Gemeinsame Pläne (Dezember 2007)

Bei einem Spaziergang durch die Wälder Amazoniens, ging Amelie noch einmal gedanklich die Vorkommnisse durch, die in letzter Zeit die Amazonen bewegten. Es war der Schatten, der Unruhe nach Amazonien und in das Land der Elfen gebraucht hatte und es würde nicht leicht sein ihn zu verjagen oder zu vernichten.

Plötzlich stand Tarna vor der Hoheit, und berichtete, dass die Elfen gerne mit den Hoheiten sprechen wollten. Zusammen mit Cindy reisten die Hoheiten ins Elfenland. Dort auf dem Dorfplatz waren schon einige Elfen versammelt und diskutierten wild durcheinander. So erhofften sich von den beiden Königinnen Klarheit zum Verhalten gegen die Schatten. Atrista erzählte von den letzten Versuchen einen Schatten unschädlich zu machen. Obwohl der Versuch ja misslang, war er trotzdem von Erfolg gekrönt, da die Erkenntnis über die Physiologie der Schatten von unschätzbaren Wert für weitere Taktiken war. Die Elfen waren begeistert und so wurde eine Strategie ausgearbeitet, die bestimmt zur Vernichtung der Schatten führen würde. Aber es war noch zu früh, um sich festzulegen, es kam jetzt noch mehr auf das gemeinsame Vorgehen der Elfen und Amazonen an.

Amelie und Atrista waren gerade vor dem Sanctum angekommen und klopfen sich den Reisestaub aus den Mänteln. Beide waren mit sich und dem Zweck der Reise zufrieden. Sie waren mit einer Abordnung der Krieger und der Späher zu einem geheimen Treffen mit den Elfen gewesen und haben wichtige Erkenntnisse mitgebracht. Während sich die Späher sofort in ihren Unterschlupf begaben um die neuesten Erkenntnisse zu ordnen gingen die Beiden voller Zuversicht ins Sanctum um das weitere Vorgehen zu besprechen. Amelie betrachtete aufmerksam den großen Bernstein, den die Späherin Sakara gefunden hatte und dann in einen kunstvoll geschnitzten Holzstab eingefasst hatte. „Das soll ihm den Garaus machen?“ sinnierte sie, „ich hoffe sehr, wir liegen mit unserem Plan nicht daneben“, und als Atrista nicht antwortete fügte sie hinzu, „ich habe ein ganz mulmiges Gefühl bei der Sache.“ Atrista drehte sich zu ihrer Freundin um. „Hmmm, wir verlieren Alles wenn wir die Zeichen, die wir bekommen, nicht richtig gedeutet haben. Uns fehlt noch das letzte Mosaiksteinchen! Wie, verdammt noch mal ist das mit dem Licht und den Farben zu verstehen?“

Atrista`s Augen begannen zu strahlen als sah wie Jasemin hereinkam und frisches Brot, Bratenfleisch und Getränke auf den Tisch stellte. „Sehr gut“, bedankte sie sich bei der Unfreien, „wenn ich Hunger habe kann ich nicht richtig denken.“ Dann machte sie sich über den Braten her. „Hoffentlich bekommen unsere Späher noch ein paar wichtige Hinweise aus den Abschriften der Elfenbücher, ich opfere ungern unsere Krieger und die braven Elfen in einem aussichtslosen Kampf“, murmelte sie mit vollem Mund und absolut nicht einer Hoheit angemessen und schaute dabei Amelie fragend an. Die Königin setzte sich zu Atrista an den Tisch und nahm ein schönes Stück Bratenfleisch in die Hand. „Ja, das hoffe ich auch …“

Der Schatten in seiner Festung (Dezember 2007)

Als Drough das Portal zu seiner Burg Dark Cloud öffnete, war das Land bereits in tiefe Dunkelheit getaucht. Kein Stern war am Himmel zu sehen und auch der Mond war durch eine riesige dunkle Wolke verfinstert. Er öffnete das Portal mit einem Fußtritt und bevor die Eingangshalle betrat, drehte er sich noch einmal um und schaute in die Nacht. Seine Augen verengten sich zu einem Schlitz und er spähte in die Ferne so als suche er irgendetwas. Nein, niemand war ihm gefolgt. Ein Schattenwesen kann man nicht verfolgen und selbst wenn, spätestens wenn der oder diejenige einen Fuß auf Dark Cloud setzte, war es vorbei. Hier gab es keine Lebensbedingungen für Humanoide, hier war der sichere Tod. Sein Blick wanderte Richtung Süden. Dort lag das Land Amazonien und bei dem Gedanken an die letzten Erlebnisse verzerrte sich sein Gesicht zu einer Fratze.

„Bastarde“, zischte er durch die zusammengepressten Lippen, „das war nicht umsonst.“ In Gedanken malte er sich schon aus wie er jeder Einzelnen einen qualvollen Tod bescheren würde. Dann wandte er seinen Blick Richtung Elfenland. „Mal sehen was ihr dann noch Wert seid wenn ich euch die Flügel ausgerissen habe“. Mit dem Stiefelabsatz warf er das Portal hinter sich zu und schritt wütend zur Feuerstelle. Der große Saal war leer. Lediglich vor dem Feuer stand ein riesiger überdimensionaler aus Elfenbein geschnitzter Thron. Nichts zierte die Wände, nur der nackte Stein war manchmal zu sehen wenn der Schein des Feuers über die Wände huschte. Drough blieb vor der Feuerstelle stehen und trat missmutig gegen die Holzscheite. Funken stoben umher und die Flamme loderte kurz etwas höher auf. Es war ein dämonischer Anblick. Diese große Gestalt im nachtschwarzen Umhang wirkte im Schein des Feuers nicht mehr irdisch und hätte in diesem Augenblick ein Mensch dieses Bild gesehen, er würde bei allen Heiligen schwören, dass er dem Leibhaftigen gegenüber gestanden hatte.

Drough bückte sich und griff mit den bloßen Händen in das Feuer und nahm ein brennendes Holzscheit in die Hand. Gedankenverloren beobachtete er wie die Flammen über seine Hand züngelten und sich gierig in den Ärmel seines Umhangs fraßen. Er schaute dem Flammenspiel eine Weile zu, dann …… ein Schnippen mit den Fingern der anderen Hand und die Flammen erloschen sofort. Nur noch Rauch quoll aus dem Stoff an seinem Arm. Zufrieden lies er sich in den Thron fallen. Seine Macht war ungebrochen. Er beherrschte alle Elemente bis auf das Eine. Es war ihm nicht vergönnt über das Wasser zu herrschen. Erst wenn er das Blut einer Halbelfe trank, erst dann sollte sich die Prophezeiung erfüllen, erst dann sollte es nichts mehr geben was ihn aufhalten konnte. Er war dann Herrscher über Leben und Tod und die Elemente waren seine Diener, Lakaien auf dem Weg zur Unsterblichkeit. „Ich Drough Thor bin der Mächtigste aller Schatten“, murmelte er, „und ich lasse mich jetzt nicht von ein paar Geflügelten und ein paar größenwahnsinnigen Weibern aufhalten.“ Drough schloss die Augen und in seinen Gedanken nahm ein grausamer Plan immer mehr Gestalt an.

Drough auf der Suche im Elfenland (Dezember 2007)

Als Candia, die Zauberlehrlingselfe, Junn zum Lagerplatz brachte, löste sich die Elfengruppe langsam auf. Nur noch der Zauberer und Xiue blieben auf dem Dorfplatz stehen und unterhielten sich über die letzten Geschehnisse. Da erschien Drough, der dunkle Schatten und schnupperte an Xiue, prüfend ob sie eine Halbelfe war oder nicht. Doch seine Hoffnung wurde zerstört und ärgerlich fragte er: „Habt ihr euch meinen Vorschlag überlegt?“ Der Zauberer trat ihm souverän entgegen und antwortete: „Wir haben entschieden, dass es nichts zu entscheiden gibt.“ Drough versetzte wütend der kleinen Elfe vor ihm einen Schlag, so dass sie weit nach hinten fiel.

Der Schatten lief auf das Lagerfeuer zu und warf ein Holzscheit auf ein Elfenhaus. Sofort fing das Dach an lichterloh zu brennen. Drough lachte hämisch und drohte: „Ich brenne so jedes eurer Häuser nieder. Jeden Tag ein Haus!“. Xiue wachte derweil langsam wieder auf und versuchte benommen wieder aufzustehen. Der Angriff hatte sie völlig überrascht. Da versetzte ihr Drough einen Tritt in den Rücken und meinte lachend: „ Der Tod steht euch gut.“ Der Zauberer versuchte die Elfe zu schützen und half ihr wieder auf die Beine. Xiue stöhnte vor Schmerzen auf. Drough fauchte den Beiden entgegen: „ Eine von denen werde ich nächstes mal mitnehmen!“. Jan begann einen schwierigen Zauber zu sprechen und der Schatten machte sich mit den Worten aus dem Staub, bevor Jan seinen Spruch beenden konnte: „Ihr seid Schuld an eurem Verderben. Wir sehen uns wieder!“. Xiue lief es eiskalt den Rücken herunter. Sie spürte immer noch den Tritt in ihrem Rücken, biss aber die Zähne zusammen und versuchte mit ihrem Regenzauber schnellstens das Feuer zu löschen.

Als sie die Regenwolke auf den Weg schickte, bekam der Zauberer auch einen Eimer voll ab und unterbrach vor Schreck seinen schwierigen Zauber. Er war so in Trance gewesen, dass er nicht bemerkt hatte, wie sein Gegner geflüchtet war. Der Zauberer fluchte ein wenig und warf Xiue einen bösen Blick zu. Die Elfe der Einhörner entschuldigte sich und beide machten sich auf den Weg, um Holz für den Rekonstruktionszauber zu besorgen. Beide waren schon gerade fortgegangen, als SandyLee durch die Elfensiedlung streifte.

SandyLee und Candia planten bei nächster Gelegenheit den Weg Richtung Amazonien einzuschlagen, denn um direkt loszugehen, war es bereits zu dunkel. SandyLee legte sich auf eine der vielen Leseplätze und studierte ein paar Bücher der Elfen. Viele interessante Dinge fand sie dort, auch über die Schatten. So verstaubt wie die Bücher waren, müssen die Informationen schon sehr alt sein.

Leider waren die meisten Informationen nur in Reimen oder Sprüchen verpackt und sehr schwer zwischen den ganzen Geschichten über Blümchen, Elfenstaub und Einhörnern versteckt. Sie schrieb alles fein säuberlich in ihr Notizheft, wo sie auch im Geheimcode der Späher eine Liste der größten Gefahren im Elfenland notiert hatte. Es war eine gute Idee der Späherin der Sieben Winde einen eigenen Code für Aufzeichnungen und Karten zu erstellen. Nicht umsonst wurde sie zur Späherin der Sieben Winde. Dabei dachte Sandy an Tarna und die anderen Späherinnen, welche sie schon lange nicht mehr gesehen hatte. So langsam bekam sie Heimweh – noch nie war sie so lange von den Amazonen getrennt.

Zufällige Lagebesprechung (Dezember 2007)

Junn, die AmazonenelfeDie kleine Elfe Candia kam nach einem langen Spaziergang wieder auf den Marktplatz des Elfenlandes zurück. Dort angekommen, dauerte es nicht lange und es gesellten sich mehrere Mitelfen zu ihr und auch die Königin gab ihnen die Ehre. Ihre Majestät erzählte, was in Amazonien geschehen war und überbrachte die Warnung des Schatten. Geschockt über das Berichtete, frage Candia besorgt nach Tarna, doch bevor sie eine Antwort erhielt, entbrannte eine heftige Diskussion, was nun gegen den Schatten unternommen werden könnte. Mitten in der Diskussion tauchte Junn, die Amazonenelfe auf. Erstaunt darüber, dass Junn schon so bei Kräften war, begrüßte Candia das Sorgenkind der Elfen. Auch Xiue, die Elfe der Einhörner, kehrte von ihrer Suche nach den Federn eines Geflügelten Einhorns zurück und gesellte sich zu ihnen. Königin Annemarie erzählte ihnen allen, von dem Rätsel und davon, was in den alten Schriften stand, die sie schon seit Tagen nach irgendeinem Hinweis durchforstet hatte. Das Einzige, was sie gefunden hatte, war eine Vorhersage, die sich schon zu einem Teil erfüllt hatte. Junn wurde von dem Volk der Elfen gerettet, doch was es mit dem Lichtstrahl auf sich hatte, darüber rätselten selbst die Hoheiten Amazoniens noch.

Junn schaute auf die kleine Zauberelfe, als Wusel sie freundlich begrüßte. Sie umarmte das zarte geflügelte Wesen, dabei sagte sie: „Du kommst mir bekannt vor.“ Auch Candia war es so als würde sie die Amazone kennen, doch sie wusste nicht, wo sie sich begegnet sein könnten. Als Junn sich der Hoheit zuwandte, meinte diese: „Ihr werdet euch bald viel zu erzählen haben, ihr Zwei.“ Die kleine Elfe verstand die Anspielung von ihrer Königin nicht und sah diese fragend an. Junn erklärte nebenbei, dass der Schatten sich von Angst ernährte und dass er Verzweiflung um sich herum verbreitete, wo immer er auftauche. Candia versuchte sich groß zu machen und sagte, dass sie das nächste Mal versuche würde, mutiger zu sein. Als Junn erzählte, dass sie mitbekommen hatte, wie machtvoll der Schatten war, als er ihr Land angegriffen hatte und dass sie ihm nichts entgegen zu halten hatten, schaute die kleine Elfe traurig zur Amazone. Sie fragte sich, was sie denn nur tun könnte, um Junn und allen anderen zu helfen. Dann erzählte Junn von einem Licht, das die Schatten scheinbar schwächen konnte, es muss jedoch eine bestimmt Farbe haben. Die Amazone warnte die Elfen zugleich vor den Drachen, die in den Bann des Schatten gezogen werden könnten. Annemarie erwähnte, dass auch im Elfenland ein Drache hauste, der von den Alten des Elfenlandes großgezogen worden war. Junn sah besorgt aus und Candia merkte es. Sie fragte ihre Hoheit, ob es denn nicht möglich wäre, zur Sicherheit, den Zauberer Jan zu beauftragen einen Zauber über den Drachen zu legen um ihn vorübergehend schlafen zu legen.

Junn erzählte von einem Amulett, dass den Drachen beschützen kann. Sie hatte es von ihrem Vater erhalten und wollte es der Zauberelfe überlassen. Aber Candia weigerte sich, doch Junn war so hartnäckig und bestand darauf, dass Candia das Amulett an sich nahm. Die kleine Elfe nahm dankbar das Geschenk an und dachte bei sich: „Wie machtvoll es ist, es durchströmt mich regelrecht.“ Sie bedankte sich herzlich und legte sich das Amulett um die Stirn. „Du wirst wissen, was du damit tun musst“, meinte Junn und blickte prüfend auf Candia. Es war eine unvorstellbare Energie, die von diesem Schmuckstück ausging und Candia wurde erklärt, dass es sich um eine uralte Elfenmagie handelte, die darin verborgen lag. Die Königin musste darauf wieder fort, um ihren Pflichten nachzugehen und Jan, der Zauberer, war von einer Reise gerade zurückgekehrt und zu den, auf dem Dorfplatz Versammelten gestoßen. Er wurde freudig von allen begrüßt. Auch die Amazone hieß ihn dankbar willkommen und berichtete, dass sie einige ihrer Zauberkräfte sogar schon wiedererlangt hatte, als Jan sich nach ihrem Zustand erkundigte. Daraufhin erklärte er ihr, dass alle Elfen dabei mitgeholfen hatten. Während der Zauberer und Xiue sich über die Reise der benötigten Federn eines fliegenden Einhorns austauschten, wurde die kleine Elfe das Gefühl einfach nicht los, dass sie Junn kennen müsste.

Als Junn dem Zauberer der Elfen erzählte, dass sie Candia ein Amulett geschenkt hatte, das im Kampf mit Sicherheit brauchen werden, wurde dieser hellhörig und fragte auch die Königin, ob sie solch ein Schmuckstück kenne. Die Königin bejahte die Frage nur und meinte, dass es wäre eine zu lange Geschichte. Obwohl die kleine Elfe vor Neugierde fast platzte, fragte sie nicht weiter nach, sondern schaute nur den Zauberer hilfesuchend an.

Die Amazone erzählte noch, dass das Amulett schon lange im Besitz der Familie war und dass eine Legende besagte, dass es von den Urelfen gefertigt wurde, um das Böse aus der Welt zu verbannen. Es solle sogar aus einer Zeit stammen, weit bevor die Drachen entstanden. Alle waren beeindruckt von dem so unscheinbaren Schmuckstück. Junn bat nun auch den Zauberer persönlich darum, einen Zauber über den Drachen im Elfenland zu legen. Xiue bot sofort an den Zauber mit ihren Einhörnern zu unterstützen und auch Candia wollte helfen, so gut sie konnte. Erstaunt und erfreut über die Tatsache, dass es im Elfenland Einhörner gab, sagte Junn, dass sie schon lange keine mehr gesehen habe und erinnerte sich daran zurück, wie es früher einmal war. Xiue bemerkte wie sehr sie sich nach einer solchen Begegnung sehnte und rief ihr Sternenregeneinhorn Faentinu. Junn war begeistert und streichelte es freudig. Nachdem Faentinu gegangen war, um wieder durch die Wälder zu streifen, plauderten alle noch etwas miteinander, bis Junn wieder ihr Augenmerk auf die Zauberelfe richtete. Sie umarmte die etwas verwirrte Candia und sagte immer wieder: „Du kommst mir so bekannt vor, als ob…“ doch dann verstummte sie und flüsterte etwas vor sich hin. Doch Candia konnte es nicht verstehen. Nun war die kleine Elfe erst recht verwirrt und schaute Junn fragend an. Die Amazone wollte gleich darauf wissen, woher Candia kam und ob sie schon immer im Elfenland war.

Schließlich offenbarte Junn der kleinen Elfe, dass sie ihr schon zuvor im Traum erschienen war. Sie sagte, das sie sich und Candia sah wie sie eine große weiße Treppe hinauf liefen und meinte daraufhin, dass sie mit der Königin der Elfen reden müsse. Noch verwirrter als bisher, bat Candia den Zauberer darum der Hoheit mitzuteilen, dass Junn sie gerne sprechen würde. Jan versprach ihr der Königin die Bitte unterbreiten sobald sie wieder zurückgekehrt sei. Candia machte sich sorgen über die schwindenden Kräfte der Amazone und drängte sie wieder zu ihrem Lager zurückzukehren und sich auszuruhen. Nachdem beide sich von allen verabschiedet hatten, gingen Junn und die kleine Elfe zum Pflegelager der Amazone. Junn legte sich zur Ruhe und Candia wachte über sie bis sie tief und fest schlief.

Junn und Candia in den Höhlen

Ein kleiner Sieg (Dezember 2007)

Atrista, Hohe Richterin der AmazonenAtrista lehnte sich im Sessel zurück und strahlte über das ganze Gesicht. Seit Tagen der Demütigung durch den Schatten hatten die Amazonen endlich einen Teilsieg errungen. Sie hatten die verwundbare Stelle des Schattens entdeckt. Vor ihr standen Cindy und Smaragd, tippelten aufgeregt mit den Füssen und berichteten der Richterin wie die Krieger den Fiesling zu Boden gebracht hatten. Tage vorher hatte Mai, die Schamanin Regina bei der Behandlung der Wunde von Jasemin entdeckt, dass eine abgebrochene Kralle ein ganzes Fass Wasser gefrieren ließ. Diese Erkenntnis wollte man sich zu Nutze machen und versuchen den Schatten mit Wasser zu übergießen. Die Krieger wussten nicht wie er darauf reagierte aber ein Versuch war es wert. Die Schamanin hatte dann noch in einem geheiligten Ritual den Spähern und den Kriegern einen Trank verabreicht der sie besser schützen sollte vor den telepathischen Fähigkeiten des Scheusals.

Cindy erklärte aufgeregt wie die Krieger dann einen Plan ausgearbeitet hatten und immer wenn sie den Schatten erwähnte knurrte Smaragd wie ein Wolf dazwischen. Die Schwierigkeit war ihn an eine Stelle zu locken wo er dem Wasser nicht mehr ausweichen konnte. Da die Krieger wussten, dass er empfänglich war für die Schönheit der Amazonen wählten sie eine Ecke in der Karawansei. Drei Kriegerinnen sollten sich allen Mut zusammen nehmen und bei seinem Auftauchen unbeirrt und nur spärlich bekleidet den wiegenden Tanz der Schlange tanzen um ihn so in die Nähe eines Baumes zu locken. In diesem Baum sollten sich dann zwei Amazonen verstecken und in einem günstigen Augenblick die Wasserschläuche über ihm entleeren. Atrista hörte schmunzelnd zu. Der Plan klang zwar nicht sehr kriegerisch und noch nie vorher hatten Amazonen mit Wasserschläuchen gekämpft, aber da sie von dem Erfolg wusste, war sie begeistert von dem Einfallsreichtum ihrer Krieger. Mit einer ungeduldigen Handbewegung forderte sie die Beiden auf doch endlich zu erzählen wie es sich zugetragen hatte.

Gestern dann am frühen Abend war es soweit. Cindy hatte wieder die Vorahnung. Ihr Herz begann schnell und schneller zu klopfen, das Blut schoss durch ihren Körper und eine Hitzewelle durchströmte sie. Der Schatten war im Land. Schnell wurde alles arrangiert. Zwei Amazonen kletterten schnell auf den Baum und die anderen reichten ihnen die Schläuche gefüllt mit Wasser hoch. Einige legten ihre Mäntel ab und begannen zu tanzen während sich der Rest der Krieger in den umliegenden Büschen versteckten immer bereit ihre mutigen Schwestern zu schützen.

Der Schatten kam und schien ziemlich verwirrt gewesen zu sein. Alles hatte er anscheinend erwartet aber nicht eine fröhliche, unbesorgte Tanzgruppe. Die Spannung, die in der Luft lag, konnte man fast mit den Händen greifen. Schon hatte man die Befürchtung der Schatten könnte das laute Pochen der Herzen der aufgeregten Amazonen hören und völlig anders reagieren als man es geplant hatte. Es war schon ein fürchterlicher, beängstigter Anblick. Die große, dunkle Gestalt von der eine tödliche Gefahr ausging dort stehen zu sehen. Die Amazonen spürten förmlich wie seine Blicke sie zu durchbohren schienen. Vorsichtig wie ein wildes Tier spähte er in alle Richtungen. Irgendetwas schien ihn zu warnen. Die Amazonen bekamen es mit der Angst zu tun, dieser Gegner war noch gefährlicher als sie annahmen. Wenn er jetzt unvermittelt zum Angriff überging, dann hatten die Tanzenden keine Chance. Sie wussten, dass das ihr sicherer Tod war. Die Amazonen hielten den Atem an.

Dann plötzlich hörten sie sein hässliches lautes Lachen und diese Stimme, die klang als käme sie aus der Hölle. Der Schatten kam und stellte sich mitten unter die Tanzenden. Vielleicht übertrieben es die Amazonen auch mit ihrer gespielten Harmlosigkeit denn plötzlich lief der Schatten wieder aus der Gruppe heraus. Er umrundete die die Gruppe und schien keinen Blick mehr zu haben für die Hüfteschwingenden Amazonen. Er beobachtete die Umgebung, umrundete den Baum und kam den in den Gebüschen versteckten Kriegerinnen gefährlich nahe. Dann lehnte er sich an den Baum und beobachtete die Szenerie. Die beiden Amazonen auf dem Baum zogen die Füße an, weil sie schon befürchteten mit den Zehenspitzen an seinen Kopf zu stoßen.

Drough, der Schatten in Gefahr

Cindy erkannte sofort, dass es keine bessere Gelegenheit geben konnte und gab den Beiden im Baum ein Zeichen. Die nahmen ihre Wasserschläuche und ergossen das ganze Wasser über die dunkle Gestalt. Der Schatten hatte ein Geräusch wahrgenommen und drehte sich um, schaute in die Äste und in dem Moment, wo er die Amazonen im Baum entdeckte, bekam er auch schon das ganze Wasser ins Gesicht. Einen Moment blieb er verdutzt stehen dann sprang er völlig durchnässt zurück. Mit ein paar Schritten war er bei der Tanzgruppe. Sein Griff ging ins Leere, die Amazonen stoben auseinander und flüchteten in die Büsche. Der Schatten hatte Mühe zu folgen. Man konnte deutlich sehen wie sich nur mit größter Anstrengung bewegen konnte. Als er bemerkte wie die beiden Amazonen von den Ästen sprangen wollte er sich eine der Beiden schnappen. Mit voller Wucht drehte er sich um die eigene Achse um mit einem Hieb einer der Amazonen einen tödlichen Schlag zu versetzen. Irgendetwas war anders. Der Schatten hatte keine Kontrolle mehr über sich. Der Schlag ging ins Leere und die Wucht seiner Drehung lies ihn stolpern und zu Boden gehen. Der Schwung reichte aus um den Schatten bis fast an die Büsche rollen zu lassen. Dort rappelte er sich noch einmal hoch, ließ einen markerschütternden Schrei los und brach plötzlich zusammen. Die Amazonen umringten ihn und konnten sehen wie er mit sich kämpfte. Sein Körper zuckte gewaltig und dann blieb er merkwürdig verrenkt still liegen.

Drough, der Schatten für kurze Zeit außer Gefecht

Der Jubel kannte keine Grenzen. Übermütig hüpften die Amazonen im Kreis um den am Boden liegenden und sangen Spottlieder. Nur Cindy, die Anführerin der Krieger nahm sich ein Herz und trat mit der Fußspitze dem Schatten in die Seite. Keine Reaktion. Wie tot lag der Schatten da am Boden. Cindy hatte alle Mühe ihre Krieger zur Vernunft zu bringen und mahnte zur Vorsicht. Es wurden die Schwerter gezogen und man stach auf das Bündel ein. Der ganze Zorn der sich angestaut hatte entlud sich in diesem Augenblick. Als immer noch keine Reaktion erfolgte war man schon überzeugt, dass der Sieg endgültig war. Eilends wurde die Königin gerufen und es wurde schon beratschlagt, wie man diese Nachricht zu den Elfen bringen konnte. In der übermütigen Hektik hatte keine mehr einen Blick für den festgefrorenen Schatten.

Unbemerkt von den Amazonen hatte dieser sein Bewusstsein wieder erlangt. Ein entsetzter Schrei einer Amazone lies alle herumfahren. Mit Entsetzen in den Augen konnten sie zusehen, wie sich die Finger bewegten, dann die ganze Hand. Panik kam auf. Wie konnte das sein, war dieses Scheusal den überhaupt nicht zu besiegen. Fassungslos mussten die Amazonen mit ansehen wie langsam wieder Leben in den Schatten kam. Dann mit einem Ruck stand er auf. Ein grässliches Krachen, so als würde Glas zersplittern war zu hören. Der Schatten schüttelte sich und brüllte laut. Es war mehr ein Heulen. Er stand da und schaute sich die Reihen der Amazonen an. Die Krieger hatten ihre Königin umringt und waren unfähig auch nur einen Schritt zu machen. Sie waren alle wie gelähmt. Wenn er jetzt Rache nahm hatte er leichtes Spiel. Aber auch bei dem Unbesiegbaren schien die Erkenntnis zu reifen, dass heute alles anders war als sonst. Er drehte sich um und ging davon. In einiger Entfernung blieb er stehen und brüllte laut, dass er wieder kommen würde. Fassungslos starrten die Amazonen dem Schatten hinterher.

Die Krieger waren wie niedergeschlagen, verflogen war die Euphorie des Sieges und einige zweifelten bereits laut, dass man dieses Scheusal niemals wird besiegen können. Die Königin aber war die erste die ihre Fassung wieder gewonnen hatte. Sie lobte die Krieger für ihren Einsatz und analysierte, dass dieses Erlebnis doch eine wichtige Erkenntnis brachte. Der Schatten hatte seine Schwachstelle. Man konnte ihn kampfunfähig machen und hatte so, wenn auch nur für kurze Zeit, die Möglichkeit ihm eventuell den vernichtenden Schlag zuzufügen.

„Licht und Bernstein, hoffentlich verstehen wir das Orakel richtig“, murmelte die Königin.

Unbemerkt in dem ganzen Chaos näherte sich vom Sanctum her Tarna die Anführerin der Späher. Sie hielt einen Zettel in der Hand und eilte sofort zur Königin. Sakara hat mir eine Nachricht geschickt“. Ihre Stimme überschlug sich fast und man merkte ihr die Erleichterung an. „Sakara ist fündig geworden und hat einen großen reinen Bernstein gefunden.“ Diese Nachricht wurde von den Kriegern bejubelt. Sakara wäre Rot vor Scham geworden hätte sie die Lobesworte der Schwestern hören können.

„Deine Tage sind gezählt, du Scheusal“, murmelte die Königin und machte sich auf den Weg ins Sanctum.

Xiue Xiue schrieb, als sie von ihren Gedanken an diese Ereignisse in die Wirklichkeit zurückgekehrt war:

Nur Wasser setzte ihn für kurze Zeit außer Gefecht,
doch dafür hatte er sich schon öfter gerächt.
Junn war weiterhin in den Höhlen tief versteckt,
Bisher hatte der Schatten sie noch nicht entdeckt.
In alten Büchern forschte die Königin nach einem Weg,
was dem Schatten wohl das Handwerk leg’.

Ein Rätsel zur Rettung gaben die Amazonen ihr,
Versteckt hinter Worten – eine mächtige Waffe gegen das Ungetier.
Goldenes Licht gebrochen in des Baumes Blut
Lässt verschwinden dunkle Schattenbrut.
Doch wer konnte dieses Geheimnis nur lösen,
Elfen und Amazonen befreien von all dem Bösen?

Auf der Suche nach den geflügelten Einhörnern (Dezember 2007)

XiueXiue, die Elfe der Einhörner und Zenzi, die Elfe der Lüfte, flogen über die Wolken Richtung Süden und fühlten, dass sie dem Land der Wolkeninseln näherkamen. Die weißen Nebelberge erstreckten sich bis zum Horizont und unter ihnen spielte der Wind mit den Wellen des Meeres. Nach Stunden wurden die ersten Wolkeninseln sichtbar. Beide machten auf einer der Inseln halt und forschten nach den geflügelten Einhörnern. Doch von ihnen war nur noch eine Spur von Restenergie übrig geblieben. „Sie haben sich wohl ins Innere des Landes zurückgezogen.“ mutmaßte Zenzi. So suchten sie weiter bis sie zu einer gigantischen Wolke kamen. „Ich kann sie spüren. Sie sind hier!“ entfuhr es Xiue voller Freude. „Ob sie hinter dieser Wolke sind?“ rätselte Zenzi. Sie flogen über die Wolke dahin und sahen einen großen Wald, der sich wie eine grüne Decke über die Nebelschwaden legte. Die ganze schwebende Insel war in eine Wolke eingehüllt.

Xiue und Zenzi schritten an urzeitlichen Bäumen und Farnen vorbei und gelangten zu einer Lichtung. Dort ruhten die geflügelten Einhörner in der Wärme der untergehenden Sonne. Xiue grüßte ehrfürchtig die Hüterin der Wolkeninseln, die in Gestalt eines silbernen Pegasus auf einmal vor ihnen stand. Die Elfe der Einhörner puffte Zenzi in die Seite als sie gerade mit ihren Blicken nach ihrer Freundin suchte. Die Elfe der Lüfte verneigte sich schnell und lief rot an, weil sie die Hüterin nicht gleich bemerkt hatte.

„Ist die Gefahr in eurem Lande schon vorüber?“ fragte die Hüterin überrascht. Xiue erzählte rasch was inzwischen im Elfenland geschehen war und wie sie dringend die Federn brauchten. Die Hüterin hörte aufmerksam zu und richtete dann die Frage an die Einhörner, wer bereit sei eine Feder für die Elfen zu geben. In den sanften Augen der Einhörner spiegelte sich die Sorge um das Elfenland wider und gaben bereitwillig Federn für die Heilerin mit. Xiue und Zenzi nahmen dankbar die Geschenke an. Darauf lud die Hüterin sie zu Abendessen ein und riet ihnen sich ein paar Stunden auszuruhen.

Die Sterne glitzerten hell im Dunkel der Nacht als die Beiden aus ihrem kurzen Schlaf erwachten. Es waren noch einige Stunden bis zum nächsten Morgengrauen und die geflügelten Einhörner schliefen noch. Das einzige geflügelte Einhorn, das erwachte, war Zenzis Freundin und bestand darauf sie zu begleiten. Im Elfenland angekommen, erwartete sie die Heilerin schon sehnsüchtig und machte sich gleich an das Mixen des Heilbalsams.

Erste Opfer (Dezember 2007)

Xiues Hände zitterten. Die Erinnerungen an die Erzählungen waren so klar vor ihrem Auge, als hätte sie alles selbst erlebt. Die Elfe versuchte sich zu konzentrieren und schrieb in leicht krakliger Schrift:

Verborgener Schatten suchte nach gemischtem Blut,
tötete sogar eine Freundin aus purer Wut!
Weder Zauber noch mutige Hand hielten ihn auf,
So nahm das Unglück weiter seinen Lauf.

Ganz Amazonien lebte zu dieser Zeit in Angst und Schrecken. Der Schatten war immer wieder aufgetaucht und hatte sein Ultimatum bekräftigt. Bisher war das immer ohne größere Verletzungen ausgegangen.

Plötzlich spürte Cindy eine ungewöhnliche Wärme in ihrem Körper. Ihr Blut floss schneller und ihr Herz fing an schneller als sonst zu schlagen. Cindy spähte in die Nacht aber sie konnte noch nichts außergewöhnlich entdecken. Immer schneller klopfte ihr Herz und Cindy fuhr sich unwillkürlich mit der Hand an die linke Brust. Smaragd, die direkt neben Cindy stand bemerkte die Unruhe bei ihrer Anführerin und schaute besorgt. „ich spüre ihn“, flüsterte Cindy und warf Smaragd bedeutungsvolle Blicke zu. „Er ist da“, sagte sie laut zu der Richterin. Alle Anwesenden konnten die Worte hören und waren sofort in heller Aufregung. Jeder versuchte in der Dunkelheit irgendetwas zu erkennen. Aber da war nichts. „Ich spüre es ganz deutlich, es war jedes mal so, wenn dieses Scheusal hier aufgetaucht ist.“ Cindy war überzeugt.

Plötzlich, wie aus dem Nichts heraus, stand das Schattenwesen vor der Karawansei, hielt einen Moment inne und lief dann fest entschlossen auf die Amazonen zu. Eine Kriegerin die sich ihm in den Weg stellte versetzte er einen Hieb mit dem Arm. Der Schlag war so gewaltig, dass die Kriegerin durch die Luft geschleudert wurde und seltsam verkrümmt am Boden lag. Der Schatten bahnte sich unbeirrt einen Weg mitten durch die Amazonen, ging auf die Richterin zu und packte sich die daneben liegende Dienerin Jasemin. Er zog sie an den Haaren hinter sich her. Ein grausames, und markerschütterndes Lachen war zu hören. Der Schattenmann stieß seltsame Laute aus. Es hörte sich an wie ein Gurgeln aus großer Tiefe. Dann riss er Jasemin die Bluse auf und und ritzte mit den Krallen ein blutiges Kreuz auf die Brust. An den Haaren hielt er sie in der Luft so als wolle er den Amazonen zeigen wie machtlos sie doch gegen ihn seien. Dann warf er Jasemin achtlos in eine Ecke, stellte sich vor die Richterin und sagte etwas. Seine Sprache war nicht zu verstehen, nur gutturale Laute kamen aus seine Kehle. Erst nach eine Weile, so als hätte er erst jetzt begriffen, dass man ihn so nicht verstehen konnte, sprach er in der Sprache der Amazonen. „Von heute an werden ihr für jeden Tag, wo ihr schweigt, Opfer zu beklagen haben. Ich will diese Kriegerin Junn.“ Plötzlich war da wo er gestanden hatte nichts mehr zu sehen. So wie er gekommen war ist er auch verschwunden.

Alle in der Karawansei standen noch eine Weile ohne sich zu bewegen. Das alles war viel zu schnell gegangen. Als sich die Erstarrung löste, eilten alle zu der am Boden liegenden Kriegerin. Sie war tot. Tränen der Wut und der Trauer standen den Amazonen im Gesicht und sie brachten ihre tote Schwester ins Sanctum. Die Richterin untersuchte die Wunde Jasemins und schickte sie zu der Schamanin, damit eventuelles Gift nicht weiter in den Körper eindringen konnte. Atrista blickte in die Gesichter ihrer Kriegerinnen und sah wie alle irgendwie versuchten ihrem Blick auszuweichen. Auch Cindy zog es vor auf den Boden zu schauen. Hinter ihrem Rücken ballte sie eine Faust: „das wirst du noch bereuen du Scheusal.“

Die Amazonen waren ratlos…

Candia war schon einige Zeit nicht mehr am Lager von SandyLee und wollte nachsehen wie es ihr denn inzwischen ging. Überrascht fand Candia ihre Freundin auf einer Bank vor dem Bibliotheksturm sitzen. „Wie geht es dir heute“ fragte sie ganz liebevoll. „Glaubst du wir können einen kleinen Rundgang durch unser Elfenland machen. Ich würde dir so gerne unseren schönen Plätze zeigen“. SandyLee strahlte und meinte einen kleinen Rundgang schaffe sie sicher. Die kleine Elfe wollte die Freude, die SandyLee hatte, nicht trüben und verschwieg ihr das sie Junn nun doch noch nicht sehen konnte. Aischa die Heilerin der Elfen hatte untersagt das Junn besucht werden darf, da sie doch nicht die gewünschten Fortschritte bei ihrer Genesung machte, die sie erhofft hatte. Annemarie, die Königin der Elfen, bat Candia darum doch bitte den Zauberer Jan mit auf den Rundgang zu nehmen, als Geleitschutz. So erkundeten die Drei daraufhin das Elfenland.

SandyLee, Jan und Candia

Die Elfenkönigin schritt nachdenklich durch die bunte Wiese im Elfenland, es wurde langsam Abend, ein leichter Wind ließ die Grashalme schwingen und nur wenige Vögel sangen ihr Abendlied. „Seid dem die schwarze Gestalt durchs Land gezogen war, ist es einfach anders geworden“, dachte sie. In den alten Schriften stand etwas, das niemand zu deuten wußte. Es klang ihr wie ein Rätsel in den Ohren: „Ein Schatten wird sich holen ein Elfenkind jedoch er vermag es nicht zuhalten, dem Tod entrinnt es dann geschwind“ und „…ein heller Strahl dem Schatten seinen Tod bringt“.

„Der Schatten war da gewesen und Junn, so scheint es, ist die Elfe, die wir retten konnten. Aber was ist der helle Strahl, wo soll der herkommen ??“ sprach die Königin zu sich. „Und dann noch das Rätsel von den Amazonen??“ da ein leises Knacken im Unterholz die Königin zuckte unwillkürlich zusammen. „Wusel, du erschreckst mich noch zu Tode, schleiche wo anders durch die Büsche“ schimpfte sie Richtung Katze, die im Begriff war, sich wieder bei der Königin Streicheleinheiten zu holen. Die Königin jedoch schwebte hoch und verschwand in der Abenddämmerung.

Einhornfedern für die Heilerin (Dezember 2007)

XiueDie Sonne blinzelte keck hinter den weißen Gipfeln der Berge hervor und tauchte das Elfendorf in einen gelblichen Schimmer. Die Luft schmeckte nach dem frischen Tau auf den Blättern und langsam schien das Elfenland aus seinem Schlaf zu erwachen.

Xiue, die Elfe der Einhörner, pflückte am Rand des Flusses gerade ein paar Leckerbissen für ihre Schützlinge, als etwas Schwarzes an ihr vorbeihuschte. Xiue erschrak und drehte sich ruckartig herum. War das einer dieser dunklen Schatten? Nein, das konnte nicht sein. Sie konnte nichts Böses in ihrer unmittelbaren Nähe spüren. Aglardonn, ein schwarzes Einhorn, kam aus dem Dickicht hervor. „Spielst du mir wieder Streiche?“ fragte sie ihn. Aglardonn wieherte vergnügt. Er hatte es mal wieder auf die Leckereien abgesehen und genoss es von Xiue gestreichelt zu werden.

Beide liefen am Waldesrand entlang und suchten nach den anderen Einhörnern. Seit den letzten Ereignissen waren die Einhörner vorsichtiger geworden und versteckten sich verstärkt mit Hilfe ihres Tarnzaubers. Xiue war froh Aglardonn an ihrer Seite zu haben. Er war ein stolzer Einhornhengst, der mit Mut und Stärke das Elfenland verteidigte. Als Kämpferin war Xiue eine pure Anfängerin und verstand sich mehr auf friedvolle Lösungen.

Am späten Vormittag kehrte Xiue ins Dorf zurück und traf auf Jan, den Zauberer, der als Kater vom Dach eines Hauses das Dorf beobachtete. Xiue erkannte ihn und grüßte freundlich. Mit einem Satz sprang er vom Dach herunter und verwandelte sich in seine menschliche Gestalt. „Es wird Zeit, dass ich auch deine Fertigkeiten gegen Gefahren teste.“ sprach er und bat sie eine Blitze-erzeugende Wolke als Angriff gegen ihn einzusetzen.

Xiue war innerlich in Anspannung und sie versuchte sich auf den Zauberspruch zu konzentrieren. Die Nebel verdichteten sich zu einer bedrohlichen Gewitterwolke über dem Kopf des Zauberers. Jan ging in Verteidigungsstellung über und wartete darauf, dass jeden Moment die Blitze über ihn hereinbrachen. Doch da ergoss sich ein gewaltiger Wasserschwall über ihn und binnen Sekunden stand der Zauberer triefend nass und völlig überrascht in einer Pfütze. Xiue war amüsiert und gleichzeitig etwas peinlich berührt wegen ihres Missgeschicks. Der Zauberer verkniff sich seinen Kommentar, als Zenzi, die Elfe der Lüfte zu ihnen flog und sich über das ungewöhnliche Aussehen des Zauberers wunderte. Mit den knappen Worten, er gehe sich kurz trockene Gewänder holen, verschwand er.

Inzwischen lief Aischa, die Heilerin, aufgeregt aus ihrem Haus. Mit Schrecken hatte sie festgestellt, dass ihr eine sehr seltene Zutat ausgegangen war. Sie stürmte auf die Elfe der Einhörner zu: „Hast du ein geflügeltes weißes Einhorn in deiner Herde?“. Die Heilerin hatte das Unglück erst bemerkt als sie eine weiße Taubenfeder anstatt der Einhornfeder in ihrer Hand hielt.

„Verzeih, aber momentan sind nur noch die Wald- und Wieseneinhörner im Elfenland geblieben. Sie können zwar fliegen, aber haben keine Flügel. Die Einhörner der Lüfte haben sich wegen der aktuellen Ereignisse ins Land der Wolkeninseln zurückgezogen.“ antwortete Xiue. Aischa wurde ganz bleich im Gesicht: “Ich brauche ganz dringend eine Feder dieser Einhörner. Sonst kann ich die Mixtur nicht herstellen.“.

Xiue legte beruhigend die Hand auf ihre Schulter und versicherte ihr, dass sie sich so schnell wie möglich auf den Weg machen würde. „Ich brauche jemand, der sich im Land der Wolkeninseln auskennt. Zenzi würdest du mich bitte begleiten?“ wandte sich Xiue an die Elfe der Lüfte. Zenzi nickte zustimmend. „Ich bitte euch, ihr müsst mir diese Zutat holen. Beeilt euch, die Zeit drängt! Ich werde inzwischen die Königin unterrichten.“ mit diesen Worten machte sich Aischa auf den Weg. Xiue und Zenzi packten schnell das Nötigste zusammen und eilten zu den Einhörnern, um auf die Reise zu gehen.

Die Elfe der Einhörner hielt in ihren Gedanken daran inne und schrieb wieder einige Zeilen in ihr Buch:

Zwei Elfen waren auf der Suche nach Einhörnern mit Schwingen,
um der Heilerin Federn für die Heilmixtur zu bringen.
Im Land der Wolken fanden Xiue und Zenzi ihr Glück,
brachten viele magische Federn für die Heilerin zurück.

Des Rätsels Lösung (Dezember 2007)

SandyLee lauschte den Worten ihrer Freundin und fühlte dabei, dass sie etwas bedrückt. So langsam schienen SandyLees Späherfähigkeiten wieder zu erwachen. Sie setzte sich und versuchte aufzustehen. Jedoch spürte sie, dass ihr wieder ein wenig schwindelig wurde, also setzte sie sich direkt wieder hin. SandyLee sagte zu ihrer Freundin: „Lass uns mit dem Rundgang noch ein wenig warten, wenn etwas unerwartetes passiert wäre ich noch nicht in der Lage darauf zu reagieren. Außerdem habe ich die Unruhe draußen mitbekommen und weiß das die Gefahr momentan sehr groß ist. Junn dürfen wir nur besuchen, wenn wir absolut sicher sind nicht verfolgt zu werden.“

SandyLee sah zum Tisch, wo eine Auswahl an Speisen und Getränken stand. Nach dem vielen Schlafen hatte SandyLee einen Nachholbedarf was Essen und Trinken angeht, also stand sie vorsichtig auf und versuchte sich an den Tisch zu setzen. Ihr Freundin bemerkte, dass sie dabei sehr wackelig auf den Beinen war und stützte sie ein wenig. So setzten sich die beiden an den Tisch und plauderten über alle möglichen Dinge, nur wenn es auf aktuelle Themen zu sprechen kam, wurden beide jeweils wortkarg um keine weitere Verunsicherung zu stiften.

Tarna Lane streichelte den Bauch der Taube die ihr ihre Elfenfreundin Candia geschickt hatt und setzte sie dann auf eine freie Stange. Sie entfaltete den Brief und las die wenigen Zeilen. Tarna schrieb sofort eine Antwort und band den kleinen Zettel an das Bein der Taube.

„Meine hochgeschätzte Freundin, ich werde Eure Nachricht umgehend an die Hoheiten weiterleiten. Pallas beschütze Euch und der Dank der Amazonen für die aufopferungsvolle Pflege unserer Schwester Junn ist euch gewiss.“

Nachdem sie die Taube durch das Fenster entlassen hatte, schlenderte Tarna gedankenverloren zur Taverne, um sich dort einen Bissen zu Essen zu besorgen. Dort angekommen, befaden sich bereits Fatae, Mai, die Schamanin Regina und Marge in einer heftigen Diskussion, was es wohl mit dem Orakelspruch auf sich haben könnte, den die Richterin den Amazonen beim letzten Feuergespräch bekanntgegeben hatte.

Das Spektrum der Farben gebrochen im Blut der Bäume vernichtet das Böse.

Die Amazonen diskutierten heftig, kamen aber zu keinem Ergebnis. Plötzlich erscheint die Richterin in der Taverne und erzählte, dass die Krieger am gestrigen Tag auf die Lösung des Rätsels gestoßen sein könnten.

Das Blut der Bäume = Harz … Das Spektrum der Farben ist wohl im Licht des Tages enthalten. Aus Harz und Wasser entsteht Bernstein. Die mögliche Lösung könnte also sein. Licht gebrochen durch das Prisma eines Bernsteins.

Die Amazonen atmeten erleichtert auf.. Ja das könnte wirklich die Lösung des Problems sein. Doch wer war bewandert im Schleifen von Edelsteinen? Atrista wandte sich zu Tarna und fragte sie nach der Novizin Sakara. „War nicht sie es die den Pfeil erschaffen hat der dem Drachen die todbringende Wunde beigebracht hatte?“,“ Ja.“, Tarna nickte zustimmend. „Hoheit, Sakara ist eine wirklich geschickte Handwerkerin. Sie versteht es mit allerlei Werkzeug umzugehen und ist auch in der Kunst des Edelsteinschleifens und der Physik bestens bewandert.“ – Atrista nickte bestimmend. „Gut Tarna, schick diese junge Amazone zu mir, damit ich ihr Ihre Aufgabe genauestens schildern kann.“ „Ja Hoheit, ich werde sofort eine Eule zu ihr schicken“, sprach Tarna und eilte schnellen Schrittes zum Kartenhaus.

Cindy lehnte sich an einen Pfosten in der Karawansei, umringt von einer Schar Kriegerinnen. Sie hatte Mühe der Unterhaltung zu folgen. Alle redeten durcheinander, jeder hatte irgendeine Idee wie der Spruch des Orakels zu deuten wäre. Atrista die Richterin hatte es sich auf den Kissen gemütlich gemacht und mit Tarna der Späherin gesprochen. Cindy verstand nur soviel, dass die Richterin die Idee mit dem gebrochenen Sonnenstrahl durch ein Prisma aus Bernstein favorisierte und Tarna den Auftrag gab die junge Novizin der Späher, Sakara Anatine, zu beauftragen, herauszufinden wie man dies anwenden könnte.

Die Lage spitzt sich zu (Dezember 2007)

Junn schwebte seit einiger Zeit in einem Dämmerzustand. Sie hatte jegliches Gefühl für Raum und Zeit verloren. Sie spürte wie ihre Kräfte langsam wieder zurückkehrten. Als SandyLee aufwachte und alleine war, entschied sie sich aufzustehen und ein wenig frische Luft zu schnappen. Nach einiger Zeit traf sie auf Jan und Xiue mit denen sie sich ein wenig unterhielt.

Während Candia noch auf der Suche nach frischen Kräutern war, erhielt sie plötzlich eine Nachricht von Jan dem Zauberer und Xiue, der Elfe der Einhörner:“ Komm schnell, SandyLee ist uns gerade begegnet, ihr wurde plötzlich schwindlig, wir haben sie wieder ins Haus der Heilerin gebracht.“ Die kleine Elfe ging besorgt zu SandyLee und dachte bei sich, zum Glück waren Jan und Xiue in der Nähe, sonst hätte noch sonst was passieren können.“

SandyLee wollte alles über das Elfenreich erfahren: „Ich bin so neugierig auf euer Land, wie ihr lebt, wie ihr wirklich seid. Die Geschichten sind alle so wage und unbestimmt und vermutlich verfälschen sie das Bild über euch total. Ich habe schon festgestellt, dass ihr nicht alle mit Flügeln rumflattert und die ganze Zeit singt.“ Die kleine Elfe überlegte kurz und sagte dann: „Ich mache dir einen Vorschlag, wenn unsere Königin Annemarie es erlaubt, werde ich dich im gesamten Elfenland herumführen und ich werde versuchen die Königin davon zu überzeugen, dass es für die Gesundheit von Junn nicht abträglich ist, wenn du sie besuchst. Natürlich nur wenn auch die Heilerin damit einverstanden ist. Ich glaube, dass es Junn sicherlich freuen wird ein bekanntes Gesicht zu sehen, wenn sie aus ihrem langen Heilungsschlaf erwacht.“ SandyLee lauschte den Worten von Candia und bevor sie etwas sagen kann, ging Candia wieder aus dem Haus der Heilerin. SandyLee schaut ihr hinterher und legt sich wieder hin.

Atrista schaute der schwarz umhüllten Gestalt nach wie sie von Kriegern begleitet aus dem Sanctum geführt wurde. Es war die erste Begegnung mit einem der geheimnisvollen Schattenwesen. Der Schatten hatte sich Kamaria genannt, bezeichnete sich selbst als Wanderer zwischen den Welten und ohne Heimat und hatte der Arbitra angeboten sie im Kampf gegen die Schatten zu unterstützen. Wenn man den Ausführungen Kamarias Glauben schenken durfte, dann gab es in der Schattenwelt harmlose Wesen, die als Gedankensammler auf allen Welten die guten und positiven Gedanken jagten um sie aufzunehmen und so ihr Bewusstsein erweiterten. Es soll aber auch solche geben die alles negative Denken aufsaugen und so eine machtvolle und bösartige Bewusstseinserweiterung erfahren und damit allen Wesen aus Fleisch und Blut großen Schaden zufügen können. Atrista fröstelte bei dem Gedanken an die geheimnisvolle Gestalt. Unter dem schwarzen Umhang schien es keine feste Gestalt zu geben, Es war wie die Begegnung mit einem Geist. Atrista wusste nicht so richtig was sie von Kamaria halten sollte. „Immerhin, unser Gegner hat jetzt ein Gesicht“, dachte sie und schloss die Augen.

Atrista öffnete die Augen als sie das Rascheln der Efeublätter vernahm. Zwischen den Pfosten des Sanctums stand Tarna, die Späherin. Sie berichtete wie SandyLee im Elfenland spazieren war und dass es ihr scheinbar besser ging. Eindringlich bat sie die Hoheit um Erlaubnis tiefer ins Elfenland vordringen zu dürfen. Doch Atrista erwiderte: „Warte damit noch ein paar Tage, warten wir auf die nächste Begegnung mit den Schatten, es ist Bewegung ins Spiel gekommen“ „Auch wenn ich eure Taktik nicht ganz verstehe Hoheit, wir warten.“

Atrista versuchte mit dem Orakel in Kontakt zu treten und erzählte ihm alles, was sie wusste. Das Orakel hatte geduldig zugehört und als Atrista fertig war legte es beruhigend eine Hand auf Atristas Schultern: „Du hättest früher kommen sollen, die Schatten sind den Göttern nicht unbekannt. Es gibt gute Mächte unter ihnen aber auch gefährliche Mächte. Noch nie hatte sich ein Volk erfolgreich gegen die bösen Mächte wehren können. Es hilft keine Magie und auch keine Waffe. Die Götter aber sagen, dass es etwas gibt das sie vernichten kann. Die Schatten wissen das auch und brauchen ein Mittel, was sie auch dagegen immun sein lässt. Sie brauchen das Blut einer Kreuzung aus Mensch und Elfe und es ist sehr wahrscheinlich, dass unsere Kriegerin Junn diesen Kriterien entspricht und sie deshalb in Gefahr ist.“

Atrista hatte erschrocken zugehört. „Wenn diese Schatten unbesiegbar sind, dann sind wir verloren es sei denn wir finden heraus was die Götter wissen. Was sagen die Götter, Orakel hilf uns, wie können wir Junn helfen, wie können wir den Elfen helfen und noch viel wichtiger wie können wir uns künftig gegen die Schatten wehren?“ Das Orakel sah lange in die Augen der Arbitra und sah die Entschlossenheit dieser Frau. Dann drehte sie sich um und verschwand im Tempel. Atrista wartete lange und geduldig auf das Erscheinen des Orakels. Endlich als Atrista schon gar nicht mehr daran geglaubt hatte erschien das Orakel, legte wieder die Hand auf Atristas Schultern und sprach:

„Dem Bösen wird das Spektrum der Farben, gebrochen im Blut der Bäume zum Verhängnis“ Nach einer Weile der Stille flüsterte die ehrwürdige Gestalt: „Geh, und mach etwas daraus, das ist dein Hinweis.“ „Das ist alles?“ rief Atrista erstaunt, „das soll ein Hinweis sein?“ „Das ist der Hinweis meine Tochter, gehe jetzt und finde die Lösung bevor die Schatten an das Blut der Kriegerin kommen.“ Mit diesen Worten drehte sich das Orakel um und verschwand wieder im Tempel. Atrista blieb alleine zurück. Ihr war so als wäre die Last jetzt noch drückender und in Gedanken wiederholte sie immer wieder die Worte die den Hinweis gaben aber ihr wollte einfach keine Lösung einfallen. Gedankenschwer machte sie sich auf den Rückweg zum Sanctum.

Unzählige Schatten wurden seitdem in den Wäldern des Elfenlandes wahrgenommen, die dort umherstreiften. Die Königin der Elfen versuchte verzweifelt herauszufinden, wer diese Gestalten waren. Candia wartete eine ganze Zeit lang vor dem Thronsaal, doch wie sie feststellen musste war die Königin der Elfen nicht zugegen. Und da sie ihrer Freundin schon solche Hoffnungen gemacht hatte, suchte sie den Zauberer Jan auf und fragte ihn ob er ihr doch bitte die Erlaubnis geben würde das SandyLee und sie selbst zu Junn vorgelassen werden, die nun immer öfter aus ihrem Schlaf zu erwachen schien.

Dieser war jedoch etwas skeptisch, ob das so eine gute Idee war, doch zu guter letzt willigte er ein, aber nur unter der Voraussetzung das auch die Heilerin Aischa zustimmte. Und Candia musste den Auftrag annehmen, den Amazonen eine Botschaft über den Zustand von Junn und SandyLee zukommen zu lassen. Bereitwillig nahm sie die Bedingungen an.

In ihrem Häuschen setzte sie sich an den Tisch und verfasste die Botschaft an die Amazone Tarna, diese lautete:

„Bitte übermittle euren Hoheiten folgende Nachricht: Edle Amazonen, mir wurde die Ehre zuteil euch davon zu unterrichten das es Junn von Tag zu Tag besser geht und auch das auch SandyLee sich sehr rasch erholt und bald zu euch zurückkehren kann. Doch bat SandyLee mich darum ihr noch unser schönes Elfenland zu zeigen und auch Junn einmal zu besuchen, bevor sie wieder zu euch zurückkehrt. Deshalb bitte ich noch um etwas Geduld, aber eure Gefährtinnen werden bald wieder bei euch sein.“

Vorsichtig band die Zauberlehrlingselfe die Nachricht an den Fuß ihrer zuverlässigsten Taube und ließ sie fliegen.

Gleich darauf machte sie sich auf zum Haus der Heilerin und fragte auch sie um Erlaubnis Junn mit SandyLee zusammen besuchen zu dürfen. Die kleine Elfe versprach der Heilerin nicht zu zögern wenn ihr etwas seltsam vorkommt und umzukehren. Auch versicherte sie ihr ein Auge auf SandyLees Zustand zu haben.

Candia versuchte darüber hinweg zu sehen wie zerstreut und nachdenklich Aischa war. Es schien ihr etwas einfach nicht aus dem Kopf zu gehen. Nur was? grübelte Candia ganz kurz, versuchte dann aber ihre Gedanken wieder der Begegnung von Junn und ihr zu widmen. Erleichtert und mit Freude erfüllt war sie auf dem Weg zu ihrer Freundin SandyLee, um ihr die gute Kunde zu überbringen. Da begegnete sie noch einmal dem Zauberer Jan. Während sie sich unterhielten tauchte ein Schattenwesen auf. Jan versuchte dann sogleich einen Zauber über das Geschöpf der Dunkelheit zu legen und es damit einzusperren. Als es sich kurze Zeit darauf wieder befreien konnte und etwas entfernt von Candia und dem Zauberer stehen blieb, erschien ihre Königin Annemarie. Sofort berichtet Jan ihr von dem zuvor Geschehenen.

Die kleine Elfe empfand es sehr mutig was ihre Hoheit anschließend tat. Selbstsicher stellte sie sich dem dunklen Geschöpf entgegen, als es auf sie zutrat. Drohend gebar es den drei Elfenlandbewohnern das sie, es schien noch mehr von ihnen zu geben, die Herausgabe der Kriegerin Junn forderten. Doch Annemarie weigerte sich strickt und erzählte ihnen das diese gestorben sei. Candia versuchte dem Wesen klar zu machen das die Elfen den Brauch hatten verstorbene einzuäschern und in der Natur zu verstreuen um sie wieder in den Kreislauf des Lebens zurückzuführen. Die Königin ergänzte: „Dadurch werden sie als Blumen wiedergeboren. Aber nur derjenige der reinen Herzen ist kann diese Blume finden.“

Der Schatten war außer sich vor Wut. Langsam näherte er sich Candia, diese war starr vor Angst. Doch nur wenige Zentimeter vor ihrem Gesicht blieb er stehen und nahm einen tiefen Atemzug. „Nein du bist nicht geeignet“ meinte er. Candia verstand nicht ganz was er meinte, doch als das Wesen auf ihre Königin zuging versuchte sie ihre Angst zu besiegen und sagte „Lasst unsere Königin in Ruhe“, aber das Geschöpf lachte nur höhnisch und nahm auch in der Nähe von Annemarie einen tiefen Atemzug. „Nein auch ihr kommt nicht in Frage“ war seine Bewertung. Er wollte wissen, wo die Elfen sind die nicht reinen Blutes waren. Aber Annemarie blieb hart und sagte es gäbe keine. Nach langem hin und her verschwand der Schatten so schnell wie er gekommen war.

Am ganzen Körper zitterte die kleine zierliche Elfe, als Annemarie und Jan anfingen darüber zu beraten, was nun geschehen soll und was sie gegen diese Kreatur unternehmen sollten. Candia bat die Königin gehen zu dürfen um nach SandyLee zu sehen. Mit vollem Respekt vor dem Mut der Königin verbeugte sie sich und schritt Richtung SandyLee.

Quelle: Amazonen- und Elfenforum

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