum tun sich die Schatten nicht zusammen gegen den Einen, warum können Schatten nicht Schatten bekämpfen?“, murmelte sie vor sich hin.

Jadzia die Leibwächterin der Arbitra und Kriegsherrin hatte Mühe Schritt zu halten. Atrista wanderte im Sanctum auf und ab und irgendwann hatte Jadzia die Erkenntnis einfach in der Mitte des Sanctums stehen zu bleiben um so die Hoheit ständig im Auge zu behalten. „Darf ich fragen, was die Arbitra so beschäftigt?“ Jadzia stellte die Frage als Atrista gerade mal wieder an ihr vorbeirauschen wollte. Atrista blieb abrupt stehen, so als wäre sie gegen eine Wand gelaufen, ballte eine Faust und fuchtelte damit vor Jadzias Gesicht herum. Die Leibwächterin drehte vorsichtshalber mal den Kopf zur Seite.

„Ich habe diese Demütigungen satt, ich will diese Bestie im Staub sehen“, zischte sie und fuchtelte weiter mit der Faust herum, „unsere König geht auf Geistreisen, und die Krieger planen und planen. Seit Tagen haben die den Auftrag mir eine Kampfstrategie vorzulegen, muss ich das auch noch selbst erledigen?“ „Aber …“, Jadzia machte einen Versuch die Arbitra zu beruhigen, „es ist doch erst 5 Tage her seit sie den Kriegszustand ausgerufen haben und die Krieger wollen auch keinen Fehler machen“. Als Jadzia in das völlig entgeisterte Gesicht der Arbitra schaute fasste sie sich ein Herz und legte nach: „…und ich habe das Gefühl, dass die Hoheit dem Volk und den Kriegern nicht alles erzählt hat was sie weiß.“
Atrista`s Gesicht erstarrte zu einer Maske und langsam erhob sie ihren rechten Zeigefinger und zeigte damit drohend auf ihre Leibwächterin. „Was meinst du damit? Was willst du mir damit sagen?“ Leise und bedrohlich klang diese Stimme in Jadzia`s Ohr und ihr wurde ganz mulmig zumute. So kannte sie die Hoheit nicht. Lediglich von den Erzählungen der älteren Amazonen wusste sie, dass die Arbitra in diesem Zustand gefährlich sein soll und es sollen da auch schon mal Köpfe gerollt sein. Jadzia fing an zu schwitzen und am liebsten würde sie sich jetzt in einem Loch verstecken. Hatte sie sich mehr herausgenommen als es ihr als Leibwächterin zustand? Sie konnte es sich auch nicht erklären aber diese Worte waren ihr einfach so herausgerutscht.

„Was weißt du?“ Die Worte trafen Jadzia wie Ohrfeigen und der Zeigefinger schien sich in ihr Herz zu bohren. „Was weißt du?“ zischte Atrista gefährlich leise. Jadzia wusste gar nicht woher sie den Mut hatte darauf eine Antwort zu geben. „Ich weiß gar nichts, ich habe nichts gesagt, ich bin nur da um euer Leben zu schützen“, und als sie merkte, dass sie die Arbitra damit nicht überzeugen konnte fügte sie hinzu, „es war nur ein Gefühl. Wir sind alle verunsichert und wundern uns woher sie die Sicherheit nehmen und so zuversichtlich sind, dass wir den Kampf gegen den Schatten gewinnen. Mein Gefühl sagt mir und wohl auch weil ich volles Vertrauen in euch habe, dass diese Zuversicht einen Grund haben muss.“ Atrista ließ langsam den drohenden Finger sinken und schaute ihre Leibwächterin versöhnlich an. „Ich mag Amazonen, die die Balance zwischen ihren Emotionen und ihrer Ratio gefunden haben, das sind denkende und gute Amazonen.“ Jadzia ließ erleichtert und hörbar die angehaltene Luft aus ihren Lungen. Jetzt schaffte sie es auch dem Blick der Hoheit stand zu halten. „Wir werden gewinnen, weil sich die Geschichte wiederholt“, die scheinbar endlose Stille wurde durch die leisen Worte der Hoheit unterbrochen. Alles wiederholt sich, der ganze Kosmos ist ein Kreislauf. Und die Königin hat mit der Verbindung mit Kamaria etwas geschafft was noch keinem Wesen vorher gelungen war. Wir wissen jetzt, dass die Schatten uns nicht böse gesinnt sind, im Gegenteil, die Schatten sind ehrwürdige Tote, unsere verblichenen Heldinnen sind in diesen Schatten vereint. Und nur dieser eine“, Atrista ballte wieder die Faust, „nur dieser eine größenwahnsinnige Popanz tanzt da aus der Reihe und wird gefährlich, gefährlich für alle existierenden Welten. Und schon die Sagen längst untergegangener Völker berichten davon, dass immer wieder einer aus der Unterwelt besiegt wurde weil er das kosmische Gefüge stören wollte. Deswegen bin ich mir so sicher, weil wir die Wiederholung der Geschichte sind.“

Als Atrista merkte wie ungläubig Jadzia sie anstarrte, legte sie einen Arm um sie und sagte: „du sollst eine der Wenigen sein die etwas mehr wissen dürfen.“ „Kennst du die Geschichte der verschwundenen Matrona?“ Jadzia schüttelte den Kopf. „Sagen dir die Worte Teiwaz und Haljo etwas?“ Als Jadzia abermals den Kopf schüttelte für die Arbitra fort: „Es ist jetzt schon einige Winter her, da ist hier eine Matrona verschwunden. Niemand der Amazonen konnte sich erklären warum und wohin und es wurde lange getrauert. Tatsächlich aber wurde sie von der Königin und mir mit einem gefährlichen Auftrag betraut. Wir hatten auf unseren Reisen eine neue und sehr gefährliche Welt entdeckt. Auf dieser Welt so scheint es gibt es einen Zugang zur der Unterwelt, der Haljo. Diese Matrona hat von uns den Auftrag sich auf dieser Welt anzusiedeln und für uns die Unterwelt zu erkundigen. Wir haben den Auftrag nach dem germanischen Kriegsgott Teiwaz benannt. Die Mission musste geheim bleiben weil diese Nachrichten wohl eine Panik ausgelöst hätte oder dumme Helden hätten sich auf den Weg zu dieser Welt gemacht und hätten dann das Leben unserer Schwester dort noch gefährlicher gemacht als es ohnehin schon ist.“

„Wir haben eine Schwester, die wir alle für tot halten und die für uns ihr Leben riskiert?“ Jadzia keuchte die Worte ungläubig hervor. Atrista nickte mit dem Kopf. „Ja, psssst …, und wenn dir an ihrem Leben etwas liegt dann bleibt sie auch tot, jedenfalls vorläufig noch.“ Atrista wartete kurz bis sich das Erstaunen etwas gelegt hatte. „Von ihr wissen wir, dass die Schatten immer auf der Seite der Menschen waren wenn sie von der Unterwelt bedroht wurden. Insofern war die Reise der Königin in den Geist der Schattenfrau wichtig. Wir haben einen Beweis dafür. Wir wissen auch, dass die Haljo von Hel regiert wird. Hel ist die Totengöttin und ist die Tochter von Loki dem Feuerbringer und der Riesin Angrboda, die Kummerbereiterin. Man weiß noch nicht genau ob sie wirklich Göttin oder ob sie eine Riesin ist. Ihre Haut ist zur einer Hälfte von normaler Farbe, zur anderen blau-schwarz, was bedeutet, dass sie halb tot und halb lebendig ist. Zusammen mit ihren beiden Geschwistern, dem Fenriswolf und der Midgardschlange, wurde sie von den Asen nach Asgard gebracht, da die Götter sich vor den Kindern Lokis fürchteten. Während der Fenriswolf an die Kette Gleipnir gebunden und die Midgardschlange von Odin ins Meer geworfen wurde, verbannte man Hel aus Asgard, woraufhin sie nach Norden ging, wo sie ihr eigenes Reich gründete. Dort holt sie all diejenigen zu sich, die eines natürlichen Todes sterben, während die im Kampf gestorbenen nach Walhall an Odins Tafel gelangen. Es gibt also noch viele andere Reiche in dieser Unterwelt dort die es zu erforschen gilt“ Atrista machte eine bedeutungsvolle Pause und fügte dann hinzu: „Das ist das was wir bisher wissen. Wir wissen nicht warum und wieso Thor zu einem bösen Schatten wurde, ob er in dieser Haljo etwas entdeckt hat oder ob er ausgestoßen wurde wir wissen es nicht. Kamaria die Schattenfrau hat uns den Weg aufgezeigt wie wir ihn unschädlich machen können. Jetzt will ich endlich einen Plan haben, eine Strategie“ Jasemin folgte Atrista und Jadzia unauffällig, sie versteckte sich hinter einer Säule und hörte gespannt zu. Ihre Augen wurden immer größer und ihr Herz pochte vor angst als sie die Worte von Atrista vernahm. Ihre Neugier siegte über die Angst entdeckt zu werden. Ihre Knie zitterten als sie die laute und wütende Stimme nahe bei sich vernahm, sie wagte nicht zu atmen und die Augen wurden groß als sie hörte was mit der Matrona passiert war. Ist die Matrona im Schattenreich verschollen? Jasemin merkt wie ihr Blut in die Beine geht und kalter Schweiß auf ihre Stirn tritt, ihr wird schwarz vor Augen und bricht zusammen.

Atrista und Jadzia fuhren wie vom Blitz getroffen herum. Ein metallisches Schaben war zu hören als die Leibwächterin gedankenschnell ihr Schwert zog. Beiden hatten soeben ein plumpsendes Geräusch gehört, ganz in der Nähe. Die beiden Amazonen schauten sich an und Jadzia gab der Arbitra ein Zeichen mit der Hand sich etwas zurückzuhalten. Mutig schlich die Amazone nach vorne und wollte sich gerade hinter einer Säule verstecken, als sie den Grund des Geräusches sah. „Es ist Jasemin, die Unfreie, sie ist ohnmächtig“, rief sie der Arbitra zu und richtete sich auf. Atrista kam nach vorne und beide schauten auf den leblosen Körper. „Sie hat wohl gelauscht, jetzt werde ich sie töten müssen“, sagte Atrista leise. Jadzia schaute ungläubig hoch. „War nur ein Spaß“, besänftigte Atrista, „wirf sie in das Bad dahinten damit sie wieder zu sich kommt“

Als Jasemin ins Wasser fiel und zu sich kam, schaute sie erst verwirrt sich um. Als sie die Gesichter von Atrista und Jadzia erkannte, lächelte sie verlegen. Stammelte ein paar unverständliche Worte, stieg aus dem Bad und versuchte sich davon zu trollen. Jadzia stellte sich Jasemin in den Weg, zog ihr Schwert und hielt es der Kleinen auf die Brust. Laut und deutlich, so dass keine Zweifel an ihren Worten aufkommen sollten sagte sie über die Schulter zur Arbitra: „Hängen wir sie zum trocknen in der Taverne auf…. so ein bis zwei Tage?“ Jasemin blieb kreidebleich wie angewurzelt stehen und drehte sich um, sank auf die Knie und schaute mit Tränen in die Augen Atrista flehend an. Mit zitternder Stimme sprach sie zu Atrista:“ Bitte Herrin….lasst Gnade walten.“ sprachs und senkte den Blick zum Boden.

Fatae saß in der Tarverne und dachte über den Besuch des Schatten nach. An diesem Besuch war so einiges merkwürdig gewesen. Diese Karmaria, nannte die Königin, „meine Schwester“ und die Blicke die die beiden tauschten, bereiteten Fatae ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Aber nicht allein dies beunruhigte sie, nein die ganze Situation. Dieser Schatten war wieder da gewesen und er wollte die Königin in die Knie zwingen, er wollte sie vor sich auf den Knien sehen. Fatae dachte daran wie sie sich alle vor ihre Königin stellten, obwohl sie eigentlich keine Chance gehabt hätten gegen ihn, sie wusste wenn er wirklich gewollt hätte, hätte er sie alle vernichten können. Warum tat er es nicht einfach, geht es ihm wirklich nur um Junn? Wer waren diese Schatten wirklich und will Kamaria uns wirklich helfen oder ist das alles eine Finte von den beiden? Fatae nahm einen kräftigen Schluck von ihrem köstlichen frisch von Alika zubereitetem Tee. Das warme Gebräu tat gut, es schien die eisige Kälte zu vertreiben, die der Schatten in Fatae hinterlässt. Sie denkt: Alika macht wirklich sehr guten Tee, hoffentlich können wir ihn noch sehr lange genießen. Und schon wanderten ihre Gedanken wieder zu dem Schatten. In den nächsten Tag, würde sie mit der Kriegerin des Feuers und ein paar ausgewählten Kriegerinnen ins Elfenland ziehen um vor Ort einen Plan und eine Strategie gegen den Schatten auszuarbeiten. „Werden wir wirklich Erfolg haben? Wir müssen einfach, schon allein um zu verhindern, dass die Königin sich nochmals auf eine Vereinigung mit Kamaria einlässt, das darf nicht noch mal passieren. Ich traue diesem Wesen nicht“, murmelte sie vor sich hin.Während sie ihren Gedanken nachhing, kam Smaragd von ihren Streifzügen durch Amazonien in die Tarvene.

Fatae musste schmunzeln als sie ihre Schwester sah und schüttelte den Kopf “ Smaragd du kannst auch immer essen oder?“ und lächelte die auf einem streifen Trockenfleisch kauende Smaragd an. Smaragd aß genüsslich ihr Fleisch und grinste Fatae nur an. „Über was grübelst du?“, fragte Smaragd. „Über den Schatten….“, kaum hatte sie dieses Wort über die Lippen gebracht, knurrte Smaragd laut auf, wie sie es immer tat wenn es um den Schatten ging. Sie würde ihn am liebsten, wie wir alle, in der Luft zerreisen. Aber das war ja das Problem, sie waren machtlos, er konnte im Moment einfach alles mit ihnen machen. „Beruhige dich, Schwester, unsere Stunde wird kommen und dann werden wir ihm zeigen das er mit uns nicht alles machen kann.“, sprach Fatae und dachte weiter: „aber was kommt danach? Ist es dann wirklich erledigt, wenn wir diesen einen Schatten besiegt haben? kommt da noch irgendwas? Gibt es vielleicht noch irgendwas was uns die Hoheiten verheimlichen?“ Fatae trank den letzten Schluck aus ihrem Becher und stellte ihn auf den Tisch vor sich. „Ich hoffe wir werden bei unserem Besuch im Elfenland vorwärtskommen und ich hoffe wir werden wenn wir zurück sind eine gute Strategie und einen Plan der Richterin vorlegen können“, sagte Fatae mehr zu sich selbst, aber Smaragd nickt ihr zu.

Sie wussten beide, dass die Kriegerinnen langsam den Mut verloren, da sie nichts ausrichten konnten, es musste langsam etwas passieren, bevor der Schatten uns wirklich niederzwingen konnte. „Wir müssen es einfach schaffen“, dachte sich Fatae und Smaragd schien ihre Gedanken zu erraten…..“Wir werden es schaffen“, mit diesen Worten verschlang Smaragd den letzten Happen ihres Fleisches und hielt nach Nachschub Ausschau.

Atrista schob die Felle beiseite und stand auf. Das Lager neben ihr war leer und als sie sich umschaute gewahrte sie Amelie vor dem Bad nackt auf einem Kissen kniend in ihrer morgendlichen Meditation. Atrista lies eine Weile ihre Augen über den Körper wandern.„Du bist schön“, sagte sie, drückte Amelie einen Kuss auf die Stirn, strich ihr mit einer Hand durchs Haar und kletterte in den Badeteich. Das Wasser war warm und in einigen Ecken des Teiches auch heiß. Die ersten Kundschafter, die das neue Land entdeckten hatten an dieser Stelle heiße Quellen gefunden und den Platz sofort für die Hoheiten reserviert. Atrista lies sich langsam in das Wasser gleiten und spürte wie ihre Schläfrigkeit langsam aus ihrem Körper verdrängt wurde. Sie räkelte sich in einer seichten Ecke, legte die Arme auf den Rand des Teiches und legte ihren Kopf nach hinten dabei lies sie Amelie nicht aus den Augen.

„Ich hatte einen seltsamen Traum“, hörte sie Amelie sagen und ohne dass Amelie sich aus ihrer Meditation löste fuhr sie fort, „die Begegnung gestern mit Kamaria und ihr Vorschlag haben mich heute Nacht lange beschäftigt. Ich träumte von einem Ort und in dem Traum nannte ich den Ort Arach. Ich sah sehr viele Schatten um diesen Ort herum und alle schienen sie irgendwie aufgeregt, besorgt, ich hatte das Gefühl sie fürchteten sich vor Drough. Da war noch mehr. Ich sah tief unter der Erde verborgen Wesen wie ich sie noch nie gesehen habe. Halb Licht und Halb Schatten, liebliche Wesen und Dämonen. Sie stritten sich und immer mehr von den Wesen lösten sich aus dem Pulk und versammelten sich um ein großes schwarzes Wesen. Es war Drough und er stand da mit ausgebreiteten Armen.“ Amelie machte eine bedeutungsvolle Pause. „Er sammelt seine Armeen, er wird von Tag zu Tag mächtiger.“

Amelie unterbrach ihre Meditation stand auf und kniete sich an den Rand des Badeteichs. Sie schaute Atrista tief in die Augen und legte beschwörend eine Hand auf ihren Arm. „Wir müssen uns entscheiden“, hörst du, „wenn wir das auserwählte Volk sind und alle Anzeichen sprechen dafür dann müssen wir auf den Vorschlag von Kamaria eingehen. Du musst die Krieger auf diesen Plan einschwören, sie hören auf dich du bist der Warlord, ihr Kriegsherr, mich verehren sie und würden alles für mich geben aber hierbei….“ Amelie atmete tief durch und sprach leise weiter: „…. Ich habe gestern in die Gesichter der Krieger geschaut, diese stolzen Amazonen würden es nicht zulassen, dass ihre Königin vor irgendeinem Wesen einen Kniefall macht.“

Atrista nahm die Hand ihrer Freundin und drückte einen Kuss darauf. „Du weißt doch ganz genau, dass ich schon längst den Vorschlag von Kamaria durchdacht habe. Wir beide stehen zueinander und nichts, nicht die verrückteste Aktion wird uns beide auseinender dividieren. Wir werden Drough stoppen. Warten wir ab was die Krieger an Plänen mitbringen.“

Es war der wöchentliche Tag des Feuergesprächs. Immer donnerstags abends wurden alle Amazonen, Bürger Amazonien und die Freunde der Amazonen zum Feuergespräch geladen, zu dem auch Gäste aus den unterschiedlichsten Welten anreisten. Nach der üblichen Begrüßung von mir, in der auch die Neuzugänge vorgestellt werden und auch sonstige aktuellen Informationen weitergegeben werden, übernimmt immer Atrista, die Richterin, das Wort. Sie versteht es das Volk der Amazonen mit ihren Worten zu fesseln und wenn es sein muss auch wieder in die richtige Richtung zu bringen. Das Thema Nummer eins war natürlich mal wieder „Die Schattenwesen“ und deren Bedrohung und wie wir uns zu verhalten haben, damit die Gefahr die von diesen Wesen ausgeht so minimiert wird das wir keine Verluste haben. Plötzlich schwebte hoch oben über dem Feuerplatz ein schwarzes Etwas. Es war nicht deutlich zu erkennen was es genau war. War es ein Schattenwesen? Es war dann auch wieder verschwunden.

Atrista, fuhr in ihren Ausführungen weiter fort. Aber bald schon tauchte dieses schwarze Etwas wieder auf und landete schließlich mitten im Feuerkreis. Große Unruhe machte sich breit und Amelie erkannte es war Kamaria „ihre Schwester“. Ja, es mag verwunderlich sein, dass Amelie dieses schwarze Wesen als ihre Schwester tituliere, aber nachdem Amelie letztens sich mit ihr im Geiste vereinigt hatte und ihr klar machte dass da Verbindungen bestehen, waren sie Schwestern. Genaueres wußte Amelie noch nicht, aber das innere Gefühl, welches ihr eigen war als Königin und Vertreterin von Pallas, sagte es ihr deutlich, dass da mehr ist, als es den Anschein hatte.

Kamaria machte einen Vorschlag, einen Vorschlag der so gar nicht bei den Anwesenden ankam. Amelie sollte, wenn es soweit wäre, Drough, dem Bruder von Kamaria, die Bedrohung der Amazonen, den Vorschlag machen, ihm zu helfen an Junn heranzukommen. Nach diesem Vorschlag wurden die Schwerter einiger Kriegerinnen gezückt, es war große Unruhe, niemand konnte verstehen, dass Amelie auch noch den Vorschlag gut fand. Aber es war der einzige Weg um Drough zu einem bestimmten Zeitpunkt an eine bestimmte Stelle zu bekommen um ihn zu bekämpfen, im Elfenland. Nach den Ausführungen, verschwand Kamaria wieder, und ließ die Amazonen mit ihren „Ängsten“ alleine.