SandyLee hörte gut zu und sah wie Candia Xiue fragend ansah, doch Xiue schwieg. SandyLee sagte darauf: „Candia, ich wurde von unseren Hoheiten geschickt um dir mitzuteilen, dass du vermutlich die Auserwählte bist, die den Schatten mit dem Stein und dem Licht besiegen muss. Du musst sehr tapfer sein, unsere Kriegerinnen werden dich beschützen, aber du musst den Mut besitzen und dem Schatten gegenüberstehen. Uff, nun ist es raus“ Man konnte förmlich spüren wie SandyLee die Last von den Schultern wich, endlich hatte sie es ausgesprochen. Nun schaute SandyLee gebannt in die Runde, ihre Katzenohren signalisierten das SandyLee sehr aufgeregt war.
Xiue räumte den Tisch ab während sich Candia und SandyLee unterhielten und setzte sich in ihren großen Stuhl am Kamin, als ihre kleine Elfe die Frage an sie richtete. Der Feuerschein spiegelte sich in Candias erwartungsvollen Augen wider. Die Elfe der Einhörner war sich bewusst, das der Schatten dahinter stecken könnte, doch um die Beiden nicht unnötig zu beunruhigen, überlegte sie eine Weile. Xiue wollte gerade die Vermutung äußern, dass sich der Eber vielleicht bei einem Revierkampf mit einem anderen Eber ins Sanctum verirrt hatte, doch sie kam nicht mehr dazu. In diesem Moment offenbarte SandyLee etwas, das Xiue befürchtet hatte und sie nicht auszusprechen gewagt hatte. Ein Wesen sollte sich gegen den Schatten stellen und ausgerechnet ihr kleiner Sonnenschein sollte die Auswählte sein! Die Elfe der Einhörner erstarrte innerlich. Tausend Gedanken schossen ihr durch den Kopf und ihre Flügel zitterten. Das Knistern des Feuers forcierte die Spannung, die in der Luft lag, doch Xiue brachte keinen Laut über ihre Lippen. SandyLee beobachtete die Reaktion der beiden Elfen als sie ihre Ansage gemacht hat, das Zittern der Flügel war deutlich zu sehen, die Stille wurde nur durch das Knistern der Feuers durchbrochen und jedes stärkere Knacksen lies alle drei zusammenzucken. Alle drei blickten mit sorgenvoller Miene in die Runde und SandyLee stockte der Atem während sie auf die Antwort von Candia wartete. Was würde ihre kleine Freundin sagen, wie würde sie damit klarkommen?
Samantha setzte sich in ihr Baumhaus und legte einen neuen Verband an ihre Schulter an, wo sie der Schatten am Tag zu vor verletzt hatte, als er plötzlich in der Karawansei erschien. Dort hielt sich zu der Zeit die Hoheit Atrista, die Kriegerin des Feuers, mehrere Amazonen, ein Gast und ein vielleicht zu künftiger Schmied auf. Die tapferen Amazonen stellten sich dem Schatten entgegen und zum Dank dafür, schleuderte er Feuerbälle auf sie und katapultierte ein paar von ihnen, einige Meter fort von der Taverne. Glücklicherweise war Samantha, die einzige Verletzte geblieben und Mascha hatte sie behandelt, nachdem der Schatten wieder verschwunden war. Immer noch grummelte die Amazone laut vor sich hin, bei dem Gedanken an diesen Bastard und sie hoffte, dass er bald vernichtet werden würde, damit endlich wieder Ruhe und Frieden in Amazonien eintreten konnte. Sam trat auf den Balkon ihres Baumhauses, stellte sich an die Brüstung und seufzte während sie ihren Blick über das Elfenland schweifen lies, dass bald zum Schauplatz des Endkampfes gegen den Schatten werden sollte. Es war schon spät , die Sonne ging schon langsam unter. Die Amazone seufzte noch mal tief, ging in Baumhaus. Dort krabbelte sie in Müde in ihre Felle, wo sie nach kurze Zeit in einen traumlosen Schlaf fiel.
Lange Zeit war Kamarias „Bruder“ ruhig und zurückhaltend, aber irgendwie, ob in Verbindung mit dem Vollmond, oder auch mit dem Vorbeiflug des Kometen, wurde Bruder „Drough“ immer unruhiger. Plötzlich stürzte er ins Amazonenland „Amazonien“. Kamaria folgte ihm in entsprechendem Abstand. Er produzierte sich und provozierte und wütete zwischen den Amazonen. Sie wusste, dass sein Gebaren nur ein Spielchen war, geboren aus Langeweile. Auch die Forderung nach Junn und zusätzlich nach der Königin, war reines abtasten: “ wie weit kann ich gehen“.
Kamaria brauchte nicht einzugreifen, aber eins stand fest, der Höhepunkt kommt unaufhaltsam immer näher. Die Schattenfrau hoffe nur, dass die Amazonen und Elfen stark genug wären um an dem Tage X gemeinsam gegen diese brutale Macht anzukommen. Es würde nicht einfach sein, und wer zum Schluss der Gewinner wäre, wenn überhaupt von Gewinn geredet werden konnte, das wissen allein nur die Götter.
Erwartungsvoll zu Xiue sehend, wartete die kleine Elfe welche Erklärung diese für das seltsame Verhalten des Ebers hatte. Doch noch bevor die ihr liebste Elfe der Einhörner etwas sagen konnte, platzte SandyLee plötzlich damit heraus, das sie eine Nachricht der Hoheiten des Amazonenlandes für ihre Seelenverwandte habe, doch was diese Nachricht beinhaltete erschreckte die kleine Elfe zutiefst. Sie konnte einfach nicht glauben, was ihre Freundin SandyLee ihr gerade offenbarte. Erst langsam verstand Candia das Ausmaß von SandyLee´s Nachricht und ihr stockte der Atem, nach Luft schnappend versuchte sie etwas zu sagen, doch ihr immer lauter schlagendes Herz lies sie keinen klaren Gedanken mehr fassen. Angst steig in ihr auf und der Instinkt in ihr sagte: „Gefahr flieh!!!“ Bei jedem noch so geringen Geräusch fuhr die kleine Elfe zusammen. Nur langsam beruhigte sich Candia wieder. Mit zitternden Flügeln und blass wie das Licht des Vollmondes, saß das kleine Elfenwesen auf der Liege und hauchte erschrocken: „Ich? Das kleinste der Elfenwesen, soll einem so mächtigen und grausamen dunklen Wesen die Stirn bieten, wo er doch schon von weitem so furchterregend und erbarmungslos aussah und ich mich bei seinem Anblick am liebsten versteckt hätte.“ Angst erfüllten sah sie ihrer Seelenverwandten tief in die Augen und sage mit bebender Stimme leise: „Ich habe es gesehen… ich habe gesehen wie der Schatten zu Fall gebracht werden kann… Ich habe Angst… hilf mir… zeig mir wie ich mutig einem so kalten Wesen gegenüber stehen kann…“.
SandyLee vernahm die ängstlichen Worte ihrer Freundin und versuchte passende Worte zu finden, um ihr die Angst zu nehmen, doch wie sollte sie das machen, wo sie selber Angst vor dem Kampf hat, wo die Amazonen Kriegerinnen besorgt sind und mit großen Verlusten rechnen und das Handeln der Hoheiten auch ein wenig Hilflosigkeit widerspiegelt. SandyLee fiel nur eins ein: „Liebste Candia, natürlich wird eine unserer Kriegerinnen und Ausbilderinnen dir zur Seite stehen und dich darauf vorbereiten. Janina ist bereits auf dem Weg zu dir und wird dir bei der Vorbereitung auf die schwere Aufgabe helfen. Wenn du weitere Informationen hast, auch aus deinen Träumen, dann musst du unsere und eure Hoheit darüber informieren. Es ist wichtig, dass wir keine Detail vergessen. Unsere Hoheiten haben alle Informationen sicher unter Verschluss, außerdem hüten wir Späher in einem Versteck Abschriften aller Informationen. Wenn nur ein Puzzlestück fehlt oder verloren geht, dann kann es zur Katastrophe für uns alle werden.“ SandyLee atmete tief durch und ging auf ihre Freundin zu und nahm sie in den Arm. „Ich werde an deiner Seite stehen“ flüsterte sie Candia ins Ohr.
Atrista kam sichtlich erschöpft im Sanctum an. Die Strapazen der letzten Tage standen ihr ins Gesicht geschrieben und auch Jadzia ihre Leibwache schien erschöpft zu sein. Sofort fand sich Smaragd die Leibwache der König ein und bot an, die Wache im Sanctum zu übernehmen damit sich die Richterin und auch Jadzia ausruhen konnten. Atrista war auf einer Rundreise durch Amazonien. Sie bereiste alle Dörfer und sprach mit den Ehrenfrauen. Sie wollte das Volk der Amazonien auf den bevorstehenden Kampf mit dem Schatten vorbereiten. Die Dörfer sollten wissen was auf sie zu kommen könnte wenn irgendetwas nicht so funktionieren sollte wie es geplant war. Sollten die Krieger bei diesem Kampf versagen dann war Drough ein sehr mächtiges Wesen dem kein Volk mehr etwas entgegen zu setzen hatte. Drough würde sich zu aller erst an den Elfen rächen. Das Land der Elfen würde schon bald darauf nicht mehr existieren. Dann wäre Amazonien dran. Drough würde keine Gnade walten lassen nach dem er bewusst in eine Falle gelockt worden war. Einmal dem Willen dieses Schattens unterworfen hätten die Amazonen keine Chance mehr ihre Freiheit wieder zu erlangen und viele Völker die jetzt noch auf den Schutz der Amazonen angewiesen waren wären hilflos der Willkür Droughs ausgeliefert. Atrista hatte bei weit entfernten Verbündeten anfragen lassen ob sich die Amazonen in diesem Fall dorthin zurückziehen könnten. Vor wenigen Tagen ist die Antwort eingetroffen und Hilfe wurde zugesagt. Gemeinsam mit den Spähern hatte man dann einen geheimen Evakuierungsplan entworfen. Die Ehrenfrauen der Dörfer wussten jetzt was zu tun sei wenn das Schlimmste eintreten sollte. Auch für die Königin und die Richterin wurde ein Fluchtplan entworfen. Sie sollten sich sofort absetzen können um später das Volk wieder zu vereinen. Atrista lächelte als sie sah wie Jadzia sich neben ihr Lager hingelegt hatte. Die Gute hatte ihr Schwert gezogen und griffbereit unter eine Felldecke gelegt. Sie beobachtete wie sich Jadzias Brust regelmäßig hob und senkte. Die Leibwächterin war schnell eingeschlafen. Auf der beschwerlichen Reise war Jadzia schnell zur Vertrauten geworden. Atrista schätzte ihr offene und ehrliche Art und vor allem ihre Zuverlässigkeit.
Dort vorne an einen Posten gelehnt stand Smaragd. Eine schöne, groß gewachsene Amazone die man leicht unterschätzte. Aber Atrista selbst hatte sich mehrfach von den kämpferischen Fähigkeiten überzeugen können und war beeindruckt. Cindy die Kriegerin des Feuers hatte eine gute Auswahl getroffen als sie gerade diese beiden Kämpferinnen für die Leibwache ausgesucht hatte. Atrista war beruhigt. Sie lies sich nicht von der Lässigkeit mit der Smaragd am Pfosten lehnte täuschen. Sie hatte volles Vertrauen zu dieser Amazone. Wehmütig schaute sich Atrista um, betrachtete die Bäume, lauschte dem Rauschen der Blätter. All diese Pracht war in Gefahr. Atrista spürte wie die Angst in ihr drohte übermächtig zu werden. Angst, ein Gefühl das sich schon lange nicht mehr eingestellt hatte und Angst das wusste sie war schon immer ein schlechter Kamerad und Ratgeber. War diese Angst ein Vorbote? Eine Ahnung? Atrista klopfte sich mit der Hand an den Kopf als könnte sie so die düsteren Gedanken vertreiben. Die Königin und sie waren Unsterbliche, was also sollte passieren. Pallas würde nicht wollen, dass ihren Kindern etwas zustoßen könnte.
Was Atrista so in Sorge versetzte war die Tatsache, dass der zwölfjährige Regenerationszyklus erst fünf Tage nach dem geplanten Endkampf sein sollte. Amelie und Atrista hatten sich alle zwölf Jahre auf den Tag genau im Tempel einzufinden um dort durch ein Ritual von Pallas neues Leben zu empfangen. Auf diese Weise hatten sie bisher Jahrhunderte durchlebt. Nichts hatte dieses Ritual je verhindert aber dieses Mal könnte alles anders sein.„Verlieren wir den Kampf mit Drough dann haben wir so gut wie keine Chance uns zu regenerieren“, schoss es Atrista durch den Kopf und sie mahlte sich aus wie sie Beide dann auf der Flucht innerhalb von wenigen Tagen durchaltern und schließlich sterben würden. Atrista seufzte so laut, dass Smaragd sich besorgt umdrehte aber ein stilles Kopfschütteln bedeutete der Leibwache, dass sie sich keine Sorgen zu machen brauchte. „Noch ist es nicht so weit“, Atrista sprach sich selbst wieder Mut zu. Viel lieber wäre ihr jedoch, wenn dies eine reine Angelegenheit der Amazonen wäre. Da könnte sie alles Steuern, da hätte sie alles im Griff und bis ins kleinste Detail genau abgestimmt. So aber waren sie angewiesen auf fremde Hilfe. Ausgerechnet die Kleinste der Elfen sollte alle erlösen. Auf der Stirn von Atrista zeichneten sich dicke Sorgenfalten ab wenn sie an Candia die kleine Elfe dachte. „Sandy ich hoffe du bereitest sie gut darauf vor“, war das letzte was Atrista denken konnte bevor auch sie von der Müdigkeit übermannt wurde…
Xiue saß wie angewurzelt in ihrem Stuhl und die Muskeln schmerzten unter ihrer Anspannung. In ihren Gedanken verlor sie sich in der Vergangenheit an jenen Tag zurück, an dem sie Candia das erste Mal traf. Es war ungewöhnlich kühl an diesem Morgen gewesen. Die Nebelschleier krochen mühselig über dem feuchten Boden dahin. Die Elfe der Einhörner fühlte sich in diesem uralten Lorbeerwald nicht wohl. Die Bäume breiteten ihre moosbewachsenen Äste wie Fangarme aus und alles um sie herum verströmte eine niederdrückende Trostlosigkeit. Xiue schluckte und beschleunigte den Schritt ihres Einhorns. Sie wollte diesen Wald so schnell wie möglich hinter sich lassen. Nach einer Weile sah sie schon die ersten Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg durch das Dunkel kämpften. Die Elfe war innerlich erleichtert und sehnte sich danach ihre Flügel in der Sonne zu baden. Doch da hielt sie inne, ein schwacher Lichtschein in der Ferne zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Was konnte das sein, das hinter den knochigen Bäumen wie ein Irrlicht blinzelte? Ihre Neugier wurde immer stärker und sie folgte dem schwachen Licht zu seinem Ursprung.
Xiue sah eine leuchtende Gestalt im Gras liegen. Die Nebel glitten in silbern schillernden Wellen über sie hinweg. Die Elfe der Einhörner erkannte, dass das Wesen eine kleine Elfe war. Regentropfen bedeckten wie glitzernde Diamanten ihre zarten Flügel. Xiue schaute auf das schöne leblos wirkende Geschöpf herab und spürte das noch Leben in ihr war. Sie legte die Elfe behutsam auf ihr Einhorn und brachte sie aus den Wald hinaus. Die Sonne erwärmte das zierliche Wesen und langsam wich die Blässe aus ihrem Gesicht. Die kleine Elfe öffnete zaghaft ihre Augen. Xiue schaute sie lächelnd an: „Ich freue mich, dass du erwacht bist. Ich bin Xiue, die Wächterin der Einhörner.“ Das zarte Wesen setzte sich auf und antwortete mit zittriger Stimme: „ Ich heiße Candia…“ Sie versuchte sich zu erinnern, aber da war nichts, kalte Leere umhüllte ihre Gedanken. Alles war so dunkel, wie ein grauer Schleier der über ihrer Vergangenheit hing. Tränen funkelten in ihren Augen. Xiue legte ihren Arm um sie und versprach ihr, sich um sie zu kümmern. Seitdem hatte sie Candia wie eine Tochter in ihr Herz geschlossen und tat alles um ihren kleinen Schatz zu beschützen.
Die Elfe der Einhörner kehrte in ihren Gedanken zurück und straffte ihre Schultern. Sie hatte ihr inneres Gleichgewicht wiedergefunden und setzte sich neben Candia. Liebevoll drückte sie ihr Töchterchen an sich und sprach: „Ich weiß, dass große Stärke in dir wohnt und du hast viel gelernt. Sei tapfer und habe Vertrauen zu dir selbst. Du bist nicht allein in diesem Kampf. Was immer auch geschieht, ich werde mit all meiner Kraft und meinem Zauber dir zur Seite stehen. Alle deine Freunde werden treu an deiner Seite kämpfen und dich beschützen.“ Mit diesen Worten löste sie das Medaillon von ihrem Hals und murmelte ein paar Worte in der alten Sprache, als sie es öffnete. Es leuchtete kurz auf und ein metallisch schimmerndes Kästchen stand auf dem Tisch. Ein Drachenfigur lag auf dem Deckel und verschloss die Schatulle. „Urlug echuia“ flüsterte Xiue. Der kleine Drache richtete sich auf und das Schloss öffnete sich. SandyLee staunte und beugte sich nach vorn, um das Kästchen näher zu betrachten. Da drehte der kleine Feuerspeier seinen Kopf und funkelte die Amazone misstrauisch an. Rauch stieg aus seinen Nüstern auf. „Keine Sorge, dass ist eine Freundin.“ beruhigte Xiue den Drachen. Als sie die Schatulle öffnete, erstarrte die Figur in Bewegungslosigkeit, als hätte sich der Drache nie zuvor bewegt. Candia sah neugierig in das Kästchen, doch ein Tuch verdeckte den Inhalt. Die Elfe der Einhörner kramte einen Moment darin herum und beförderte eine geheimnisvolle Fiole zu Tage, die an einer filigranen Kette hing. „Das ist eines der kostbarsten Dinge, die ich besitze. Ich möchte das du es verwahrst. Es wird dir im Kampf eine große Hilfe sein.“ Der Inhalt des Fläschchens funkelte golden als Xiue sie in Candias Hände legte. „Die Fiole enthält die erste Milch einer Einhornstute, bevor ein Junges sie trank. Sie ist sehr selten und kostbar. Wenn du sie bei dir trägst, kann sie einfache Verletzungen binnen Sekunden heilen.“ Xiue schloss Candias Hände um die Fiole „Trink sie nur wenn dein Leben in Gefahr ist. Sie reicht leider nur für ein einziges Mal. Pass gut darauf auf, du wirst sie sicher brauchen.“
Die letzten Tage vergingen wie im Flug, die Königin Annemarie war im ganzen Elfenland unterwegs um zu sehen wo der günstigste Platz für den Endkampf sein mochte, nach dem geheimen Treffen mit den Oberhäuptern der Amazonen, musste alles so sicher wie nur möglich für die beiden verbündeten Völker sein, kein Risiko durfte eingegangen werden.“ aber der Schatten, würde es möglich sein Ihn in die Falle zu locken?“ dachte Sie “ wird Candia es auch schaffen Ihre Nerven unter Kontrolle zu bekommen und die Angst in Ihr zu besiegen wenn Sie dem Schatten gegenübersteht ?“ Fragen über Fragen quälten die Königin, und dass schlimme daran man wusste keine Antwort wie alles ausgehen würde entschied das Schicksal. Und das war unbarmherzig wie es sich schon bei Junn Überfall gezeigt hatte, wo nur das Glück noch geholfen hatte das Sie es überlebte.
Mittlerweilen war es Abend geworden ein Käuzchen schrie in die Nacht ihre Sehnsucht. die Grashalme wiegten sich im Abendwind und das Mondlicht umschloss die Lichtung am Feuer. Es war still, erdrückend still… Wusel, der Kater, holte sich eine Fisch aus dem Brunnen. Die Sehnsucht nach endlich Frieden überfiel die Königin “ es darf nichts schiefgehen diesmal muss es gelingen, zu lange dauerte er schon der Kampf mit dem Schatten und zuviel Leid ist dadurch schon geschehen es muss gelingen Ihn zu besiegen, dass wir und die Amazonen in Frieden wieder leben können, schon unser Freundschaft wegen“ dachte sie. Ja es war hart was alles geschehen war seit die beiden Völker aufeinander trafen. Wie aus Vorurteilen Freundschaft wurde, eine wunderbare Freundschaft. Die Königin schwebte durch das Land immer nach der Suche, ob nicht irgendwo der Schatten lauerte. Er war ja wieder mal wie schon zu oft zuvor bei den Amazonen aufgetaucht und hatte sie bedroht. Wer weiß wann er wieder im Elfenland sein würde? Ihre Flügel brannten wie Feuer und wurden schwer wie Blei, es war an der Zeit zu rasten, Sie musste wieder schlafen, eine ungewissen Schlaf, Angst was der Morgen bringen wird und die Hoffnung, dass es wieder Frieden geben wird. Mit den Gedanken an Frieden schlief sie in einer der Schaukeln im Elfenland ein, sie war zu müde um noch ins Schloss zufliegen.
Als SandyLee die kleine Elfe Candia umarmte und ihr versicherte an ihrer Seite zu sein, wenn es soweit sein wird, fühlte diese sich schon wieder etwas geborgener und sicherer, Die Ankündigung das eine erfahrene Kriegerin der Amazonen das zierliche Wesen auf ihre Aufgabe vorbereiten würde, trug ebenfalls zu etwas mehr Sicherheit bei, so das sich der Herzschlag von Candia wieder etwas verlangsamte. Xiue hatte bis zu diesem Zeitpunkt kein Wort gesagt, doch die kleine Elfe merkte, dass auch sie sehr unter Spannung stand, als wollte Candias Ziehmutter diese Anspannung abschütteln, straffte diese plötzlich ihre Schulter. Etwas verwundert sah die Zauberlehrlingselfe, immer noch in den Armen ihrer Seelenverwandten liegend, zu der für sie zu einer Ersatzmutter gewordenen Elfe der Einhörner. Als sich Xiue neben das blasse Nervenbündel setzte und dieses SandyLee liebevoll aus den Armen in die ihren nahm, lauschte Candia aufmerksam was sie sagte. Die Worte die die zierliche Elfe vernahm machten ihr wieder Mut und zeigten ihr das sie nicht allein sein wird. Als Xiue ihr Medaillon abnahm und dabei, für Candia unverständlich, etwas flüsterte, war die angeborene Neugierde im Zauberlehrling wieder geweckt. Als der Anhänger aufleuchtet und dann ein Kästchen mit einen sonderbaren leuchten und einer Drachenfigur auf dem Tisch erschien, war Candia völlig sprachlos. Solchen Zauber kannte sie noch nicht. Mit großen Augen betrachtet sie das Schauspiel des Drachen, der zum Leben erwachte als ihre Ziehmutter ihn dazu Aufforderte. Scheinbar war auch SandyLee neugierig, der Drache gab ihr jedoch zu verstehen, dass sie nicht näher kommen sollte. Xiue beruhigte den Wächter der Schatulle und begann etwas darin zu suchen.
Candia versuchte einen Blick auf den Inhalt zu erhaschen, doch sie konnte nichts außer einem Tuch erkennen, dann zog Xiue vorsichtig eine Fiole mit einem wunderbar golden funkelnden Inhalt. Als die kleine Elfe das Fläschchen von Xiue überreicht bekam, diese ihr noch erklärte was sich darin befindet und wie es zu verwenden wäre, verflog die Neugierde und ihre wurde schlagartig wieder bewusst was ihr noch alles bevorstand. Vorsichtig hängte sie das wertvolle Geschenk um den Hals, nahm Xiue in den Arm, gab ihr einen Kuss auf die Wange und entschuldigte sich bei ihr um zu Bett zu gehen, denn die Aufregung der letzen Stunden waren etwas zu viel für sie und morgen schon sollte die Kriegerin der Amazonen kommen und ihr helfen sich vorzubereiten. Candia bat SandyLee sie zu begleiten, da sie nicht mehr alleine durch das Elfenland streifen wollte und ihr zudem noch genau erzählen wollte was sie in der Traumwelt erlebt hatte ohne das ihre Ziehmutter davon erfährt.
Samantha nahm sich einen kleinen Schinken und einen Beutel gefüllt mit Quellwasser aus der Karawansei. Dieses band sie sich an den Gürtel, bevor sie sich sie sich gemütlich, leise vor sich hinpfeifend, auf den Weg zum Fluss machte. Dort angekommen setzte sich ans Ufer und warf eine Angelrute in die Strömung. Die Amazone genoss die Ruhe die hier am späten Vormittag herrschte, während sie darauf wartete, dass ein Fisch anbiss . Sie hatte schon eine ganze Weile dort gesessen, denn die Sonne war genau über ihr, als sie dann endlich zwei Fische gefangen. hatte. Sie nahm die beiden Fische, wickelte sie sorgfältig in Papier und steckte das Paket dann in ihrer Tasche. Sie wollte die Fische an Wusel, den Kater der Elfen verfüttern, die sie besuche wollte und zum Glück waren keine Amazonen in der Nähe und so würde es sicher nicht auffallen, wenn sie sich heimlich aus Amazonien schlich.
Samantha hatte sich vorgenommen, sich den Dorfplatz im Elfenland noch mal genau anzusehen, wo der Kampf gegen den Schatten stattfinden sollte, damit sie so gut wie möglich darauf vorbereitet war. Sie hatte keine Angst vor dem Kampf oder davor zu sterben, doch sie war trotzdem besorgt darüber, was passieren würde, wenn der Plan den die Elfen und Amazonen ausgeheckt hatten, um den Schatten zu besiegen, fehlschlagen würde.
Auf dem Dorfplatz begegnete die Kriegerin der Elfe Xiue und einer anderen Elfe, die sich nicht kannte. Die Amazone unterhielt sich kurz mit beiden, gab Wusel den Fisch und fing dann an ihr Versteck noch einmal zu begutachten, wo sie sich am Anfang des Kampfes aufhalten würde. Sie wollte sich noch einmal genau ansehen, wo sie sich am hinknien konnte,und die beste Sicht auf des Geschehen zu haben. Nach einiger Zeit kam die Königin der Elfen kam hinzu und Samantha wechselte mit ihr der sie ein paar Worte. Wie immer war die Hoheit sehr freundlich, doch da sie noch andere Verpflichtungen hatte, ging sie kurze Zeit später wieder und auch Samantha machte sich auf den Weg zurück nach Amazonien.
Der Tag hatte so gut begonnen, doch nun plagte die kleine Elfe heftige Kopfschmerzen. Es schien ihr als ob jemand in ihre Gedanken eindringen wollte. Mit aller geistiger Kraft, die sie aufzubringen vermag, versuchte Candia die Barriere, die sie während der Meditationsübungen mit dem Zauberer Jan gelernt hatte, aufrecht zu erhalten, denn sie wollte keine Bilder des Krieges mehr sehen müssen. Jedoch durch die Konzentration, die sie dafür brauchte verstärkte sich der pochenden Schmerz nur zusehends, also entschloss sie sich an das Lagerfeuer, nahe dem Fluss, der in der Nähe von Junn´s Schlafplatz war, zurückzuziehen, um dort zu versuchen endlich zur Ruhe kommen zu können. An diesem Ort kamen die Kräfte aller Elemente zusammen und er barg eine ungeheure spirituelle Macht in sich, von der sich der Zauberlehrling Erleichterung erhoffte. Angekommen setzte sich das zierliche Geschöpf und begann zu meditieren. Doch nach kurzer Zeit entfuhr sie ihrem Körper und begegnete, in einer ihr völlig unbekannter Welt und in dieser Welt einem Wesen das völlig in Licht gehüllt war.